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Das jüdische Literaturblatt · 1878-01-15 · No. 3. (15.1.1878) · p. Seite 10

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
7 (1878)
Issue
No. 3. (15.1.1878)
Date
1878-01-15
Page
Seite 10 (sequence 2)
Language
German
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36a, entstehen die Zweifel aas einer romwei Ursachen: reder weil der Sachende das gesuchte Objejet nicht ■d kennt, oder weil er es sich leicht macht! and die Tatersacbung and Prüfung unterlasst. Z. B. Es sacht jemand den Raben nnd gerftth nun in Ungewissheit aas 8m ▼on zwei Gründen; entweder weil er iiin nicht 1t — es ist ja dann möglich, dass er ihn Vor sich ohne ihn za erkennen, oder dass es ein Anderer?ist, den er für jenen b&lt — oder weil er es sich leicht ^nacht, ihn leichtfertig and gedankenlos sacht und dairam keine Gewissheit erlangen kann. Ebenso entstehen bei den durch Vernunft erkannten Gegenständen Zweifel 'jaus einer von diesen zwei Ursachen; entweder, weil der, welcher die Vernunft erkenn tniss sucht, nicht die ^Theorie der Beweise kennt nnd er daher einen zureichenden Beweis für unzureichend hält, wie er ebenfalls ׳ Jeinen unzureichenden Beweis für zareichend nimmt Oder er kennt die Methode speculativer Untersuchung,; «nacht es sich indessen leicht and fällt aber den be- (stimmten Gegenstand ein ▼orschnelles Ehdurtheil, ehe?jtoch die Arbeit der speculativen Untersuchung an dem- . -selben vollendet ist; davon za schweigen, wenn beide Ginge sich in einem Menschen gar zusammenfinden, dass er nämlich mit der Arbeit der specalativen Untersachung nicht umzugehen weiss und noch überdies iaioh nicht geduldet, bis er das, was davon zu erkennen ,ist, nach Gebühr vollendet, — er ist dann von seinem!Ziele in fast hoffnungsloser Weise fern. Der Hagiograph i■* von den Ersteren: ,Der Kundige kann Einsicht erlangen* (Nehem. 10, 39), von den Letzteren aber i»8ie haben keine Kunde and können keine Einsicht erlangen* (Bs. 82, 5). (Fortsetzung folgt.) Ebher nnd Misr. VerfUiehande paliologischa Stadien von Dr. B. Plaezek in Brünn. ן (Schlom ▼on No. 63 vor. Jahrg) j Die Umbildung der Menscheuarten erfolgte in jeiner fernen Zeit sich drängender Erdrevolutionen, wo Alle Umwandlungen accelerirter vor -sich gehen mochten, auch sprunghafter nnd unvermittelter. Sie 'hielt jedoch, bei einer gewissen Grenze_ vollständiger ,Racenausprägung angelangt, inne, um nur allmählich and | anbemerklich sich auszufUhren, aber keineswegs bis zu 'dem Grade, wo die Hauptmerkmale der einen Mensehenart in die einer ganz entgegengesetzten abergehen. ׳ Öi* territoriale Beschaffenheit Aegyptens, die ganze Bodenfiguration, welche formgebend auf die dortige Cultar wirkte, schliesst schon die Wahrscheinlichkeit aas, dass -dieses Gebiet auf die Dauer ein geographiahes Postulat för das ausgesprochene Negerthum gebildet, dessen Wesen nur dem landschaftlichen Charakter von Centraluncl Südafrika conform ist. ,Wie die Natur,* sagt E. Kapp a. a. O. S. 150, ,80 trägt auch dort der Mensch den Charakter derUnbändigkeit d.h. die beiden Seiten der Impotenz an sich, die Ohnmacht, die sich in die Sklaverei schleppen lässt, und die Zügellosigkeit, welche Menschen frisst, Alles schmachtest in den Fessein der einförmigen Masse, und ber Geist ist erdrückt ־von ,den Naturgewalten. Das Nilsystem hingegen hat eine von den übrigen afrikanischen Flüssen sehr verschiedene Bildung. Seine Formentwickelung trägt den ן Charakter der Allmählichkeit, der Mässigung, der festen Regeln gewisser Erscheinungen und ihrer Wiijderkehr, I welche die Entstehung fester staatlicher Verhältnisse be- ׳ günstigt* (Kapp 155.) DasNiHand hat eigentlich mehr einen asiatischen Charakter. Es erhielt auch am frübesten aus jenem grossen Völkerreservoir in Vorderasien den Strom der Einwanderer; denn, wird ein Centralpunkt angenommen, von dem aus das Menschengeschlecht sich strahlenförmig Überallhin verbreitete, so kann ein solcher nur in Vorderasien gelegen sein. ,Asien — meint Ritter — und kein anderes Ländergebiet sonst konnte das grosse Erziehangshaus des Menschengeshlechts sein, das die verschiedenen Völkersc haften mit dem nothwendigen Hausratb und derselben Mitgift an Cerealien, Obstnahrung, Haussieren, Lebensweisen, patriarchalischer Sitte, Urreligionen, Sagen u 8 w. aas der Heimath zu versehen im Stande war. In Asiens Stammgeschlechtern konnten die Völkerschaften aus der grösseren klimatischen Einheit in die klimatische Vielheit des Erdballs übergehen * (Vgl. Justinus IE, 1, Buffon, Epoques de la Nature, Pott, Etymol. Forschungen XXI.) Die wissenschaftliche Erkenntniss bestätigt sonach auch die biblische Anschauung von dem Ausgangspunkte der Menschenfamilien und die Völkertafel gewinnt nur durch dieselbe an Authenticität, welche durch einzelne räthselhafte, eigentlich noch unaufgeklärte Angaben in jenem Racenregister nicht an allgemeiner Glaubwürdigkeit einbüst. Freilich lässt sie die bedingenden Ursachen der subitanea Sonderbildung oder allmälichen Differenzirung des ursprünglich einheitlichen Menschengeschlechtes in einem Dunkel, das, wie auch A.v. Humboldt gesteht, vielleicht niemals erhellt werden soll; wenn aach immer mehr Mittelformen in der Reihe von Racentypen aufgefunden werden. Angenommen, dass, wie selbst fortgeschrittene' Darwinisten zugeben, in den Lebensphasen, wo die I Beherrschung der natürlichen Existenzbedingungen durch | den Menschen weit geringer, und dessen bildungsfähige Abhängigkeit von der Natur grösser war, die Umwandlung der Menschenklassen eine tiefgehende und raschere sein konnte, was hindert uns, auch die Hypothese zu wagen, dass in der Urzeit, von welcher das ,biblische Stammregister handelt, die Mensches durchdieAusbreitung nach den verschiedenen Zonen, den manigfaltigsten neuen Umgebungsverhältnissen ausgesetzt, bei der geringen Reaction gegen äusssere Einflüsse in den ab* sonderliche ten Neubildungen sich differenzirten. — Die Chamiten, die in Centralaf- ן rika den Charakter der dortigen Natur physisch and moralisch annahmen, konnten ganz wohl in dem ganz anders gearteten, eine edlere Entfaltung bedingenden Nil* lande zum Culturvolke der Aegypter sich herausbilden. Der Satz: ״Die Söhne Chams waren Kusch und Mizrajim* — ist demnach keineanthropologischeUnmöglichkeitmehr.jj Sollte übrigens auch das biblische Racenverzeichniss in mancher Gruppirung und genealogischen Ver theilung keinen Aufschluss zulassen und zu unbezwei* feiten Ergebnissen der Völkerkunde in Widerspruch treten, 80 braucht man eben, wie schon dar getban ward, die Verwirrung in der Descendenz auf Rechnung der in jenen Phasen unaufhörlichen Völkerfluctuationen und Mischungen zu setzen und dieselbe auf den bereit* öfter erwähnten Umstand zurückzufilhren, dass Nationen- und Ländernamen vicariirten und Stämme, ah Eroberer in ein Land ziehend, dessen Namen als etbnische Bezeichnung acceptirten, wenn auch diese einer ganz andern Race angehörte, und dass hingegen rerdrängte emigrirende Nationen in entlegene Gebiete bei* mische VolksundStädtebeaennungen mitnahmea und ®•v

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