Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 7 (1878)
- Issue
- No. 2. (8.1.1878)
- Date
- 1878-01-08
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 84% known words query
- IRI
…/5367336-6488234-8755599--0925-4854392- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
No. «. Das Jüdische Literatürblan. Jabrg.Tn rZur Beleachtang aller Jadentham and Jaden betreffenden literarisch. Erscheinungen auf 1 «lern Gebiete der Philosophie. I Geschichte,Ethnographie,The- I ologie,Orientalia, Exegese, Ho• I mtletlk, Litargik, Pädagogik. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Noritz Rabiner. Magdeburg, Jannar 1878. Bücher der elnsehUglgfea Litermtar, welche der Red. de• ״JBd. Litei-atarblatt“ ia V * gdebarg (oder der ״Iaraelit. Wocheeschr.“ in Stettin)( ragegandt werden, finden in < Blatte eingeh. Beapr •״ *«יJüdische Litcraturblatt4‘ 11t das elmige, wtchenjlleh ernehelnende weiche■ aaiaehlteaelleh Im Dienste der Jüdischen Llt e rat n Fachgelehrten und Llteratarfreumde, sondern Jedem gebildeten r dlgen, populär-vvlnnenneh*ftlleh«n Abhandlungen, thells In Vespreehangea aller das Jndenthum betreffenden literarisch Kunde über sKmmtllehe Vergingt u. Ersehelnusges naf dem wel Literatur bringt. — Der reiche Inhalt Ist aus Inhaitsversetehnli Den elnaehläictjgen Schriften niehtjüdlseher Autoren, htrigea Abhandlungen In anderen Zeltsehrlften wird «Ile gebühre Der Preis Ist ein sehr niedriger, er betrügt für den gante handlangen und Postanstalten nur 6 illarh. Bestellungen sind sn ln Leipzig oder an die steht und nicht eser thells in seih Ingehenden unp In Erzeugnisse, m verzweigten Gehle des 6. Jahrg.’a ersi le wichtigeren hie: e Anfnaerksankelt Jahrgang bei allei richten ant Robert ionraal, ar desn tstÜndlsthm derjüd. ehtlleh. ׳her ge-;m ThelL Buch- Priese Expedition der Israelitischen Wochenschrift in Magdeburg. Die Abonnenten der ״lsreellt. Wochenschrift“ — welche durch alle Bnehhandlt gen und Post anstalten für ä Marli <50 Pf. pro Qnartal su beziehen lat — erhalten das ״LIteraturblatt“ als Gratis-Beilage. — Probe-Exemplare der ״Isr. Weehensehr.“ auf Verlangen. Inserate werden mit 20 Pfg. (die Sgesp. Petitzelle) berechnet( bnehhündl. Belingen mit 15 Dark. — Aeltere Jahrgänge — soweit der Varrath reicht — m & Hark. Inhalts Wiiasens chaftliche Aulsätze: Glauben und Wissen. Von Dr. Philipp Bloch Literarische Notizen. Von Dr. L. Löwysob«. Literaturbericht: Recensionen: J H. v. Kirchmann, Khtechisraus der Philosophie. — Dr. C. H. W. Sillem, Das alte Testament im Lichte der assyrischen Forschungen etc. Notiz. — Neue Bücher. Literarische Anzeigen. Glauben und Wissen. Saadiah’s religionsphilosophisches Buch. Aus dem Hebräizchen übirsetzt von Dr. Philipp Bloch, Rabbiner der Brüdergemeinde zu Posen. Vorbemerkung. Das Buch Emunot h wedeoth ״vom Glauben and Wissen“, oder wörtlich übersetzt ״Glaubenssätze und Lehrmeinungen“, ist von Saadiah ben Joseph aus Fajum, dem berühmten Talmudlehrer und( Gaon von Surah, gegen 934 geschrieben worden. Abgesehen von dem nicht unerheblichen )Verth, welchen die Geschichte der Philosophie dieser Schrift zuerkennen muss, verdient sie schon darum durch eine deutsche Uebersetzung weiteren Kreisen erschlossen zu Werden, weil sie den Reigen der jüdischen Religionsphilbsophie eröffnet und als ältester Versuch gelten kann, «len ein jüdischer Denker, tief und innig vertraut mit den geistigen Schätzen seines Glaubens, unternimmt, um die Weltanschauung des rabbinischen Judenthums in ein System zu bringen und im Zusammenhang darzustellen. Auch die Zeit, die sich darin abspiegelt, nimmt ein hohes Interesse in Anspruch; von geistigen Kämpfen und Gfährungen inäc.11-' tig bewegt und erschüttert, strebt sie darnach, das gesammte, vom Alterthum überlieferte, Dtenkmaterial sich anzueignen, um dasselbe im Dienste uer Religion zu verwerthen, um vermittels desselben die verschiedenen, in das menschliche Bewusstsein übergegangenen Glauben$f0rmen philosophisch zu durchdringen und sie zu wissenschaftlichen ü)ebe rzeugungen ■zu erheben. Der— Islam war voran gegangen, und das Judenthäm folgte nach. Es war eine (überaus ernste und schwere Krisis, welche sich damals innerhalb der jüdischen Gedankenweit vollzog. Dass (sie glücklich Uberstanden wurde, mu$s zum grossen Theil auch Saadiah als ein Verdienst angerechnet werden;, dass das Judenthum neu gestärkt und neu belebt daraus hervorging, dafür legt auch die-, ses Buch Zeugniss ajb, welches zum ersten Mal erfolgreich die Parole ausglebt, einer einheitlichen methodisehen Zusammenfassung der jüdischen Religipnslehren zu einem systematischen Ganzen. Allerdings, wer schon bei Saadiah eine tiefangelegte Speculation, die eigentliehe Energie in deif Durcharbeitung der religionsphi- , losophischen Probleme finden will, wird sich nicht we- : nig enttäuscht sehenj, Gründfe und Gegengründe werden mehr gezählt, als *gewogen, auch leidet die Dar- Stellung an einer gewisseä Breite und Weitschweifigkeit; aber solche Mängel werden reichlich aufgezogen durch helle Gedanken, gesunde lleflexionen und treffliche 1 Beobachtungen, welche wie ••unverwelkliches Immergrün überall durchsdtimmeftid j noth heute den Lesur anmuthfen und erfrischen. Saa,- diah ist trotz seiner Belesenheit auf diesem Gebiete doch kein Philosoph von Fach, er philosophiijt wie ein denkender und verständiger Dilettant, der in dem Wii. derstreit zwischen Religion-und Philosophie mit׳ dem C gefunden . Mensphet verstand auskommpn zul können glaubt. Ueberzeugt von der untrüglichen Wahrheit des Oftenbarungsgedanleens,'zugleich durchdrungeii von dem Bewusstsein, dass die Vernunft selbst in Sachen des Glau*