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Das jüdische Literaturblatt · 1877-12-26 · N° 52. (26.12.1877) · p. Seite 206

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
6 (1877)
Issue
N° 52. (26.12.1877)
Date
1877-12-26
Page
Seite 206 (sequence 2)
Language
German
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— 206 — l senschaft im modernen Staate. Er sagt darin ängefähr Fol׳ gaideS: ״Wenn wir den quaternären, fossilen Menschen, der doch^ unfern Urahnen in der Drscendenz- oder ■ eigentlich in Lsenkdenzreihe näher stehen müßte, stüdiren, so sind«« wir ilwmek'wieder einen Menschen, wie wir es auch sind. Noch vor zehn Jahren, wenn man etwa einen Schädel im Torfe fand oder in Pfahlbauten oder in alten Höhlen, glaubte! man wunderbare Merkmale eines wilden, noch ganz unentwickelten Zustandes an ihm zu sehen. Man witterte eben Affeuluft. Allein das hat sich allmählich immer mehr verloren. Die altm Trvglodyten, Pfahlbauern und Torfleute erweisen sich als eine gach respectable Gesellschaft. Sie haben Köpfe von solcher Größe, daß wohl mancher Lebende sich glücklich preisen würde,!einen ähnlichen zu besitzen. Im Ganzen müffen wir wirklich anerkennen: es fehlt jü>er fossile Typus einer nieder» menschglichen Entwickelung. — Ja, wenn wir die Summe der bis jetzt bekannte» fossilen Menschen zusammennchmen und sie pa- -rallel stellen dem, was die Jetztzeit darbietet, so können wir entschieden behaupten, daß unter den lebenden Menschen eine viel größere Zahl relativ niedriger stehender Individuen vor- Händen ist, als unter den bis jetzt bekannten fossilen." Damit soll aber nicht gesagt sein, daß die Racentypen dem Gesetze der Fort- und Umbildung nicht unterliegen. ״Die Aethiopen" — sang schon der alte Tragiker Theodectes von Phasrlls (Eit. Straho, XV 690) — färbt der nahe Tommergott in seinem Laufe mit des Rußes finsterem Glanz; die EonneNgluth kräuselt ihm dürrend das Haar." lieber Veränderungen der Europäer in Nordamerika bemerkt S. S- Smith, Varietys of the haman 8pecie8 44 L: ״Die etwas dunklere Farbe des Gesichtes fällt Jedem auf. Die Einwohnesc der niederen Gegenden von Carolina und Georgien sind nur wenig Heller als die Irokesen. Die Haare werden immer straffer . . ." Girtanner (über das Kantische Princip der Naturgeschichte 102) berichtet: ״Die in Westindien geborenen Europäer find gelblich, haben erhabene Backenknochen, tiefere Lügen, längere Augenlieder. Kommen aber diese Kinder früh nach Europa, so verlieren sie diese Eigenthümlichkeilen. Von den Menschenklaffen gilt daher gewiß in besonderem Maße, was Johannes Müller (Physiologie des Menscheu II. 768 f.) von den Geschlechtern der Pflanzen und Thier« behauptet: ״Sie verändern sich während ihrer Ausbreitung über die Oberfläche der Erde innerhalb der den Arten und Gattungen vorgeschriebenen Grenzen. Sie pflanzen sich als Typen der Bariaüon der Arten organisch fort. . . Die auffallendsten Abarten finden sich bei jenen, die der ausgedehntesten Verbreitung auf der Erde fähig find. ... Die Menschenrbcen find Formen einer einzigen Art, sie sind nicht Arten eiuöS Genus; sonst würden ihre Bastarde unter sich unfruchtbar sein." ״Wenn man einst — meint A. v. Humboldt — die Menschen beffer studirt haben wird, dann werden auch die verschiedenen Raren weniger isolirt erscheinen, und man wird in dieser großen Familie des Menschengeschlechts erkennen einen einzigen organischen Typus, verschiedeMlich verändert durch Umstände, welche uns vielleichtfür immer unbekaunt bleiben werden." (Vues des Cord, et Mon. Iatrod. 20. In einem Schlußartikel, den wir erst im nächsten Zahrg. bringen können, zeigt der geehrte Herr Verf., wie die SBgaba fich zu den obigen Fragen stellt. Literarische Notizen. Bon vr. L. Lkwysohn, Rabbiner in Stockholm. 64) Joh. Leusden sagt in seinem Philologie He* braeus S 279: Similiter Massorethae observarunt לא (non) in quindecim locis scribi, pro qao legeadum est לן (ipsi). Diese Zahl ist nicht genau, denn es sind 18 Stellen, wo das Ketib לא, das Keri hingegen לו hat. Ebenso ist nicht vollkommen exakt der Ausdruck in Maimuni (zur letzten Mischna des 5. P. in Sota), er sagt: לו ואפילו שהוא כתוב באל״ף ה״ה מידה לפעמים על הין ואפילו שהוא כתוב בוי״ו ה״ה מורה על הלאו לפעמים. Allein es findet sich nur ein einziges Mal (1. Sam. 20, 2), wo das Ketib לו und das Keri hierfür לא hat, das zweite לפעמים hat daher nicht die quantitative Bedeutung wie das vorhergehende gleiche Wort. — Aber noch auffallender ist die Maffora selbst, sie zählt zu Leo. 11, 21 fünfzehn Sollen auf, in welchen das Keri לו hat, erwähnt aber nicht Jes. 49, 5, Job. 6, 21 und 1 Ehr. 11, 20; es sind demnach 18 Stellen, ja sogar 20, wenn wir 2. Sam. 18, 1? und 19, 7, wo לו für לא steht, hinzuzählen.! 65) Sehr vag ist die Erklärung Raichi's an verschiedenen Stellen des Wortes אפר. Taanit 15a sagt R.: אפר ohne allen Zusatz kann sowohl Asche als auch Staub bedeuten, denn so gut die Asche der rothen Kuh עפר (Num. 19, 17) heißt, kann auch עפר Asche heißen. Für letztere Bedeutung bringt R. kein Beispiel, es könnte hierfür Echa 2, 10 dienen, wo עפר von der chald. Paraphrase mit עפר מקלה erklärt, wird, was doch nur ״gebrannte Äsche" bedeuten kann. Dahingegen sagt R. zu Kidduschin 58,b: אפר מקלה סתם אפר b. H. א' מקלה kann nur Asche bedeuten, während R. zu Bechoroth 29,a entgegengesetzt sich ausdrückt:בל אפה קרוי אפר מקלה d. h. das einfache אפר beveutet א"מ. — Sehr eigenthümlich muß Tosaphots Erklärung von א"מ sein, es soll (S. Tanit J5,b und 16,a) Asche von Menschenknochen bedeuten. Abgesehen, daß das Symbol von Isaaks Opfer schon durch Thierknochenasche (Widder) bewerkstelligt werden kann, so fragt es sich wohl, wie eine io große Quantität beschafft werden sollte, da ja ein Jeder (ובל אהה ואהה) Asche auf das Haupt legen mußte? 66) Druckfehler haben mit gewiffen Krankheiten das gemein, daß sie sich forterben. In mehreren Mischnajoih, die ich besitze, heißt es im Heller zu Synhedrin 3, 6 8. v. מאתים siehe מ״ה פ״ו השמועות, es muß heißen מ״ה; ferner in demselben zu Succa 4, 9 s. V. ופנה in der einen Ausgabe כמשנה ר ם״נ הזבחים, in einer andern במ״ג פ״נ, es muß heißen: במשנה נ׳ פ״ו — Ketuboth 1, 6 erklärt Heller das Wort הלה und verweist auf מ״ג פ״ק המע״ש es muß heißen ם״נ. In dieser Stelle sagt H. mit Recht, das ל in הלה muß dageschirt werden, da es im Pl. הללו hat; sei es, daß man an ille oder ’־Uo;, oder an den arab. Art denkt, iminer ist daS Dageich in ל begründet; in Leoy's Worterb. ist das ל in diesem Worte nicht dageschirt; über die verschiedenen Lesearten לו,-, und הלה s. Mackoth 2. 2. In dem מימן zu Taanit 8,b מעשה פרנם muß es zweifellos heißen מעשה für מעשה; Pinner (Einl. zu Berachoth) liest מעשה, was keinen Sinn giebt 67) Obwohl Kimchi selbst (2. Kön. 3, 24) seine Erklärung des Ketib: גיבו, das soviel als רבאו sein soll, als gezwungen bezeichnet, wird 'sie doch in Ermangelung einer befferen, ja einer andern Erklärung überhaupt, von den meisten Exegeien acceplirt. Allein muß da nicht die Vocalisirung. abnorm erscheinen? Ich erlayhe mir folgende Hypothese Das Wort soll ויבו vocalisirt sein und als. Verbum geminan9 V, die 3. pers. pl. im Kal sein. יבב ist sogar ein hebräischer Stamm und hat nameMlich im Chaldäischen die Bedeutung: ״Kriegslärm"׳, wie es Onkelos Num. 10, 9 ausdrücklich für, das hebr. והרעתם anwendet. Auch an unserer Stelle ist von KriegSlärm die Rede. Der Sinn derselbe» wäre sonach: Di«

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