Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 6 (1877)
- Issue
- N° 51. (19.12.1877)
- Date
- 1877-12-19
- Page
- Seite 203 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Mischna אור לארבעה עשר בודקץ את החמץ לאור הנר כל מקום שאין מכניסין בו חמץ א״צ בדיקה, וכמה! [ולמה] אמרו שתי שורות במרתף, מקום שמכניסק כו חמץ♦ Tosefta אור לארבעה פשר בודקץ אתוהחמץ לאור הנר. אין׳בוד־קין לא לאור החמה, לא לאור הלבנה אלא לאור הנר׳ לפי שאור הנר יפה לבדיקה• אע״פ שאין ראיה לדבר לכר לדבר והי* בעת ההיא' אחפש את ירש לים בנרות ואומר נר אלהים נשמת אדם חופש כל חרדי בפן• Ungeachtet des Passus ובמה אמרו, der offenbar eine eingestreute Reflexion des letzten Mischnaredactor's, also nur sehr jungen Ursprunges, sein kann, muß man! hier der Hal»cha, in der Form, wie ne in der Mischna erscheint, ein entschieden höheres Alter zusprechen. Die Tosefta trägt hier durchweg einen amoräischen Charakter und entspricht genau und wörtlich dem, was der jerusalemische Talmud im Namen von ר־ שמואל ב׳ רב יצחק referier. ר״ש ב״ר יצחק אמר מאני שאור הנד בודק כל שהוא אע״פ שאיך ראיה לדבר זכר לדבר והי ביום ההוא אחפש ♦ .♦ י ואית דבעי איטר נישמעינה מן חדא נר ד נשפת וכר Diese wörtliche Uebereinstimmung kann unmöglich eine zufällige sein, noch weniger kann ein Amoraer ein Plagiat begangen haben: diese Halacha der Tosefta muß wohl erst später von Amoräern formulirt worden sein. Dafür sprechen auch die Angaben des Babli S. 7b und 8», wo beinahe dasselbe nur in abweichender Form im Namen anderer Amoraer erzählt wird. Ich hätte hier noch manch intereffante Bemerkung hinzuzusügen, doch will ich für jetzt mit den Vergleichungen abbrechen und zum Schluffe nur noch Einiges über die Zuckermandel'sche Edition Vorbringen. lieber den Werth der benutzten Handschriften mich auszulassen, ist uüslatihaft, nachdem die berühmtesten Namen für dieselben mi: solcher Innigteil und Wärme eingetreten sind. Ein Widerspruch wäre anmaßend, eine Zustimmung lächerlich. Daß dieLesearten von Z. mit menschenmöglichster Treue wiedergegeben! werden, dafür bürgt Z.'s ausgebreitete Sachkenntniß und Gewissenhaftigkeit. Und doch möchte ich aus einen Mangel ausmerksam machen, der bedeutend genug ist, den gelehrten Herausgeber zu oerantaffen, in einem Anhang das Fehlende zu erietzen. Einzelne Vergleiche haben mich belehrt, daß an manchen Stellen sowohl in der bisherigen Druckausgabe, als in den von Z. benutzten beiden Handschriften die richtigen Lesearten nicht enthalten sind, sich aber häufig in den Bruchstücken der Tosesta finden, die im jerusalemijchen oder ׳babylonischen Talmud gelegentlich cilirt sind. Darauf hätte der Herausgeber in seinen Anmerkungen die Leser immer Hinweisen sollen. Man denke sich eine Stelle wie die: רבן יוסי אומר שלשה דיבק מיתה משורה לנשים. Tosefta Sabbath 11,10. Z. p. 112. Nach einem Citat des jerus. Talmud lautete diese in obigenl Wortlaut ganz unverständliche Tosefta also: נ' דבקי מיתה הן ושלשתן נמסרו לאשה. ואלו הן: חלה.נדה.הדלקה- Nur mit einer kleinen Abweichung erscheint diese Lesearl auch in einem Csial des Babli, und zweifellos ist sie die einzig richtige Daß aber Z darüber kein Wort der Andeutung fallen läßt, seinen^ Lefern nicht mit einer Silbe erzählt, daß sie i.:: Talmud eine beffere, oder doch wenigstens eine andere Leseart fänden, muß befremden. Z. scheint anfangs einen Versuch in dieser Art gemacht zu haben*), ließ ihn aber fallen, — wahrscheinlich, weil die Aufgäbe eine zu beschwerliche war. Allein bei Herstellung eines solchen Werkes dürfen ,keinerlei Anstrengungen nnd Mühen ols zu groß erachtet werden. Vielleicht überrascht uns der *) Der erste Bogen war in dieser Art — allerdings sehr mangelhas; und unvollständig — gedruckt und es muhte von ihm ein Neubruck veranstaltet werden. Zu welchem Zwecke der unnütze Bogen I dem Hest II beigegeben ist, konnte der S.harssinn des Referenten bei aller «nstrengung und gutem Willen nicht ermitteln. Herausgel er mit einem! Anhang, in welchem das Fehlende nachgeholj und diese Lesearten, ausführlich nnd übersichtllch zusammeis;estellt, dem, L!>er vorgeführt werden. Für jetzt wünschen wir ihm Kraft und Ausdauer, da» unternomi rene Werk 1bü:dig und glücklich zu Ende zu bringen. Brüj, am 20. November 1877. Nachschrift. 'י 1) ' luf eine briefliche Anfrage theilt mir College Zuckermandel bizüglich der Stelle Erub. 1,1 mit, daß in der Wiener HS. aller lings, wie ich richtig vermulhele, di« Leseart עשרה! steht, die Erfurter aber! עשרים hat, was i« Nachtrag bemerkt werden soll. " . Gleichzeiiig hebt et gegenüber meiner Bemängelung im Art. II hervor,׳ daß er seine coniervatioe Gesinnung nicht ans Rücksicht für irgend welche Personen oder Kreise, sondern auSj innerer Wberzsugung sh scharf betont habe, damit man nicht auf Grund von Ergebnissen einer immerhin gewagten und leicht irre geleiteten Kritik gefährliche Consequenzen ziehe für׳ die religipse Praxis, die wiffensch. Freiheit, . die Berechtigung der Kritik, nicht — was von Seiten gewiffer Extremen häufig geschieht [— zur Unteriminirung der religiösen Grundlage« ausbeutel ' Seme streng conservalive Gesinnung verpflichiete ihn, davor zu!warnen Und jene Scheidung, die er auch irf der Grätschen, MS. scharf gekennzeichnet, immer wieder ist Erinnern tg zu! bringen,. { 2) Bezüglich einzelner in diesen Artikeln behandelten Tals mudsielle, jsind Mir tn ben letzten Tagen brieflich weitläufig^ Auseinavoerses ungen und ״Erklärungen" zugegangen, die au dem Weee des Pilpuls meine aus jenen Stellen gezogene» Conseq,lenzen als Ergebnisse von nicht absoluter Nothwendigkei Nachweisen, indem die Widersprüche und die abweichenden Äse arten sich recht )übsch aus,Welchen lasten, wenn nran blos ״tiefes in de» tzegensmnd eindringt. — Daß ich das sozjemlich er ■ wartet H1.be. wird der Leser wohl aus den Schlußworten z, Art. II mtnommen hohen. Der Pilpul ist mir keine unbe׳ kannte K inst, ich bin jahrelang in ihr geübt worden, weis was sie ,leisten" kannü Da man aber derartigen Geistesübun - gen keinen wissensch. Werth wird zuspreche» dürfen (?), so ist et mir nicht gegeben, den gleichen Weg zu betreten, und must ich auf ein ״tieferes" Eingehen verzichten.*) Brix, im Decemher 1877. Or. Bloch. אדם הראשן• *on Dr. Dus ch al, Rabbiner in Äralau. Bek innt I ist die schwierige Stelle Synhedrin 38: Rä» sagte, A> am korischo»!war ein Min, R. Jehuda sagte, t: war ein ׳מ[שך בער לתו R. Nachman sagte, er war ein loser be Jktar. Ferner wurden schon über Nachstehende Stelle mehr Deutungn gegeben, als sie Buchstaben enthält. Rab sagte: Adam ho :ischo r sprach aramäUch, denn es heißt «לי מד, יקךן רצץ אל _i väs äber s ein acht hebräischer Satz ist! Geiger h< * gut nachgewiesen, daß!der Stifter der christlichen Religion ak - sichtlich im Talmud pseudonym öfters Bileam genannt war!». Ebenso, glaub: ich, wurde er אדם קדמץ genannt. Der zurrt ausgeflostene Gruuvquell der Dinge, die aus Gott emanirten, i t der Adam Kaimon. der Jdealmenj ch, der erstgeborene Soh 1 Gottes, eben der Begr ff, den wir als voü;, 0ן0.ג^ Wort @01 les, bei allen Lölkern!ennen lernen- Diesen adan! kadmoi > diesen angeblichen Sohn Gottes, nennt der Talmud zuweilet adam horischon, nach Rab war er ein min, nach R. J<» huda ein כ1דשז בעל ילד• Bekanntlich wirft ihm auch R6na, '1 Auch i ns sin» n ihrcre derartig« zum Theit hebräisch qefchri!- bene Artikel ,11,-gangen, hie Mir aber, nicht etwa, weil wir dem Pilpi1( bit Berechtig»'g oder gar den wissenschaftlichen Werth a * sprechen — n.r stimmen, was wir hier ausdrücklich betone, ״• durch-!u« nicht mit den!diesbezüglichen, etwas zu weitgehenden Ansts - ten unv desonl ers mit dje» wegwerfenden »euherungen unsere» ms, t. dn Mitarbeiters übtrein, — sonder» nur, weil wir für dergleich,,!stische Dlscussionew in dies. Bl. (wie bereit« öfters bemerkt) k« . "aum h iben, nicht zum Abdruck bringen können, waS dietztzri. ׳»,entschuldigen mollen. (Red.) ne n