Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 6 (1877)
- Issue
- N° 51. (19.12.1877)
- Date
- 1877-12-19
- Page
- Seite 202 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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— 202 — ba ober bort stattgefunden, mag sie gleichzeitig oder zu ver- ^chi ebenen Epochen, mag sie in der Pliocen-, Miocen- oder Eo en-Zeit oder noch früher erfolgt seilt Ihnen ist es ja . ha lptsächlich um einen Nachweis für dik ״Menschwerdung des fyiMs" zu chun. ״Den wahren Ursprung des Menschen eri uult zu haben — sagt Proseffor Schaafhausen — ist für alle menschlichen Anschauungen eine so folgenreiche Entdeckung, daß eine künftige Zeit dieses Ergebniß der Forschung viel» leicht für das größte halten wird, welches dem menschliöen Geiste zu finden beschieden war." Auch er giebt gn, daß es im Sinn der Darwin'schen Theorie, welche eine «!begrenzte Veränderlichkeit aller organischen Typen vorausfest, möglich sei oder sein müsse, daß auch das Menschenge chlecht nur von einem einzigen Paare herstamme" — wenn er auch annimmt: ״für den Menschen kann eS mehrere Ent- . nncklungSreihen, von räumlich getrennten Urformen ausgehend, gevebea haben," Häckel hingegen (Ueber die Entstehung und den Stammbaum des Menschengeschlechtes; Natürlich Schöpfr ngSgeschichte) will die Anzahl schon sehr frühzeitig getrennter tttb scharfgeschiedener Menschenarten nur als Ausläufer einer u sprüngllchen, in grauer Vorzeit ausgestorbenen Stammform a!gesehen wissen. Da es aber bisher nicht gelungen, auch v ir die geringste fossile Spur von jenem imaginären Nnweft» aufzustnden, so steht er sich genöthigt, die Hypothese aufz!!stellen: Da» Heimathland jener mathematisch formulirten Lebewesen, im indischen Ozean gelegen, wäre durch eine Erdkl itastrophe submergirt worden, d. h. unter dem Meeresspiegfl verschwunden, — ähnlich wie die fabulose Insel Allant S zwischen Afrika und Amerika. Er hat somit ein ganz bequemes Alibi für jene fragliche Existenz erbracht, was ihn, r ebenbei bewerft, nicht davor schützte, manches Mittelglied aus der künstlich und mühsam zusammengeschweißten Kette einer Anthropogenie — durch die neuesten Forschungen der Amerikaner in den ,Mauvaises Terrea1״, sowie durch die < Entdeckungen von Filhol in Quercy — geriffen und Zwischen- ' armen seiner problematischen Menschenahnen, rein verduften sehen. Die Menschen (Anthropini, erste Familie der Primaten — die von Blumenbach und Cuvier geschaffene Ordnung der »Zweihänder" wurde von Huxley in seinen Zeugniffen von her Stellung des Menschen in der Natur als hinfällig erwiesen) wurden nach den einzelnen somalischen und Charakter- Eigenthümlichkeiten, oder nach dem individuellen Gesammteinbrücke verschiedentlich eingelheilt: nach der Schädelbildung in Doljchocephale (Langköpfe), Brachycephale (Kurzköpfe) und Ovalköpfe, oder auch nur in die ersten beiden, welche die äußersten Endpunfte der Menschenbildung darstellen, zwischen denen sich alle übrigen Formen einreihen laffen; nach den Zähnen in Geradzähnige und Schiefzähnige (Prognathe): nach der Hautfärbe in Helle und dunlle, nach den, Haaren in Wollhaarige und Schlichthaarige — eine Eintheilung, die gegen- «ärüg vielbeliebt, wenn auch durch tägliche Erfahrung widerlegt wird —; ferner nach Gesichtswinkel, Bildung und Stettung des Beckens, geographischer Verbreitung und sonstigen Merkmalen. Nach verschiedenfach, zusammengestellten Merk- und Erkennungszeichen unterscheiden Lang und Cuvier 3 Menschenspecies (Kaukasier, Mongolen und Lethiopier), Blumendach fünf, (er fügt den vorigen drei Racen noch die rothe ober amerikanische und die braune oder malayische hinzu); Prichard sieben (Jranier, Turanier, Amerikaner, Neger. Buschmänner, Papuas und AlfuruS); Bromme zehn, Tesmoulin u. Pickering e l f, Bory de St. Vincent fünfzehn Racen u. s. w. — Av. Humboldt urtheilt über diese Eintheilungen ״ :׳ES ist keine typische Schärfe, kein durchgesührtes natürliches Princip der Eintheilung in solchen Gruppirungen zu erkennen."' (VosmoS I. 383.) Nach Schaafhausen gibt es nur z w e i verschiedene Menschenarten: eine asiatische und eine a s r i - kanisch«. נ (Fortsetzung folgt.) Einiges über die Stellung der Tofefta. Bon vr. I. S. Bloch, Rabbiner in Brüx. IV. . Nachdem wir der Tosefla gerecht geworden sind, ihre Wichtipfeit hervorgehoben, ihren Werth, so weit es uns möglich war, zu kennzeichnen gesucht haben, liegt uns die Pflicht ob, auch ihr gegenüber vor allzu großem Optimismus und übertriedener Vertrauensseligkeit zu warnen. Die.scharfe Krilik, die wir gegen die Mischna üben, ist bei der Tosefla durchaus nicht überflüssig und entbehrlich. Wir haben an manchen Beispielen nachzuweisen gesucht, daß allerdings gerade sie an vielen Stellen die alte Halacha in ihrer Urgestalt wiederspiegelt. An vielen Stellen — nicht aber a n a l l e n. Mit Zuckermandel auch nur als Regel anzunehmen, daß die Tosefla von spätern Umarbeitungen mehr als die Mischna verschont geblieben, (ich gsstehe, AehnlicheS im ersten Augenbltck gedacht oder gehofft zu haben) hält uns eine Reihe von Vergleichungen. ab, die wir zu diesem Behufe angestellt und davon zwei wir dem Leser zur eingehenden Prüfung vorlegen möchten. Erubin I, I lautet nach der Tosefla: מבוי שגבוה מעשרים אמה. יותר מפתחו של היכל צריך למעט. כיצד ממפטו, נותן עליו קורה מעשרים אמה ולמטה. והרחב מעשרים יותר מפתחו של היכל צריך למעט ... Mischna: וימב שהוא גבוה למעלה מעשרים אמה ימעט. ר״י אומר אינו צריך׳ והרחב מעשר אמה ימעט׳ ואם יש לו צורת הפחת " י אין צריך למעט♦ Vor Allem ist zu bemerken, daß der Ausdruck והרחב מעשרים in der Zuckermandel'schen Toiefta-Ausgabe ein Druckfehler sein muß. In den Handschriften kann derselbe unmöglich stehen, weniger wegen des grellen Widerspruches mit der Mischna — solche sind nicht auffallend — als vielmehr des Passus wegen, der in der Tostefa selbst unmittelbar darauf folgt. Von, Hechal, darauf die Tosefla Bezug nimmt, heißt es Übrigens ausdrücklich ורחבו עשר אמה Middoth IV, I. Möglich, daß in der HS. das Wort מעשר׳ stand, der Setzer dachte fich's als Abkürzung von מעשרים, sollte aber bloS מעשרה heißen. Vielleicht steht sich der gelehrte Herausgeber selbst veranlaßt, uns darüber Aufschluß zu geben, wofür die Leser ihm Dank wissen werden. Eine ftitische Prüfung dieser beiden Halacha's in Bezug auf das Alter fällt hier unbedingt zu Gunsten der Mischna aus. Sie referirt zunächst noch von den ursprünglichen Meinungsverschiedenheiten im Lehrhaus bei ihrer Entstehung, in der Tosefla sind diese bereits' ausgemerzt. Die An >cht deS N. Juda hier als eine spätere Fiction hinzustellen, gehl nicht gut an, weil der Zweck derselben nicht ersichtlich ist. War aber am entschiedensten der Recension der Tosefla den jünger». Charakter aufdrückt, ist die Thatsache, daß das. was im jerus. und babylonischen Talmud erst im Namen Raw'S referirt wird und noch Gegenstand der Discusion der Amoräer ist, hier schon als gesichertes Resultat uns erscheint, nämlich die Anlehnung an ־־ -פתח ההיטל Zu einem ähnlichen Vergleich ladet auch ein: Pessachim I, 1. Die Halacha lautet nach der