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Das jüdische Literaturblatt · 1877-11-28 · N° 48. (28.11.1877) · p. Seite 191

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
6 (1877)
Issue
N° 48. (28.11.1877)
Date
1877-11-28
Page
Seite 191 (sequence 3)
Language
German
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, hier das zweifelhafte genus andeuten. Freilich laßen auch hiermit nicht alle 18 Falle (s. Maffora zu Job 1)1, 22) wo das He raphä vorkömmt, erklären; allein imtarhin dürste wenigstens der Versuch zur Erklärimg einiger iHrilen derselben nicht ganz unbeachtet bleiben. I 62) Reifman führt einige Stellen im Talmud an, in Imlcher der sonst so rigorose Raw, im gelindern Sinne (לקולא)!«tschied. (f. Hamagid Jahrg. 21. S. 311.) Man kann Ichljufügen Midda 45 d, wo Raw im Setreff לעונשין die Reinung aussprach: תוך זמן כרבני ו2ץ. — Gelegentlich möchte ich auf Taanit, 10a verweisen, wo Raw den terminus temporis nicht rückwärt«, sondern vorwärts schiebt,, hier sagt er יום ם' כלאחר 0׳. Beide Talmudstellen bieten aitßerdem manche« Interessante dar. In Beiden ist es derselbe Talmudist!(ר‘ נחמן בר יצחק) der einen סימן macht, aber von un- Weicher Tendrnz. In Ridda will er weisen, welche Mei- «mg Raw aussprach*), in Taanit hingegen, warum R. seine Meinung aussprach. Ferner sagt Raschi an letzterer Stelle, betreffs der ׳שאילת גשמים daß diese nur bis zum SV. Tage nach der Tekufa stattfindet, d. h., daß man ותן טל ומסר) am Schluffe des 59. Tages zu beten beginnt, denn וכן אנו נוהנין שכל מנהגינו אחר בני בבל, während doch daselbst getobe darin בבל von ארץ ישראל verschieden ist, daß ErstereS des Regens nicht so sehr bedürfe, weshalb ja שמואל der Meinung war, daß כלפגי ם׳ 'D יום angesehen werde. 63) Ich habe die in jüngster Zeit herausgekommenen Stteitschristen zweier hervorragenden Rabbiner m Süddeutschlanb nicht gelesen; ich habe nur deren Inhalt aus den man- Machen Zeitungsnotizen über diesetben ersehe». Darin ist M die Rede um מינין, womit freigiebig um stch geworfen | •tcb; ob wohl hierbei an den Verfaffer des בכור שור (getauft hinter dem תבואות שור) gedacht wurde, der mit Bezug «f Orach Chajim 8- 1 und Berachoth 12a stch ausdrückt: •דמידי היא טעמא משום תרעומת המינין והשתא ליכא מעץ Ran wird wohl schwerlich behaupten, daß es noch heute ״Rinin" im ursprünglichen talmudischen Sinne giebt. (Forts, folgt.) Literaturbericht. RttNlfioneu. Mach, Dr. I. Hellenistische Bestandlheile im bibl. Echristthum, eine krüische Untersuchung über Abfaffung, Chatakter und Tendenzen, sowie die Ursachen der Kanonisirung des Buches Esther. (Separatabdruck aus dem ״Literaturblatt".) Ich habe die rubr. Abhandlung des Herrn Collegen vr. Bloch mit großer Aufmerksamkeit gelesen uns deffen geistreiche Kombinationen zur Begründung seiner Anstcht wohl beachtet. Dennoch kann ich mich — und gewiß noch viele Andere — J» solcher Auffassung, wonach stch die Geschichte, welche im biblischen Buche Esther erzählt wird, niemals z»getrageu hätte, sondern vielmehr eine Dichtung hellenistischen Ursvrungs sei, nicht verstehen! Den» dagegen spricht der Umstand, daß bei allen Jehudim von jeher das Purim fest Gefeiert wird, was keineswegs die Folge einer bloßen Erdichwng sein kann, sondern ein wirkliches Ereigniß zur Grundsage haben muß. Dazu ist es sehr unwahrscheinlich, daß die pharisäischen Schriftgelehrten, welche doch nach Bloch's An- »slhme zur Zeit oder nicht lange nach der> Zeit der Abfaffung einer solchen unhistorisch seienden Dichtung gesiebt haben, das Purinlsest allenthalben eingeführt, ja nur geduldet haben würben; abgesehen davon, daß diesen: Feste dann gewiß nicht ein besonderer Tractat in der Mi sch na und den beiden Talniuden gewidmet worden wäre, und der erste jüdische Geschichtsschreiber Josephus sowie der Kirchenvater Hieronymus, *) Me «etuboth 77a ein ähnlicher סימן von R. »schi gemacht wird. so das Buch Esther ein hellenistisches Machwerk gewesen wäre, eS schwerlich in den biblischen Canon eingsreiht hätten! A n m. Daß das ursprünglich hebräisch geschriebene Sit« tenbuch Sir ach's, welches von den Kirchenvätern, sowie auch von de« Talmudisten hochgeachtet und den Hagiographe» (כתובים s. B. Tr. Baba balhra 92, d) gleichgestellt wird, dennoch vom hebräischen Canon ausgeschloffen wurde, mag darin seinen Grund finden; weil zu befürchten war, daß zur Zeit der Abfaffung dieses Buches, als di« später auSgogrtete» Nachkommen Simons des Gerechten, Jason und MenelauS 1c. zum Grieche! thum hinneigten, letztere durch dar Lob, welches darin ihrem Ahnen (Sirach e. SO) gespendet wird, viele Iw» den zu ihren; Anhänge bekommen würden! Denn nach meiner Anstcht gehört nicht blos jener Hohepriester Simon, souder» noch m chrere nachfolgende Schriftgelehrten zu den letzten Resten oder Nachtretern — daher im Mischna-Traetat Adotch I, 2 משירי im Plural steht — der sog. ״großen Synagoge" (אכ״הג); so daß der biblische Canon erst von dem Hohen- Priester Mai! «tiaS, dem Letzten dieser zwtnten Reihe der ״grohm Synago, e" vollends geschloffen wurde, nachdem derselbe aus dem ^errDnte» Grunde das Buch Sirach daraus ent» fernt wird, dafür den zweiten'hebräischen Theil des Buche» Daniel, Melcher bekanntlich unter verblümter Nachahmung des ersten ch asdäischen Theil» die Lerfolgungsgeschichte unter Antiochus E »iphanes rc. schildert, verfaßt und angehängt hat. ^. (Fortsetzung folgt.) Kinn, 8.1.,רברי הימים לבני ישראל. חלק בי. Wilna 1877. 240 S. 8«. . ] Wir heben hier vor uns den z w ei tie n Theil einer sehr ausführlich angelegten Geschichte der Juden. Auf 240 Seite» behandelt der Verfaffer einen Zeitraum von etwa 2 Jahrhu«» derten, vom I. 323—106 vor der gem. Zeitrechnung, vom Beginne dei Diadochenzeit bis zur Throuerhebung Johann Hyrkan's. U erschwert uns das llrtheil über den wisse»- schaftlichen Werth dieses mit vielem Fleiß« ausgearbeitete« Buches der Umstand, daß wir den ersten Theil dieser Geschichte nicht kennen Wir würden dort vielleicht orientirende» Aufschluß über die vom Vers, angestrebten Zielpunkt« erhalte« haben. Di, gefällige, gemeinveikstLndlich« Diction, die völlige Beherrschung des hier zu verwerthenden historischen Material», die gründlic,e Behandlung, welche der Verfaffer, zumal der Maktabäerziit und ihren politischen, socialen und religiöse» Verhältnisse 1 zuwendet, verdient gebührmde Lnertmnung. Während Kiplan's Arbeit den 3. Band der Geschichte bet Juden von Graetz in hebräischer Gewandung uns vorfühtt, bringt diese Arbeit prorwiegend Herzfeld's Anschauungen znr Geltung, ja man kann fie getrost eine freie Uebersetznng der Herzfeld'schea Geschichte nennen. Wer weiß, ob Herzfeld selbst heute noch >ei gebührender Würdigung deffen, was dir hiflorische Kritil seitdem gestchtet und gesondert, so oft zu seine« Gunsten gec en Grätz stch entschieden hätte, wie es der Verf. der vorlieg:»den Arbeit thut? Josfs einschlägige Arbeite» scheinen ihr, gänzlich unbekannt geblieben zu sein, von beachtenswerthen Monographien Anderer ganz zu schweigen. Mangel an kri ischem Urtheil schmälert einigermaßen diese im Ganzen rectt tüchtige Leistung in ihrem Werthe. Apokryphe und psepdepigraphe Urkundm werden bisweilen in harmloser^ Naivetät um ihre Zeugmschaft angegangen. (Vgl z. B. pg. j 29 fg.j pg 213 u. a.) Zur Jnformirung über die Effäer verweist bei: Verf. neben den lichtvollen Leistungen von Frankel und Grätz auf das von geistreichen Einfällen und von großer talmudische n Gelehrsamkeit und Jnterpretationsmanier styotzeÄ« Werk בקורת התלמור von Löwy. Ein Werk, das —um nur ein Beispiel anznführen — auf S. 38 alles Ernstes dm Namen ברם* von Brahma und dem a privativum abzuleitm. .שרד, die Unfruchtbare, mit Ceres, der Göttin der Fruchtbark, it, zu identificiren sucht, mag sehr geistvoll und gelehrt an, elegt und mit sonstigen Vorzügen auSgestattet sei«; allein der historischm Kritik vermag es gewiß nur sehr neben-

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