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Das jüdische Literaturblatt · 1877-11-14 · N° 46. (14.11.1877) · p. Seite 183

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
6 (1877)
Issue
N° 46. (14.11.1877)
Date
1877-11-14
Page
Seite 183 (sequence 3)
Language
German
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Reet* für die Bezeichnung ״Westen". 2Ä heißt «örtlich (^trockenes, dürre- Land", ein« Benennung, welche dem Süden Näiäftlnä'r >md zumal der dürren Düst« Juda mit Recht zumilint. Diefestgchalten, schwindet jede Schwierigkeit an Unserer Stelle. Es beißt ja nicht: ״ ייעל א ,,‘דרומה*• zog von Mrzräjim nach de« Süden" (sc. Mtzrasim's); es heißt Mmehr geflissentlich ״ ה11כהnach dem Negeb", nach dem stockest«« Südrand« Palästina'», nach der dürren Wüste Juda. Somit erMt die Schrift ganz richtig, «. sei gezogen nach dem Mgeb find vom Reged bis Bethel, in der Richtung von Südwest nach Nordost. Eine Stütz« findet unsere Erklärung an der Mdedfetzüng der LXX. Sie übersetzen הננבה mit ־>; ■rijv (Einöde), während sie V 14. wo segnend von den 4 Himmelsrichtungen die Rede ist, das Wort 211 mit xHwieästgeben. 2) . Eine zweite geographische Schwierigkeit findet sich im 11. Verse diese- Kapitels, q—וים^ לן'ם ^קן• Lot, der in die Nähe Soboifi» übersiedelte, sei avsgedkochest vom Osten Mräham's). Demnach müßte er jetzt westlich »on A. gewohnt Kaden, ein Schluß, welchen Jbn Esra und sogar Äaschi z, St. schon ungescheur ziehen*) Schon OnkeloS muß diese Schwierigkeit gefühlt haben, und er entgeht ihr sehr glücklich dadurch, daß er da» liminöse מקרם von der Zeit und nicht vom O r t e versteht. Er übersetzt demnach מקדמיהא geradeso wie er in B. 3 und 4 dieses Kapitels בתחלה u.בראשונה׳ «iedergibt, während er 0מקר in c. XII., 8 durch ממדינהא paraphrasi«. Demnach hat unsere Stelle den ganz unoersanglichen Sin», Lot brach zuerst oder früher von Bethel aus, später jedenfalls auch A., der ja bekanntlich ein Nomadenleben führte. ES muß befremden, daß die älteren Excgeten, zumal Raschi. nicht auf Onkelos z. St. geachtet.**) 3) In grammatischer Hinficht bieten die Worte ,כי כלד משקה im 10. Verse dieses Kapitels den älteren Exegeten eine Anomalie. Jbn Esra z. St. ruft verwundert aus: זכד אחר נקבה. Man übersetzt gewöhnlich: Er sah den ganzen Umkreis de» Jordan, daß er ganz bewässert war. Abgesehen vom Verstoß gegen die Congruenz im Geschlecht (ככר ist ein B0men fern, generis) wird das pari. acU Hiphil passivisch wiedergegeden ״bewässert", während es doch eigentlich bedeutet ״bewässernd " Jede Schwierigkeit schwindet aber, wenn man in der Stelle .כי כלה משקר nicht, wie üblich, ככר supplirt, sondern vielmehr das ihm unmittelbar vorangehende הירזץ. Tie Stelle besagt demnach: (כי(הירדן) כלה (#ת כל הככר ״ משקהdenn er (der Jarden — als Flußnanie ist יחץ männsich —) hatte ihn ganz (sc den Umkreis) bewässert." Hin-- terher haben wir diese einfache Und gewiß sehr angemessene Erklärung zu unserer freudigen Genugthuung von keinem Ge-- ringecen als Wolf Heidenheim vertreten gefunden. Di־. Immanuel Deutsch, Rabbiner. r Literaturbcrichl. Hungen zwischen de« Vorschriften, Thal» und Mohammeds, wie sie in der Ueberlieferuug (als zu« Korä») ׳ ausgezeichnet, find. und. de» Ällnvch drasch auszusucht». Er bespricht, die-nml «utep. der _. ״AllgenreiNer Neberblick" einige Ltchkseite» de- Islam, MRttt* ltch Duldsamkeit und Achtung vor der . gchstiK» ^thu»^ s Hinweisung aus da- Judenlhum — und dar« Jbit Judq^ \ Arabien". Wir köniten die hier, besprochen» Punkt, einzM auszählen. Man erkennt leicht, daß tzerBerß in Talmud und Midrasch, wie in der. moha« ydazüjchiMM teratur wohl bewandert ist. Was aber die P<M«lKrWG dieser dcwen Quellen und di« daraw» gezogenen betrifft, so scheint uns gar Manches nicht erwies«» Uebechaupt ist da- Buch nn Hersieiholen d«S. Material-sj. alin der Deduktion. So z. B. S- 8. Esoll tzenchkWwerden, daß dir Juden nicht in sehr früher Zeit nach Lrab eingewandert sein können, weil sie den Tasinud kannte», nach Grätz im 7. Jahrhundert noch wenig bekannt mar wenig itudirt wurde. Aber daun wären die Jude« also »ach Mohammed nach Arabien gekommen! Wir brauch«» wohl nicht zu sagen, wo die Lücken in der Schlußfolger«»- des Hrn. G. liegen, — Nu» einer mohammch. ^leberliesernnzieht der Vers, den Schluß, daß bereits vor Mohammedschriftsich« Uebersetznnge« der Bibel in's Arabische, vorhanden ge» wesen sei» müssen: hitic ist die Folgerung richtig, die Sache selbst aber höchst «nwahrschiistsich, die müham. NebSrtiefenatz also wohl sticht vertäßlkch. — Man kaust im Allgemeine« sagen, daß die Nachweise der Enllehnnng aus dem Jüdenkhststt öft nicht bündig sind: sie können eS auch Nlcht sei«, «eü rade der Vers, darauf hinweist, daß Mohammed Väkd SAy» Gebrauch u. drgl. den Juden nachgeahmt, bald . den Juden zum Trotz, das Gegen!heil von dem bei tstch Juden Uebllchen angeordnet habe. Beides ist ja auch 1Mkommen wahr und richtig, aber da läßt sich denn au- Allt» Alles herleiien und ebensogut wieder bestreiten. Dir HaSMt» suche bleibt, daß dis Thatsache der Entlehnung aÄ den» Jbst demhum, die Abhängigkeit Mohanieds von Bkdöl, TÄstiach sind Midrasch vollkommen feststeht, das Einzelne kann dich» dahin gestellt bleiben. Darum ist aber die Arbeit des nicht minder eine dänkenSwerthe. Es ist auf knappem RaU« viel schätzbares Material und ein reicher Citateashatz zusttUt-׳ mengelragen. Von letzterem hätte dies und jenes gespcktt werden können. Was soll z. B. der Nachweis, daß der 9t* brauch der Juden, sich beim Gebet nach Jerusalem zu Wett* den ״bereits vom Midrasch" erwähnt wird? UÜd Mtst gar erst dazu das Eitat aus — dem Seph. Chasfidim! Woksollen überhaupt in dem Zusammenhänge der Gaftfreund'schch» Schrift die inehrfachen Belegstellen aus denr Seph. Chäff.? Was hat dies Buch mit der mohammedanischen Traditiön al- Quelle derselben zu thun? — Die Sprache des Vers, läßt an Correklheit Manches zu wünschen übrig. Wir verbinden damit ein paar Worte über desselben Verfassers: ד־ I £ Rrcenfionen. Hastfreuub, Dr. I. Mohammed nach Talmud u. Midrasch. II. Abth. Wien 1877. Selbstverlag. (32 S.) Wir haben die erste Abth. dieses Werkes im Lit -Blatt 1875 Nr. 17 besprochen. Der Vers, fährt fort, die Bezie- Gegen I E wendet sich S. D. Luzzatto in seine,11 trefflichen (von seinem Sohne l)r. Jjaia Lin Padua edirten) Pentateuchcommentar — auf den wir noch ausführlich in dies Bl. zurückzukommen gedenken —; L erklärt da« מקדם im Sinne von אל מקדם (wie Jos. 15, 3 ״ ,(אל מנגבLot zog (nicht von londern) gen Osten d. h. zu dem im Osten von Palästina gelegenen Sodom. (Red.) **) Der Hr. OLR, vr. Adler macht in seinem ל1ך!stl'NI i- St. daraus aufmerksam, er gesteht offen, keinen rechten Grund für diese adweichend« Ueberf. des Targ. gefunden zu haben. Der oben ^angegebene ist sehr plausibel. In den meisten Ausgaben steht übrigen« ם לרדם- (Red). Aentzerr Einflüsse ans Sage »ad Sitte in Israel, Bor- , ן trag im Bet-Ha-Midrasch zu Wien 1876. ij Es wird hier Einfluß muhamedanischer Sage« und griech.-römijcher Sitten auf das Judenthum besprochen, also - eigentlich ein Gegenstück zu der vorerwähnten Arbeit. Luch hier ist die Zusammenstellung gut, die Ableitung aber sehr ־,: bestreitbar. 1ער חית קנה soll in einem Midrasch auf Mo-- -1 hammed bezogen werden,^aber viel ältere Stellen weise« dabel bekanntlich auf Rom hin. Geradezu eine Uedereilung ist'«, ר wenn die Bestimmung Michaels als Beschützer J-rael mit ..Ä arabischen Dingen in Verbindung gebracht wird, da daja schon bei Daniel 10. 21 vorkommt.*) Wenn bei Römer« a» •) Auch die T. 5 angeführten Sagen über Bileam {Mb ob» W Zweifel viel älter al« Mohammed und können daher nicht ans dich» L gemünzt sein. — Die Geschichte von der arabischen Königstochter, »«che 't den Geliebten durch dm Sand trägt, um sein« Fußspur nicht find» 3 zu lassen, findet sich, wi« mänmglich bekannt, auch in AbendlaNde, m* *j

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