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Das jüdische Literaturblatt · 1877-11-14 · N° 46. (14.11.1877) · p. Seite 184

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
6 (1877)
Issue
N° 46. (14.11.1877)
Date
1877-11-14
Page
Seite 184 (sequence 4)
Language
German
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-.Festtage» keine Hochzeiten gefeiert wnrden, sobraucht darum «e »«sprechende Borschrist im Judenthum nicht von diesen abgeleitet zu sein; der Brautschleier ftndet sich bei sehr »ielen Böllern, die unadhLngig von einander dastehen; das Brmetbad aber ist im jüd. Neligionsgesetz begründet, »ne sollte dabei an Entlehnung von Rom zu denkm sein? Daö Haarabschneiden vor der Trauung ist nur in der Pollakai üblich gewesen und'stammt sicherlich nicht von den Römern her. Daß Trauungen oft erst gegen Abend vorgenommen werden (wiederum in Polen)*) erklärt sich sehr einfach aus dem nicht Küher-beendeten Zank um die נדדניא und kann weder als fidische Sitte bezeichnet, «och mit Rom in Verbindung gebracht werden. Aberglauben aber (S. 9 und?7) haben die allerdings auf ihren Wanderungen aus aller Herren Länder zusawmeugetragen, und das Verzeichniß ließe sich derhundertstichen Davon abgesehen, bietet auch dies Echriflchen viel Interessantes. T. -Nachträge »ad -tptizen. 1) Auf den, dem Aufsatze ״über Eldad" rc. (Nr. 43) beigesügten Nachträge des Herrn Löwy bemerke ich Folgendes: Ueber das Alter der jüdischen Kolonie in Abessinien Herrsche« sehr abweichend« Meinungen, welche bis zu einer Divergenz von ca. 2000 Jahren auSeinandergehen. Herr Löwy spricht vom 14. Jahrhundert v. Ehr., der Orienrreisende Halewy, der die Falaichas im Aufträge der Alliance besucht hat, will deren llriprung von Flüchtlingen oder Gefangenen aus dem himyarilisch - jüdische» Reiche in Südarabien ableiten. Müdere sprechen von den durch Mahomed vertriebenen Juden von Ehaibar und Jachrib, während wiederum andere in fer- »er entlegene Epochen, auf Alexander den Großen, den Propheten Jeremias oder, nach einheimischen Sage«, auf König Salomo und die Königin von Saba zurückgrcifen. Man könnte auch die kuschstijche Frau unseres, Lehrers Moses und die damit verknüpften Sagen in Betracht ziehen. Es würde dies < Alles indessen zu weit führen Daß aber der Ausdruck ח1מה deS Eldad sich auf die von Sethos l. gegen die nördlich von Aegypten wohnenden Feinde errichtete Mauer, die überdies zu Eldads Zeiten schwerlich mehr vorhanden war, beziehen soll, .ist nicht denkbar. ES wäre möglich, daß das Wort חומה im Arabischen, dessen ich nicht kundig bin. eine andere Bedeutung als im Hebräischen hätte, und vom Buche Eldad hadani in ähnlicher Weise angewendet wäre, wie die unter arabischer Herrschaft -lebenden Juden auch das Wort מדינה im arabischen Sinne für ,Stadt" anstatt hebr. ״Provinz. Gegend" gebraucht haben. Sodann ist Herr Löwy im Jrrthum, wenn er meint, daß ich die ודים*? als Menschenfresser bezeichnet hätte, ich habe nur die דומדומ als solche genannt. Metz. 2) In Rr. 58 der ״Liter. Notizen" weist der gelehrte Berf. darauf hin, daß die im Jalk. tzchini. genannte Mittler Simsons (צללסונית) on den weiblichen Eigennamen צללפוני (1. Ehr. 4, 3) erinnere. Ich gestalte mir, hierzu zu bemerken, daß nach Bamidbar rabba Abschn. 10 eben dieser Eigenname הצללפעי selbst es ist, der der Mutter SimsonS beigelegt wird, was auch ziemlich einleuchtend ist. Denn nach 1. Ehr. 4, 3 stammt die Hazlelponi aus der Faniilie Zarati,' d. h. ״ach Redak aus den nach den Ortschaften Zar^ah und Eschtaol so benannten Fa- Milien (c. 2. 53). Raschi, dem es a lffällk, daß Zar'ah und Eschtaol, sonst zu Dan gehörend, hier unter Iehuda aufgeführt iveicken, giebt eine gezwungene Ausgleichserklärung. (Ebenso Limchi R.) Der angeführte Midrasch aber erklärt, daß die Eltern Simsons sowohl von Dan wie von Iehuda abstammte», Zar'ah und Eschtaol ebenfalls beiden Faniilien angehörten. Hiermit ist die Schwierigkeit gehoben. Es ist übrigens zu verwundern, daß Raschi nicht den Midrasch ansührt. (Wir haben eS bekanntlich in der Chronik nicht mit ״Raschi" zu thun. R.) Betreffs der Leseart deS Nainens scheinen die »leisten Uebersetzer da- ה nicht als Artikel zu nehme». Auch im angef. Midrasch heißt es: הצללפוני שמה*)• Wie verschieden die Lesearten solcher Namen, welche dem דד1ש anheimgefallen sind, ist aus Folgendem zu ersehen: Ter Talmud (Baba bathra 9la) nennt auch eine Schwester Simsons unter dem Name» נשיין (ob. נשיק, wie der En Jacob hat), der Nach'lat Schimeoni (». v. שמשון) nennt sie נשריין. Was die Etymologie des Namens Zelclponi betrifft, so leitet ihn der Midrasch rabba a. a. O. von צל ab, worin er eine Bezeichnung für ״Engel" findet, besten Schutz sich die Mutter Simson's zu ersreue» hatte.**) Magdeburg. N a t h a n s o n. daß et hier Schnee ist. Biel älter als beide Romane ist aber di« Geschichte »o« «et »u Babel! »n diesen scheint Hr. S. nicht gedacht ,u hahen, sooft wäre er wohl nicht daraus verfallen, ben Rath, die שדים Surch gestreut« Asch« sich oerrathen zu lasten, mit jener arabische» Anekdote, statt mit der wahrlich viel näher liegenden apokrpphijchen Asthe-Slrrnung in Lerbmvlmg!1» bringen. 1 Wo die« mit Anspielung auf Genes. IS. ü geschieh,, weshalb «H dasdi« Trauungen ine st unter freiem Himmel stattstnden. (Reo.) _;,־ BerantmolUicher Reoatteur: Or. Di. Rahmer. Druck 00h (fc. Sq ar nie in «ardy. «erlag oon Robert Ariese m Leipzig. 3) Hr. Rabb. Dr I. Strauß in Bradford macht uns briesiich noch auf folgende Stelle im Mahril (Hilchot פריון ה2ן) aufmerksam, דסלע הוא ארבע גדולים ממטבע ורנקבורט שר,ודין א״לט טורנ״ש זעולין עשרים מהן לב' זהובים רינום• Die Ansicht, daß טודנ״ש ein Adjectivum sei turnisch d. h die bekannte Turn- und Tausche Münze, ist nach dem, was in Nr. 43 von vr. Saalseld über jenes Wort gesagt ist, nicht mehr ausrecht zu halten. 4. Max Müller schreibt in seinem Effay über ״semiti׳ schen Monotheismus" (Ende des 1. Bandes): ״Fragt man uns. woher Abraham einzig und allein nicht nur das erste, Schauen oon Gotthatte, durch das er sich der ganzen Menschheit offenbart hat, sondern wie er auch, indem er alle andern Götter abschwor, zur Erkenntniß des Einen Gottekam, so genügt uns die Antwort: durch persönliche göttliche Offenbarung. Wir ergehen uns dabei nicht in theologischen Phrasen. Der Vater der Wahrheit wählet seine Propheten und spricht zu ihnen in einer Stimme, die stärker ist, als die Stimme des Donners. Es ist dieselbe innere Stimme, durch die Gott zu uns alle» spricht. Sie mag schwächer und schwächer werden, dis wir sie kaum noch vernehmen; sie kann ihren göttlichen Klang verlieren und sich in die Sprache der gewöhnliche» Weltklugheit verwandeln: aber von Zeit zu;seil nimmt ne für die Auserivählten Go tes ihren wahren Klang wieder an und ertönt Ihrem Ohr wie eine Stimme vonr Himmel. Ein ״göttlicher Instinkt" klingt vielleicht wiffenschastlichec und ive- Niger theologiich, ist aber einerseits keine passcnde Bezeichnung für das, was ernc Gabe oder Gnade ist, die nur Wenigen zu Theil geworden und andererseits dnrchaus kein Wissenschaftsicherer, d h. verständlicherer Ausdruck als ״persönliche Offenbarung" Was aber Abraham, diesem Einen Manne, ausschließlich zuertaeilc worden, ist von ihm historisch den Inden Christen, Muhanndanern, kurz Allen, die an deir Gott Äbrahams glauben, überliefert morden." R. *) Noch tlatit geht dies aus den folgenden Worten des Midrasch hervor לכך נקראת הצלל• Uebrigens übersetzt die Vulgata — wie wir nachträglich corrigiren — den Namen mit Asalelpliuni und die Septuaginta: (Red.) **) Das Doppel,^ wegen der )weiuraligcn Enjilerschrmung — 712? נאמר הצלל ולא הצל לפי שבי פעמים נראה - drc Name bedn,. tet also hiernach ״ünzelschau" ähnlich wie פנואל (Gens. 32, 31). ches Wort übrigens an der ongef. Stelle 1. Chron. 4, 3 unmiltetd« auf הצללפוג׳ folgt. Der Syrer hat das letztgennannte Wort gar »uht vor sich gehabt: oas Targ. giebt es wirtlich (mit 7!) wieoec. (Reo.) ■>.- J

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