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Das jüdische Literaturblatt · 1877-10-31 · N° 44. (31.10.1877) · p. Seite 175

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
6 (1877)
Issue
N° 44. (31.10.1877)
Date
1877-10-31
Page
Seite 175 (sequence 3)
Language
German
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hat die Mischnah seiner Ansicht wiederum entsprechend for- »irt. Ter spätere Redakteur hat beide Recensionen vorgefunden, und, weil er keine Aenderung eigenmächtig wagte, beide beibehalten. Kann dieser Redacteur N Juda Hanafsi gewesen sein? Die Wichtigkeit der Tosseftarecenfi« für die Halacha, wie für die wisienschastliche Kritik ist hier auch dem blödesten Auge einleuchtend. Literarische Notizen. Don Dr. L. Lewysohn, Rabbiner in Stockholm. 58) Nach Jal^. Schim. zu Prov. 31 8. כפה ז hieß EimsonS Mutter ׳צללםרכית der Name erinnert an den weiblichen Eigennamen ׳הצללפתי der 1. Ehr. 4, 3 vorkömmt. Dieser Name giebt zu folgender Anmerkung genügende Veranlasiung. Die Ausgaben lesen bald mit Chirek, bald mit Schwa; die elftere Leseart hat auch die von Menaffe den Jsracl besorgte Dibelansg. von 1644 und die Basel. Mikr. Gedoloth. — Jbn Ganach bringt ד.מלך (Jerem. 38, 6), als Beispiel, daß in seltenen Fällen auch vor Eigennamen der Artikel steht (I. G. porta 37), nur wird מלך in unserer Stelle und oben Jerem. 36, 26 durchaus nicht allgemein als Eigennamen erklärt, (man sehe die verschiedenen Exegelen,) während der weibl. Eigenname in unserer Stelle das sicherste Beispiel über jenen seltenen Gebrauch des Artikels wäre. Sonderbar ist, daß sowohl in Gesenius (Ausg. Dietrich) als auch in Fürsl's großem und kleinem Lexicon der Druckfehler gen. m. für fern, steht; Mulderim holländ. hebr. Lericon hat die richüge Genusbezeichnung, ebenso das Onom. sacr. hinter Fürsl's tzöncordanz. — In der Bibel kommen 16 persönliche Eigennamen vor, welche den Art. haben, der aber von den Uebersetzern inconsequent bald berücksichtigt, bald unberücksichtigt gelaßen wird, so geben sie alle unseren Namen צללפעי dem Art., mehrere andere dagegen ohne diesen; bemerkenswerth ist besonders die Art der Uebertragung von Seiten der Vulgata. Unfern Namen schreibt sie: Selepboni, hingegen Hamedalha (Ext. 3, 1), wiederum Melech (Jerem. ibid.),׳ dagegen Halloches (Neh. 3, 12), also balv mit, bald ohne Artikel. — Die Etymologie unseres Namens öffnet freilich Thür und Thor allen mögliche» Vermuthungen. Fürst übersetzt: Schutz der Gegenwart; Gesenius: umbra respiciens ine; Mulder: vielleicht (welligt) Wendung der Schatten; ich möchte es über, setzen: Strahlend im Angesicht; צלל heißt im Aram. klar aber auch im Hebr. ist צלל verwanot mit צהלman denke an ׳להצהיל פניש der Frauenname mit Vorgesetztem Art., mag *<ד־’ ,sJoxt;•׳ eine berühmte Schönheit bezeichnen. — Was endsich unser» Midrasch betrifft, der פריך עשתה auf ׳צללפונית die Mutter SimsonS, bezieht, so mag hier das in des Helden Geschichte vorkommende סדינין Veranlassung zum דרוש gegeden haben.*) 59) Bemerkenswerth ist die Mannigfaltigkeit in der Auffaffung des Schristworts 2) ישלם ארבעתים- Sam. 12, 6). Ter Talmud erklärt es: ״vierfach", also coifform der Vorschrist Exov. 21, 37 (1. Joma 22, d): Jalkut z. St. erklärt ׳ארבעה על ארבעה הם י״ו also 16sach; Kimchi, die Dualform bedeutet 2x4, also 8; Phisippson sagt: ״Unrichtig Targum ׳חד על ארבע welches — 16 wäre"; allein abgesehen, daß es על חד או־בע heißen müßte,**) wie das Targum zu Jerem. 17, 18 על חד תרין, so hieß es auch in dieser Form nur vierfach, wie das letztere Citat zweifach bedeutet, aber überdies heißt es im Targ. zu uns. St. (mir stehen freilich ') Im Midrasch Mischte steht הצללפינית und im Midrasch ^adsche (bei Jellinek Bet. Ham. 3. Th. S. 19 t) und: MIO אשת• (Ueber Eimson« Mutier vrgt. Güdemann: Religionsgeschichtliche Studien Nr.VI. Red) *•) So steht auch im Targ. Mikr. ged. eck. Warschau. Philipps»» hat es offenbar gar nicht verstanden, wie denn sein eklektischer Bibel» eommentar reich an sprachlichen und auch halachischen Fehlern ist; so weiß ״ t- B. nicht, daß mit עצרת im Rabbinischen doü ״Wochenfest" be> leichnetwird, er halt ti (zu 1.8. 60m, 1,4) ruhig für das ״Schlußfest." (R«d.) nur die Mkk> aoth Godoloth zu Gebote) ישלם על חד ארבעין, was völlig tnerklärlich erscheint, da 40 ארבעים bedeutet. Kimchi hat ebenso im Targum gelesen, erklärt es aber nicht; ich vermuthe daß hier ein Druckfehler ist, eMweder muß hier ארבע stehe»! oder es hätte ursprünglich ארבע ענא gestanden, analog Onkilos zu Exod. angef. St. Das Targ.'übersetzt das im Text ai! gelassene ^צא um es dem Gesetze coniorm zu machen. — Die Vulgata theilt die Ansicht des Midrasch und hat bis qu; droplicatum, was aber grammatikalisch sich nicht begründen läßt. (Fortsetzung folgt.) Literaturbericht. •!קונטרס המפרש כולי־1 שמות םפרי נדול הראשיים .: לפרש את התלמוד ערכתי אהר יעללינעק Wien 1877 Brüder Winter. ק ונפרס המזכיר סופר ומונה מזכרות ומערכות ספרים n* בענץ שמות בסדר הנט אספתי אהק יעללינעק Wien 1877. Brüder Winter. Ter Talmud ist kein Buch, der Talmud ist — eine Wissenschaft. Er ist so sehr ei» Literatur Denkmal sui generis, sein Umfang ist ein so mächtiger, die Schwierigkeit seines' Verständniffes eine so ungewöhnliche, zu seiner Erklärung bedarf es eines so außerordentlichen Aufwandes von Kenntnissen der Sprach-, Alterthums-, Geschichts-, Rechts- und einer Ln-' zahl anderer Wissenschaften, daß man ohne Uebertreibung oder Anmaßlichkeit getrost von einer talmudischen Wiffenschaft reden darf, wie man bereits übereingekommen ist, eine ״biblische Wissenschaft" gelten zu laffen. Aeilich wohl mit der Aufstellung dieser Bezeichnung allein"! st noch blutwenig geschehen — es handelt sich zunäch l darum, über Umfang, Inhalt, Ziel» punkte und Methodik dieser- Mffenschast klar und einig z» werden, durch die Fixirung der wiffenschaftlichen Aufgabe deren Lösung zu ermöglichen. Man muß anerkennen, daß die neuere wisienschastliche Schule auch fjir Erhebung des Talmud» studiums zum Range einer wiffenschaftlichen D i s c i p l i n manch schätzbaren Beitrag geliefert. Wie viel noch zu leisten sei auf diesem schier unübersehbaren Gebiets, zeigen die obpn ange» führten Hefte, die wir der reichen Ateralurkenntniß JellinekS, dieses Epitomators der jüdischen Literatur, neuerlich verdanken. Naturgemäß hat alle Einleimngswiffenschaft, ehe sie an da- Inhaltliche der behandelten Literatui! Erzeugnifle sich "kehrt, die äußere Geschichte der Bücher zu liefern, deren bibliographisch« Beschreibung. Seit Lebrechl in seiner ״kritischen Lese" und bald nach ihm Rabbinovitz in der so lehrreichen Einleitung zum I. BaiMe der Variae leetioues die Bibliographie der Talmud- Handschriften und Drucklegung behandelt, hat man leicht Gelegenheit, die so schicksalsreiche äußere Geschichte des Talmud von glaubwürdiger Seite kennen zu lernen. Größeren Werth für das Studium des Talmud und insbesondere die Hodegetik desselben hat die Kennlniß der reichen Literatur der Commenlatoren und Gloffatoren desselben. Die vorhandenen dibliographischen Behelfe reichen für den Zweck, eine vollständige, aber auch richtige Uebersicht derselben zu erlangen, nicht au». Asulai's Zusammenstellung kann nicht auf Vollständigkeit, Fürsl's (Bibl. jüd.) nicht auf Verläßlichkeit Anspruch machen. Wie sollte auch ein bibliograph. Werk richtige Angaben ent» halten, wenn dessen Verfasser nichts nach der Autopsie, sondern alles nur aus Vorarbeiten beschrieben und dargestellt hctt. Es war daher ein recht verdienstliches Beginnen, alle vorhandenen Erklärungswerke über den Talmud von R. Nissim Gao« an nach der Reihenfolge der Tractate mit den no:hwendigen bibliograph. Daten zusammenzustellen. Doch hat Hr. I. diese Literatur nur bis zn einer gewissen Grenze ausgenommen, ׳ nämlich bis R Bezalel Aschkenasi, also nur die Rischoni«, die sog. ״älteren" klassischen Commenlare, die Literatur der Epigonen (Acharonim) bei Seite laffend. Daß die letzter« der ersteren km Werth« bedeutend nachstehe, giebt ja so^ar di«

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