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Das jüdische Literaturblatt · 1877-10-24 · N° 43. (24.10.1877) · p. Seite 171

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
6 (1877)
Issue
N° 43. (24.10.1877)
Date
1877-10-24
Page
Seite 171 (sequence 3)
Language
German
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Mr anderswo geplündert. Dieser letztere Theil der Beute jntrfte, als neuetrocrbeit, mit Recht שלל דוד genannt werden, Dätjrenb das zurückeroberte Vermögen den Einwohnern von Ziklag gehörte׳, ich übersetzte demnach den Vers also: David eroberte alle Schafe und Rinder (welche die Amalestier) vor dieser (dem im vorhergehenden Verse erwähnten שלל) Heerde sortgeführt hatten, und sagte man: dies ist David's Beute" Die Elipse von אשר (vor נהנו) kömmt so häufig vor. daß sie keiner Erklärung hier bedark. David vertheilte später die Beute, wobei Jhda und die stenitischen Städte (v. 26, 29) natürlich nicht vergessen werden durften, und vertheilte vermuthlich auch die ursprünglich den Krelhilcn (כרתי) angehörige Beute. 52) Vorhergehende Notiz giebt mir Veranlassung zur folgenden Anmerkung. Neulich erschien zu Göltingen eine ,Geschichte des Volkes Israel" von L. Seinecke. Der Tenor des Buches zeugt von einer seltenen Selbstüberschätzung; fast auf jeder Seite riecht es stark von Unfehlbarkeit, doch wir hätten nichts dagegen, wenn der Herr Pfarrer nur bei seiner Geschichte verblieben und die Philologie in Ruhe lieb. Dein Geschichtsschreiber verfichern wir, daß er uns oftmals ganz urkomisch an die Hermeneutik der alten Darschanim erinnerte. Er sollte aber bescheiden von der Philologie lasiei). Seile 304 drückt fich der in der Vorrede über jüdische Philologen unmanierlich sprechende Verf. also aus: 2״. Sam. 4, 10 ist statt des sinnlosen אשר ohne Zweifel zu lesen: תחת לתתי־לו כשרה, ich töbteie ihn, statt ihm Botenlohn zu geben"; allein mein lieber Herr Pfarrer, dieses ist ״ohne Zweifel" Göttinger, aber kein grammatikaliiches Hebräisch; kein Secundaner wird eS leicht über das Gewissen bringen תחתל mit ״anstatt" zu übersetzen. Würde Ihnen, der sie so wegwerfend über jüdische Gelehrte sprechen, würde Ihnen die Lehre von der Elipse in der hebr. Sprache bekannt sein, so würden sie ahnen, daß nach אשר entweder כא, oder .קוד, noch einfacher הגיד aus dem vorhergehenden Verbum, oder nach Kimchi חשכ zu suppliren sei, und dann ist אשר gar nicht ״sinnlos", sondern dem vom Unfehlbarkeitsneber trüben Auge höchstens etwas auffallend. Wie man schreibt, sollen in Göltingen akademische Vorlesungen über den Talmud gehalten werden, vielleicht erfahren Sie da einen alten Spruch, der da lautet: כל הפוסל במומו פוסל und sich dabei erinnern, daß der Richter עבדון, nicht אבדון (s. S. 253) hieß und Ihre ganze Conjectur in Fürst's Wörterbuch s. v. בדז sind findet 53) Neulich erschien hier (Stockholm) ein intereffantes Buch, ein Briefwechsel zwischen dem verstorbenen geistreichen Bischof Joh. Henr. Thomandas und seinem verstorbenen geistvollen Freunde, Dichter und Comministen C. F. Dachlgren. — Wir übersetze» hier einen Theil des Brieses von T. an D. aus dem I. 1823. T. berichtet über sein Beschäftigung, er lese schreibt er: ״Spinoza, den meine Krankheit vor der Reise nach Stockholm unterbrochen^ hatte. habe ich repelitionsweise durchgemacht und zwar zuerst Alles, welches sein Leben betrifft, welches ich vorher nicht gesehen, da es in seinem opsra postbuma nicht vorkümmt. Das Merkwürdigste darin ist allgemein bekannt: seine Unsträflichkeit, seine eingezogene Lebensweise, Glasschleiserei, sein Bann in der Synagoge, sein Ausschlag eines ihm in Deutschland angebotenkn Lehrstuhles. Den resormirien Gottesdienst besuchte er öfter, und berühmte namentlich einen gewiffen Prediger. Rach der Meffe pflegte er zu seinem Wirthsvolke hinabzugehen und dabei die Kinder und das Dienstvolk über den Inhalt der Pred gt zu verhören. Sein schönes Judengesichl hast Du wohl gesehen und beobachtet. Nächsldem kam die Ordnung zu seinem Briefwechsel, welchen die gesunde Vernunft, Herder und Ritter (der eine Preisschrift über Spinoza geschrieben) als die beüe Einleitung zu seiner Ethik betrachten, was ich natürlich schon lange vorher beherzigt hatte. Klar, ruhig, bestimmt und bilderlos scheint er (der Briefwechsel) eher ein Fatum als sein Verfechter." 54) Die bekannten Worte des Tanchuma und abgekürzt von Raschi zu Rum. 16, 17 lautend: ארבעה אחים היוו אח׳ אבא sind natürl ch insofern auffallend, da Korah's Vater יצהר nur drei B über hatte.! David Kohen Zedek will daher (Ozar Cochma 3. Heft S. 166) אחי אבא ואבא ארבעה היו lesen; ich möchte i orschlagcu ד' אחים היו ואחד אבא zu lesen. אחד Einer von i>nen, wie האחד Gen. 44, 28 ״der einen von ihnen, den Buden", also hier: der Eine von ihnest war mein Vater. אחי konnte leicht aus ואחד corrumpirt! worden sein. [ 55) Eliah Rabba zu Or. CH. § 685 lit. ד theilt fol, gende meterN>logiiche Observation mit: מצאתי כתוב לעולם כשחל ר״ח שבט ביום ד׳ אז הוא קר ושלג ודול באותו חורף והםי";הוא ויגש ר״ת יום ו' ג׳ שבט כי אז הוא בך בדוק ומנוסה והירא דבר ד׳ הנים וגו• Der Sinn des letzteren Theiles ist wohl der: Jeaesiaal, wenn שבק auf einen Mittwoch fällt, lieit man immer וארא (wo jene Worte Ex. 9, 20 vorkommen) vor dem 4seumond, während diese Perikope zuweilen am folgenden Sä>bath gelesen wird, wenn ר“ח שבט auf einen Donnerstag fällt und immer am selben Sabbalh, wetz» er mit ר״ח שבט zusammentrifft; jenes סימן deutet also die nothwendige vort ergehende Vorsicht vor der unausbleiblichen Kälte an. . 57 > Der amagid hatte neulich (in dir. 47) einj kurze Notiz, die, wenn Dinte erspart hätte, das talm. למם ots Hund wäre das gr. welches aJteyuuu utipi. O" iwtuvtiii |11y dieEAngabe findet, ist leider ein Geheimnitz uno wird es Seehund beißt. In welchem Lexicon fich wohl auch bleiben richtig, in der Thal viel an Papier und (Forts, folg^.) •(טורניש) טארניש (cf. Lite raturblatt 1877, Nr. 41, S 163a.) Die vom Wormser Journalbuch angegebene Mürzsorte, in welcher die ll«rteien bei einer Ehescheidung eine, muthmatzlich seste, Abgabe den Vorstehern der-drei Gemeinden Speier.. Worms und Mainz entrichteten, und die Herr vr. Lewysohn (Liter irische Notizen 49) nicht näher bezeichnet, ist keine andere als die alte französische Silbermünze von Zweigrojchen-ück Gri ße, die im 13., 14., 15. Jahrhunderte coursirte. Tourncis, Gros; (so genannt von dem aufgeprägtem Kreuze (Gros — crux]). Tournois, Turonensis hieß und von 1226 an in!Tours, deffen Stadtwappen die Rückseite trug, geprägt wurde. In Deutschland nannte man diese Münzen Turnosen und nach ihnen die ersten Prager Groschen .(grossi Pra^enses). Der Werth eines Tournois betrug 58 Reithspsennige (<f. Sch mir der, Handwörterbuch der gesammten Münzkunde s. v.) In der witgetheilten Notiz heißt es nun: ״Mau hat לה" ק Mainz נ׳ טארניש (Mahril schreibt: טורגיש) an ־־נסים»- geschickt בתקנה שו״ם, weil aber keine טארגיש mehr zu bekommen waren, so haben ...... ג׳ פרנסים bekommen anstatt זהב רביעי׳ — טארניש Stück baierisch." 3 Tournois also X 7, Gülden (nicht mit unserem Gulven zu verwechseln); V, Gülden ist nun aber ungefähr 1,60—1,80 Mark Reichs- Währung, was sein Betrage dreier Turnosen (3x58—1,74 Mk.) so ziemlich entsprechen würde. Der Mahril, zu deffen Zeit diese alten Turnäfen (אלטי טורניש, cf. c. Store) schon seltener ,varen. setzt den Lusdruck גדולים ישנים dafür, was ihm auch bei der Ableitung des Wortes Groschen von grossus (crassus) — dick (nicht aber von griß) gestattet war, da im Hebräischen und Talmudischen נלל zuweilen die Bedeutung von ״fest, stark, dick sein" hat. Dc ß man große und kleine Turnosen unterschieden habe, ist mir nicht bekannt. Was unter der vom Mahril bezeichneten Münzsorte נדו לים מרגיטיז zu verstehen sei (1 alter Tournois --- 2 große (Groschen?)!מרגיטי), vermag ich nicht anzugeben, will aber bemerken, daß weder an Mark (damals nur Gewicht, nicht Münzsorte),!noch an Morchiou, Morchen, Märchen, die seit 1409 am N hein coursirten und von denen 246 erst einen Gülden betrrgen, zu denken ist. Dessau) vr. Saalftld.

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