Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 6 (1877)
- Issue
- N° 43. (24.10.1877)
- Date
- 1877-10-24
- Page
- Seite 170 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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— 170 — .. ״ und in Verkehr mit ihnen stand, so collidirt diese Ssngäbe nicht!mit der biblischen Geschichte, da die Möglichkeit Jcht ausgeschlossen, daß ein Zweig der ersten Hebräer zu jer Zeit — 1400 Jahre v. d. g. Z. — stch in Abessinien astfiedelte. , Ist das ^Gesagte mehr als eine bloße Hypothese, so ließe sich das חומה, welches den Hrn. Rechtsanwalt verlegen machl, eicht herausfinden. Bekanntlich errichtete Sethös 1. — ein König aus der genannten Dynastie — eine Dvppelschutzinauer!gen die uffrejnen Palästiner und Araber im Norden, die aesses II. * vollendete, und. welche die abessinischen Hebräer Lagert habest mochten! (S. Bunsen. die Bibel S. CCX ff )!! Was der Hr. Vers. Weiteres nach Eldad über die sieben Könjgreiche berichtet, worunter er auch die 0לודי als Änthropöphagen hinstellt, findet Unterstützung im Talmud (Gitlin 46b) wo Raschi die!Ludier als Menichenfreffer bezeichnet. Dies wird (das. 47a) mit Reich Lakisch in Verbindung gebracht welcher sich den Ludiern, um verspeist zu werden, verkaufte. (Das. 47a.)! Gr. Kanischa. Löwy. ' Ebher u«d Misr. Vergleichende paläologische Studien von De. B. Placzek. (Fortsetzung.) Bei dem Versuche חתים und בתים als asiatische Völkerschasten unter einen Hut zu bringen, ließ sich Grätz ungeachtet seiner mit Recht vielgepriesenen Universalität Manches was die Zuweisung jener Stämme nach Asien aus- ^schließen geeignet erscheint. כתיים •כהים sind nämlich in asten bibliÄe« Stellen als Insel- oder Küstenbewohner zu e«. Pach Genesis 10, 4 sind sie Nachkommen von Jaa« (Griechen^ und Genoffen von Tarschiich; Sept. ״Ä6tioi" 24, 24 nennt Schiffe von der Küste Kitlim. Jes. 28, 1 deutet auch auf diesen Charakter der Kittim hin. Jer. 21 10 ist »0N ijrTO "א die Rede; Ezechiel 27, 6 ebenfalls, aniel 12.1 30t ״Es werden kommen Schiffe aus Kittim". MtkkabU I, 1: ״Alexander. Sohn Philipps, König in Maouien, ist ausgezogen vom Lande Chittim"; und ebendabst 8, 5: ״Die Römer hätten Philrvp, den König von Chil. überwunde»". Demnach wäre darunter Macedonien zu qrKehen, welches auch von ״ma“ Mutter und ״Kethiim" den amen haben soll. (Neudecker zu N. T ll 271, Note 28) Sicht. Ez. 87, 6 setzt x-^rrlg übereinstimmend mit den X-,- des lj Mcckkab. 1,1, wo es für Macedonien steht. Wenn auch die gewöhnliche Annahme lautet: כתים sei Cypern, weil daselbst eine ©labt Kittion, jetzt Cheti sich befindet (Vgl. Jos. Srch. 1. & 1; Gejen komm, zu Jes. 23, 1.). Bochart, Eleg. Wb weiften Latium eine Stadt Ketia, und Kirtkdi ursprMstichen Namen der Latiner nach. Vulg. übersetzt im, Rstmeri 24, 24 u. Ez. 27, 6 mit ״Jtalia" u. Daniel 12, 10 ״RoAani". Auch nach Indien wird es verlegt. (Vgl. Michaelis Or. Bibl. V 78). Kittim und Chetiten dürften also kapm unter eine ethnische Kategorie zu bringen sein Nichtsdestoweniger stimmen wir mit der Schlußfolgerung Grätz' a. a. O. 3-0 überein, der sammirend meint: ״Genug, so viel ist erwiesen, daß es »in großes Volk im Norden von Phönicien und Araw gegeben hat, daß Cheta, Chata, Chatti oder Kita achtauut wurde. Mit diesem können-die ägyptischen Könige dch XVIII. »nd XIX. Dynastie Krieg geführt und Ramses II. kann Mit deffen großem König Chetafar einen Friedenstractat abgeschlossen haben". Wenn er aber weiter behauptet: ״nicht mit dem j winzigen כני חת oder חתי in einem Winkel Palästilna's", so laffen wir uns davon nicht abhalten, folgende Mmuuthnng arffzustellen: Angenommen, daß כני חת und חתים «ümiwer . nicht vollständig decken, ebensowenig als Chitt im aste« Reiche Asgypten mit Chita der 18. und 19. Dynastie ganz identisch find; zugegeben selbst, daß Chili den כני חת «std die Chita den חתים entsprechen können, ergiebt sich für «Hs doch ein gemeinsames Höhere zur Bestimmung aller derer von Cheti — Chita, wenn wir sie nicht patronymisch alr 95, Abkömmlinge von חת sondern als appellativische Bezeichnung » d> von חתת erschrecken, zerstören anffaffen. חתים wären sonach I « die ״Schrecklichen", die ״Vernichter", eine Benennung etwa I Z wie ״Barbaren" oder, um ein näheres Analogon anzusühren, I« wie ומוומים von ומם die ״Tobenden", die.״Tückischen" für b רמאים Destt. 2, 20. Ebenso אימים die ״Furchtbaren", die b Ureinwohner des moabitischen Landstriches, Gen. 14, 5, Deut. d 2, ll. Unter Chitim mochten die Semiten am Delta ka- 1 naanitijche Völkerschaften verstehen, die zu verschiedenen Zeiten d auch verschiedenenNamens waren, und deren räuberische Ver- 1 nichtungskriege ihnen Furcht einflößten Von den Semiten t entlehnten dann die Aegypter die Bezeichung Chita für Asiaten, i mit denen sie oft in Fehde gerieihen. In der Mitte dieser Chita können dann sehr leicht כני חת zu maßgebendem Ein-? stuß und zur Führerrolle gelangt sein und die Benennung, > welche die Furcht der Unterjochten ihnen beigelegt, den Namen * des Stammvaters darin wieder erkennend, in nationalem Stolze ( als Patronymium beibehaltcn haben. — Was Grätz' Ansicht 1 oder Geneigtheit betrifft, nach der geschichtlichen, bellikatorischen ' Bedeutsamkeit, welche die Bibel einzelnen Völkern zuerkennt, 1 dieselben in der That zu rangiren, sei es uns gestattet, da es sich um eine wichtige hermeneutische Methode auch für andere Fälle handelt, darauf etwas näher einzugehen. Die Bibel, besonders in ihren ersten.ältesten Urkunden ist alles eher, denn eine Kriegsgeschichte. Sie zeichnet besonders in den Patriarchenhistorien den Entwicklungsgang einer Idee, die zu einer sittlichen Weltordnung anschwillt, einer Idee, deren Träger eine Familie ist, die zu einem Volke sich auswächst. — In der sagenhaften Dämmerung der 2V בתי מדרשי' של ועכר der Lehrhäuser von Sem und Ebher zum Dasein gelangend, bricht die Idee zaubermachlig aus dem Herzen eines Abraham hervor, welcher die höchste Jncarnation des reinen Menschenthums darstellt, wie sie nicht vollendeter non den Jdealisten einer noch so fortgeschrittenen Zeit construirt werden kann. Vom Stromgebiete des Euphrat wurde sie hinübergetragen nach Kanaan, dem טבור הארץ, dem geographischen und cultuellen Mittelpunkte der alten Well*), von dem Fr. v. Rougemont sagt: ״Es war wirklich der Mittelpunkt der bewohn-1 ten Erde der alten Welt, sowohl in Beziehung auf räumliche Dimensionen als in Beziehung auf die rings von der -Natur vorgezeichneten und in seiner nächsten Umgebung zusamnientreffenden Völkerstraßen, welche in allen Richtungen bis zn den entferntesten Völkern führten. Es war daher den Heid- Nischen Nationen. welche die Hauptrollen in der Geschichte der Menschheit spielten, leicht, den Gott Israels kennen zu lerne« und seine Herrlichkeit zu sehen bei seinem stillen Volke." (Fortsetzung folgt.) Literarische Notizen. Von vr. L. Lewysohn, Rabbiner in Stockholm (Fortsetzung.)-י 51) 1. Sam. 30, Vers 20 bietet eine Schwierigkeit, wie man aus den mannigfachen Erklärungen von dem älteren Kimchi ab bis zu den jüngsten Commerttatoren ersehen kann. Ich möchte נרנו wie in Vers 2 auf die Amalekiter beziehen und לפני nicht als räumliche, sondern als zeitliche Präposition erklären Sie bedeutet: v o r d. h. vorher. Die Anralekiter fielen zuerst in das Philistäerland, alsdann in das Gebiet Judas und namentlich in das daselbst eingeschloffene Gebiet Kalebs (V. 14). Ueberall raubten sie die Heerden, VVV (das. u. schon V. 1) hat die specielle Bedeutung von den nomodischen oderbeduinischen Raubzügen.wie Hiob 1, 17. — David eroberte Alles zurück und noch dctM, was die Amrle- Dieser Anschauung begegnen wir öfter in den talmudischch sowie späteren jüd. Schriften: Synhevrin 37 a; Zoma 06 b; Bereschit Rabba 14; Rabba j. 3. B. M 13; Rabba zu Echo Z, 64; Tanchum« zu Aedoschim; P. D. R. El. 11: Sohar zu P. Teruma 157; Raschi, Kimchi, Abcavanel zu den Schriftstellen; Jes S, 8, Ps. 74, 12, Ezech- 5, 5: 38, 12, Kusari 2, 20. More Neb. 2, 15. «sarja de Rossi, Enajim 11, Reir Lldabi-, Schewile Lmuna 2, 2.