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Das jüdische Literaturblatt · 1877-10-24 · N° 43. (24.10.1877) · p. Seite 172

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
6 (1877)
Issue
N° 43. (24.10.1877)
Date
1877-10-24
Page
Seite 172 (sequence 4)
Language
German
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172 — Literatmberichl. ßejt’s üebersetzungslehrer. Ein methodisches Hilfsnptel zum Uebersetzen des Pentateuchs, der Hagada und der BP. Esther, Ruth und Echa u. s. w. 3. Auflage.?Neu bearbejitet, verbeflert und vermehrt von A. Cahn. Kreuznach,!877, R. Boigtländer. <Le»i»ger, M. Uebungsbuch zur Erlernung der hebr. Laut- »tzd׳Formlehre für Anfänger. Breslau 1877. A. Hepner. (Schluß.) Daß an einigen Stellen de» ״Uebersetzungslehrers" an gemerkt steht: ״die folgenden Verse (od. Eap.) sind vom Schüler 1«! übergehen" oder ähnlich — ist nicht richtig, da gerade hierdurch befc Schüler änf die verbotene Lectüre erst hingewiesen wird. Die betreffenden Bocabeln find stillschweigend fortzulaffen.— M weiter fortschreitend, desto geringer wird die Zahl der aufgeführte« Vocabeln, so daß es fast unmöglich wird, außer der Reihenfolge ein Stück zu übersetzen; zum ganzen Cap»48 des 1. B. M. flick z. B. nur 5 Vocabeln aufgeführt. Die Vo- ׳«adeln zur ganzen Peßachhagada umfassen kaum 5 Seiten; fÄst ein begabter Schüler kan« damit die Hagada nicht Übersetzen. Aehnlich ist's mit den Bocabeln zu dem Buch Esther; zehn Capitel auf 3 Seiten!!— Es fehlt auch neben den viele», ßnnentstellenden Druckfehlern (z. B. S. 8 Z. 3. Nvlvs -12« AckerSmann. S. 13 Y2schlagen, S. 41 תעוה €fceben, S. 44 כעב schmerzen, S. 80 פעה Ecke u. a. m.) nicht an falschen Uebersetzungen so S. 105 '22״ אף הwelche (?) liebt״ ישא,״empfangen sie (?)״, S 106 ״ תביאנוbringe ich (?) ihq". Größere Sorgfalt \ift sonach bei einet neuen Auflage zu begdachten. — Dagegen (ist die deigefügte kleine hebr. Graminatik eine sehr gründliche und gute (auch correcte) Bearbeitmzg alles desien, was einem jüd. Schüler von der hebr. Grammatik zn wiffe» nöthig ist; eher noch etwas zu viel. Nufggben und Beispiele sind gut gewählt — Wir können dasselbe »o» dem soeben erschienen Lewinger'schen ״Uebungsbuch u. s. to." leider nicht sagen. Wir führen nur zwei Beispiele an, die sehr gravirend sind. S. 54 ט1ב השנים ßpp מוכים (vgl. Kohel. 4*9) und S. 97 21p2ום לא ׳ :5להקחי .st- י^בעל מום (nach Lev. 21,18)איש אשר בוסום. Sjtyt Haben uns Ldrrhaupt von der Nothwendigkeit des. ErschemenS^ dieses Büchleins aus seiuem Inhalt nicht überzeuge» können, S)iwLaut lehre (von S. 1—39) ist sehr Mangelhast, und ״EinsgeS aus der Formenlehre" (von S. 39—100) hätte doch — da es nur für den Anfänger bestimmt ist -־־!־, leichtere Gebelstücke und die Anf-ngscapitel der Bibel als VeversetzungSftoff haben müssen, dies ist aber nicht der Fall. ES erscheinen jetzt alljährlich dergleichen Büchlein in JRjtsqp, Gutes ist nur wenig darunter zu finden, die meisten {tnb gleich nach dem Erscheinen auch schon — verschollen. Htikst, Dr. S., Die Geschichte des jüdischen Volkes und seiper Literatur vom babylonischen Exil bis zur Gegenwart. Lieferung I. u. H. Liffa (Posen), Th. Scheibel'sche Buchh. 1877. Eine Berliner Zeitung brachte zur Zeit der Dürre und best SwsfmaagelS «inen Sommerferienartikel über Halbbildung, bef mel Gerede verursacht hat. Auf politischem und religiöfest! Gebiete stellen sich mehr und niehr die Schäden heraus, daß Leute das große Wort-führen, die fich an halbverstande- «ep Brocken den Verstand verdorben haben, wie man sich wohl a» hplbverdauten Brocken den Magen verdirbt. Sollen wir «Uta zu den Zuständen zurückkehreu. wie sie vor einigen ,fahrzehnte» in Deutschlaud florirten, daß überhaupt für populäre »Lnultg »ur wenig geschah? Das geht nicht an. jene HalbhstduUg entspringt dem lebhaften Drang des Volkes, die Wiflcnschuft a«S den vornehmen Höhen der Gelehrten hineinzuführen in die Kreise der Ration, sie hat sonach, wenn auch einzelne .ihgee Aeußerungen uns stören, einen sehr reinen Ursprung; «S! wäre eia sehr verwegenes Diktum, halbe Bildung noch wemger r» schätzen als gar keine, es kann sein, daß der völlig : «erautwortücher Redakteur: Dr. SK. Rahmer. Druck vo» L. Schar nke in Barb,. Ungebildete sich leichter leiten , läßt als der Halbe und Unfertige, daß er uns weniger als dieser beleidigt durch die oft st seltsame» und kategorischen Nrtheile, welche z. B. den Berlin« eommis voya״eur zum Schrecken aller ernsten Leute machen; denn Keiner äußert so fertige Meinungen als der Unfertige. Aber wie die Cioilisation überhaupt so hat auch das Bildung-- streben der Massen seine Schattenseiten, es hat die Fehler seiner Vorzüge,' und wir müsien uns darin finden. Gründliche und gediegene Kenntniß aus vielen Gebieten erwirbt kaum dn Gelehrte von Fach, wie soll sie der Mann erlangen, der de» ganzen Tag für sein Brod arbeiten muß? Aber Vie-les könnt« gebessert werden, wenn Berufene und Tüchtige — Lehrer des Volkes, populäre Schriftsteller und Redner würden, wenn nicht die Halbgebildeten noch den Ehrgeiz hätten, Lehrer und Meister zu sein urd durch lebhasste Rede ihre hohlen Meinungen zu verbreiten. Da ist nun gerade das Judenthum ein Obj-ct, das von der Halbbildung wohl mit am meinen leidet. Ich fürchte, auch im Bureau jener großen Berliner Ztg., die ihre Anathem gegen die Halbbildung geschleudert hat, sitzen Leute, die über Juden und Judenthum rech: schiefe Meinungen zu Tage fördern möchten, weil sie aus unlauteren Quellen schöpfen. Da ist es nun verdienstlich, wenn ein Werk, wie das des vr. Bäck, veröffentlicht wird, das, im besten Sinne populär, mü gutem Gewissen allen denen empfohlen werden kann, die sich in angenehmer Weise über die Geschichte der Juden unterrichten wollen. Die jüdische Geschichtsschreibung ist bekanntlich eine ganz neue Wissenschaft; erst seit ungefähr einem halben Jahrhundert ist ihr sorgfältige Pflege geworden, und sie hat sich seildem recht stattlich entwickelt. Alle Welt kennt das große Grätz'sche Werk, wenigstens dem Nanien nach. Aber trotz seiner glänzenden Vorzüge macht es ein Handbuch der jüdischen Geschichte nicht unentbehrlich, ja im Gegentheil, es hat das Bedürfniß nach denrselben erst recht geweckt und die Erfüllung ermöglicht Durch dieses große Werk ist die Ausmerksamkeit auf die Geschichte des Judenthums gelenkt warden. aus de« gelehrten Kreisen ist die Neigung, etwas von dem jüdischen Volte zu seinem Schicksale zu misten, weiter gedrungen, in die Muffen. Arbeiten, wie z. B. die Schleidensche, erwecken das Verlangen, etwas Näheres zu erfahren; aber Grätz mit seinen zwölf Bänden ist trotz der lebendigen und reizvollen Darstellung für diejenigen, die sich rasch orientiren wollen, nicht geeignet. Darum hat Dr. Bäck geradezu einem Bevürfuiß abgeholsen; der Religionslehrer in den höheren Gymnasialklassen braucht ein Handbuch, hier ist es; her gebilvete Jude oder Nichtjude, der Literat oder Publicist will sich unterrichten — hier wird ihm das bequemste Mittel geboten; überhaupt diejenigen, die gern jede Wiffenschaft iu nuce haben mochten, finde» hier die jüdische Geschichte von mehr als zwei Jahrtausenden in einem mäßigen Band zusammengefaßt. Dieses Buch eignet sich vortrefflich zu Prämien in Schulen, zu Geschenken, denn die Darstellung ist belebt, bilderreich; Reflexion wechselt anmuthjg mit Erzählung; man merk: dem Buche an. daß es eia Prediger geschrieben hat, aber man zweifelt einen Augenblick, daß es ein guter Prediger sein müsse. Nicht nur der Referent sondern competente Fachgenoffen haben das Buch als sehr gut bezeichnet, und es ist Jedem, der gediegenen und angenehmen Unterricht in der jüdischen Geschichte sucht, schr zu empfehlen. (Wir werden nach Erscheinen der von der Verlagshandlung — die das Buch recht gut ausstattet — im Laufe dieses Jahres zugesagten 3 Lieferungen auf dieselben nochmalzurückkommen. Möge der Herr Verf. fich durch die in einem orthodoxen Blatte gemachten ״xechrsgläubigen" Ausstellungen nicht beirren, und einzig und allein, wie bisher nur von den Resultaten der Wissenschaft sich leiten taffen. Briefkastea der Redutioa. Hrn 8. in 8. u. tl. in א In nächst- Nr. — M. K. in P. Mnscr. nicht erhalten. — 8p. in 0. (ad 1! Wenn das Wort nicht sclavischen Ursprung« ist, danp allerdings v. 221 (ad L) Natürlich 3חך; die HSfiichkeitsanrede «n der Z. Pers. kennt d» hebr. Spr. nicht: 1עיניך IUS אין נ0תר• Berlag von Robert Ariese in Leipzig.

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