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Das jüdische Literaturblatt · 1877-10-17 · N° 42. (17.10.1877) · p. Seite 166

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
6 (1877)
Issue
N° 42. (17.10.1877)
Date
1877-10-17
Page
Seite 166 (sequence 2)
Language
German
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wegen der unzugänglichen Berge, selbst dem abesstnischen Könige futchtbar." Tiese Schriftsteller besagen demnach ausdrücklich, datz noch zu ihrer Zeit die abesstnischen Juden eine unabhängige Existenz auf hohen uszitgänglichen Bergen führten und sich durch Tapferkeit auszMnsten, und daß ihre Macht früher noch viel größer gewesen Der Jesuit Godignus in seinem zu Lyon 1615 heraus- ׳ gegebenen!Werke ״de Abessinarum rebus libri tres‘‘ sagt gleichfalls: ״Vteinos habet montes miramdae altitudinis aditu paene impervios, loco munitissinos in quibua Abassini habitant generi Judaei, qui veteres etiamnunc Mosaicae legi« caeremonias servant, tanta sunt ferocitate ut reliquis populis terrem incutiant.“ ״In seiner (des Tancoflusies oder Tacasstd) Nachbarschaft befinden sich Berge von wunderbarer Höhe und fast unzugänglichem Aufgang, durch ihre Lage sehr geschützt. Auf ihnen wohnen Abessinier jüdischen Geschlechts, welche noch jetzt die alten Ceremonim des mosaischen Gesetzes, beobachten. Sie sind von solcher Wildheit, daß sie den übrigen Bölkern Schrecken einjagen." Diese Nachrichten verdienen vollen Glauben und stimmen auch mit den Angaben überein, welche Bruce aus einheimischen Chroniken entlehnt hat. (Schluß folgt.) Gbher und Misr. Vergleichende palislogische Studien von Dr. B. Placzek. I (Fortsetzung.) ' - v. חת Cheth. Auch dem Sohne Kanaans, nämlich dem zweitgebornen Chet begegnen wir nominell wenigstens in den Chiti des sehr umfänglichen Textes von Beni Hayan. Eine aus 37 Personen verschiedenen Alters und Geichlcchtes bestehende semitische Amu Familie,, die sich int ägyptischen Bezirke Sati niederlaffen will, bringt dem Sohne des ba (oder haq, so viel als Nomarbk Statthalter) Cbuum-hotep, Zeitgenossen des Königs Usurtasen II. (ungefähr 2400 I. v. Ehr.) das beliebte Mineral Mastem ut, ein kosmetisches Mittel zum Färden der Lider. Sie werden geführt von einem inur-nunuchiti, b. i. Aufseher der Chiti. Ihm folgt ein Häuptling der Amü, der den Titel ״Herr des Gebietes Abescba" trägt. (Wer denkt dabei nicht an אבישי Neffen Davids, oder an אבישוע Enkel Benjamins? 1. Chr. 8. 4.) Chnum-hotep nennt daselbst seinen Sohn Necht einen gebornen Cheti. Vgl. Brugsch, 8. d. E. I. 99, 100 f auch Ebers' Aegypten, 152 Anm. 1. Ob diese Chili, Cheti mit den Cheta, von denen ln Dokumenten der XIX. Dynastie Erwähnung geschieht, als identisch zu betrachten seien, kann nicht apodictisch behauptek werden, ebensowenig als man für dieselben ohne weiteres חחים,חתי.בני חח setzen kann. Ebers (Durch Gosen zum Sinai S. 86) und Brugsch (Recueil des Mod um. 6g. 431 erwähnen eines Vertrages zwischen Ramses Miamun Raousqx-ma und de» großen König der Cheta auf gegenseitige Auslieferung flüchtiger Diener oder Unterthanen. Grätz in der istructiven Note! 3 (Geschichte Bd. 1 ©. 389) bemerkt hierzu: : ״Die Chet werden lediglich als die Bewohner von Hebro» bezeichnet. Die Bibel hat wohl doch die Bedeutung der Jölhrschasten, mit denen die Israeliten zu kämpfen hatten, aus' dem Leben Miedergegeben. Gesetzt auch, daß die Cheta ein asiatisches Voll waren, mit dessen König Ramses einen Friedensoertrag abgeschloffen hat, und mit denen auch seine Vorgänger Kriege geführt haben, müffen dann die Cheta gerade den בני חח entsprechen? Es hat noch ein anderes Volk oder andere Völkerschaften gegeben, welche denselben Name"'- klang hatten!..." Grätz hat zwar das Verdienst, damit eia gewichtiges Memento gegen akustische Hallucinationen erhoden zu haben, die schon manche wiffenschaftliche Irreleitung verschuldet, er hat das Wachs für die Ohren der Forscher gegen die Sirenenklänge gleichlautender Namen geliefert. Gleichwohl können wir weder entschieden ablehnend gegen die Identifizirung der Cheta mit den biblischen Chititcn oder Heliten uns verhalten, noch den andern Gründen, die er ans dem Mangel an biblischen Belegstellen abzuleiten vermeint, znstimmen. Wenn er ferner sagt: ״In der Bibel werden öfter חחים genannt, welche nicht mit der kanaaniiischen Völkerschaft der חח identisch sind; cs ist ein wichtiger Punkt für das Verständniß mancher Bibelstellen, aber von den A u s l e - gern nicht beachtet worden," so können wir dagegen das Eine Vorbringen: schon äl-ere Exegeten wie Kimchi zu Richter I, 26, Reland, Palästina, 137, haben im Hinblicke aus die abweichende Location und verschiedene geschtch stich: Bedeutsamkeit der Chetiten in den Bibelstellen (Genesis 15, 20׳ 23, 3 25, 10. Deut. 7, 1. Josna 1, 4. 1, Könige 9, 20 10,29. 2. Kön 7, 6. Rich er 1,24. 26) verschiedene gleichnamige Völkerschaften der Cyetite» angenomnaen. Kimchi zu Richter 1, 26 — worauf auch Grätz a a. 0. seine scharssinnige Beweisiührung basirl — sagt schon — ארין דהתים אינו החתים משבע אומות — Grätz behauptet von den מלבי ההתיס 2 Könige 7, 6: ״Unmöglich können die kanaanitiichen Chet darunter verstanden werden; deitn diese existirten im neunten Jahrhundert unter den Jehuiden lange nicht mehr als Volk, nachdem sie Salomon zu Sklaven oder Frohnarbeilern gemacht halte, (Könige I. 9, 20 fg). sie können also keine Könige mehr gehabt haben. Das. 10, 29 heißt es: Die Rosse, welche Salomon aus Aegypten kommen ließ, sind durch königliche Kaufleute an die Könige der Chitim und an die Könige von Aram verkauft worden. Auch hier können es nicht die kanaaniiischen Chei gewesen sein". Auf diesen Entwurf läßt sich erwidern, daß nach der obcitirten Inschrift von Beni Hassan, wie Brugsch sie deutet, die Ehest fremde Solotrnppen waren und als königliche Leibwa he oder für den öffentlichen Sicherheitsdienst verwendet wurde». Aus ihrer Mstte gingen Statthalter oder Nomarchen hervor, denn Necht, Chnum Hotep's Sohn, wurde haq vom Nomos Kynopolis, weil er mütterlicherseits von Cheti stammte und ihm ä cause' du droit hdreditaire du pere de sa m6re dieses Amt gebührte. Mithin waren Chuäer Lehensfürslen eines ägyptiicheu Nomos. מלכי חח תיש und מלכי אצרם passen demnach auch itl späterer Zeit ganz wühl zusammen. Die Könige der Chittim, welche Pferdegespann aus Aegypten bezogen (1. Könige 10, 29> können immerhin kanaanilische Cheti gewesen sein, die von den Israeliten vecdrängt, ichon vor Salomo» das Land verlassen; denn 1. Könige 9, 20 betont ja ausdrücklich: ״Ihre (der Chittim uub der andern) Nachkommen, die nach ihnen übrig geblieben im Lande, welche die Kinder Israel nicht zu bannen verinochten. sie verwendete König Schelomoh zum Frohndienste." (Forts, s.)' Blitzableiter, Fernrohr, eingesetzte und plombirte Zähne — Bekannte aus alter Zeit. Ein geschätzter Freund macht mich eben ausmerksam aus folgendes Referat, das die Nr. 393 der Bert. Bör,enzeitung in ihrer ersten Beilage vom 24. August 1877 enthält: Franklin's Ruhm, als erster Ersindec des Blitzableiters wird durch neuere Forschungen in Frage gestellt. Die ableiiende Kraft des Eisens soll im Gegentheil schon im Alterthum bekannl gewesen sein, wie Dr. Munk in den ״Annalen der Physik" und Chemie" nachweist. Talmud Tosefta Sabbath Xü Ende findet sich eine Stelle folgenden Inhalts: ״Wer ein Eisen stellt zwischen Geflügel, Übertritt das Verbot der Nachahmung heidnischer Sitten; zum Schutze vor Blitz und Donner ist dieses jedoch zu thun erlaubt." Es ergibt sich hieraus, daß man im 4. und 5. Jahrhundert n. Chr. den

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