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Das jüdische Literaturblatt · 1877-10-17 · N° 42. (17.10.1877) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
6 (1877)
Issue
N° 42. (17.10.1877)
Date
1877-10-17
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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VI• Jahrgang. Zur Kelkuchlung alltr Jude»- tljum u. Juden betreffenden literarischen Erscheinungen auf dem Gebiete derphilosovhie.Geschichle.Tlhnographik,Theologie, Brientatia, Exegese, Homiletik, Liturgik, Pädagogik. He raus gegeben von Rabbiner 1)1׳. Moritz R8k«r«er. Magdeburg, 17. Oktober 1877!, Bücher der einschlägigen Literatur, welche der Red de» ״Jüb. pteraturbtatt" in Magdeburg (oder der ״Israel. Wochenschr." in Stettin);ugesandt werden, finden in diesem Diatte ringehende Besprechung. Das ״Ja». Literaturblatt" erscheint wöchentlich einmal: Preis pro Jahrgang 8 Mark,init frankirter Zusendung: 8 Mark. Zu beziehe« durch alle Buchhandlungen sin Leipzig durch Robert Friese), oder direct bei der Expedition der ״Israelitischen Wochenschrift" in Magd« bürg. — Inserat« werden mit 20 Pf. für die dreigespaltene Petitzcilc berechnet. — Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift" <die viertel» Shrlich bei allen Posranstaltcn und Buchhandlungen 2 Mark 58 Pf. kostet) erhalten das ״Jüdische Literaturblatt" gratis. Inhalt. Literarische Abhandlungen: Ueber Eldad Ha-Dani, Benjamin von Tudela und die sHilaschos. Bon Rechtsanwalt Metz in Minden. — Ebher und Misr. Bon v>. B. Placzck. — Blitzableiter, Fernrohr, eingesetzte und plombirte Zahne — Bekannte aus alter Zeit. Literaturbericht: Recensionen: Duschak, l)r. M. Die Moral der Evangelien und des Talmud. Herzberg, M. Hebräisches Lese- und Sprachbuch Goldstein, H. Erstes Buch Moses. Hecht's Uebersetzungslehrer. Lewinger. M Uebungsbuch. Ueber Cldad Ha-Dani, Benjainin von Tudela und die Falaschas. Vom Rechtsanwalt Metz in Minden. tForlsetzüng) Erscheint es demnach wahrscheinlich, daß in dem Sefer Eldad Hadani von den abejsinischen Juden die Rede ist, so gilt dieses, meines Erachtens, gleichfalls von dem Jtinerarium des Nabbi Benjamin von Tudela. Die betressende Stelle lautet nach der Asher'schcn Ausgäbe'): ״Und von dort sind es acht Tage bis zu Indien auf dem Festlande, welches B'aden genannt wird, das ist Aden in TelaFat'), dort sind hohe Berge und auf ihnen viele Jsraeliten, aus denen das ,"och der Völker nicht lastet. Sie haben Städte und Burgen auf den Bergeshöhen, von denen sie zu dem Lande Hanieatus (oder Metüs)'), welches Nubia genannt wird, hcrabstiegen. Ties ist ein christliches Reich, und das sind die Nubier im Lande Nubia. Die Juden führen Krieg mit ihnen, nehmen ihnen Beute ab und steigen wieder zu den Bergen hinaus, Niemand kann gegen sie (mit Er folg) kämpfen." Auch abgesehen von der Nennung der Nubier und des Landes Nubien, welches nördlich und westlich von Abessinien belegen ist und das Tiefland dieses Hochlands bildet, paßt die Beschreibung des R. Benjamin ganz aus die Falaschas des Mittelalters. Der Reisende ist selbst nicht in dem Lande gewesen, sondern beschreibt nur nach Hörensagen, was ihm da- ומשם ח' ימים להודו אשר ביבשה הנקר׳ בעדן והוא (י עדן אשר בתלאשר ובד. הרים גדולים ושם מישראל הרבה ואין עליהם עול גוים ולהם ערים ומגדלים בראש ההרים ויורדים לארץ המעטום הנקר' נוביא היא ממשלת אדום והם הגובים אשר בארץ נוב א ונלחמים עמהם היהודים ולוקחין שלל ובזה ועולין על ההרים ואין אדם יכול להלחם עמהם: ג) Wahrscheinlich nach einer biblischen Reminiscenz. Telaffar scheint sonst im Gebiete des Euphrat oder Tigris gelegen zu haben. ’) Ten Namen weiß ich nicht zu erklären. Nur will ich anführenbaß im nördlichen Abessinien eine Provinz Hamatsen existirt, die an Nubien grenzt. durch gftt möglich wurde, weil, wie er erzählt, zu seiner Zelt manche Juden aus dem Lande Aden nach Persien und Aegypten kamen. Gerade der Umstand, daß die Juden ihre Städte und Burgen auf den hohen Bergen hatten und mit ihren Nachbaren tapfer kämpften, paßt ganz genau auf die Falaschas, die ihre Felsenburgen in Semiän und ihre kriegerischen Gewohnhejten noch viele Jahrhunderte beibehalten haben. Auch Ludolf bezieht im Commentar zu seiner ListoriU Aethiopiae diese Stelle des R Benjamin aus die abessinischen Juden und beruft sich hierbei, im Gegensätze zu dem franzöfischen Schriftsteller L'Empereur, der nichts davon wissen wollte, daß die Juden nach der Zerstörung Jerusalems je einen selbstständigen Staat gebildet hätten, (weil sonst die Weissagung Genesis 49, 10 nicht aus Jesus paffen würde) auf die Berichte der spanischen und portugiesischen Mönche, welche im 16. und 17. Jahrhundert Abessinien besucht hatten. Er citirt namentlich den Telezius, welcher berichtet:;.Judaei possiderunt olim multas et amplias regiones, fere totuin regnutn Dembeae et provincias Waggaram atque Samenam, 9ed de Habessiniis tandem dejecti fuerunt. In Samena tarnen fortissime se defenderunt, adjuti maxime altitudine montium.“ ״Die Juden besaßen einst große und sich weit erstreckende Gegenden, fast das ganze Königreich Dembea und die Provinzen Waggaru ltnb Samen (Semiän), bis sie endlich von den Abessiniern vertrieben wurden. In Samen vertheidigten sie sich indeffen auf das Tapferste, wobei sie durch die Höhe der Berge außerordentlich unterstützt wurden." Der abessinische und katholische Patriarch Oredo schrieb an den König Dom Sebastian von Portugal: ״Juga montium quae Judaei possident cum multis aliis regionibus a Christianis ablatis. Neque rex illis potiri potest ob rupes asperos ei exignas illius copias.“ A ״Die Juden besitzen die Bergrücken mit viele« andern den Christen entrissenen Gegenden. Der König (der abessinische Kaiser) kann sie nicht überwinden wegen der rauhen Felsen und seiner geringen Kriegsmacht." Ferner: ״Judaei adhuc potentes et validi fuerunt bellicosi et formiäabiles ipsi regi Habassinorum ob inaccessos montes.“ 1; ״Die Juden waren mächtig und kräftig, kriegerisch und

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