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Das jüdische Literaturblatt · 1877-10-10 · N° 41. (10.10.1877) · p. Seite 162

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
6 (1877)
Issue
N° 41. (10.10.1877)
Date
1877-10-10
Page
Seite 162 (sequence 3)
Language
German
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wander:en Kanaanitern die Siebe. Kanaan wird auch auf ägyptischen Denkmälern und Texten erwähnt und zwar: Pa-- Kanana, Kanana als Domizil der Schasu. Ihr Gebiet erstreckte sich von der Stadl Zar-Tanis bis Kauana. Tie Schasu sind entschieden als Beduinen zu nehmen. Ein Sendschreiben aus der Zeit der XIX. Dynastie batirertb, von einem Anführer an seinen Befehlshaber oder König gerichtet, enthält den Passus: ״Wir haben ziehen lassen die Stämme der Schasu aus dem Lande Aduma אדום durch die Festung Chetam אדם des Königs Minepla — Hotephimaath — Menephthes I., Sohn Ramses II., der König, unter dem Israels Auszug aus Aegypten erfolgte — welche sich befindet im Gebiete von Tuku סבות, zur Seite der Seen der Stadt Patum Cin? (Papyrus Anastast Nr. IV. S. 4. Z. 13 f.) Die Schasu, welche den Typus der semitischen Amu ropräsentirten, wurden von Seti I. bekriegt, der auch Kauana eroberte. Brugsch, geogr. Juschr. II. 51 f.; H. d E. I. 145. Brugsch sagt bei dieser Gelegenheit: A cette occasion nous avons la satisfaction de constater de nouveau une concordance tr£s־heureuse, qui r6gne entre les traditions dgyptiennes et la Sainte-Ecriture. Ramses III. unternahm nach dem Papyrus Harris ebenfalls einen Zug gegen einen Tribus Namens Saar, der dem שעיר Genes. 36, 21; Deut. 2, 13; 2. Chron. 25, 11. 14, vollständig entsprich!; worauf Brugsch, das Berschen Chaba's (Les pecher, ehes pour servir ä l’histoire de la XIX. Dynastie, Paris 1873) berichtend, aufmerksam macht. (F. f.) Versuch zur Erklärung einer nicht ganz klaren Bibelstelle. Bon Rabbiner Dr. Kusznitzki. Die jüdischen Historiker, zuletzt der bedeuiendste unter ihnen, Prof. Grätz, haben die Bedeutung der Chronik für die Ausfüllung so mancher Lücke und für die Aufklärung so mancher Dunkelheit in den andern historischen Büchern der Bibel erkannt. Auch hier soll Cap. 24 in II. Sam. mit 21 in I. Chron. verglichen werden. Auffallenv ist zunächst im Buche Sam., daß David, der trotz des Abmahnens und der Gegenrede Joab's an dem Gebote der Volkszählung festhielt — wahrscheinlich weil ihm der damit verbundene Aberglaube fern tag —, unmittelbar nach der Volkszählung ohne Angabe irgend eines Grundes seine That tief bereute und die damit begangene Sünde vor Gott bekannte. Hier tritt die Chronik ergänzend ein, indem sie vor dem Bekenntnisse Davids den Satz hat, daß es Gott mißfallen, was David gethan und er schlug Israel?) Also schon die ersten Anfänge der Pest führten das ״Herzklopfen" David's herbei; denn er mußte es ahnen oder gar schon hören, daß das Volk die von ihm befohlene Volkszählung als Ursache des göttlichen Zorns ansah unv ihm die Schuld zuschrieb. Was ferner auffallen muß, ist der Umstand, daß auch die beiden anderen Plagen, die der Prophet Gad außer der Pest David vorbrachte, ihn wirklich im Leben getroffen, nämlich eine dreijährige') Hungersnoth und die Flucht vor einem verfolgenden Feinde. Tie dreijährige Hungersnoth finden '1 Uebrigens wird im Buche Samuel die Pest nicht als Strafe für die Zählung ausgesaßt, sondern für eine andere von Israel begangene Sünde. Vgl. Cap 24, ויסף אףהי לחרות בישראל ויסת את דוד בהם לאמר• Die Zählung scheint danach nur Mittel zum Zwecke gewesen zu sein. Wahrscheinlich war die Anhäufung des Volkes in ewigen größeren Städten, was aus V. S (ויעברו—ויחנו) iu folgen scheint der letzte und eigentliche Anlaß zur Pest, — Möglich, daß die masoretische Lücke in V. 10, worin Grä > einen Traum David's finden will, den Grund enthielt, der David's Reue bewirkte, nämlich der Beginn der später zur Epidemie wachsenden Urankheit und des Sterbens im Volle. ’) Die Leseart der Chron.: (שלש שנים רעב) und der LXX ouch in Sam. ist wohl die richtige, weil erne siebenjährige Hungersnoth eine gar zu schwere Plage wäre, außerdem ist so die Abstufung in den Zeitangaben für die verschiedenen drei Plagen eine angemessene. Drei Jahre — drei Monate — drei Tage. wir ausdrücklich erwähnt im H. Sam. 21; und die Flucht vor Absalom, einem Feinde, den schwerlich ein Fremder an Grausamkeit und Hartherzigkeit hätte übertreffen können, mag etwa drei Monate gedauert haben; wenigstens muß, nachdem Verlause dieses Bürgerkrieges zu urtheilen, dieser Zeitraum hingereicht haben, da er durch eine Hauptschlacht eulschieden wurde. Erkennen wir nun in den beiden ersten von Gad erwähnten Plagen einen Hinweis oder eine Beziehung auf die wirklich stattgehabte Hungersnoth in den Tagen David's und auf die Fluch! Davids vor Absalom, so folgt daraus zunächst, daß die Volkszählung und die Pest erst nach der Empörung Absalom's (und jener Hungersnoth) stattgefunden haben'), weil sonst alle drei Plagen, aus denen David eine wählen sollte, ihn nachträglich getroffen hätten. Halten wir nunmehr Beides fest,, daß die Krankheit, die zur Pest ausartet, bereits begonnen hatte, als David seinen Schritt bereut und der Prophet zu ihm gekommen, und daß David. die beiden Plagen, der Hungersnoth und der Flucht vordem Feinde, bereits früher an sich erfahren und bestanden hat, so wird es uns auch einleuchten, daß der Prophet die drei Plagen nicht etwa dem Könige wirklich vorgestellt, bannt er eine wähle — denn die Pest hatte ja bereits begonnen, —, sondern daß die Vorführung der beiden anderen Plagen bloß zur Beruhigung unb zum Tröste David's dienen sollte. Der Prophet wollte damit ausdrücken, daß die Plage, die lediglich von Gott abhänge, wahrend selbst die Hungersnoth ihn und sein Volk in die Hände von Menschen, vielleicht eines auswärtigen Landes lieferte, doch nicht so schlimm fei, wie die beiden anderen Piagen, die er bereits überstanden. Er (David) würde wohl selbst, wenn ihm die Wahl freistünde, sich ämd sein Volk der Hand Gottes überliefern und die dritte Plage wählen —, worauf David auch geantwortet: Wir wollen lieber in die Hand Gottes fallen.... — Auch der Schluß des Satzes (II. Samuel 24, 13): ״Nun erkenne und sieh', was ich dem. der Mich gesandt, als Antwort bringe", thut unserer Erklärung keinen Eintrag; denn der Prophet, der mit seinem klaren Blicke wohl geschaut, was David wählen würde, durfte in lebhafter Rede es so darstellen, als würde, wenn er eine der beiden anderen Plagen, die er in ihrer ganzen Stärke bereits erkannt, etwa vorzöge, dieser Wunsch ihm noch erfüllt werden. — Aber jedenfalls war die Plage damals bereits eingetreten, und die Worte des Freundes und Berathers sollten nur beschwichtigend und tröstend auf den sich so härmenden König wirken, der an den Leiden seines Volkes so innigen Autheil nahm, daß er für dasselbe sich zu opfern bereit war, wenn — es Gott so gefiele. In echt israelitischer und geläuterter Religiosität aber war er dem heidnischen Aberglauben abhold, als könnte ein Menschenopfer und ein gesuchter Tod, der einem Selbstmorde gleichzustellen ist, gottgeMig sein und für sein Volk sühnen. ‘) Grätz's Beweisführung für das GrgentheU ist nicht überzeugend. Der Unmurh. des Volkes gegen David und die daraus entsprungen« Theilnahme für Absalom braucht nicht gerade eine Folge der Bolkszählung gewesen zu sein, sondern wahrscheinlich eine Folge seiner Unrhat in der Angelegenheit der Batseba, die den Lchitosel und durch diesen einen großen Theil de» Volkes von ihm ablenkte. Hätte es damals noch einen rechtmäßigen und regierungsfähigen Thronfolger aus dem Ha^se Saul's gegeben, so würde sich das Volk wahrscheinlich ihm eher zugewandt haben, als Absalom, einein «ohne David's. Die Worte des Zida zur Verdächtigung seines Herrn Mephibojchet (כי א2ר היום ישיבו לי בית ישראל את ממלכות א-י) mußten doch wenigstens «inen Schein von Gmubwürdigkeir an sich tragen. — Ebensowenig stichhaltig ist der Grund, daß die Ankunft Jttal's mit der Rüstung gegen «inen äußern Feind und deshalb auch «it der Volkszählung zusammenhänge. Jttal kann sich von David kur, vor Absalom'» Aufstand ohne jeden weiteren Anlaß anwerden gelassen haben. Auch muß nicht, weil Joab von der Volkszählung abgcrathen, ein Anderer dazu gerathen haben, und dieser Andere gerade Achitosrt gewesen sei. David selber bestand darauf. Uebrigens scheint gerade der Aufstand Absalom's und der daraus sich «ntspinnend« Bürgerkrieg des Scheda David zur Volkszähluug oder besser zur Zählung der waffenfähigen Mannschaft mit veranlaßt zu haben, damit er in Zukunst bei einem etwaigen neuen Ausstande erfahren könne, wer für oder gegen ihn iväre. Diese Veranlassung können wir auch in dem »n I. Chron. 21, 3 wiedergegebenen Cinwand Joab's finden הלא י י י כלם לאדני ״ לעבדים למה יכ<7,ש ואת אדניSind nicht Alle (nunmehr) Unter, thanen meines ׳Herrn ... wozu jucht dies erst mein Herr (zu erfahryr) k

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