Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 6 (1877)
- Issue
- N° 41. (10.10.1877)
- Date
- 1877-10-10
- Page
- Seite 163 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/5367336-6488232-8754709--0856-4854333- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
— 163 — Literarische Notizen. Don vr. L. Lewysdhn, Rabbiner in Stockholm. 48) In dem prophetischen Buche Hosea, welches Vorzugsweise über die beiden Reiche Israel und Juda handelt, dilden אפרים וישראל die eine, יהודה die andere Gruppe. Die «baldäische Paraphrase giebt das Wort אפרים bald durch dasselbe Wort ohne jeden Zusatz wieder (z. B. 12,7), bald durch den Zusatz פיה אפרים (häufig z. B. 5,3), ein Mal durch 1 ,13) חד מבית אפרים, weil hier nur an Jerodeam gttmchl wird) und sehr häufig setzt die Paraphrase geradezu ישראל für das im Texte vorkommende 9,16) אפרים und öfter). AuffckÜead ist nur. daß dieselbe in zwei Sätzen von ganz gleicher Tendenz inconsequent verfährt. Hos. 5,13 übersetzt sie וילך אפרים אל אשור durch: ואזלו דבית אפרים לאתור. dahingegen ibü>. 12,1 אפרים) ברית עם אשור יכרתו) durch:בית ישראל) קים עם אתוראה אקימו) — Eineandere Abweichung ist bemerkenswerth. Hos. 9, 12 übersetzt dieselbe ,das Wort in einem und demselben Verse durch כנשתא דישראל und בית אפרים; ferner paraphrastrl sie den ersten Theil des Verses 7, 8 gar nicht. 49( Der selige I. B. Lewinson theilt in seinem vortresslichen Werk 4) זרבבל. Th. S. 82) aus dein לקוטי מהרי״ל הלבות גטין)) die alte Einrichtung der 3 Städte שו״ם (Speir, Worms, Mainz) mit, die Ehescheidung durch גם dadurch zu erschweren, daß jede der drei Städte im vorkommcnden Falle ent, die beiden anderen um Zustimmung ersuchen muß e. und zuweilen hat diese Weitläufigkeit die Versöhnung der Partheien verursacht. Es scheint, daß die Pariheien außerdem den Vorstehern der 3 Gemeinden eine gewisie Geldabgabe entrichten mußten, wie aus nachstehender Notiz in den» (Nr. 34 erwähnten) Wormser Jourrmlbizch hervorgehl. Den Namen der Münz- ,sorte weiß ich nicht näher zu bezeichnen*). Die Notiz lautet: לזיכרון ביום ב׳ ט״ל תמוז תקט״ד ist יום המוגבל gemacht worden um גם zu gtbxn. לאשתו ♦ הקצין . . . Weil aber הטופר י» י בי פעמים hat טועה gewesen in גט schreiben, da ist ד דדי תמוז תקמד genellt worden, welches durch וביום אחר חצות בבית הגא״בד נר״ר geschehen. Man hat ל ק" ק נ' טארגיש Mainz an פרנסים geschickt כתקנת שום weil aber keine טארגש mehr zu bekommen waren, so habe ג' פרנסים ׳שינים ואלה הם פ״ו הישיש ר׳ מיכאל גערנסיים ופ״ו ר׳ דוד בריל ואני השפל bekommen anstatt זהב רביעי׳ — טארניש — Stück baierisch. ~ Vielleicht wird im מהר״יל (den ich nicht besitze) an anges. Stelle das ׳Nähere hierüber mitgetheilt.**) 50) Despotische Druckfehler haben zuweilen das sansteste *1 Sollten es vielleicht s. g. Rundstücke sein-? **) Die betreff. Stelle im Mahrri lautet wie folgt: ' הצריכו לתת וב׳ ג, גדולים ישנים שקורץ אלטי מורני"ש שבל אחד שוה ’•** ב׳ נמלים מרניטן לג׳ פרנסי העיר שיחתמו ההסכמה• [ Gemüth zur Verzweiflung gebracht, welches aber in den will- I kürlichsten Correcturen sein Müthchen stillt. So heißt es im בעל הטורים zu Exod. 21,6: ועבדו הוא בא״ת ב״ש פצש״ף בנימי לא הבן ולא הבת, der gute Manu, der Vers, des Supercommenlars עיטור בבורים verzweifelt schier über dieses hörrende Monstrum von Buchstabenbcrechnung; allein die einsächsle Correctur ist: ועבדו הוא בא״ת ב״ש פזשק״ח בנימי אבל לא בנו ולא בתו• Dieses weltbewegende Axiom wäre asto glücklich in seiner Integrität erhallen! Von allerdings tieferer Bedeutung ist folgende Correktur, die dem scl. Ak. Eger nachgesagt wird. Teilt. 13, 1 sagt Baal haturim בי יקום בקרבך בנימי זו האשד., es muß aber heißen: בקברך נביא בנימי זו האשה ובנה. Der Einfluß der Censur ist hier unverkennbar.*) (Fortsetzung folgt) Notiz. Auf der diesjährigen Naturforscher Versammlung in München hielt in der 3. allgemeinen Sitzung Pros. Günther aus Ansbach einen mir großem Beifall aufgenommenen Vortrag: über die neuesten Forschungen auf marhemalisch historischem Gebiete. Nachdem Redner über die Kenntnisse der Chinesen, Chaldäer, Aegypter und Etrusker in der Astronomie, Feldmeßkunst und Physik auf Grund neuerer Untersuchungen manche überraschende Ausschlüsse gegeben, verbreitete er sich im Verfolge seines Vortrags auch über die Leistungen der Juden des Mittelalters in den aus exakter, mathematischer Grundlage beruhenden Wissenschaften; er beweist in schlagender Weise, daß ihre Verdienste um selbstständige Förderung dieser Wissensgebiete, sowie um Erhaltung der von Arabern und Griechen über ieserten Kenntnisse außerordentlich groß und bisher noch garnichl nach Gebühr gewürdigt seien ')tach den Ausführungen Güniher's steht cs unter Anderem fest, daß ein spanischer Jude das Rechnen mit Decimalstellcn erfunden, ein anderer zuerst mit aller Bestimmlheit die Umvrehung der Erde uin die Sonne behauptet, während Maimonides in seinen tiefsinnigen, metaphysischen Forschungen der Vorläufer der ganzen neueren Naturphilosophie gewesen ist. Prof. Günther kommt aus einem andern Wege der Forschung zu dem gleichen Resultate wie Prof. Schleiden, daß die Juden an der Pflege und Erhaltung der Wissenschaft und Cultur im Mittelalter bis zur Jetztzeit einen hervorragenden Ancheii genommen, und sind seine Ausführungen eine glänzende Bestätigung und theilweise Ergänzung dessen, was Schleiden in seinem bekannten Aufsatze zur Ehre der Juden gesagt hat. Ich behalte mir vor, nach der bald zu erwartenden Veröffentlichung des Günlher'schen Vorträges den ganzen, die Juden betreffenven Paffus wörtlich mitzuiheilen. Magdeburg. R~ *) In vor. Nr. ist sud 45 st. Dustin z l. Dupin. Erfolgreiche Euren chronischen Herzs, Magen-, Unterleibs > Nervenleiden, Rückenmarks - Reizung, I Schwächezuständen u. beginnender Lähmung. ן — Prospekte gratis durch | StetMbMher’M Naiurhttlanstatt 'Im Verlage d,s Veififfers erschien: Mt heilige Stadt und deren Bewohoer in ihren n::urhistorischen, culturgeschichttichen, socialen und «edicinisckeu Verhältnisse» aeschilderl von l)r. B. Ncumanu, ehemaligem Chefarzte des Krankenhauses .Mayer Rothschild" zu Jerusalem. Hamburg, 1877. Gr. 8., 512 Seiten. Literarische Anzeigen. ™ Zu beziehen direkt vom Verfasser, Hamburg, Holsteinerflraße 3, ooer durb I. Kauffmann's Buchhandlung in Frankfurt a. M. Preis 10 M. (900 Briefkasten der Redaction. Recensionen über Bäck's: Geschichte des jüv. Volkes u. s. w. vn einer der nächsten Nummern; ebenso über Dusch ak's: Die Moral u. s. w. u Grünebaum's: Die Sittenlehre u. s. w. Hrn. DDr. G. in P. und S. u. D. Das 4. Quartalheft ist bereits gefüllt und wird (Lade dies. Mts ausgegeben; Heft 1 des nächsten Jahrgangs ist für Festpredi glen bestimmt. Auf mehrfach« Anfragen: Di« BerlagSduchhandlnng M. 8knt»ch in Breslan (ehemaliger Inhaber Adolf Sepner) hat au- Gründen, die sich an «ser Stell« nicht gut mittheilen lassen, zu «xistiren aufgeh Sri. Die nenen Auflagen meiner Schulbücher erscheinen im Berlage von I. »,uffmann in Frankfnrt a. M. — rellll• hezar• llurs. I (stark vermehrt) ist bereits gebunden (» 60 Pf.) bei demselbea v«17rUthl*; 04C* sollt« irgend eine andere VerlagSbuchhldg. diese Voülla leoimra. verkaufen resp. als btt ihr erschienen anvieten, fo bitte ich «m gef. Mitthttlung, da dir« strafrechtlich zu verfolgender dt a ch d r u ck würe *MS; wegen Kurs. 11 und Schreiblel^ fidel wolle man fich direct an mich wende«._ Berichtigung. In vor Nr. S. 160d Nr. 2 muß es statt: ״Jos. Schwarz" heißen: Kaplan's Erez kedomim I. p. 31 nebst Note z. St. ״E^mNwörtücher Revalreur: l)r. M. Rahmer. Druck von C.״Scharr. ke vn Bardp. Vertag von Robert Irre je m Levpzvg.