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Das jüdische Literaturblatt · 1877-10-10 · N° 41. (10.10.1877) · p. Seite 161

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
6 (1877)
Issue
N° 41. (10.10.1877)
Date
1877-10-10
Page
Seite 161 (sequence 2)
Language
German
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I — 161 — wähnte syrische Sabbathfluß sein könnte. Er macht darauf aufmerksam, daß an den Usern des Sobat die Filawi wohnen, welche für Juden gelten, und auf jeden Fall semitischen Ursprungs find?) Auch Ludolf, indessen den Sobat nicht kennt, hebt in den Commentarien zu seiner Bistorin Aetbiopiae hervor, daß die Rabbiner den fabelhaften Fluß Sambation nach Abessinien versetzen. Interessant würde cs sein, wenn fich feststellen ließe, daß die Ausdrücke, welche Eldad fälschlicher Weise für Hebräische HUsgab und die deshalb den Kairuaner Juden auffällig waren: abeffinisch wäre! \) Es darf aber hierbei nicht an das heutige Abeffinisch« (amherischer Dialect), fanden-an die altäthiopische Ge-ez-Sprache oder an die Sprache der alten Aganim gedacht werden. Diese Ausdrücke sind hauptsächlich תנתחז für Taube, ריקות für Vogel und דרמוש für Pfeffer.') Wfnn übrigens Eldad erzählt, daß seine Juden/ hebräisch sprachen, so trifft dies auf die heutigen Falaschas, denen die heilige Spracht durchaus unbekannt ist, nicht zu, während fich dagegen die llnkenntniß des Talmud und des Purimfestes bei beiden findet. Die Falaschas haben übrigens ein Buch ״Kufalie"/) einen Auszug aus der Thora mit beigefügten Erklärungen, welche Gott Moses auf dem Berge Sinai gegeben haben soll, also הלכ' למשה מפני< wie sie auch die kuschitischen Juden-des Eldad hatten. (Fortsetzung folgt.) Ebher und Mifr. pathologisch« Studien von Dr. B. Placze!. i - (Fortsetzung.) 1־ rv. כנען «a«aar». Der vierte Ehamite, auf dessen Haupt die Legende (Ber. Rab. 36; Wajikra Rab. 17; Jalk. 61, 556) den ganzen Fluch Noah's sammelt,ist'.Kanaan,Septuaginta, X* *'׳״»׳, als Volk der Vargänger im Besitze des cisjordanischen Palästina — 4. B. M. 33. 51, auch die Einwohner Phöniziens, Jes. 23, 11, und Philistäa's umfassend, Zephanja 2, 5, mag von מע ״unterjochen, ermedrigen, neigen", die Unterjochten im Hinblicke auf ויהי מק פבד oder die Erniedrigten, Schlechten — Ber. Rabbah 36 nennt Kanaan פחתא — oder auch die Bewohner der Niederung nach der Seeküste hin im Gegensätze zu ״ *רםBewohner des Hochlandes" bedeuten. Durch die Uebereinstimmung ihrer somatischen Beschaffenheit, sowie ihrer Sprache mit den Semiten, denn שפת מק bedeutet hebräische Sprache, (Jes. 19,18) sind die Kanaaniter am schwersten als Ehamiten unterzubringen. Wir können dies freilich' bemerk- -äligen, wenn wir die alten Nachrichten (Herodot 1, 1; 7, 89; Justinus ü. Pb. 18, 3) acceptiren, vermöge welcher die Kanaaniter früher in Arabien, sei es am arabischen oder perfischen Meerbusen wohnhaft, durch Feinde oder Elementarereigniffe verdrängt, oder auch nur geeignetere Emporien aufsucheich, an den Niederungen des mittelländischen Meeres sich niederlleßen, die Sprache der bodenständigen Bewohner annehmen lpld sich mit diesen durch Heirathen vermischten. Dafür spricht Genesis 12, 6; 13, 7: ״Damals war der Kanaani ') Bon «löden, E. 4e und 145. *) Eldad selbst soll allerdings den Kairiumern gesagt haben, daß er das Lbessinisch« (לשון כועז) nicht verstände. ') Im Lutherischen heißt übrigens Pfeffer ״Berberi", und die Falaschas bezeichnen mit dem Wort« ״Rekuz," «iis wir ״ trefa" nennen, «rgl. Flab S. 23.; ‘) »rgl. Flad S. 51. schon im Lande", d. h. er war schon eing ewändert. Tie Autochlhonen mochten sich auch gegen die Eindringlinge erhoben, diese vielleicht ausgerottel und deren Namen beibehalien haben. Darauf deutet wenigstens partiell Justinus a. a. O. hin: Nachdem sie die Stadt Tyrus gegründet hatten — heißt es dort — ibi Persarum bellis diu varieque fatigati victores quidem fuere, sed attritis viribus, a servis suis, multitudine abundantibus, indigaa supplicia perpessi suut: qui conspiratione facta otnnem liberum popul um cum dominis interficiunt; atque ita potiti urbe, lares dominorum occupant, rempublicam iavadunt, conjuges ducunt, et quod ipsi non erant, liberos procreant . . . Diese oder ähnliche Vermulhungen werden von Michaelis, spicil geogr. Hebr. ext. I. 166; Heeren, Ideen I. 2 Abth. 617; Abulseda, syr. 5; Rosenmüller, Scholia in V. T. 1.69 bestätigt. Die Phönizier nannten sich selbst Kanaan, wie aus ihren Münzen ersicht.ich ist. Auch die Panier führten noch den gleichen Namen (Vgl. Gesenius Commenlar zu Jes. 23, 11.) Die Völkertafel zählt ja auch Sidon zu den Söhnen Kanaans. Augustinus in seiner Epistel an die Römer erzählt: Interrogati rustici nostri, Quid sint? Punice respondentes, Chanani; corupta scilicet, ut in talibus solet, una litera, quid aliud respoadent quam Chananaei? Der gelehrte Protobibliothecarius der Bodlejana, Thomas Hyde, (zu Ende des 17. Jahrh.) fügt ironisch hinzu: Pace autem D. Augustini, dicacn, si ipse novisset linguam Hebraeam, plane vidisset recte fuisse responsum, nec opus esse excusationis pro defectu unius literae: nam Hebraice aut Punice כנעני Chanani est latine Cananaeus: nec debebat ab illis in lingua Punica Latin am terminaüonen expectare.“ Daß Chanaan in der punischcn Sprache gebraucht wurde, erkennt man auch aus Plautus, Pönul. Act 5, Scene 3: La Chanani vos quos ergo jatn detrudam ad molas! Bekannt ist die Colonisation des nordwestlichen Afrika durch die Phönizier; aber auch palästinensische Kanaaniter sollen nach Afrika ausgewandert sein. — Genesis 10, 18. ואחר נפוצו משפחות הכנעני mag auf ihren kosmopolitischen Wandergeist anspielen. Nach Prokopius, Bellum Vandai. II. 10, 257, dessen Nachricht zwar etwas mythisch klingt, flüchteten Girgaschi und Jebujsi eben dahin, und zwar nach Tingitana, wo Jener ein Denkmal mit der Inschrift: ״Wir sind es, die geflohen vor dem Antlitze des Räubers Josua" gesehen haben will.*) Die Berbern gellen noch heute bei den Arabern für Nachkommen jener Flüchtlinge. (Herbelot bibl. Orient. 207.) Seitsamerweije stimmt damit die Midrasch-Ueberlieferung, ״daß Girgaschi nach Afrika auf Josua's Aufforderung hin ausgewandert sei", überein. Wajikra Rab. 17, Jeruschalmi Schewiith 6, Toßafoth Gitin 46a, Jalkut zu Josua 14. Ferner Synhedrin 91a: ״Die Söhne Afrika's kamen zu Gerichte vor Alexander dem Marcedonier, Klage führend gegen Israel, dem sie den Besitz des Landes Kanaan streitig machen wollten, da, wie sie sagten, Kanaan ihr Stammvater war. Beresch. Rab. 68b bringt dieselbe Erzählung, nur nennt es die Söhne Afrika's blos Kanaaniter. Sota 35b ist ebenfalls von ausge- *) Die Stelle, die auch sonst noch von Belang ist, lautet in lat. Uebersetzung: bloses vir sapiens, e vita migravit. Ducatum suscepit Jesus Haue filia9. Tune tempori9 maritima omnis regio, a Sidone ad Aegypti fines, Phoenice dicebatur. Iilic Gentes numero abondantes degebant Gergesaei, Jebusaei aliaeque aliis discretae nominibus in Hebraeorum Historia et ubi Ducem advenam vinci non posse intellexerunt, relicta patria in Aegyptum conterminam commigrarunt. Hic loco non invento qui sedes istis satis laxas praeberel in Libyern concesserunt; quam totam usque ad Co - lumnas Herculeas obtinuerunt, multisque urbibus conditis frequentarunt, Phoenicum lingna etiam utuntur ineolae .... Ibi ad Iontem uberrimum Columnae e lapide candido visuntur duae quae incisum Phoenicum literis et verbis sententiam hanc servant: Nos ii sumus qui fugimus a facie Jesu latronis fiiii Naue .. . Post etiam qui e Phoenicia cum Didone migrarunt ad colonos Africae, tanquam ad consanguineos, se contulerunt, atque ipsis volentibus, a rthagin em condiderunt. I 1

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