Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 6 (1877)
- Issue
- N° 41. (10.10.1877)
- Date
- 1877-10-10
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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41. Das VI. Jahrgang. JMschk 8itkMt«rblM Zur Beleuchtung aller Judenlhum u. Juden betreffenden literarischen Erscheinungen ->ul dem Gebiete derPhilasophle.Geschichte, Sthnagrapbie,Ll>eol»gik, Brienlali», Exegese. Homiletik, Liturgik, Pädagogik. Herausgegeben von Rabbiner Di׳. Moritz Rabiner. ־י> <£>״• Magdeburg, 10. Oetober 1877. Bücher der einschlägigen Literatur, welche der Red de» ״Iäd. pleralurblatt" in Magdeburg (oder -er ״Israel. Wochenschr." in StrUin);«gesandt werden, finden in diesem Klatte eingehende Besprechung. Das ״Jüd. Literaturblatt" erscheint wöchentlich einmal; Preis pro Jahrgang 6 Mark, mit srankirter Zusendung: 8 Mark. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen sin Leipzig durch Robert Friese), oder direct bei der Expedition der ״Jsrgelitischen Wochenschrift" in Magvebürg. — Inserat» werden mit 20 Ps. für die dreigespaltene Betitzeile berechnet. — Abonnenten der ,,Israelitischen Wochenschrift" (die viertelihrlich bei allen Postanstalten und Buchhandlungen 3 Mark SO Ps. kostet) erhalten das ״Jüdische Literaturblatt" gratis. Anhalt. Literarische Abhandlungen: Ueber Eldad Ha-Dani, Benjamin von Tudela und die Falaschas. Von Rechtsanwalt Metz in Minden. — Ebher und Misr. Von Dr. B. Placze:. Versuch zur Erklärung einer nicht ganz klaren Bibelstelle. Von Rabbiner Dr. Kuszmtzki. Literarische Notizen. Von Dr. L. Lewpsohn, Rabb. in Stockholm. Notiz. Inserate. lieber Eldad Ha-Dani, Benjamin von Tudela und die Falaschas. Vom Rechtsanwalt Metz in Minden. (Forlsetzung) Diese 7 Königreiche nennt er תיסקט׳ ארדה׳ שרט/ קאקא׳ הזהם ׳רומרום ׳לודים• Wenn man diesen Namen elwas näher treten will, darf man nicht außer Acht lasien. daß es sich hier um Namen handelt, welche vor tausend Jahren gelten mochten, und daß gerade bei diesen ׳)!amen manche Corrumpirungen durch iibschrciber und Setzer vorgekommen sein mögen. Ich möchte nun Folgendes zur Erwägung stellen. a. שרמי Sarmah oder Sarmi. Der arabische Geograph J'bn Said, welcher im 13. Jahrhundert lebte, nennt Djarmi (Dscharmi) eine der Hauptstädte Abessiniens'). 1). קאקא Koka. Nach Bruce (Theil II) war Koga früher eine bedeulende Stadt Abessiniens und sogar während des 14. 15. und 16. Jahrhunderts die Residenzstadt der Kaiser. Es ist leicht möglich, daß diese Stadt bereits zu Eldads Zeiten die Hauptstadt eines selbstständige» Volksstammes war. c. רומרוש Nomrom kommt zweimal im Sepher Eldad Hadani vor, einmal nnter den 7 Königreichen und sodann in der Erzählnng von den Abenteuern des Eldad. Das Schiff, auf welchem er sich befand, scheiterte an der Küste der Rom׳ rom, die er eine kuschitische Nation nennt. Diese Romrom waren Menschenfresser, verzehrten die wohlbeleibten Gefährten des Eldad und sperrten ihn selbst ein, uni ihn zu niästen. Nun lebt noch beule unter den Völker» des nördlichen Aleffinixns die Sage von einem untergegangene» Volke, die «Rom", welche von der Meeresküste bei Maffana an bis zum Marebfluffe im nordöstlichen Abeffinien wohnten und als ein Geschlecht von Riesen von ruchloser Gemüthsart geschildert ') Liehe v. Kloben: das Etromsystem des obern Nil, Seite 259. werden, welches durch seinen Uebermulh den Zorn Gottes über sich herabgerufen habe.') Ueber den Kannibalismus der Romrom braucht man sich nicht zu wundern. Diese!Barbarei hat unter den Völkern Afrikas zu allen Zeiten geherrscht und steht auch jetzt noch bei den Niem Niam und den Mombuttu, -welche Völker zum Theil noch im Flußgebiete dgs Nil wohnen, in voller plüthe. d. הוהם Hoham Ober' Huham. Die altäbeffinischen Agant in der Provinz Damot^ hießen auch Awawa Und bei den alten Aegyplern Ua-Ua. Hieraus kann leicht in der Pluralsorm הוהס entstanden sein. e. תישקט Tesokat. Mit einer, allerdings kühnen, Conjectur ließe sich annehmen, daß die Abschonbed anstatt eines ursprüngliche« ל ein ם gesetzt, und daß eine Versetzung der beiden Mittlern Buchstaben stathgefunden hätte, sodaß das Wort ursprünglich vielleicht תיקלט geheißen hatte. Nur war Tegelat oder Tegolat die alte Hauptstadt des südabeffinische» Königreiches Schoa und, wie Bruce erzählt, die Residenz der alten abeffinischen Kaiserdynastie, nachdem dieselbe von einer jüdischen Prinzessin Sague im 9. Jahrhundert aus dem Hauptlande verdrängt worden war und sich nach Schoa zurückgezogen hatte. Ueber ארדה und לודים wüßte ich nichts zu sagen, ich will nur anführen, daß im nordwestlichen Abeffinien ein Fluß Rahad' existirt und daß לודיש vielleicht aus לוביש (Lydier) oder gar מביט (Nubier) corrumpirl sei, möglicher Weise aber auch לשטיט geheißen und sich auf die Bewohner der Provinz Last« bezogen haben mag. In meinem Feuilletonartikel hatte ich ferner die Vermuthung ausgesprochen, daß der Fluß Sobal, welcher in dem südabeffinische» Kaffa entspringt und nach Westen in den'weißen Nil fließt, wohl mit dem Sambation, abgesehen von den letzterem angedichletcn Fabeln identisch sein könnte. Ich finde für diese Ansicht eine Bestärkung in dem Umstande, daß Eldad, der den Fluß שבתיון nennt, anführt, daß derselbe be den Nichtjuden ׳ו£בתיון also wohl Sobation heiße. Ich finde ferner, daß der bekannte Geograph von Klüden in seinem Werke, ״das Slromjystem des obern Nil," gleichfalls bereits die Ansicht ausgesprochen hatte, daß der Sobat wohl der Sambation, d. h. der äthiopische, nicht der von Josephus er- >) Vergleiche Andrer: Abeffinien, S. 211.