Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 6 (1877)
- Issue
- N° 33. (15.8.1877)
- Date
- 1877-08-15
- Page
- Seite 131 (sequence 3)
- Language
- German
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Äabba 96 legt diele Worte Jakob in den Mund: ״Jakob sprach zu Josef: Begrabe mich nur nicht in Mizrajim,! Damit ich keine sühne! de Auslösung sei für Mizrajim; denn ich bin dem Lamme verglichen, Mizrajim jedoch dem Esel, und es heißt: Den Erstl ng des Esels sollst du loskaufen mit einem Lamme (Exod. 34, 20)" ... Schemolh Rabba Cap. 15 bringt jenen Vers in Ver> indung mit dem Ausruf Gottes an Jsrael, aus Aegypten zu ziehen — und Cap. 18 ibid. mit dem Tode der Erstgebo! enen; Wajikra Rabba, C. 24 mit dem Verse: ״Nach Art! es Landes Mizrajim sollt ihr nicht thun!" Bamidbar Nabba, l. 4, enthält den Satz: ״Gott spvach: im Gegensatz zu euch I abe ich ausgelöst das Lamm (Israel) mit einem Esel (Mizrijim). dam. Rabba, C. 9 identifizirt zweimal Mizrajim mit חמור. Halten wir dieser so oft vorkommenden Bezichnung חמור für Mizrajim die Bemerkung Ebers' entc egen (S. 55): ,)In altägyptischen Schriften ist mehrmals von Landschaften diSdiede, welche «kam ur d. i. ״sehr schwär!" genannt werden . . . diese Bezeichnung findet sich in Obeiwie in Unterägppten" — oder die Behauptung von Cf abas in seiner Besprechung des Berliner hieratischen Papyras l (p. 40) II ly avait saus doute des Cham-uer, ccmrne chez nous des Bellevues —: so springt mit der Identität von Cham-ur und חמ1ר< deren Lautgefüge :inander vollständig decken, die Verniulhung in die Augen: Die Hebräer haben die landschaftliche Benenn! ng Aegyptens, nämlich Chamur entlehnt, um ihr den durch ein naheliegendes satyrischesWsrtspielgebotenenSinndesgleichlautenden hebräischen Wortes חמור zu unterlegen, wofür sie in dem schneidigen Prophetensermon einen ganz willkommen:n Anlaß ersahen. So entstand der Spottname חמר für Mizrajim. Daraus erkl rrt sich ganz überraschend eine Variante der Siebziger, die sie nach Megillah 9b, aus Rücksicht auf König Talmai (Ptolema! us Philadelphus, oder Pt. Philomelor) bei der Bibelstelle Numer 16,15 eintreten ließen. Statt חמור lasen sie *דוןןז und schrieb!n sie ״Begehrtes". Sie veränderten ja auch (Mesillah a. a. O.) das Wort wie es dort heißt, aus Schonung für die Königin. Dis Nabbinen konnten selten der Versuchung widerstehen, die Lehnwörter aus dem Aegyptische! und mehr noch aus dem Griechischen, durch gleichartigen Tonfall angeregt, äußerlich semitisch herzurichten und ihnen einen hebräischen oder aramäischen Sprachsinn zu inhaliren. Sie thaten es aber gewöhnlich in der Absicht, die entlehnten Fremt Wörter dem Verständniffe der Slammgenosicn näher zu bringe!. _ Literaturbericht. Recenfionen.! Arugsch-^ey, Geschichte Aegyptens unter deff Pharaonen. II. Israel ii Aegypten. (Schluß.) Unter der vielen mächtigen Bauten, die der! König aufführen ließ, Hot er sein Hauptaugenmerk aus eine Stadt an der Ostgrenze!legyptens gerichtet, auf Zoan-Tanis im Nieverlande des 3>elta. Diese Stadt, durch den damals breiten und schiffbare!« tanitischen Nilarm mit der Seq^ verbunden, lag am Eingänge der großen durch Chetam (Ethom) oder Vesten gedeckten Straße, die nordöstlich über Pelusiam oder östlich über Migdol auf die Königsstraße nach Palästina führte; sie war der Schlüssel von Aegypten. — Ramses machte sie zu seiner Rest >enz und weihte sie durch Anlegung einer Tempelstadt, deren Trümmer noch heute zersplittert und vermuttert, gleichsam die morschen Gebeine längst vermoderter Körper, die Stätt; bedecken. Die Stadt erhielt fortan den Namen Pi-Ramesiu (רעמסכ). Wir haben noch eine Schilderung des bunten Treib!nS in dieser Stadt zur Zeit des Einzuges Pharaos in einen Briefe, besten Schreiber manchen Israeliten, vielleicht Mo' che selbst, auf seiner Wanderung durch die festliche Stadt gestreift haben mag. — Ramses ist eine der orei v»i»> kenot der Bibel; ״Vorrathsstädte" »ach der üblichen Ueber* setzung; bester nach dem ägyptischen meskes, meskenet T^mpel, Heiligthum, also ״Tempelstadt". — Ein neidischer Zufall hat uns die inschriftliche Kunde eines ähnlichen Baues im bibl. Pi-tom versagt. Um so sicherer ist dies von Zoan-Tanis-Ramses. Ramses also ist der König der Unterdrückung, der von Josef nichts wußte — Daß in den Inschriften der Name der Hebräer mit kei» nem Worte erwähnt wird, hatseine Erklärung dang, daß er aufgrgangen ist in den Gesammtnamen der ״Fremden", die zahlreich bei den Baute» erwähnt werden. Doch ist die Hoffnung nicht ausgeschlosten, daß irgend ein bisher, verborgener Papyrus uns noch ebenso unerwartete wie erfreuliche Auskunft liefert. (Die Äpuirui, die neben dem ״Volk" schwere Werkstücke aus den Steinbrüchen des troischen Gefildes vom jenseitigen Ufer nach Memphis schaffen mußten, und die manche n!it den Hebräern 8>entificiren möchten, sind nicht Hebräer, sondern Erythräer und werden noch lange nach dem Auszuge der Jsraelten in Aegypten erwähnt.) — Von Zoan-Tanis- Ramses sührteMose dieHebräer aus demLande der Knechtschaft nach dem Lande der Verheißung, um sein Volk die Fleischtöpfe Aegyptens mit« der Milch und dem Honig Kanaans vertauschen zu lassen. >' > . Ramses II. regierte 67 Jahr und zwar!nehr als die Hälfte dieser Zeit mit seinem Vater zusammen; Bilder und ' theilweise auch Namen von 59 Söhnen und 6g Töchtern diese- Königs sind noch an der Außenseite des Tempels von AbyduS zu erkennen. Er starb alt und hochbeiagt. Sein Nachfolger und schon bei seinen Lebzeiten Regierungsgenoste war sei« vierzehnter Sohn Mineptah (freund des Plah), der Pharao, des Auszuges, ein schwacher, auch soffst nicht recht glück!- licher Fürst. Der Name einer Pharaonentochter Meri erinnert an den sagenhaften Namen Merris, der Retterin MostS. Auch wird ein Jahrhundert nach dem Tode des großen RamseS, unter N. III., in Mittelägypten eine Oertlichkeit ausgeführt, . die den Nanien I en-Mosche d. i. ״Insel oder User des Mosche" trägt, ein Name, der noch in den Zeiten der Römer vorhanden war, die ihn irrthümlich Musai od. MusSn nannten, al» handle es sich um eine alte Cultusstätte der Musen. _ Wenn der Psalmist (78, 12. 43) Mose in Zoan seine; Wunder verrichten läßt, so hat sich bis auf ihn noch die Er- 1 innerung an die' Stätte erhalten, wo der große Prophet mit Pharao wegen des Auszugs unterhandelt hat, die Stadt, Äelche - Residenz Ramses und Mineptahs war. Die Bibel nennt letz- י teren nur Pharao nach dem um diese Zeit immer mehr in'' Aufnahme kommenden Titel Pir-ao --- ״Gwßhaus, Hohe n Pforte." — Daß eine monumentale Darstellung den Auszug s aus Aegypten und den Untergang Mineptahs verewige, ist von dem großsprecherischen Charakter ägyptischer Inschriften -: nicht zu erwarten, welche vorsichtig solchem Vorwurf, andem; Wege gingen. Eher wird eine Erinnerung daran! noch 'in ׳ einer bisher rerborgenen Papyrusinschrift zu erwarten ׳ fein. — Unter Minevthas Zeitgenosten weckt unser Interests durch seinen Namen der Namensvetter des biblischen Pinehas. Zu König ML Zeit begann das Reich an allen Ecke» zu wanken. Hebräer, Libyer und einheimische Meuterer rät* . leiten mit Macht an dem mühsam befestigten Thron der 9ta•^' messiten. Die Ereignisse, welche den traurigen Ausgang von fpi M.s Herrschaft über Aegypten bilden, werden von dtn Dmkmälern mit vollem Stillschweigen übergangen. Die rauschenden Wellen des Jam-Suf sind ein ewig geschwätzigeundD? doch für immer stummes Grab über dem erlebten UngllkkAij König Mineptah's. > Seiuecke, L., Geschichte des Volles Israel. Göttinge» ,8^ 1876. (Schluß.) Aus gerungen. seiner maßlos zersetzenden Kritll zieht Herr S. Fol-' die das alte Jsraelitenthum auf' eine sehr nieder«'ך