Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 6 (1877)
- Issue
- N° 33. (15.8.1877)
- Date
- 1877-08-15
- Page
- Seite 130 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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;{ — 130 — y%->7 mub, rrsp. die Mschna hat diesem Fest einen ganzen Trattat gewidmet und in der Synagoge wird das Buch von AlterSher zweimal vorgekesen. Das Fest wurde schließlich von den Rabbinen höher geschätzt und geachtet als alle andern heil. Feste, so daß selbst zur mesfianischen Zeit, in der alle andern aufhören, dieses gefeiert würde. Vgl. Megilla jer 0. L Wie stimmt das Alles zu den hellenistischen Tendenzen und Idee», welche Fest und Buch vertreten? Die Antwort hierauf, — eine bündige, klare und volldeckende Antwort, giebt die Geschichte der nachmäkabäischen Zeit. Während dei4 Religions- und Frecheilskampfes, wie in der RestaurationSperiode, waren die hellenistischen Bundesverletzer; und VaterlandSverräther dem gerechten Zorn des Volkes wie dem Haffe der Makkabäer erlegen und bis auf die letzten Reste, die wenigst compromittirten, die sich noch rechtzeitig dem siegreichen HaSmonäerchum angeschloffen, zu Grunde gegange«. Nr hatten im Volke jeden Boden, verloren, und es hatte sie nun aus seiner Mitte ausgestoßen, die Verräther an Gott und Vaterland. An Stelle "der alten traten nun neue Parteien und wiÄrrum waren es hauptsächlich zwei, die sich heftig befehdeten. Die weltftüchtigen Affiim verlangten nicht nach Herrschaft und Geltung, sie verkehrten blos mit Ordensgenoffen, pflegten ihre levittsche Reinheit, die rigorosen Naziräervvrschriften, die ihnen von vornherein jede Antheilnahme am öffentlichen Leben erschwerten, wenn nicht unmöglich machlen. Freund« der Hasmonäer waren sie anerkanntermaßen nicht. Schon der Versuch ein^hssmonäisches Königthum in Judäa zu errichte«, war in ihren-Augest eine Versündigung gegen das Haus David. Weil sie vorausgesehen, daß dies kommen würde, hatten sie versucht, lieber mit Alkimos, dem vom Syrerkönig «»gesetzten H.-P., einen Friedensschluß herbei- -uführen, der seine Spitze gegen die ehrgeizigen Hasmonäer kehre» mußte. Vgl. 1. Makk. 7,12-14- Ein Effäer war es auch, der in «iner spätem Zeit die Erlangung des jüd. KönigthumS dem Hasmonäermöxder Herodes geweissagt hat, JosephuS antiqa. XV, 10,5. In ihm sahen sie die Gottesgeisel znr Strafe der Einführung eines nicht-davidischen Köuigthums in Judäas — eine Ansicht, die noch bei den spätesten Rabbinen anzutreffen ist.') Ihr extremer Gegensatz war'en die aristokratischen ZadduLm, die Rationalllberalen damaliger Zeit. Voller Vaterlandsliebe um» politischer Einsicht, zählten sie unter ihrm Ttnoffen die) angesehensten Staatsmänner, die tapfersten Heerführer und Krieger, fgft den gesammien Tempel-Ad^ und alle reichsten Priester-Emilien. Das Laterland war ihnen höher als die Religion, Patriotismus mehr als Frömmigkeit, die Intereffen des Staates höher als die Hebung der rel. Gesetzesvorschristen, pol. Bildung mehr als Gesetzeskunde. (Forts, folgt.) P. 8. Zu Nr. 30 verweist Hr. Petuchowsky aus Halb er stadtauf 2, 8. Allein das dort Gesagte verliert dadurch nichts au Bedeutung. Nur ganz zufällig und nebenumständlich, als Geburtsort M.'s, von wo er rxilirt worden, wird Jerusaleman dieser Stelle gedacht, nicht aber in jenem Sinne und in jener Weise, wie wir erwartet hätten — als «itleidende Stadt, oder als Wallfahrtsort der Erlösten, als Zuflucht der Bckrckhten und Bedrängten. . > - ‘) Mosts Prapheti« 8, vrgl. SSoOmat p. 30. '1 Kein verehrter-Fremch, Rabbiner Dr. Bloch in Posen, wie« nach Ebbe« nnd Misr. Äergleichende paldo logische Studim von vr. B. Placzel. C11 am, חם- In Cham ist nicht so sehr das hebräische VN ״heiß' als Bezeichnung für die südlich heiße Zone, oder für das heiß,' blütige Temperament der Bewohner, vielmehr entschieden ei« ägyptische Wurzel zu suchen. Sowohl im Lautbilde, in Hieratischen und demotischen Texten, als im Koptischen und ebenst in den ältesten griechischen Berichten (Herodot II, 12 u. der nicht sonderlich zuverlässige Horapollon, Hieroglyphica I, 70.-, auch Plutarch, d- Js. 33) begegnen wir dem oham, kam, chame, chemi, kemi, keme in der Bedeutung schwarz, als Bezeichnung für Aegypten, nicht so sehr wegen der dunkle» Hautfarbe seiner Bewohner, sondern eher wegen der Schwärze des fruchtbaren Ackerlandes. Nach allägyptischen Darstellungen in farbigen Bildem war der Teint der Aegypter, beso»- ders der Vomehmen und der Frauen, ein Heller, sie hatte» überhaupt nach den übereinstimmenden aus genauer Unters«- chung von Mumien geschöpften Urtheilen hervorragender Anatomen, Kraniologen und Culturhiftoriker, wie Cuoier, Prichard, Retzius, Morton, Czermak (Sitz.-Bericht der Wim- Ak. d. 28. math.-naturh. Classe, 1852, S- 427) nichts Negerhaftes a» sich. Blickten doch die Aegypter selber mit einer aus Mitleid und Verachtung gemischten Empfindung auf die armen ״Nehast" (Neger) herab. (Vgl. Champollion, l'Egypte 1,104; Georg Ebers, Aegypten und die Bücher MosiS I, 45 ff.) Usurlasen III., den Manetho den Sesostris der 12. Dynastie nennt, welcher Nubien unterwarf, setzte Semneh als südliche Reichsgrenze ein. Es fand sich eine diesbezügliche Inschrift: ״Verboten ist jedem Neger, diese Grenze zu überschreiten, es sei denn bei Fortschaffung von Vieh u. s. w. (Brügsch, geogr. Jnschr. I, 46; Lepsius, Denkmäler II, 136; Maspero, Gesch. der morgenländischen Völker Leipzig 1877 S. 108). Die hohe, vielbewunderte Kulturstufe, welche die Aegypter in prähisti» rischer Zeit schon schöpferisch erreicht, schließt die Möglichkeit, sie einer inferioren passiven Rare einzuordnen, nach allen Gesetzen der Anthropologie aus. Daß die Einwohner Aegypteni mindestens nicht ausschließlich zur dunkelfarbigen passiven Na« gehörten, darauf finden wir eine Anspielung in Bereschith Radbah zu Kap. 10, V. 2: ״Die Söhne Iaphets waren Gomer u. s. w." . Rabbi Samuel den Ami meint: ״Darunter ist A f r i k a zu verstehen." Afrika aber -ist im Talmud und Midrasch gewöhnlich eine Bezeichnung für Aegypten. Cham erkennen wir auch in Chem, dem Schutzzoll« von Koptos, dem griechischen kan entsprechend (Brugsch, hist. d’Eg. I, 79). In den Psalmen wird Cham als poetisch« Bezeichnung für Aegypten einigemal gebraucht. Psalm 78 N 51. ״Und er schlug alle Erstgeborenen in Mizrajim, de« Erstling der Kräfte in den Zelten' Cham's." Pf. 105, 23 u. 27: ״Da kam Israel nach Mizrajim, und Jakob wohnt« im Lande Cham ... ״Sie übtest Wunder im Lande Cham.' Ps. 106, 22: ״Gott der Großes gewirkt in Mizrajim, Wu«-׳ der im Lande Cham". Jndeß nicht nur in der Bibel, auch im Talmud glauben wir Cham-Mizrajim an Stellen und i» einer Wortvermummung, unter der man es gar nicht vermuthet, zu entdecken. Der entrüstungsvvlle Ausruf Ezechieli (23, 20) ״Ihr (Mizrajims) Leib ist der Esel Leib", ersähst eine weitere Anwendung und liturgische Deutung in Berochst- 25a und Sabbat 150a, wo es bloß symbolisch zu nehmen geboten wird. Berachot 58a wird erzählt, R. Schila nannte eine Aegypterin חמרתא mit Bezug auf jenen Vers, ms welchem Jebamoth 98a sogar eine "rituelle Consequenz in Betreff der Leviratsehe gezogen wird (אין אב למצרי). Nach Erachin 19b soll darin eine Anspielung gefunden werden, w» das Gewicht menschlicher Gliedmaßen zu bestimmen. Bereschithin auf Rachmanides und Bachja bin Ascher, zu Gen. 49,10, welch« ** gleich« Ansicht vertreten: ייך זה עונש החשמונים י י שמלכו ילא היו מזרע יהודה ומבית דוד ■••• והמשיל הקב״ה עליהם י את עבדיהם והם הכריתום•