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Das jüdische Literaturblatt · 1877-08-01 · N° 31. (1.8.1877) · p. Seite 123

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
6 (1877)
Issue
N° 31. (1.8.1877)
Date
1877-08-01
Page
Seite 123 (sequence 3)
Language
German
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«NN schon die ersten twei L.A.A. nur gezwungen zu erklären so ist in der dritten die Sache ganz auf den Kppf gestellt, Und.nur der Sch irffinn einer רמב״ן vermag eis, den SÄanken hineinzuzwän, en. Litzzatto (Oheb Ger S. 49 Nr. 139) weist nach, daß die letzte L.A. die des '!atschegen (יא״ר) und der Sädioneta sst. Sie lautet vollstär vig: ארי בישא אתון מביר־ץ למעבר לית קביל אפיכון לאפתחרןן Man kann fast mit Bestimmtheit mmehmen, daß diese L. S. die ursprüngliche und diejenige ist, welche Raschi vorgelegei l Hai. (Das Patschegen hat gar keine andere LA. Red.) Wie NachmanideS, Ihn Esra, Ssorno, haben noch sehr viele Exegeten das 02' IB נגד und קביל א שיכון buchstäblich genommen, — ״gegerf euer Antlitz, in, auf, vor eurem Lsttlitz" — u dgl. hierzu konnten die Worte לית ק2יל אפיכון לאסתחרא frei ich keinen leicht passenden Sinn ergeben. Die LA. ist desha b in verschiedener Weise umgeändert, und, wie es nicht and rS sein kann, verstümmelt worden. Salomo b. Metr erklär : 2' רעח ננד שניבם : אחם חושבים רפה בלבבכם. וזה מוכיח : הוי חכמים בעיניהם ונגד שדד,ש רנבוניס•• (Jes. 5, 21), wo Jon. übersetzt.- וי דחכימין בעיני נששיהון 1קביל אשוהון סוכלתנין;. Man erkennt daraus, daß sowohl die hebr. Redensc rt ננד שניהם als auch die entsprechende aramäische ביל אפיהון[ > gleich ihren Parallelen, בעינהם aram. ״ — בפיני ןששיהוןihie innere Anschauung, Gedanken" bedeutet. Die Redensart muß allgemein gebraucht und in diesrm Sinne verstanden vorbei! sein, wenn sie in's Aramäische Mergegangen und von Targumisten angewendel worden ist. Der Sinn der 2SL tritt nun klar und prägnant herror ארי בישא אתון סבירין למעבז י — כי רעה ננד שניכם »Böses beabsichtigt ihr zu verüben". לית קביל אשיכון לאסתחרא ^Jhr denkt nicht darai zurückzukehren"/ Dies kann als eine zweite Version im Tan um genommen werden, oder als hinzugefügte Erklärung, aus Achtung vor Israel, damit unter בישא nicht Schlimmer! s vermuthrt werde.**) — (״ אסתחרzurüÄehren^umwenden," wie in 2 ויסב אבשלום אל "בד־ר/ן. Sam. 14, 24 ואסתחר אבשלום לביתיה•) Noch eine Stelle im Onkelos. die bisher nur gezwungen und nicht genügend erklärt ist, wird hierdurch vollständig klar. Die Morte כמים U־Uö (Gen. 49, 4) übers. Onk.: »על דאולר לקבל א^יך הא כמיא Man hat א$יןי als ״ כעםZorn" erklärt. Das aramäische אשא kommt jedoch in der Bedeutung ״Zorn" nicht vor, sondern dafür רנזא. — Neifmann (שדה 39 .6 ארם Nr. 37) will statt אמך - אפיך, ein Anderer אבוך lesen. לקבל אפיך hei zt auch hier ״ ,למחשבותיךWeil du nach deinem Sinne vorgeg« ngen bist." Au- Achtung vor Röuben braucht Onk. einen mi den Ausdruck und sagt nicht בתר יצרך. Posen. S. B. S. Eine ästhetische Maffora. ' --- Daß die gramr!atikalischen Lautirungsregeln auf den Wohlklang eine große Rücksicht nehmen und aus euphonischen Gründen oft Ausnahnen eintreteN lasten, ist bekannt. Daß aber auch die Aestheli, und zwar die moderne, einen Einstuß auf die Kusspra he eines Wortes derart auSüben solle, baßMttzMtz'-'We > «SaAtiNchtklaufgehoben werden wüste, ist sicherlich überrasch nh. findet sich aber in Norzi's Ukinekat Scbaj zum jüngsten :Vochenabschnitt עקב; die Stelle (Deut. 8,8) lautet: -מוצא שי ה'• כל בגד כפת דממיך לי׳ה ר׳א וכר והרבה מהן שהן דנש ל הו גן קר אה כיה, כי לא-ייתק לומר שי כרפה קודם לשם כי לשון נו אי הוא בלשון צרפת *) »»1-« נגד שניכם $«** und g«s. 5,21. ננד שניהם kommt buse Redentart auf Men »«n be»a-ltch nicht vor. *} Diese Ansicht d tickt auch da- Patschegen mit dm Worten au»: :נראה שכינה הדכר משני כבודן של ישראל Bergt, auch נתיו ד, לנר vom Oberr. Dt. Adler j. St. (Red.) וכי ע״כ מצאתי. Norzi selbst ist vernünftig genug, dies« M«« tivirung abzuweisen; er sagt: ושמעתי שבלשון צרפת ר*ל אין ואפס וכרובן לנו לחוש ללשון צרפת שאין מבפלין דרכי לשון קודש משני שאר לשונות. Er verweist pux Schluß ans die Parallelstelle Micha 4, 4, die freiUch nicht ganz maßgebend ist, da dort die Regina שי von י״י tramt Es erhellt übrigens aus dieser Stelle, daß.׳ Norzi leju Französisch verstand, er mußte es sich 'erst — und zwar ziem» lich ungenau — sagen lasten, was ü bedeutet. M. BL1. Literaturbericht. Receusioue«. .{ Semeck«, Geschichte des Volkes Israel, l. Thetl Göttingen 1876. Hier haben wir vor uns jeitt Buch der maßlosesten, zersetzendsten Kritik. — Der ganze^Pentateuch ist ihm an nachexilisches Werk, das, nach Plan und Aglage, für exilksche. und nachexilische Zustände verfaßt worden ist.׳ Kein Wort in ihm gehört Moses an, selbst nicht der Decalog. Die Erzväter haben nicht existirt: sie sind blos Eponymen, die' Ur erdichtete Begebenheiten die dafiir paffenden Namen hergabar. Die Erzählungeff von Israel in Aegypten, von den Magen und Wundern, von der dem MoseS am Horeb gewordene» Offenbarung und Sendung an Pharao und Israel, öoü der endlichen wunderbaren Erlösung des Letzter» von dem Joche der Aegypter sind nichts als eisie wohldurchdachte Schöpfung des Verfassers des Exodus, um! den Exulanten in Babylon, die da fürchteten, das kleine Würmchen Jakob sei nicht im Stande, in Kanaan wieder eins» Staat anfzurichleN^ uitb ihn gegen die Feinde zu behaupten, diese Furcht in Hinblick auf me in Aegypten sich bewährt habende erlösende Macht GotteS zu benehmen und ihnen Hoffnung und Vertrauen einzuflötzen. S. 1S5 sagt er: ״Dieser Auszug (aüs Aegypten) ist daS Gegenbild de- Auszuges der Gefangenen aus Babel", und S. 97: ״Wird nun gefragt, ob der Erzähler des Exodus selbst geglaubt habe, daß Alles gerade so geschehen sei, wie er es geschildert, so müßte er an seine eigenen phamasievollen Schilderungen g;- glaubt haben". . Also der Verfasser hat an seine Phantasie« gebilde nicht geglaubt; aber die Israeliten, die ihren große« Propheten nicht recht Glauben schenkten, sollten diese ihn«» aufgelischtea Märchen, die jeder historischen Grundlage, dewirklich Geschehenen, entbehrten, und von denen nicht einmal Sagen und Mythe» im Volke' lebten, in allem Erpste, glauben und auf sie ihre Hoffnung für die Zukunft gründen! Hat dies psychologisch und historisch nur die geringste Wahrschemlichkeit für sich? Ich denke nicht. — Vergleichen wir einmal hierzu Ewald'- Geschdes Volkes Israel. Nach ihm enthalte« die pentateuchischen Erzählungen lischt immer wahre Geschichten! sondern sehr viele Sagen und Mythen. Hinsichtlich^der Mythos giebt er ußs die yöchstwichige Belehrung. wie derselbe — dies zeigt er uns insbesondetre bei den Erzvätern — im Laufe der Zeit dem Wechsel und der Umwandlung unterworfen war; wie er ursprünglich nichts weiter als einfach Mid natürlich aussagte, welche Andrücke gemlste Ereigntffe und Begebeuheiten bei ihren Zeitgenosten hinterlaflen haben. Später, als der mythische Stoff sich angehäust halt« und das vor Jahrhunderten Geschehene erblaßt war, wmde der Mythos so umgeivändelt, daß nur sein Hauptgedanke hervorleuchtete und jener in solcher Weise gleichsam! neu'gebar« ward. Noch später trat endlich die Kunst Hinzu. Der Mythowürde nach bestimmten Zwecken und Absichten umgewaichelt. Neues schöpferisch hinzugesügt, das Ganze abgenpidet sind zur mögliche» Einheit gebracht. Ob sich dieses beim Mythos u|0 verhalten hat, und ob derselbe seinem ganzen EntwickekMgsgange nach auch in der Bibel Anwendung fand, erlastbr mir nicht zu entscheiden׳ Das geht jedoch aus der DarMlyüjg Ewald'- hervor, daß er bei den biblischen Eyähluug«, namentlich von den Erzvätern, eine Grundlage deswtMch Ge- .! . 1׳ 1 ׳־.׳׳ ׳< ׳

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