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Das jüdische Literaturblatt · 1877-08-01 · N° 31. (1.8.1877) · p. Seite 122

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
6 (1877)
Issue
N° 31. (1.8.1877)
Date
1877-08-01
Page
Seite 122 (sequence 2)
Language
German
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— 122 — 3*be de« HeideaNnig Nicht anhänglich «ad zugethan sein, an seinem Hofe nicht verkehren, von chm nicht Sunstbezeugungen nichäea dürfen? Die dtportirten Inden im Perserreiche, an ihrer Spitze Mord. — deren ׳jüd. Gesinnung jede Snfechtunauischließt — habe« in recht prüfungsvoller Zeit eine solche Derne an de» Tag gelegt, die ihnen dem zufolge eiste derartig einflußreich« und gefürchtete Stellung in jenem v-lkerreichen.Staate errungen, daß ,viel Volk, well die Angst der *gdptbra Über eS gefallen", dem Judenthum fich angeschoflen, 8,17. EiqeNichtr und Pflegetochter Mord.'S, ein jüd. WaiseumLdcheu, trachte es bis zur Königin, und «er weiß, 0S birfi# nicht hät,te wiederholt, wenn die^Judaer sich blos aufrichtig und treu de« Hofe anschlöffen. Die nun so handeln, wie Mord, gehandelt, di« vornehmen JudLer, di« am Hofe verkehren, stich in der Lägeihre Stellung »ich ihre» Einfluß, zu Gunsteu des Dolles zu verwrrthen, find vom Schicksal eigens daz« ersehen, «a «» in Zeiten der Gefahr vor bösen Anschlägen zu schützen, gegen Berlänmdungen zu vertheidigen, 4,14. ' Eheliche Verbindungen zwischen Judäern und Grieche«, wie sie die Hellenisten angestrebt habe«, dürfen ebenfalls nicht als Lerrach gebrandmarkt werden; das Beispiel Esthers foBte sie davor schützen. Eine solche Verbindung kannAm Volle gelegener Zeit unschätzbaren Vvrthell bringen. — Der apolo -etisch-hellenistische Character der SLttst er- «eist sich nach näherem Eingehen auch noch nach/monchen .«Sern Seiten. Die MUH der beschränkten Griechenschwär- «er, alle« Mögliche« und Unmöglichen eine hellenische Färbring W gebe», erstreckte sich auch auf jedes ÄeußerlichL, Als vollgültig« ,Antiocher" auch äußerlich z» erscheinen, war ihr tztvlz. Me sie die Muttersprache mit der Mundart des Harschenden Volles vertauschten, so gräcifirten sie ihre N a-m e n N»d ihre Kleidnng. Sie wollte« in Nichts von den Grieche« unterschieden sei«. In diese Schwäche verfiel sogar jener ^chreuwexthe Theil der Hellenisten, der fich für Relgion und Mtion ein warmfühlendes Herz und eine״ unverbrüchliche Treue hewahrt hatte, dessen Existenz durch die FreudMthal- .scheu Untersuchuugen'i sicher gestellt. Die Frommen, nament- Uch die ^lflömer, bedauerten das schmerzlich und beklagten es .lief > stl ihxeu Lugen 'war das ein Abstvttsen des Volksthüm- .lich«, ein Abwenden von der Vergangenheit. Die Leiden, dte über Israel waren hereingebrochen, sähen sie an als eine Straf« Gottes grade für diese Sünden. Gegen ausländische Geqänder und Trachten hatte schon d« Prophet Zeph. 1,8 Mit her ganzen sittlichen Macht seines religiösen Gefühles ge- «jfert, denen, die ihr zu Liebe tiäs hebr. nationale Kleid aufgegeben, Verderben und Untergang gewnssagt. (Forts, f.) M«s Alezemdsr v. r•‘ M t י -u. Humboldt s Leben. Humboldt'- Verhalten gegen Gotthold Eisenstein, Sahn «nc* mchemittelte» Kaufmannes in Berlin, und ein auch von dom berühmten Gauß anerkanntes mathematisches Talent, » in Idäm Jahrhundert ^stür einig« geboren werden", י den grbß«» Mann als großherzigen -Wühlthäter. 1644 K« HmabÄdt sür Eis. er» stchrl. Gnadengehalt von 250 nAhalet, 1646 bei Eichhorn 600׳ Thlr. Besoldung als Privat- .choeent, I«ch7 von Rene« eine Unterstützung von 250 Thlr. Mrl. Ich Lerlgufe des Jahres bemüht er fich, ihm eitlen ') *. •i o. m—30. Lehrstuhl in Heidelberg zu verschaffen, doch umsonst; H. u texstützt ih» 1848 aus eigen«!argen Mitteln. 185g werde, nche Versuch gemacht, ״die elende provisorische Existenz, die Eff. von einem Ostern zum anderen sottschlqrpte", tn eine ans die Dauer gesicherte zu verwandeln. Er empfiehlt ilj, atz Professor nach Wien, umsonst; wiederhott verschafft ih» Hi Geld -ans eigene» Mittel», 50. ein andermal ISO Thaler. Hümd?ergründet im Setzräch Mit Ladenberg, daß politl'Vov urthelle ihm geschadet. Er begleitet einen Brief Eis.'s ans Miuisterium mit der Versicherung, ,daß "dieser ganz mit der unpolllischen Theorie der Zahlen beschäftiät sei " 1851 neu« Versuche für Eis., unerquickliche Verhandlungen mit den neue, Ministern, dem ״unfreundlichen" Raumer und dem ״ganz unwissenschaftlichen Bodelschwingh". H. «»terstützt ihn abermals aus eigenen Mitteln. Eisenstein fängt 1852 an zu kränkeln. Humboldt schreibt an Joh. Schulze: ״Der so hochbegabte MatAmatiker, befien Productivikät immer im Zunehmen ist und allgemein im In- und Auslände anerkannt wird, verläßt das Irdische ohne den Profeflortitel, ohne'Anerkennung einer solchen wissenschastlichm Auszeichnung." Im März endlich erfolgte die einstimmige Wahl Eisenst.'s in die Berl. Akademie, nachdem die Göttinger -Societät ihn schon vorher ohne Humboldt's Veranlassung gewählt. > 'Humb. tröstet Eisenst. mit den Watten: ״DaS Sicherste in der Welt ist, was man geistig sich selbst bereitet". Im Juli überfällt Eisenst. Blutsturz, er erhält von Humb. 20 Friedrichsd'or zur Erleichterung der Pflege. Behufs Rettung des Todtkranken durch eine von de» Aerzten vorgeschlagene Reise nach״ Sicilien wird durch Humboldt ein Gnadengeschenk des Königs von 500 Thlr. erwirkt, der Tod erfolgt schon Anfang Oktober. Die 500 Thlr. werden auf Anlaß H.'s dem Vater des Verstorbenen gezahlt. Humb. schreibt an den Vater: ״Es ist kein geringes Verdienst gewesen, in Ihrer eigenen, so eingeschräntten Lage dem Sohne ein« solche Bildung zu geben." An Boeck: ״So habe ich den Eisenst begraben, dem man (trotz fünfjähttger Niederträchtigkeit) nie den Profeffortitel gegeben, dem man die Pension, die ihm der König 1846 verliehen, nie ganz restituitt, und für dessea dürftige Familie, die 6 auSgez. Söhne hat sterben sehen, ma» mir'jetzt das elende Geld streitig macht, welches zur Reise bestimmt war. Welch' ein Ministerium in dem Sitze der Intelligenz, mir permanent Scham und Ekel erregend." Bodelschwingh trug beim Könige auf nur 300 Thlr. an, der König aber wystle dqs Andenken des berühmten und im L«- ben vom EultüsMiitistrr so stiefmütterlich behandelten Mannes" 'chten und befahl die Auszahlung der vollen Summe."— Gauß sagt über H«Mb. in dem Trostschreiben an Eisenst.'» Vater: ״in seinem Strahlenkränze bildet einender schönsten Edetstei« sein warmer Eifer, jedem Talente förderlich zu sein." — Ach»- uche Mge stiller, edler Wöhlthätigteit giebt es noch ruck '«'Humboldts Leben. (S. dessen Biographie von Bruns, Leipzig.) R. Anr Erklärung einer Targumstelle. Eine der schwiettgstenx. Stellen im Oukelos ist die za Exod. 10, 1ö £כי רעה נגד םנימ• Nascht verweist in erster Reihe einfach äüs das Targum, er sagt: בתרנומו. ES muß ihm «me klarveiständliche LA. Vorgelegen haben, die weit« keiner Erklärung bedurfte. Eine solche ist jedoch unter de, viele» bekannten, von einander wesentlich abweichenden Lesatten bis jetzt nicht ermittelt. Nachmanides z. St bedauert, daß Raschi das bez. Targum nicht üzcher erörtert, er bringt drei verschiedene L.A. und ׳erklärt dieselben 'in seiner Weist: 'אריבישא דאתוךסבירין למעביד-לקבל אס תחרת ׳הרעה שאתם חושבים׳ לעשות שבה לנגד פניכם להעיד־ בכם שאתם רוצים לברוח• ויש נוסחאות" -לקבל■ אסיכוז לא״פתחרא••" יאמר- הנה הרעה הזאת מזומנת לשוב לנגד פניקס בי -ליבם תחזור. ועיר מצאתי בו נוסחא אחרת:.לית קביל אפיכון לאמתתרא• יאמר.«7בהברת פניכם להסב הרעה אשר בלבבכם כי הכרת פניהם ענתה בם.

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