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Das jüdische Literaturblatt · 1877-08-01 · N° 31. (1.8.1877) · p. Seite 124

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
6 (1877)
Issue
N° 31. (1.8.1877)
Date
1877-08-01
Page
Seite 124 (sequence 4)
Language
German
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schehenm ttnb nichtbles Gedachten, voranSsetzt und als wahr »nd wirtlich anertmnt. Bei Seineck ist dies nicht der Fall. Alles ist Erfindung,Dichtung, historische Jrrleitnng. Einige ׳ ®tote solle« noch hier eine'Stelle finden. — S. 1. ״Der Stammvater ist die Personification des ganze« Volkes, ein Allgemeinbegriff, eine rein« Abstraction." — ״Nicht darum wurde Israel i» 12 Stämme getheilt, weil Israel IS Söhne hatte, sondern als das Volk fich in 12 Stämme gecheilt hatte, -da hatte Israel 12 Söhne". — ״Der Lieblingsgedanke der alte« Welt, daß eia Volk nichts anders ist als eine große Familie deffelLen Stammvaters, ist eine Täuschung". — ״Di« Juden legten eS den Samaritern Übel aus, daß. diese Evigonen aus unreinem Mm« stammten. Mit chnen ftlbst stand «S etwas besser, aber khr völlig reines Blut bestand nur in der Ettchildnag". — S. 6. Die nördlichen Stämme hatten Israel, der'sich iu Sichem ankaufte, zum Stammvater und die südfich» Abraham und Isaak, die fich in Hebron aufhielt», und ersterer fich aukauste. ״Es mag lange gedauert habe«, bis die «idödsprechenden Ansichten fich zu verschmelzen begannen, und die ursprünglich» Gegensätze Abraham und Isaak einerseits und Isaak andererseits in das Verhältniß vo» Vater, Sohn und Enkel kamen." — S. 13. ״Die Propyläe» der Geschichte Israels zeigen die hehre Gestalt des Knechtes Gottes; die Forderung Jehova'S an sein Volk ist im erste«Patriarch»bereits Erfüllung geworden". — Diese stete Wiederholung der Verheißung vom Besitze des Landes und von der zahlreich» Nachkommenschaft, die Abraham geworden, ist der unwiderlegbare Beweis von dem starken Zweifel, der ba Volke sAbst lebte, ob dasselbe das Land Kanaan dauernd besitzen «ud fich stark vermehr» werde. ״Wird' gefragt, für I " ' ' deren Bundesgenossen, wobei Letztere geschlagm, Lot hinweg,' geführt, aber durch die Dazwischmkunft Abrahams gerettet j ward, ist nach S. ein Abbild der schweren Heimsuchungen Israels durch Affyrer und Chaldäer. ״Der Knecht Gotte«! hat beim Propheten (Jes. 40—66) die Verheißung, das ver» sprengte Volk wieder zu sammeln und über alle seine Feinde! zu trtumphiren. In Wahrheit aber war» alle Kinder I». raels noch nicht zurückgebracht, als der nachexilische Verfasser schrieb; die Geschichte Israels wird v-n ihm idealisirt". — ״In Melchisedek sind Königthum und Priesterthum eins, wie! die Weissagung^ des Prophet» Zacharias lautet (Zach. 6, 13): ״Er wird herrschen auf seinem Throne und Priester sein aus seinem Throne". — ״Die Erfüllung dieser Verheißung wird hier von der Genesis bereits in die älteste Zeit versetzt" ... Zn den Worten Melchisedeks und Abrahams wird Gott als der ״Höchste" bezeichnet; ebenso wird in den späteren Psalmen, im Buch Daniel und in den Apocryphen Gott vorzugsweise ״der Erhabene" genannt. — Abraham giedt Melchisedek den Zehnten von Allem. Wollen die Abrahamiten die treuen Söhne ihres Vaters sein, so müssen sie den Zehnten willig geben, während Maleachi darüber klagt, daß die Israelit» denselben unwillig gaben und fehlerhafte Thiere zum Opfer brachten." — Und in dieser Weise geht es bei Hrn. Seineck fort. Alles ist von der späteren Geschichte abgebildet und in die frühere Zeit verlegt. — (Fortsetzung folgt.) Literarische Anzeigen. I« Verlag« von I. in Frankfurt a/M. erschien soeben und ist durch Im Verlage von 91. Noigtläudek I תפלה קצרה Hririnlch», Dcktttchl»» für die , : israelitische Jugend 1 zum ן Uebersetztll eingerichtet und mit KocaLutari«« rmd grammatischen WorbemerkuNgen versehen i von * j Dr. M. Rahmer. ׳ erster CmftlS. fünfte »erwehrte Nnflage. Preis, gebunden SR. — 60 Pf. Die Rahm «raschen Lehrbücher haben sich in so kurzer Zeit und in solch' ausgedehntem Maße eingebürgert, daß es wohl kaum besonderer Empfehlung derselben bedarf. Bei den neuen Anstage« ist nur besonder« zu erwähnen, daß dieselben stark vermehrt nnb verbeffert find. Di« D0N1I» honar» ««faßt nicht nur s Lmmtliche Gebete für di« jüd. Schuljugend, sondern ist amh gleichzeitig durch das beigegeben« methodische Bocabularium ein'unentbehrliches Hülfswütel zu« ll«berschen fast der ganzen l'eLU», wie dieselbe auch gleichzeitig durch die grammatischen Vorbemerkungen zur Erlernung der hebräischen Sprach« ein allseitig anerkanntes *ab geschätztes Lehrbuch für die Privat- und öffentlich« Schul« geworden ist. Auch die,neue» Auslage» des Enrsas IL und der Schreiblesese-Fibel von vr. Rahmer befinden fich »vier der Presse und erscheinen in etwa vier SSochen. — Ich stell« gerne Ansichts-Exemplare zur Verfügung und gewähr« bei Einführung resp. Partiebezug günstige Bedingungen. Frankfurt «/SR. I. fianffwatttl. ®i* Seite DewtsHe Dtchtertzall« (Verlag von L- S. Theil« in Leipzig: Redacteur Rudolf Fastenrath in HeriSa» (Schweiz) bringt in ihrer Slkr. 14 folgenden Inhalt: ״Friedhofgang von Sleiuhotd Kernau. — Am Chrysopras des Schwarzathals, llemehto ateri von Müller von der Sam. — Der stutz von. stuxt SRook. — Der heilig« Baum von Ludwig Eichrodt — Die Welt ist gut von Wilh. stunz«. — Des Astronomen SLHnlein von E. »»» Bibra. — Vergebung von Hch. Frrimann. — Erstanden von WUH. stunz«. — Ein« Stund« tm Redoctionsburenu der Reue« Deutschen Dichterhalle: Psauderdi von Alfred Sorgen. — Fro- »out )an. u»d Rislrr oen. Preisgekrönter Roma» von Lwhonse Daudet. Literarische Plauderet »o» L. «ltrichter. <Schluß.) Löngrs über Dramatik von Hans Frick. — Die Adler am Pont k*$ma (in Paris) von I. Äanffacher — Die beiden Schlangen von G Emil Barthel. — Alleck» Weisheit »ä alleckei Raerheit vo« Bernhard.Stavenow. — Das söfach« Lied. — Briefkasten. ' Rr. 14 kirnt tu Geutstweikug» di« Rr. 7 der vrp helia bei. in Kreuznach erschien soeb»: Dr. Emanael Hecht'■ Uebersehungslehrer. Ein methodisches HLfsmittel zum Uebersetz» des Pentateuchs und der Pesach-Haga» dah, wie der Bücher: Esther.RuthundEcha. Rebst einem hebräischen Mtud letnRgtinäe für $41(n. Dritte «nflage. Reu bearbeitet, verbeffert und vermehrt von L&. <£ahn. Preis 1 ».50 Pfg. Herr A. Lahn, der bewährte Leiter d«S Sobernheimer ErziehüngSinstitutS hat da» Hecht' sch« Werk einer durchgreifenden Bearbeitung unterworfen. Das Buch kann in seiner jetzig« Gestalt sowohl allen Schulen zur Einführunz bestens enwfohlen werden, wie es auch von Vätern, welche selbst ihr« stinder in die heilig» Schriften einführen wollen, freudig begrüßt werden wird [1021 DE" Bei Neneinfuhrung» stellt die VeriagShandlung gern Freiexemplare für ärmere Schüler zur Verfügung. Jede solide Buchhandlung ist in Stand gesetzt, Exemplare zur Einsicht zu liefern. InlsdK! Mitt-Majam DaS dritte Quartathest — meist Gelegenheitspredigten enthaltend — gelangt um Mitte August zur Versmdung. Die Expeditton. : vr. SR. Rahmer. Druck non 6. Si^arnkr in Barby. Verlag von Robert priese in Leipzig.

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