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Das jüdische Literaturblatt · 1877-08-01 · N° 31. (1.8.1877) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
6 (1877)
Issue
N° 31. (1.8.1877)
Date
1877-08-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Das Zur fttlrvdibing ttzn» a. Juden btt reearischn, Srscheti bt««fWttf btrpijlfc1 schichte,«tznogra,hl t, OrimtaU*, Exegese Litnrgik, pibi »3^' Buchhandl AtU durch alle barg. — Inserat« wert jährlich bei allen Postan" er Inbenleiessenben tili wagen auf s«phie,Ge- «heatogie, Homitettk, tg-gik. Herausgegeben von Rabbiner vr. Moritz Rahnrer. Magdeburg, 1. August 187V. Bücher der einschlägige» Literatur. weiche der «tb bn „31k. FiteraturdtaU" in Magdeburg (aber der „I»rnet.W«chenschr.- ia Stettin) putfaM mritn, finden in diesen, Blatte eingehenb« Besprechnag. : >■ Itblatt" erscheint wSchentlich einmal^ Preis pro Jahrgang 8 Mark,mit!frankirter Zusendung: 8 Mart. Zu bexieüech ng en sin Leipzig durch Robert Friese), oder direct bei der Expedition her „JSraeiitischen Wochenschriftin StagK» en mit 20 Pf. sür die dreigespaltene Petitzeile berechnet. — Abonnenten der „Israelitischen Wochenschrift" (die viertch» stalten und Buchhandlungen 3 Mark 50 Pf. kostet) erhalten das „Jüdische ^iteraturblatt" gratis. I i Literarisch« «bhan Lharakter des Buchei Aus Alexander ». H Zur Erklärung einer Ein«, ästhetische Literaturb ericht: ke« Israel. Literarisch« Snzeig Maffr Esther. (Forts.) Bon vr. I. S. Bloch chmboldtS Leben. Largumstelle. >ra. Sferenftonen: Seineck, L, Geschichte des Bol' n. Der hellenistisch des Bon Vf. I. S. Bloch, Rabbiner. Inhalt. ungen: Der hellenistische Ursprung und e Ursprung und Charakter Buches Esther. (Fortsetzung.) Was aber am tneistm gegen die Anschauung von dem «akkabäischen Tharakte: unseres Buches spricht, ist der merkin der sich diese Anschauung befindet mit der von Professur Grätz selber gegebenen Darstellung von dem Ursprung b< s Purimfestes. Nach ihm') haben wir darin das ursprünglich von den Griechen gefeierte Bacchos- und DionysioS-Fest zu erblicken, welches die jüd. Hellenisten zur Zeit des Ptolomäus Philopator auS Aegypten nach JudSa verpflanzt haben. Die dm griechischen Sitten Abgeneigten waren während t es Syrerkrieges zur Feier der Dionysten bekanntlich mit Gewalt angehalten worden, II. Makk. 7, 7 und 8. Daß ein nakkabäifcher Verfasser nicht grade ein hellenistisches Fest zur Feier empfehlen wird, ist klar. Dieser Umstand allein häte den großen Forscher auf den Weg zur richtigen Auffassung unserer Schrift führen können. Auch das pers. Frühlings- und Wein-Fest wurde gar «st zu gleichem Zwecke »ergeholt, und manche Anklänge an unser Purim find darin auch unverkennbar. Im jetzigen Arabismus heißt Neujahr pukr', und Frühling im Persischen dekLr Der UÄergang von b n x ist nicht selten, wie das Hämische barrol und chald. pa-zel beweist.') Frühzeitig, schon zur Zell der Abfassung >er apokryphischen Zusätze zum Buche Esther, hatte man dies m verschiedmen Festen einm gemeinsamm Ursprug zu gebrn gesucht. Ja nach Esther 16,22 feiern auch die nichtiSraelttiscs en Völker die Errettung — der Ju den von den Anschlägen Haman'S. ') Grätz ll. s. p. 2ö4 ') A. v. Stxemtt, Sgi Orient. I p. 118. *) Reger a. a. O, p, 318. und 343. ittelsgrien p. 127. Petermann, Reise« isn 606. Das allzuwenig religii se Gepräge, welches dieses Fest auszeichnet, macht es nicht ur wahrscheinlich, daß es zuerst allerdings in dm Kreisen der Hellenisten Förderer gefunden; wie wir es auch begreifen, daß die jüdischen Frommm Anfangsich weigertm zur Einbürgerung dieses Festes, dar mit mancher Heid. Feier eine frapante Aehnlichkeit trägt, die Hand zu bieten, und daß lange dauerte, bevor Purim, zur allgemeinm Anerkennung gelangte. Von ursprünglichen Oppositionen, der Schriftgelehrten gegm die Einführung des Feste-, als gegen eine ungesetzliche Neuerung, habm sich selbst in d« rabbinischen Literatur noch dunkle Spuren erhalten. Vgl. Megilla jer. 1,5 und Midrasch Ruth 45,e. Wie dem nun auch sei, erwägm wir all das Borhergehmde, so wird klar, daß unser Buch einm Griechenfreuud zum Verf. hatte, welcher seine Partei, die von Seitm der Hasmonäer und ihres Anhanges als BaterlandSverräther und Bundesverletzsr gebrandmarkt zu werden pflegte, in Schutz nehmen, und gleichzeitig den Versuch machm will, das Voll von der Hasmvnäer-Familie und ihrm Untemehmungm abzuziehen, indem er ihm vor Augm führt, daß in eine« treuen und friedlichen Verhalten gegen dar Herrscherhaus das Hell und Wohl des Volkes am sichersten verbürgt fei. Er führt einen Frommm ius der ExilSzeit vor, Mordechai» einen Angehörigm des. Sa ll'schen Hauses und zeigt, welche Treue dieser, der allerdings keine ehrgeizigm und eigensüchtigen Pläne verfolgte, wie^ die hasmon. Priester, gegm dm pers. Großkünig, der um nichts besser war als AntiochuS, bewiesen, und wie diese Time allein dem Volle Rettung gebracht in der Roth und I Schutz gegm alle bösew Anschläge des Hassers. Es bedurfte nicht so vielm Blutvergießens und Hinopferns der edelsten Kinder der Nation, um die Rücknahme der dem König doch blos abgelockten schlimmm Edikte zu erwirken. Ein inniges Anschließm an das Herrscherhaus — wie es btt Hellenisten ja immer befürwortet habm, -*r. ein politisch ksuges und loyales Verhalten, hättm dasselbe und gewiß noch viel leichtem erreicht. Der fremde Herrscher sei überhaupt nicht so schlimm, die judenseindlichm Edikte seien chm bloS von einem Günstling, der dem Amcckelitrschm Stamme angehörte, eingeg ben worden. We leicht aber ist es dem König bessere Gefir nungm in Hinsicht der Judm beizubringen! Nur müßten sie sich auch als treue Uuterthanm er. weisen. Und warum sollte i er vaterländisch gesinnte, volkrtreue! -i

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