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Das jüdische Literaturblatt · 1877-07-25 · N° 30. (25.7.1877) · p. Seite 119

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
6 (1877)
Issue
N° 30. (25.7.1877)
Date
1877-07-25
Page
Seite 119 (sequence 3)
Language
German
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■ייןזיוי!' ijf. ץ 1״ן״ יי ״ isavant n'a räussi ius T VH ׳'ז-•י — 119 — •r \זיי- «r־ savant n’a räussi jusqu’4 präsent 4 en dömontrer le prototype 6gypti :n.“ ' Die verschied enen Ableitungs- und Erklärungsversuche des Wortes Mizrajim (NILS) mögen hier eine ettvas eingehendere Behandlmg finden. Mizrajim, die Dualform von מצוד, wahrscheinl ch als Bezeichnung für Ober- und Unterägypten (Öhampc Ilion, Oram. 6gypt. p. 26.) mag als semitische Radix au'gefaßt, ein Derivat von ״ צורeinengen, begränzen" sein, cder, wie Gesenius meint, von ׳אצר=מצר צר}, chald. u. ara >. ’מצר, ein Appellativum für ״Kränze, Gebiet." Nach Uhlemann, vr. Max, (Jnscr. Roset. S. 67, 83, 130; Handb. der ges. ägypt. Llterthumskunde II. 13, III. 56 ff.) von מצוי ausdehnen, ausbreiten, daher ״Flachlanb". Das Wor läßt auch ägyptische (coptische) Deutungen zu, nämlich: üla-^or ״fester, befestigter Ort", me-turo, Königreich (Vgl. V oder 8io, List. Bi hl. 1. 34; Boohardt: Veogr. saora I V. 24). Die Puranas und andere mythische Schriften der Brihminen erwähnen eine heilige Gegend Misrasthan oder Aga >ta, worunter leicht Mizrajim oder Aegypten verstanden werden kann. (Rühle v. Lilienstern, Graphische Darstellungen S. 219.) Wir vermuthen, מצר, welches übereinstimmend mit )em ägyptischen ma-zor ״Festung" bedeuten kann, ist darum »ie semitische Bezeichnung für Aegypten, weil ״vom rothen Meere bis zum Nil das Land gegen oie Einfälle räuberischer Bediinen (Shasu) durch Wälle und einen förmliche» Fl stungsgürtel geschützt, also nach der Seite der Semiten hin abgeschlossen war. (Ohahas: Lea Pipyrus hiäratiques de Berlin, 38, 87, 91; Lkaspero, a. a. O. 103.) Mizrajim hieße sonach: das ״befestigte Land". Vielleicht ist darin auch eine paronomastische S nspielung auf צרים ׳מצר? (Psalm 116.3, 118.5; Thren. 1,3) ״Noth, Bedrängniß, Enge" zu suchen, und מצרים wur>e עלשם^ו^וdas Land der Bedräng» niß genannt. -- Hatten die Sftaten, geleitet von der auffälligen Erschei- »ung. in der sic> ihnen Aegypten darstellte, es מצר oder מצרים genannt, ״das befestigte" oder — wenn wir auch die Stämme נ1£ ר אצר zur Erklärung heranziehen — das ״wohlverwahrte, abges chlosiene Land", was wohl auf dasselbe hinauskömmt; so gl brauchten die Einwohner selber für ihr Land andere Benennurgen, die sie theilweise den Eigenschaften des Bodens und dessen Erzeugnissen entlehnten. Weil der Voden sich durch seine liefdunfte Färbung von dem anderer Länder unterschied, namten sie das Land Kem, Kemi-Ghemi (חם) das ״schwarze". (Plutarch v. Js- 33; Virgil, Georg. I V, 23.) Die Agada bezie st es auf die Hautfarbe der Race: חם יצא מפוחם (Bereichs -Ralba 36). — Das Gebiet von Libyen hieß Deser, rothes Land. Oftmals wird in den Texten oder auf den Monum-nten von Pharaonen gesagt: ״er ist Herr von Chemi und Teser", d. h. von Aegypten und Libyen. Die Inschriften enthalten auch den Namen ״Bak“ — das ״Olivenland", ot gleich, sonderbar genug, nach Plinius (XV, 8) Olivendäume in Aegypten selten waren und nur schlechte Früchte trugen; — ferner den Namen Nahet — das Land der ״Sycomore" die wirklich häufig vorkam. Eine ältere Be- Nennung ist Tamera, das Land der ״Ueberfluthuna". (Brugsch a. a. O.) Nicht unerwähnt mag es bleiben, daß der dem Monat August e wa entsprechende Jahrestheil bei den Aegyptern Mesori hieft, koptisch Mis ra. (Carl Riel: Der Doppelkalender des Pa lyrus-Ebers verglichen mit dem Fest- und Sternkalender mn Dendera. Leipzig 1876, bei F. A. Brock- Haus.) Mit der» 1. Mesori des festen Jahres, der dem 9. Epiphie deS bew:glichen Jahres in dem erwähnten Doppelkalender entspricht, beginnt das Siriusjahr ebenso wie das stk« Jahr des Fest- und Sternkalenders von Dendera, das um 6 Tage vom alexandrinischen abwich. Die Bezeichnung Mesori weist au' ein hohes Alter zurück, wenn auch die Einrichtung des mit dem Mesori beginnenden Siriusjahres in die g^echisch-römisch! Zeit fallen soll; denn das nachwmslich älteste «kft« Jahr, ba* auf Grund der SothiSperiod« gebildet war. begann mit dem 1. Thot, dem Vollaufgange des Orion, also nach dem Mesori, an den sich die fünf Schalttage unmittelbar anschloffen, welche als Geburtstage der Götter festlich began» gen wurden. Der 1. Mesori dcs Denderajahres war jener-' Jahresanfang, der ״in dm heiligen Schriften Neujahr ge-, nannt wurde" und auch bei den späteren Chronologen und Astrologm in den Vordergrund trat, derselbe, der die Reih« der Monatsgötter in dem Doppelkalenoer auf der Rückseite des Papyrus-Ebers eröffnet. Darauf fiel das große Nsifeft, welches auSerseheu war zur Gründungsfeier des Tempels von Edfu am 7. Epiphi (23l Aug.) des Wandeljahres 237 v. Chr., ״es ist dasselbe Fest, welches am 18. Misra des KalmderS!der Kopten als Fest der ״Vermählung des Nils" vermerkt steht, und ist das noch heule mit dem größtm Pompe gefeierte Fest des Dammdurchstiches, an dem die Fülle des Nils, das ,Wefa-en-Nil‘ verkündet wird." (Riel a. a. O. S 4, 5,9, 13, 21, 33, 35Lepsius, Chronolog. 134. 157, 213; Zeitschrift für ägyptische Sprache und AlterthumSkunde, 1870, S. 108 — Brugsch, 1875, S. 149 — Lepsius.) In we Ichem Zusammenhänge Misr und Misra stehen, und ob ihre Lautähnlichkeit eine zufällige sei oder auf gemeinschaftlicher Bedeutung beruhe, dafür mag es vage Vermuthungen geben, die jedoch hier am Schluffe der Einleitung nicht am Platze wären- Immerhin dürfte unsere Annahme nicht zu gewagt erscheinen: Misr sei eine Benennung deS Landes, in dem Misra-Mesori eine solch hohe kalendarische Bedeutung hatte, daß er den Beginn verschiedener ägyptis cher Jahre bildete oder mindestens den Zeitpunkt markirte, wo hochwichtige religiöse und nationale Feste gefeiert wurde«. — Sollte vielleicht Mesori als Monatsgott — ״Horus, König beider Welten", der Ober- und Unterwelt (vgl. Lepsius Thron. 135) dem Lande Amypten den Name« ge» geben haben V. HoruS, der ältere oder der jüngere der Brüder oder der Sohn des Osiris, welche beide au£, den Denkmäler« öfter verwechselt werde», genoß ja in^AegHpten so sehr 8er* ehrung, daß er, besonders der jüngere Horus (nach Eham» pollion I, vgl. Jdelev-, Hermap. Tab. XVIII) ״Proteetor Aegyptiu genannt ward. Und im Cap. 146 des Tobten» buches ihm die glänzendsten Attribute ertheilt wurden. — Miz* rajim-Misr wäre sonach gleichbedeutend mit Mesori-Mi-ra und hieße: das Land des Horus, des KönigSbeider Welten. — Literarische Notizen von vr. L. L««ysohn, Rabbiner in Stockhol«. i I (Fortsetzung aus Nr. 27.) 43) Beim Bau der hiesigen Synagoge reichte ein Ge» meindemitglied einen Antrag ein, daß in derselbe« währe»d des Gottesdienstes Herren und Damen nebeneinander fitze» sollten. Der Vorstand forderte mein Gutachten, und ich gab ein solches in ausführlicher Behandlung des Gegenstandes i» historischer, liturgischer und praktischer Hinsicht. Eine lieber» setzung des schwedische» Originals gab ich in der hedr. Zeitsäirift Hameliz (II. Jahrg. Nr. 9), woraus ich hier in mög» lichster Kürze nur den historischen Theil wiedergebe, da er die eigentliche literarische Seite der Frage bildet. Ich deabsichtige hiermit blos, die Literalurquellen nebeneinander f« stellen. — Die Frage wurde ventilirt von der grauesten Bor» zeit an bis in unsere Tage. Der geschichtliche Faden ist fol» gender. Die erste, allerdings nur schwache Andeutung findet sich bereit- Gen. 25, 2i, wo Raschi die Worte לנובח אשתו durch זד. עומד כווית זו וכר erklärt; dahingegen schon deut» sicher in Sacharia 12, 13, wo Kimchi zu den Worten . .ונשיהם לבד hinzufügt: משום לצניעות• — Die nächstfolgende Quelle ist die 5. Mifchna im 2!. P. von מדות. wo von der עזרת נשים im Salomonischen Tempel gesagt wird: הנשים רואות מלמעלה והאנשים מלממן כדי שלא יהו מעורביו* folgt- --- 11 I i-.w« ■1 5י• : 1< י M ■:$

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