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Das jüdische Literaturblatt · 1877-07-18 · N° 29. (18.7.1877) · p. Seite 115

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
6 (1877)
Issue
N° 29. (18.7.1877)
Date
1877-07-18
Page
Seite 115 (sequence 3)
Language
German
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י ׳-■־- •־■!ד־■" 115 — Kanon nicht einverleib en Tradition, besonders in der! sögenannten rabbinischen Hgada erhalten, welche manchealte sich an Alter mit den mythologischen Quellen, die wir innerhalb des Kanon namhaft gemacht haden, messen kann." Nich weiter geht Julius Braun (Die Naturgeschichte der Syge I, 127), in dem wissenschaftlichen ״Die Rabbinersagen sind nichts we- Erfindungen, sondern Nachklänge urgegenwärtige Bibelredaktion ausge- Wortansatze der Agada Niger als willkürliche ält^ier, nur durch di schiedener Erinnerungen^ Auf diesen reministcenzartigen Charakter der Agada weist unzweideutig das den 1 meisten Autoren der Talmude und Midraschim eigenthtrmliche, mit mehr oder minderem Geschick geübte Verfahren hin, für Sagen, Gnomen, hyperbolifirende Schilderungen und sogar für scurrile Paronomasien Bibelverse als Ausgangs- oder Anknüpfungspunkte zu wählen — Weiterungen, die si lbst von alten Paraphrasten, Commentatoren, Allegorikern ,en bezüglichen Schriftstellen als dazu gehörig unterlegt werd n. Damit wäre die Eignung und Berechtigung des legendär, n hebräischen Schriftthums als Quellenmaterial angedeutet. Mit Bezug aus sein altägyptisches Gegenüber schwebte uns von Anfang an bei den vergleichenden Studien ״Ebher und MiSr" (Hebräer 1 nd Aegypter), denen dieses Vorwokt gewidmet sei, der Ged, nke vor: nicht das Ableiten von einander, sondern das Erklären aus einander gelte hier als eigentlicher Zweck. Das hebräische, >. h. das biblisch-talmudische Alterthum mit dem ägyptischen parallelisirend, ist es uns vornehmlich darum zu thun, den Relationen zwischen Beiden aufmerksam nachzugehen, aus den Einen für das Andere Aufschlüsse, Interpretation, so wie ergänzende Ideen und Daten zu holen, um schließlich — we t entfernt von der selbst bei Koryphäen vergleichender, mytholi gischer Forschung beliebten Gepflogenheit, das Historische zu ״v rmythen", oder mythisch zu verflüchtigen — lieber nach Mögl chkeit das Mythische geschichtlich zu condensiren. *. Den Erforscher r des ägyptischen Alterthums muß man eS nachrühmen, daß sie sich mehr als andere Fachgelehrte der letzeren Methode arschliehen. Der hervorragende Agyptholöge G. Maspe ro! Geschichte der morgenländischen Völker im Alterthum- Unter Mitwirkung des Verfassers übersetzt von R. Pietschmann. Nit einem Vorw. v. G- Ebers, Leipzig, 1877, W. Engelma in) sagt S. 233^. von den Phöniziern: ״Ihr Name, ihre Götter und dm Erinnerung an ihre Herrschaft ging im Sagenhafte hinüber, und mit Hülfe dieses Genlisches von Märchen und Sagengelingt es, die untergegangene Geschichte ihrer Entdeckungen heilweise wieder herzustellen" Vergl. auch W. W. Graf Baudissin: Studien zur semitischen Religionsgeschichte. S. 5, 29, 274. Der gleichen gesunden Methode ״die Gest sichte nach rückwärts zu conjtruiren", folgt in lichtvoller lLeise Jmanuel Hoffmann in ״KronoS und Zeus", I. The l, Leipzig, 1876. Die allfälligen Schlußfolgerungen über die primäre oder sekundäre ■Natur b er einzelnen Anschauungen und Ueberlieserungen der Fonuen und Formeln laßen wir gewöhnlich dem unbefangenen Urtheil des fachmännischen Lesers offen, zufrieden, wenn es uns gelingt, manches Dunkel zu erhellen, und Anregung zu weitern Untersuchungen zugeben- ״!הבר נאErkenne selber!" So lautet unsere fülle Aufforderung. die sich Zeder aus der einfachen Gegenüberstellung der parallele« Dat!n herauslesen mag. Nicht absichtslos ist jenes Stichwort at s der biblischen Parthie gewählt, die von der Täuschug Han >elt, welche Josefs Brüder an dem Vater übten. Ein' solche: Vorgang hat gelehrte Nachahmer gefunden, die mit vorxesaßter Absicht wißen!chaftliches Material so geschickt gruppin n, mit unmerklichen Veränderungen zweckgemäß zurichten un > in geeignete Beleuchtung stellen, daß dem Beschauer wie von selber das Urtheil sich aufdrängt, worauf fle eigentlich abgezi flt. Wir breiten kein solches Gejoand vor J .1 I. dem Leser aus, um ihn auf ":זי־-ס^יז"‘1 /?I!vorausberechnet«, falsche Fährt« zu führen und trügerische Schlüffe, wie sie uns gerade paffen, ihm vielmehr anfaffen, und welche» zu entlocken. We wir es Weg wir dabei einschlagen wollen, mag aus verschiedene» größeren und kleineren Abhandlungen, Skizzen und Notizen ersichtlich werden, die in zwangslosen Folgen erscheinen sollen, ohne andern inner« Zusammenhang, als das Gemeinsam« der beiden Nachbargebiete, wie sie von den Titelworten ״Ebher »nd Misr umschrieben werden." (Forts, folgt.) Etwas über die Partikel או. Im Allgemeinen bemerkt man bei dem biblischen Gebrauche der Partikel 1א ein Streben nach Deutlichkeit» wonach die zu scheidenden Gegensätze auch ausdrücklich erwähnt werden; daneben aber ist der Fall nicht selten, daß 1» einen Satz einleitet, zu dem der Gegensatz fehlt, und schein! es daun, daß die Trennungspartikel plötzlich Condiiionalbeveutung angenommen habe. Es ist bekannt, wie. bis, auf bieK Gegenwart herab an zahlreichen Stellen ver Bibel von Exegetea und Grammatikern או gleich אם׳ gesetzt wird — den Beweis für die Richtigkeit dieses Verfahrens bleibt man uns schuldig. Ist aber der Durchschnittswerth von 1א einmal ermittelt und seine Bedeutung als Trennungspartikel festgestellt, so ist eauch da, wo es scheinbar eine andere Bedeutung angenommen, nicht anders denn, als Trennungspartikel aufzufaffen/ nur hat man das daselbst fehlende Trennungsglied aus dem Zufammenhange der Rede zu ergänzen. Hierzu einige Verspiele. Ex. 21, 36 nimmt man nach dem Vorgänge der Sept. bis auf den heutigen Tag א1 נודיע ohne Weiteres im Sinne von אם נוד״ע, wozu ourchaus kein zwingender Grund vorhanden. Vielmehr ist 1א auch hier Trennungspartikel und schwebt aus dem Vorhergehenden als Gegensatz der Fall vor, daß der Stier vorher kein Zeichen der Wildheit gegeben. ViÄ ist schon an dem Ausdruck או אז יכנע לבבם 1נוי Levit. 26, 41 herumgedeulet worden; auch hier kommen die meisten Dentungen darauf hinaus, או gleich אם zu setzen. Keil läßt zwar in der Erklärung z. d- St. den Gedanken durchblickea. daß die Deniüthigung des Herzens in einem gewiffen Gegensatze zu dem mehr äußerlichen Sündepbekenntniße stehe, von dem V. 40 die Rede ist, allein in Wirklichkeit besteht ein solcher Gegensatz nicht, da erster« mit letzterem zusammenfällt. Wir suchen daher statt jeder künstlichen Erklärung den Gegensatz i» dem ganzen vorangehenden Abschnitt, dessen Inhalt ja die Bedingung einschließt, daß Israel den göttlichen Strafen gegenüber in Verstocktheit des Herzens verharre. Was dort still» schweigend angenommen wird, findet hier B. 41 eine» ausdrücklichen Gegensatz an ׳או אל יכנע לבבם indem das Folgende unter der Voraussetzung gesprochen wird, daß Israel sich in der Verbannung reuig zu Gott jzurückwende. Zwar tritt die Wendung schon mit V. 40 ודו את עלנם NM ei», doch kehrt kurz darauf in der ersten Hälfte von V. 41 .di« Rede bei dem steigendem Affekt, der ihr innewohnt, anläßlich der Bemerkung ואף אשר הלכו עמי בקרי ru der eben ver-׳ laßeiien Beschreibung des Strafgerichts noch einmal zurück» und wird er,l in der zweiten Hälfte von V. 41 das, was nunmehr Hauptgedanke geworden, mit den Worten א1 אל יבנע לבבם wieder ausgenommen. In ähnlicher Weise wird im nächstfolgenden V. 43 der Gang der Rede von Neuem durch eine längere Parenthese unterbrochen, um erst B. 45 zu dem Schwerpunkt dieses ganzen zweiten Abschnittes, der in V. 42 gegeben ist, zurückzukehren. An anderen Stellen ist der Gegensatz nicht erst durch Combination zii ermitteln, er ist ausdrücklich im Texte gegeden, und bedarf es nur eines näheren Eingehens auf da- Einzelne, um ihn auch zu finden. Das intereßantest« Beispiel dieser Art ist wohl Levtt. 4, 22 ff. Hier nehme» ältere Exegeten wie Raschi, aber auch neuere wie Keil nach׳ Andeutungen bei Gesen. ß 155, 2b und Ewald § 352a an, daß או הלוע אליו חטאתד nicht einen neuen Fall einführ«, so». 1 .־• } - i

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