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Das jüdische Literaturblatt · 1877-07-18 · N° 29. (18.7.1877) · p. Seite 116

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
6 (1877)
Issue
N° 29. (18.7.1877)
Date
1877-07-18
Page
Seite 116 (sequence 4)
Language
German
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— 116 — fett 1u(t dar SotfettautCfc ergänze, um die eine Vedtagnng terhalten, unter «r ein Sühnopfer zu bringen ist. den Gelken »Lmlich, daß Jemand auf seine Schuld - aufmerksam «Macht morde». IM wird also auch hier unbedenklich gleich QX gesetzt und damit btr1 Gegensatz verwischt, der thatsächlich «oische« vnrvn הודע N in B. 23 und dem corresm»»- mreuden Gliede ואשם in B. 22 besteht. Me Schrift unterscheidet, um es brrz zu sagen, zwei Bedingungen, unter deneu die Darbringung eines Stchnopfers zu fordern sei; der erste, mit dem letzterwähnten Aasdruck angedeutete Fall ist der, daß dem Fehlend« seine Schuld von Anfang bis End« verborgen gMiÄben, bis^ihn eia Anderer darauf aufmerksam gemacht. Dagegen wird"mit 'א1 ה1דע »ליו ח der zweite Fall gesetzt, daß Jemand seinen Jrtthum ftiäter eingesehen, und so seine Schuld sich selbst zu« Bewußtsein gebracht habe. Damit stimmt auch die im Talmud Kerith. Ild recipirte Auffassung unserer Stelle werem. Dort heißt es vtVTNS ואו הודע אליו חטאתו ולא אחרים; auch der entgegengesetzten Falles, daß Jemand erst durch Andere auf seine Schuld aufmerksam gemacht werden MUß, wird daselbst gchacht, nur daß derselbe an א1 הודע אלין angAchnt wird. Anders Jbn ELra und R. Samuel vtL Meier in ihren Eommentaren z. d. St. Stimmt auch ihre Auffassung von או mit der unsrigea überein, und wissen Mlch sie für unsere Partikel an dieser Stelle, die Bedeutung Üuer TremmngspnrÄel zu retten, so geben sie doch den beiden correspondivenden Miedern ואשם und ,,הורט אליך ך eine LuSlegnng, bei der die vorerwähnten Fälle in umgekehr- Irr Folge erscheinen. Danach wäre man genöthigt,. mit אשם den TÄaicka einer Selbstanschuldigung in dem Sinne, daß der Fehlende nach geschehener That sich auch schuldig fühle, zu verbinden, eine Bedeutung, die auch H. Wessely in de« באור z. dt St. ausdrücklich geltend gemacht, die aber »och nicht erwiesen ist. Dr. Leopold Treitel. Am «®Masel Abrr-Ehofni's Schriften". Als bereits der Art. in vor. Rr. geschrieben war, fand ich unter «einen Sxcerpten a«S einem anon. arabische« Commentar zu Deuteron, (das Frag«, enthält etwa 30 Bl.), daß darin כוזאבנא טי אלנטקאת (also »unser ״ם׳ ההוצאה) erwähnt wird, welcher Lom. sich somtt als Jbn-Ehofni'S dücumenlirt. Fast zu jedem Verse werden die betreff. דינים aus dem Talmud, oft auch des ראם אלמםיבך (d. h. des Saadia Gaon) angeführt; einmal polemisirt er darin gegen Anan (vgl. oben); Außerdem habe ich mir notirt, daß einmal von בתאבנא טי אלשריט (also »unser ם׳ המצות") und ein anderes Mal mm sei« eignem Com. zum Adschn. הקת die Rede ist. Sehr oft lübt er die Formeln מסלך, ׳סאל ם איל ,ןאן קאל קאיל (»Frage", »der Fragend« ftagt", ״wenn der Sagende sagt") zu gebrauchen, woratzf dann das ונאם (»Antwort") folgt, was übrigens auch in and. arab. ComuteMarien z. B. in karätschen der Fall ist. Ein paar Bl. zum Adschn.האדנו sollen, nach einem Epigraph deS Copisten, aus Saadia's Com. ent- «»«men sein, wozu noch Jbn-Ehofni'S Com. zum selben Abschn. angehängt wird. Harkaoy. -;-1 LiterArisehe dtotize« MtWdebnrg. Bezüglich der unter Rr. 36 der »Liter. Notizen" des Hr», Rabb. Dr. Lewyson erwähnten Abwevchungm des gewöhnlich« Schulchan-Aruch-TexteS von dem der Krakauer sä. pr. macht Hr. Cantor Nathanson zu ded Bemerknng des Berf״ »dich es im Orach Chajim § 447. 3. in allen Ausgaben cttWll .מותר למולד heiße, es scheine ihm aber richtiger in der L »«gäbe .דעטלד -« lesen, da mast doch an da» bekannt« ,א"מ איסור לכתחיל denken müsse", da- «ms aufmerksam, daß her gelehrte Hr. Vers, nicht dara« ga hchcht v» Me» scheint, daß hi« die Rede von ערטטסח.ig. zu welcher Zeit der fragliche Gegenstand noch kein חמין, folglich auch kein איסור ist; sieh« עמדת זקנים zur Stelle iü brach Chajim Z 626.1. (Doch hierüber keine weitere DiScusfiou.) All- London. Die jüdische Literatur ist in jüngster Zeit hier zu Lande um ein gutes Stück bereichert worden. Der neu erwählte Lector und Bibliothekar des Londoner Belh- Hamidrasch, Herr Speier, hat in Gemeinschaft mit seinem College« Herrn Grosewsky aus der Masse der werthoollen Manuskripte, die sich im besagten Gebäude vorftnden, eine הנהר של טסה gewählt und durch den Druck veröffentlicht. Diese hat vor den gewöhnlichen הנדות nur das voraus, daß Nämlich einige daselbst vorkommende Wörter anders punklirt find, als wir sie sonst vorsinden. So z. B. finden-wir daselbst אנו statt מסטלץ; אנן stau הקטילין »»d מסטין statt מקטין• Weniger interessant dürften aber die sie begleitende» Commentare von Rabb. Jonathan Eibenschütz und dem obigen Herrn Grosewsky sein, worin der sogenannte ״Pilpul" eine bÄeutende Rolle spielt und nur hie und da von den Gleichnissen des Dubno'r Magid unterbrochen wird. Danustadt. Die Herausgabe der ״Judenverfolgungen in Speyer," führte mich znm Studium einschlägiger Bücher, darunter auch zu Schaab's: Diplomatische Geschichte der Inden zu Mainz und dessen Umgebung rc., und da bestätigte sich mir auf's Neue eine alte Erfahrung, daß auch Diejenigen, welche wie Schaab nicht zu den Judenfeinden gehören, wen« sich über Juden betreffeiche Vorgänge der Vergangenheit schreiben, dabei aber nicht die hinlängliche Kenntuiß des jüdischen Schriftthums besitzen, aus Mißoerständniß und Jrrthum, dem Indenthume Gehässigkeiten vindicirm, die ihm ganz fremd find. Hier «in Beispiel Auf S. 18 beginnt Schaab mit einem Auszuge aus einer von Wilcken gelieferten Uebersehung des עמק הטמא von Joseph Koheu über den zweiten Kreuzzug vom Jahre 1146, und zn dem Satze: »Denn es kam der Priester Rudolf nach Deutschland, das Land auszuforsche«, und diejenigen, welche sich verbindlich gemacht, nach Jerusalein zu ziehen, mit dem Aufzug und Einschlag zn bezeichnen", macht Schaab folgende Anmerkung: »Ein verächtlicher Ausdrucks für das aus gewebtem Zeuge gemachte Zeichen des Kreuzes". — Welcher Jrrthum! Die hebräische Sprache besitzt für Kreuz keia Wort, und nm dasselbe bezeichnen zu können, nahm sie ihre Zuflucht zu dem schon im Pematench vorkommenden שתי ועדט Aufzug und Einschlag und bezeichnete hiermit Alles, was sich kreuzt, d. h. was die Figur zweier sich rechtwinkelig schneidenden Linien hat, wie dies im Talmud öfters vorkömmt, z. B. Challin 109 6 קורעו ״ •שתי וערבMan zerreißt es (das Herz des Thieres, um eS von seinem Blute zu befreien) in die Länge und in Breite." Es ist also kein verächtlicher Ausdruck, sondern ein sprachli - cher Nothbehelf, und man bezeichnet damit nicht nur das aus gewebtem Zeuge gefertigte Kreuz, sondern auch das von Metall oder Holz. — Hieran schließe sich noch folgende Bemerkung. Herr Professor Dr. Grätz hat mit Recht in seiner Geschichte der Juden Schaab getadelt, daß dieser schon in die Geschichte der Verfolgung während des ersten Kreuzzuges den Wucher hineingezogen, was ganz ungeschichtlich sei. (8. VL S. 533.) Und so hat noch heutigen Tages mancher offene oder ertappte Judenfeind Anstoß daran genommen, daß in dem von mir veröffentlichten alten Document die Judenverfolgung nicht in gewohnter Weise dem Wucher, sondern der Barbarei und dem Fanatismus beigemessen wurde. Mannheimer. Brirfknfte» der Sie». Hr. vr. M. in St. P. Die ״Sntz egnuitg" in nächster Sir. Hr. Siaschi selbst erwähnt seine Anwesenheit in Worms (1. Lewpsohn'S Epitaphien u. s. w. S. 101.) i Dr. M. R»y««r. Staiä m« E. Vcharnl« in Bardp. ßertag von Stöbert Iries« in Leiptrg.

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