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Das jüdische Literaturblatt · 1877-07-11 · N° 28. (11.7.1877) · p. Seite 111

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
6 (1877)
Issue
N° 28. (11.7.1877)
Date
1877-07-11
Page
Seite 111 (sequence 3)
Language
German
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ייי ־־״גי r P Gbher »nd MiSr. vergleichende -alSslogische Studien von Dr. Placzek. In bcn Völkerströmungei beobachten wir eine Erscheinung, die sich auf ein Gesetz der Flüssigkeiten, auf eine Art von Endosmose und Exosmose zw ückführen läßt; wie ja überhaupt ethnischen und cultnrgeschichtüchen Erscheinungen physikalische Gesetze zu Grunde liegen. Wo verschiedene Rayen!nolecüle oder Nationalitäten in gegenseitigen Verkehr treten, in friedlichen oder feindlichen, vollzieht sich mälig, aber stet g, eine Mischung im Austausch der somatischen und psychischen Eigenthümlichkeiten. die sich dis zum gänzlichen Aufgehest in einander steigern kann, so daß sich aus dem Mischunasresultale kaum mehr bestittimen läßt, wie die Elemente ursprünglich geartet waren, und von welchem Coöfficienten die einzelnen Beschaffenheiten herrühren. Bei zähen und hochvitalen Volksthümlichkeiten läßt sich Solches allerdings in dem Mas e leichter Nachweisen, je schroffer die individuelle Gegensätzlichkeit beim ersten Aneinandergerathen ausgeprägt war, je vo wiegender der PersönlichkeitSirieb in dem Spiele der Adhäsion! Kräfte sich zeigte und je mehr bei der Assimi'.irung das Prinz! p der eigenen Gestaltung bis zu dem Grade vorherrschend blieb, d rß in der neuentstendenen Mischung mit einander communicirenter Völkerstämme, wie sie dem Forscher vorliegt, unschwer das Ursprüngliche bloSgelegt wird. Am greifbarsten bleibe t natürlich die Urmerkmale in den somatischen Mischungsergebuissen, wie sie ourch Rayenkreuzungen entstehen Beichoffsnheil der Haare. Knochengerüste, Schädelbildung, Pigment dn Haut und Augen, chemische Eigenheil der Sekretionen. Temperamente u. s. w. weisen mit einer gewisien Sicherheit auf die avitischen Typen hin. Ein Anderes aber ist's, wo «ne Art Endosmose in der Blut- Mischung ohne geschlechtliche Kreuzung vor sich ging, da die moralischen und intellektuellen Erscheinungen und Gebilde in Idiomen, Mythe», religiös! n Vorstellungen, Sitten und Bräuchen, in gesellschaftlichen m d staatlichen Einrichtungen aus die Provenienz zu prüfen und auf den Ursprung znrückzuführen, weil bewußt oder instinklu e, durch Zufall oder Absicht, verschiedene Jndivituatitäten unabhängig und unbeeinflußt von einander, zu demselben Anschaungsresultate, zu der gleichen politischen Form gelangen können. "chwiedurch sie gerade dämonisch sich anauf dem Kerbholz. Das Woher, wenn ihm die unbedingte Leitung in der wissenschaftlichen Untersuchung quand mfime anvertraut wird, pflegt bedauerliche Trübungen und bizarre Verwirrungen anzurichten, wb man Klarstellung von ihm erw »riet. Die Tendenz, um jeden Preis beweisen zu wollen, ablei! en zu müssen, hat schon die seltsamsten Hallucinationen, um nicht zu sagen Fälschungen, zu Tage gefördert. Man denke dabei gerade nicht etwa an die phönizischen, karaitischen, sa naritanischen, moabitischen Sprach-, Mythen- und Geschichtsklltterungen aller oder modernet Prägung; selbst hocherleuchte e Forscher von überragender Bedeutung sind der sinnlichen Verlockung nicht entgangen.! eingesangen in einer literaris!hen Specialdomäne, sei es des indischen, ägyptischen oder pl önizischen Alterthums, und von diesem fixirten Punkte aus erst fremde Wiffthümer zu vergleichenden Studien heranziehend, ln l er Anwandlung eines unbewußten Gelehrten Egoismus die Aut ochthonie oder Anciennetät ganz fremdartiger Gebilde ihrem eigentlichen Forschungstreise ohne'alle innere Nothwendigkeit und Berechtigung gewaltsam zu oindiziren. Wenn wir also au< 1 der Tendenz in den Ableitungsversuchen einen beengter» Spielraum zugewiesen und jede Vor- Eingenommenheit eliminn t wissen wollen, so bekennen wir uns darum nicht minder zur Ansicht, daß man der Tckdenz bei der Mythenbildung so wie bei der Farbengebung religiöser Anschauungen und Bräu he und sozialer Einrichtungen die Rolle eines erklärenden MotireS ganz wohl zuerkennen darf, ohne sich dabei durch das Anathema des bedeutenden MythenergründerS 0r. I. Goldzi -her beirren zu lassen. (Der Mythos 111 ':י /־«~77" - <t? sprachlichen, ethischen und Darum eben hat die Derilvationstheorie, wo sie diese rigkeiten unterschätzt, oder gezogen fühlt, so Manches bei den Hebräern... Leipzig. F. A. BrockhauS, 187.6 Einleitung Seite XXI V.): ״Nicht wenig Frivolität steckt in der Anschauung, man hätte jene Sagen in einer gewissen Zeit, gleichviel ob bona oder mala fide ersonnen, geleitet durch irgend ein Interesse oder bestimmt durch irgend eine Tendoy." (Fortsetzung folgt.) Bibliographische dtotizen von vr. A. Hartavv in Petersburg. Samuel ibn-Chofni's Schriften. (Schluß.) Bon der zweiten Schrift, die Gesetze über ציצית enthaltend, fehlt der Änsang bis zur Mitte des Cap. Ul. Die Zahl der Cap. war urspr. 10. Die noch vorhandene« sind überschrieben: ואלפצל אלראבע אלקול םי Cap. IV über die Zahl der אלציצית וקדר lvMtt TW Fäden und ihre Länge. :אמואלהא Cap- V über die Kleider, auf אלכא^ם אלקול פי אל תיאב — die man die Zizit anhängen muß אלתי' יגב אן תעלק עליך א6רצית: Cap. vi über den כנף, an אלסאדם אלקול פי אלכנף — dem man verpflichtet ist, die אלדי ינב אן. תעלק עליה Zizit anzuhängen. :אלציצי Cap. VII üb. die Zizit pfltch- אל0אכע אלקול פי אל21ן — tige Zeit. :אלדי תגב פיה אלציצית Cap. VIII über den Segens- אלתאפן אלקול פי כיפיה — spruch beim Ankleiden d. Zizit. :אלברבה פי לכם אלציצית Cap. IX Beschreibung des ~ד אלתאמע אלקול פי צפה אלתכלת: •תכלת Cap. x ob die Zizil-Pflicht 0אלעאשר אלקול פי הל כעד - auch beim Mangel an אלתכלת עדם וגוב אלציצע;: תכלת bestehe. Ich bemerke gelegentlich, daß der Jttur (Hilch. Zizit II §. 1) eine Stelle aus dem VII. Cap. unserer Schrift «»führt. Die dritte. בתאב אלשפעה betitelte Schrift harünlt vo»׳דיני ממונות hauptsächlich von ומי שותפי׳ ברמצרא׳ חזקה■ 2c. und bestand aus 20 Cap., von denen wir bis zuAns. des Cap. XII und 2 Bl. aus Cap. XVI und XVII besitze«. Die Schriften sind nach der Manier der Scheütot. Hilchot Gedolot rc. abgefaßt, nur kommt zuerst die Auseinandersetzung arabisch und darauf werden zur Bekräftigung die betreff. Strllen aus dem Talmud angeführt. Beim, freilich flüchtigen, Durchblättern find mir keine kitirten Vorgänger aufgestohen. I« Cap. VII der zweiten Schrift heißt es: וקד עדדנא פי פצל פצול כתאבנא פי אלשראיע אלמצות אלתי תנב פיאלנהאר p לא פי אלליל ופי אלליל לא פי אלנהאר (In einem Cap unserer Schrift über die Gesetze rechneten wir aus die Gebote, welche nur für den Tag und diejenigen, welche nur für die Nacht stattfinden.) Cap. V daselbst heißt eS, daß tu eiae« Cap. des כתב אלשראיע ausführlich von עשה דוחה לא תעשה gehandelt worden ist. Im Cap. II der ersten Schrift führt er unter die סימני נדול auch einen an. von dem roeder in der Mischna, noch im Talmud die Rede ist, aber dessen die Aerzte erwähnen (וקד דבר אלאמבא). Ich will hier die mir bekannten Stellen in der ältere» jüd. Literatur, wo des Sam und seiner Schriften Erwähnung geschieht, anmerken, natürlich ohne den geringsten Anspruch auf Vollständigkeit. > Im Jtlur (Hilch. Tesillin. 8• 0׳ ist die Rede von der Antwort eines חכם פאם an Sam., (die Stelle ed. Wilna s. 61 Col. 2 scheint mir übrigens corrumpirt zu sein) Abulwalid (R. Jona) erwähnt im Wörterbuch 8. v. דרש (ed Neubauer 166), S.'s Einleitung in den Talmud, und noch 8. v. קיק (vgl. auch Kimchi) und ראה (ebenso Samuel ibn-Dschami in den arab. Schlachtregeln; vgl. Steinschneider in Geiger'« Jüd. Zeitschr. III, 305). und Borr. zu רקמה p. V. VIII, XII. In den Responsen des Joseph ibnMegasch Rr. 209 wird S.'s ם׳ ההוצאה erwähnt. Jehuda ibn-Balam in s«i«e»

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