Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 6 (1877)
- Issue
- N° 28. (11.7.1877)
- Date
- 1877-07-11
- Page
- Seite 112 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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fei' K fc. PeNtatench-Eomnüntar spricht von S.'S 1נסך |אלשראמ (s. Eleinichn. im ^1חל II, 62); ich fand einigemal dasselb« Werk auch in »»serer Hschr. von Jbn-Balam'S Lomment. zu den Propheten citirk (vielleicht ist «S mit dem oben erwähnte» כתב אלשראיע identisch.) Daselbst fand ich auch die aus Kimchi bereits bekannte Aeußerung S.'S über Saul und die Todtenbeschwürerin ausführlich im Original mitget heilt. Jbn ESra in der Vorrrde^und Eaadia ibu-Danan sprechen von S.'L Eommentar za« Pentateuch (Chemda genusa f. 28 b). Im אפרכל werden-S.'S שערי ברכית cittrt (ה־ קונטריפים von Soronel f. 26 b). Ein סי השותפות •* ם' ר,פכר *) fft^t Lonforte' (Lore had. f. 4 b) aus dem mir jetzt nicht zugänglichen ersten Lheile de» Jttur an. Daselbst wird auf Ros« Alaschtar'»' Response« Nr. IC verwiesen, wo von S.'s אלזאם אלא1^!אפ (Nothweudigkeil der Gesetze) die siede ist. LuS karäischeu Gegenschriftm bei PinSker (Akute p. 174 bis 178) erhellt, daß S. gegen dieselben polemistrte. Maimonides in einer von Munk (Le Guide 1,462) mitgetheillen Bemerkung spricht von S'S philosophischen Schriften. Wenn ich noch znfüge, daß Jbn-Danan (Ehemda genusa f. 31 a) auch von S.'S Response» spricht, so habe ich da» mir in Betreff seiner Werke BKannte erschöpft.. Wenn auch aagenommen werden sMe, daß die verschied, halachischen Traktate S.'S verschied. Theile de» כתאב אלשראיע auSmachten, so wird-^nochimmer eiste stattlich« Anzahl selbstständiger Werke üderbleiben, die Jbn-Daud'S Ausspruch (S. haKabala f. 41 a) נם הוא חבר ספלים הרבה vollkommen rechtfertigen.**) Literatmbericht. N t'■ K■■ Sierrnstouen. Marc»», Dr. Samuel. Die Pädagogik des israel. Volkes von der Patriarchenzeit bis auf den Talmud. 1. Th.: Die Bibel «in Buch der Erziehung. 2 Th.: Zur Schul-Pädagogik de» Talmud. Wien, 1877. Commissions-Verlag der Filiale der Buchhandlung Brüder Winter. Eine Zusammenstellung der wichtigsten pädagogischen Grundsätze der biblischen und der ersahruugSrrichen Erziehungslehren beä talmudischeu Schriftthums ist unstreitig eine nützliche und danken» werthe Aufgabe, welcher der Verfasser der vorliegenden kleine« Arbeit mit großem Fleiße und vieler Anstrengung sich gewidmet. Ungeachtet mannigfacher Mängel, die wir .an der Schrift zu rügen haben, gestehen wir ihr bereitwilligst, zu, daß sie einem fühlbaren Bedürfniß avhilft und der Voffässer den Dank der Literatursreuade verdient. Der II Thell, welcher die ErziehungSgrundsätz« des TalmudS behandelt, erschien bereit» 1866 in Berlin, neu hinzu- »Äommen ist der erste, das biblische Schristthum behandelnde Tdttl, welcher aber trotzdem nicht eine zugenvmmene wissenjchaftliche Reife ausweist. Was vor Allen diesem neu hinzu gekommenen ersten Thell in bedauerlichem Grade! auSzeichnet, ist der auffällige Mangel eine» wissenschaftlichen Sinnes in der Benutzung und Jnterpretirung dn heiligen Literatur. Wer eine genetische Entwickelung der hebräischen Erziehung-- lehren darzustellen unternimmt, muß vor Allem die Lüeratur, der Ordnung ihrer Entstehung entsprechend, zu benutzen wissen. Sonst gewinnt er keinen geschichtlichen Fadens, er untermischt und verwechselt weit auseiuanberllegrnde Zeiten und Anschauungen in wirre» Durcheinander. Verf. 1 hätte z. B. seine Darstellung erst mit der Richterzeit und den etwa aus ihr vorhandenen diesbezüglichen Nachrichte» beginnen müssen; statt dessen beginnt er mit — de» *) Wohl identisch mit dr» בתאב אלשפעה in u»s«rer Bibliottzek, kder de» ich ein and. ptal NLHe.e» mittheilen werde. _ **) S« folgt }u O&ign* m nächster Nr. noch «in .Nachtrag", der, nachdem dtrse Nr. bereit« gesetzt war. «intraf. (Der Lite(: .Handschriftliche» an» P«tre»bnrgkam pir diese» Akt. zu spät, ^»ll^chrrlürdie^orcheEn^in^^^Een^eiie^Ned^»^^^^^^ «eranuvorUicher Awaktenr: vr. «. Natzmer. Drsuk mb 1 6ch«rote m «ard,. «erlag von Nobert Arieie m eeipzig. Pattiarchen! Mose» bildet da schon eine .zweite Periode." S. 26. Vers, hätte am liebste» wohl mit Adam angefangen, allein .tieseS Dunkel schwebt über!der Urgeschichte der Erziehung der Menschheit. Selbst die Bibel, die einzige Urkunde aus jener (?!) alten Zell schweigt."! S. 11. Daß die bibl.- Darstellung der Patriarchenpaare ihres ausgeprägten Familiensinnes und sozusagen modern häuslichen Abens eine nur späteren Perioden eigne Lichtfülle aufweist und solch scharf und klar ausgeprägte Farbentöne reflecltrt, daß man sie — die Darstellung — unmöglich in jene wilde graue Urzeit versetzen darf, wo gleichsam der menschlichen Netzhaut die Fähigkeit noch mangelte, solche zu empfinden, das ahnet und achtet unser' Verf. nicht. In ächt primiiijver Naivität erzählt er S. 11—26 aus der Geschichte und de« Leben jener Urahnen unseres Volkes und ihrer Erziehung so viel Einzelnes und Interessantes, ohne auch nur den leisesten Anflug von Skepücismus zu verraihen. So sind ihm auch die ״Prooerbsen" untrügliche Quellen her pädagogischen Grundsätze und Gewohnheiten zur Zeit des Königs Salomo, welch Letzterer in denselben .seine wichtigsten Erfahrungen in Betreff der Kindererziehung" dargelegt hätte. S. 44. Beneidenswerlhe Unschuld! Bedeutend größerer wissenschastl. Werth kommt dem frü- Heren, d. h. zweiten Theil der Schrift zu, der die talmudische Ateratur behandelt. Fragen, wie dse angeregten, kommen hier nicht in Betracht, während eine gewisse Systematik und Ordnung der Darstellung eine Art übersichtlicher Klarheit verleihen. Die herangezogenen talmudische» Citate sind mit wenigen Ausnahmen an paffende Stellen gebracht und gewähren zum Theil einen Einblick in das Wesen, Thun und Treibei! der damaligen Kinderschulen, wenn sich auch Manches hier mit untermischt hat, was eigentlich blos von den höheren, den Gelehrtenschulen gesagt worden. Merkwürdig jedoch, daß Verf. sich nie versucht fühlte, in den gedanklichen Gehalt der von ihm citirten Talmudstellen innig sich zu vertiefen. Daß man dem Talmud noch nicht gerecht wird durch eine wörtliche Uebersrtzung, was oft blo» einen halben oder auch gar keinen Sinn liefert, ist bis zum Ueberdruß wiederholt, aber selb» von Seiten, von denen e» zu erwarten wäre, selten rechlbeherzigt worden. Hier ein Bespiel. Zu dem Schristverse Dan. 12, 3: .Die, so die Gesammlheit der Tugend leiten, gleichen den Gestirnen in ewigen Zeiten", fügt der Talmudist (B. Bathra 8 a) hinzu: אלן פלמדי תנוקות• Unser Verf. sicht darin bloS ein schönes Bild für die Jugendlehrer, die gleich den Gestirnen .ihr mildes Licht in die noch dunkele Welt der auswachsenden Jugend hineinstrahlen zu laffen." S. 9. Ist an dem Bilde au sich Manches auszusetzen, so zeigt die Heranziehung eines biblischen Satzes zu dessen Begründung, daß es sich hier um etwas Wichtigeres handelt. Hauptzweck und Ziel war den Talmudisten überhaupt immer blos das Disaktischc, nicht da- Poetische. In der Thal drück! sich in jenem Satze ein pädagogischer Gedanke von ganz hoher Bedeulung aus. Der Jrrlhum nämlich, als ob dem Kinderlehrer keinerlei gediegenes Wissen noth lhue, daß er blos den engbegrenzten Gegeniiand seiner Lehrthäligkeit inne zu haben braucht, um seinem Berufe vollauf zu genügen, dieser Jrrthum sowohl als auch der entgegengesetzte, wonach der gediegene Mann der Wissenschaft gleichsam eo ipso geeigneter Lehrer sei, -7sollte abgewiesen werden. Jenen leuchtenden Weltkugeln gleich, die, in der überwältigen׳ den Kolossalität ihrer Größe und Dimeüsioneu blos dem weit- und tiefschauenden Geiste des Forschers faßbar, dent mensch lichen Luge nichtsdestoweniger in ganz unansehnlicher Kleinheit erscheinen, also muß der Lehrthälige mit einem gründlichen, weit ausgedehnten Wissen die Fähigkeit verbinden, zu dem Kinde tief herabzusteigen, ihm klein, kindlich, gleichsam unwiffend zu erscheinen. In diesem Sinne sollen die Gestirne Bor-' bilder sein der Jugendlehrer; da» ist der sinnige Gedanke, den der Talmudist mit jenem Worte ausgedrückt haben will, kl.