Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 6 (1877)
- Issue
- N° 23. (7.6.1877)
- Date
- 1877-06-07
- Page
- Seite 90 (sequence 2)
- Language
- German
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der Poesie, sich über di« gemeine Wirklichkeit hinweg in daS Reich de» Idealen zu flüchten und Sch hier eine «jigeüe Welt tnÜtvat• Xbtb so hat den» auch unsxre Dichserin nicht die Herhältniffe betrachtet, wie sie sind, sondern wie sie sein solle», «w sie hat es als eine «esflanische Ausgabe Israels hingestellt, ״baf der jüd. Geist sich in einer neuen Ordnung manifest»," «ud «ine jüd. Staatsform gründe, ״groß, einfach und gerecht wie die alte* — aber auch ״geläutert und dereichert durch die Erfahrungen, welche unsere größten Söhne au» de« Lebe» der Jahrhunderte gewonnen habend Es ist allerdings ncktzsich, mit iäijet solch' idealen Anschquung vom Jckdenthume im Herzen — unfern Juden auf der Straße zu begegnen. Jndrß lehrt die Geschichte der letzten Jahrzehnte, VSs daS jüd. NStionGge^chl in stetigem Fortschreiten b^riffea sP, und' darum hoffen wir, daß auch die Zfit kommen wird, t» der die Inden George Eliot wie eine gottbegnadete Seherin verehren werden. * BreSläu, im Mai 1877. Ür. 8. 2. Mm- -mtmehtfch« Lehmveife Nabbi feffefrr -e« HyMmo». , Bo» -tMiioer H. Nassertritling in vojarwwo. -(Kmsetzung.) Jchoch ist« Schulen, welche unter der Aegide des R. Achanan v. Sakkäi, R! Llttser'S und R. Josua's wie n. a. m. Waen, gaben' ihre« Ähren keineswegs eine, entschiedene told bestimmte Richtung, die nur tmS Gepräge Lech Hillel's getragen hätten, «eil sich Keiner die Freiheit der Jmerprezwtw« «Hmen ließ- Nenn ihnen irgend eine Ansicht Beth Schamai'S mehr einleuchtete und sie eS verstanden, diese ist ihrer scharfsmuigrir Welse auch so zu interprekirin trugen sie sie ohne Btdacken vor, wenn sie auch vorauSschrn ntnßten, daß sie als «in« B. Schamai'sche Lehre nicht zur ieWeibende» Halacha Sbe» «erden wird. So z. Beschließt sich R. El (Schech IX, 9, Eft. Naim. Mschnacwmul. z. St.)׳ der Ansicht Schamai'S (id IV, 3) an, weil chm diese Ansicht einleuchlender war, sollt« sie auch keine הלכה למעשה werden. Ungeachtet besten pflegte er «bet voSznkoimNen, daß die Gelchrtrn sich selbst die Erschwerungen Beth Schamai'S. frei- »Ulis aUferlegstN, wenn sie auch kein« allgemeine Geltung hatteu. (Rotch Haschana 14 a und d.) ES' kam aber auch vor, daß R. Elieser sich keiner der beiden Schulen'anschloß, vielmehr ganz srinen eigenen Weg 'Mg. (Schekalim XII.d, Mischna 6. 7. und Jebamoth BSd.) — Er lchrte auch zuweLen theils wie B. Hillel Wtd thefl» wie B. Sch. (Jebamoth 79b und 80a.) Hingegen aber giebt es Stellen, wo er sich B. Sch. allein anschließt, Kcharim 74a, Edij-ch Xl.a, Eracht» 23a. In der Toffestha Pea 3, giebt R. Elieser Aufschluß über eine Leh«, welche man sonst für ein Streitobjekt zwi- -scheu B. Sch. und B. H. gehalten, und erklärtes daß' sie darüber beiderseits einerlei Meinung seien. Als man dies dem R. El. b.j Asarja mittheilte, sagte er: ״Wahrlich! dies find Worte, di« wie eine Offenbarung an Moses auf Sinai S betrachten find." —Man vergleiche auch hierzu Tosteftha ijoch 2, wo von R. Johanan b. HvraniS erzsthlt wird, obgleich er der Schule B. Sch. angehörte, übte et dennoch seine rituellen Pflichten nach der-Lehre B. HillellS aus. Unbestreitbar ist nunmehr als erwieien anzuerkennen, daß in den Schulen der großen TenaiM der Vortrag der Halachoth ein ganz «ndeschränkter war, jebe Lehre war der Discussion freigegeben.. Ja, es wurden zuweilen auch Lehren vorgetragen, von denen eS ganz unbekannt war, ob B. Sch. und B. H. in Rücksicht a.׳f dieselben je getheilter Meinung waren; ja, sie wurden sogar von R. El. ausgesprochen, von einem Weisen, der unbedingt so wie sein Lehrm R. Jochanan b. Sakkai ein Hillelite war; (Bergl. Maimonides Mischnacomment« zu Echewüth ix, 9, ור״א כדעת ב״ש א׳פ׳ם׳ שהוא מתלמידי ב״ה)• Diese Voraussetzung hielt aber dennoch die Gelehrten reicht ab, ihre Gegenansichten vorzubringen und mit Beweisen und Grididen nach Kräften zu unterstützen, und durch Majoritätsbeschluß zur festen Norm zu erhebe», obgleich sie möglicher Weise gegen B. H. sein konnte. Dieses letztere that aber R. Elieser d. H. nicht! — Wenn er in einer Sache nicht ausdrücklich von seinem Lehrer, dem Hilleliten R. Jochanan b. S. gehört hatte, daß er seine Halacha nach Schamai'S Ansicht vortrug, setzte er voraus, daß sie Hillel's Meinung war, denn auch R. Jochanan b. S. hatte von sich auSgrsagt: לא אמדת., דכה שלא שמעתי מפי רבי מעולם — und nah« sie daher als feste Nor« an. Ge sprach sich aber nicht darüber aus, octroyirte sie seiner Schicke nicht etwa als eine evident hillelitische Halacha," der man nicht entgegenhandeln dürfe; sondern, er allein für sich, aus diesönderer Pietät, betrachtete und berichtete sie aU feste Halacha, Andern aber that er darin keinen Zwang an. '(Schluß folgt.) Ueber de« mafforethischen Scheidestrich (P’sik) «nd Scheidehnnkt (Dagesch). Bon BezirkSrabbinrr T)r. Hochstädter zu Bad Ems. (Schluß.) Aehnlich verhält es sich nckt dem Scheidepunkt in der Mitte eines Buchstabens, welcher bald nur zur Scheidung in der Aussprache, und bald auch — wie schon oben angedeütet wurde!— zur Schechnng der Begriffe innerhalb einer zusammenhängenden Accentengruppe verwendet wird. Gewiß ist's, daß außer dem regelmäßigen, d. h. grammatikalisch«« Berdoppemngs- und Bechärtuugs-Dagesoh (kort« und len«) auch noch sin massoretisches ,und darum minder regelmäßiges sog! Wohlklangs-Dageseh (V. euphonicum) zur Hebung des Tones und Kräftigung der Ausspräche namentlich in poetischen Stellen der h. Schrift vorkommt und zwar>: a) theils iw der Mitte eines Wortes, wodann der betreffende Buchstale in der Aussprache verdoppelt wird, z.-B. (2. M. 15, 17) und rnw (Ps. 141, 3) und dergl. Punkte mchr. b) theils auch im Anfang eines Wortes, z. B. NPf.אד^ (2. M. 15, 1) — wo sonst hinter dem Consonantschluß des ersten Wortes ei» P’sik steht — und מי (ds. V. 11), während es anfangs dieses Verses םי־כנמןנה heißt, und ist dieser Punkt mehr als Dagesch lene zu betrachten- Dagegen sind dergleichen Punkte euphonische Scheidezeichen a) hinter einsilbigen auf einen Bocal auslautenden und — wie die meisten dergleichen Wörtchen — mittelst des Mackef mit dem andern Worte verbundenen Wörtchen, was die allen Grammatiker דחיק (D’chik) nennen, weil die richtige Ausspräche des kleinern Wortes verdrängt würde, so nicht der Scheidepunkt hinzukäme, z. B. 1) מדדתצעק. M- 14, 15) und סה־מוב (Ps. 133, 1) u. dgl. m. — Wo darum dieser S cheidepunkt nicht Platz greifen kan», wird zur Verhütung einer zu gedrängten Aussprache der Vocal des kleinen Wörtchens entweder zum langen K&mez oder zu dem gleichfalls langen Umlaut Sa&goi, z. B מה־אנוש (Ps. 8, 5) und מה־,עשיתי, (Micha 6, 3); so wie es ohne Mackeph einen solchen ver- Uingerten Vocal erhält, z. B. מה לידידי (Jerm. 12, 15) und זנ^מו ny (Ps. 139, 17) u. dgl. d) Im ersten Buchstaben eines Wortes, welches hinter einem zur selben Accentengruppe gehörenden Worte steht, das auf eine accentlose und mit einem Vocale auslautenden Silbe