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Das jüdische Literaturblatt · 1877-05-31 · N° 22. (31.5.1877) · p. Seite 87

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
6 (1877)
Issue
N° 22. (31.5.1877)
Date
1877-05-31
Page
Seite 87 (sequence 3)
Language
German
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87 — 87 — hebräischen Sprache bis in die neueste Zeit alle diejenigen Vaxesch-Punkte innerhalb einer zusammenhängenden Accenten- Gruppe, welche weder zu -dem gewöhnlichen Verhärtungs-Vagtzsph (D. lene), noch zu dem gewöhnlichen Verdoppelungs-VSAesch (D. Sorte) gehören, als ein sogenanntes Dagesch eaphonicum, oder gar als ein sogenanntes Dagesch conjunctivum betrachten, während dies hie und da die Bedeutung der betreffenden Wörter unmöglich zuläßt, wie z. B. ״ ראמרו לאSie sprachen ״״Nein!"" (1. Mos. 19, 2), was sie also fälschlich «׳asjomerullo aussprechen, (sic!) Dringen wir darum tiefer in die mafforelhischs Accentuation, deren Zeichen nach Abschluß der beiden Talmuden laut alter mündlicher Ueberlieserung*) über die Lese- und Betonungsweise des biblischen Urtextes — wie diesen noch die synagogalen Thora Rollen darstellen — eingeführt wurden, so zeigt sich, daß in Folge dieser überlieferten Accentengruppen (פיסוק טעמים) einzelne Satztheile, welche sich wegen der Binde-Accente (טעמים מדוברים) innerhalb solcher Gruppen theils in der Aussprache und theils in ihrer Bedeutung ineinander verschlungen haben würden, die rubricirten Scheide Zeichen nachträglich entstanden sind. Was nun die Wirksamkeit des P'sik betrifft, so steht es nach den mafforethischen Bemerkungen zuweilen nur behufs der Unterscheidung der ,Aussprache zwischen zwei zusammenhängenden Wörtern, wovon das erste gewöhnlich mit einem Consonanten anslautet, und zwar a) wo das andere Wort mit einem gleichen Buchstaben beginnt, womit das erste Wort schließt, z. B. 1) וברזל׳ לרוב. Chronika 22, 2) (אתבייש Spr. 8, 21), oder w^ sonst sich ähnelnde Laute in der Aussprache ineinander fließen würden, und b) wo zwei gleichlautende und zusammenhängende Wörter aufeinander folgen, z. B. 1|) יום 1 י1ם. Mos. 39, 10 vgl. dann Psalm 68,20) u. dgl. m., ohne daß dieses P'sik zugleich die Satztheile trenne, also ein L’garmeh wäre. Die anderweitest P'sik-Stellen haben aber bald nur eine euphonische und bald auch eine den Inhalt der Satztheile etwas trennende Bedeutung. Denn bei den vielen hebräischen Sch ei de-Accenten (טעמים מפסיקים) — über deren Classification und allmähliche Einführung ich später abzuhandeln gedenke — unterliegt es keinem Zweifel, daß man hierdurch alle denkbare Nüancen**) der Interpunktion (פיסוק טעמים) für die richtige Lesung und Betonung der h. Schrift bezeichnest wollte; und nur dann, wenn die zusammenhängende Aecentengruppe der überlieferten Belonungsweise dies allein nicht bewirkte, behalf man sich mittelst des Scheide strich es (P'sik) oder, wo das erste Wort aus einen V o c a l auslautet, auch mittelst des rubricirten Scherde Punktes, wie dies die zuerst angeführten Beispiele zeigen. Es scheint darum hinsichtlich der Classification des P'sik, wie solche der Karäer Ahron ben Ascher ausgestellt hatte, ein Mißverständniß obzuwalten; indem derselbe die sämmtlichen P'sik in 5 Klaffen eintheilt, wovon die ersten Beide» die obenbezeichneten und blos euphonisch sind, dagegen die P'sik der dritten stnd vierten Klaffe nicht minder als die der *) Vgl. Hz. d. Deutung der Bibelstelle von Nechemja 8, 8 im Talmuv Tractat Nedarim 37 d mit R. Ascher!'s Erklärung der פיסוק טעמים mittelst שעל ידיי הניגון מכינין לחבר דומקרא• - Uebrigens ist das blos euphonische k'oik, wie dies bei noch mehreren massorethischen Bemerkungen der Fall ist, keineswegs consequent in der Bibel durchgeführr, wie Z. B. 6 ׳5 •*) חמש זענים- und ירחון לדדרן <Ps. 68, 13) u. dgl. m., und sind überhaupt die Bibelausgaben bei dergleich« Scheivezeiche» nicht übereinstimmend. '*) Eine so seine hebräische Interpunktion wird z. B. mittelst des k'-ik in der Stelle! 1* קרא אלהיט <?1אור י1ם (L R. 1,5.) ange- Deutet, wofür in der ähnlichen Lonstruction קרא ^לד!ים לרקיע קומי ם!] (ds. B. 8) der geringste Scheide-Accent Tebhir steht, und so öfters. Tf fünften : Klaffe sowohl auf die Aussprache als auch auf die Satzbedeutung der betreffenden Wörter vom Einfluffesein können, wie die- Len Ascher in seiner bei den Karäeru gewöhnllchen Reimprosa selbst andeutet, zur dritten Klaffe ׳והם לא יתכנו לחבר z- 4. Kl. שלא תהא זו עם זו בלולה u. z. 5. Kl. שיהיו מופרדים —. Dies läßt sich sogar beider Uebersetzung mittelst der deutsch. Interpunktion meistens erkennen, z. B. pp'-i.אם־תקטל «Würdest Du lobten, o Herr! den Frevler rc." (Ps. 139,19.) u.s. auch (*ך,?¥עזקתה הלאה אלי ״ עשו י קלהOb nach dem Geschrei über sie, das zu mir gekommen ist, sie gethan habend (Dann) Vernichtung! (1. M. 18,21.) u. dgl. m., was doch gewiß so bedeutungsvoll als das sogenannte L'garmeh ist. — Schließlich dient ein solches P'sik zug' eich, um den Scheide-Accent der großen Schalsch&leth von Dem gleichförmigen Binde-Accent in den 3 poetischen Schriften ('ם׳ א׳מית) zu unterscheiden, z. B.,ן^אן) (1. M. 39,8.) I u.,§וה (Job. 11,6.) vgl. dag. d. kleine Schalscheleth in Pf.! 137,9.); während bekanntlich bei anderen gleich- oder ähnlichsöimigen Accentest die Unterscheidung durch besondere Stellungen am rechten öder linken Rande des Worte» bewirkt wird. j— (Schluß folgt) LiteraArbericht. ReceAftouen. KkoecktU r, Dr. theol. Carl. Zur Authentie und Integritäl des Mosesliedes (Dejuter. c. LXLII) Beuthen O/S. 1876 pg. 48j IV. 1 . Würdig xeiht sich diese ׳Arbeit Flöckner's seiner von unS in Nr. 12 des Literaturblattes besprochenen Monographie an. Auch hier hat der gelehrte Perf. eine der schwierigsten Partien des Pentstteuch sich zum!Vorwurf genommen und milder ihm eigenen, uns bereits bekannten Gründlichkeit, Besonnenheit und objectivest Klarheit ist es ihm gelungen, in exacter Weis« die bedeutsamle Forschung über das schwierige Moseslied um einen beachtenswerthen Schritt wesentlich zu fördern. Mit großem Geschick knüpft vorliegende Arbeit an Kamphausen'»**) hochbedeutsame Leistung an,, mit deren Würdigung, Berichtigung, Ergänzung und Bekämpfung der kritische und exegetische Standpunkt des Verf.!auf das Genaueste sich kennzekhnet. Demgemäß zerfällt die Schrift in zwei nach Umfang und Inhalt Ungleiche Theile, Der erste, die ״Authentie d«S Mosesliedes ethärtend, bemüht stch, auf S. 3—32 alle von den Kritikem gegen die Integrität dieses Liedes geltend gemachten Argumente wirksam zu entkräften. War es auch dem Vers, nicht möglich, wesentlich Neues von Belang znr Begründung seiner Ansichten vorzudringen, so gelingt es ih« doch, seine radikalen Gegner) denen er Schritt für Schritt folgt, so erfolgreich zu bekämpfen^ daß wir getrost die von ihm gewonnenen, wissenschaftlicher! Ergebniffe krstischer Forschung zu *) Bgl. Hz. Mkndetsohst's Uebersetzung und Exegese ((באוה תפסיק הזה מפריח הענין"» übereinstimmend »Ut den beide« alt« chaldäischen Paraphrasen und hen gründlichsten alten Exegetm! hinter dem aus «inen Bocal auslautmden Worte.עשו steht — anstatt eines Scheidepunktes — dar r׳»lk, weil der erste Buchstabe des darauffolgend« Wortes לה? als verhärtungh fähiger Consenant ohnehin einen Punkt als D*ge*ch lene erhält. Ebenso steht dieses P'iik hinter einem auf Vocal auslautenden Worte, so ver erste Buchstabe de« nächst« Wortes als Hauchlauts gar kein« Punkt, in sich aufnimmt, z. Bsp. ל^עה 1 יי ״O höre, Ewiger!" (Ps. 5.2) weil nach der Aussprache de« göttlich« Eig«namenS <P«tragr»mva»tov) wie אהןןי> der erst« Buchstabe desselb« rin Aleph ist. u. dgl. m. »♦) Das Lied RofiS erklärt von A. stamphausen, Leipzig 18SS. .

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