Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 6 (1877)
- Issue
- N° 22. (31.5.1877)
- Date
- 1877-05-31
- Page
- Seite 86 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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WWM.M,!' - ׳ע,' ריזי־״י־ 'ך״«ל^י ■7ז~י־י-' T -U 86 — Wähelm Scherer!(Rundschau, Februar 1877), sich mit dem Abschlüsse der Buches nicht zufrieden Üben und nach dem Erfolge Deronda'» fragen wird — Sch. muß selbst zugeben, daß das Buch mn ״sehr philosophisches" ist. Dann ist aber auch die Geschichte nur eine Gewandung der Gedankens und brauchen chre Säume nicht weiter zu reichen, als der Gedanke selber. Die Ber§. zeigt, wie Deronda von dem Vorurtheile gegen die Juden allmählich durch Beobachtung ihrer Sitten, Studium ihrer Literatur und durch Anregung Mardochai's zu einem Borkämpfer des Judenthums sich emporringt, wie er btt Führerschaft der Juden übernehmen will, um ihr »alionales Gefühl zu heben und chre Einheit und Selbstständigleit wiederherzvstellen. Die Vers, wollte zeigen, was den Juden unserer Zeit noth chut und das Ziel bezeichnen, nach dem sie zu streben haben. An jenem Tage, an dem die Juden dies eingesehen, an jenem Tage, an dem sie zu jener Höhe der nationalen Begeisterung sich werden emporgeschwungen haben, um einem Deronda folgen zu können — an jenem Tage kann die Fortsetzung des Buches geschrieben «erden. (Schluß folgt.) . Die halachische Lehrweise -es Rabbi Elieser be« Hyrkauos. Bon Rabbiner H. Wassertrilling in Bojanowo. (Fortsetzung.) Die zweite Grundlinie der Tradition erstreckte sich auf ei» weiteres Gebiet. — Das ganz« schriftliche Gesetz, ja sogar der geschichtliche, prophetische und poetische Inhalt der ganzen Bibel ist einer unbeschränkten Erklärung und Auslegung freigegeben. ׳ Alles, was in demselben gefunden werden kann, mag emit alten oder neuen philosophischen Systemen vereindart werden, wen» es nur nicht mit der in genannter erster Grundlinie stehenden mosaischen Tradition collidirt, darf und soll der menschliche Verstand herausfinden. Auf dem halachischen Gebieke aber soll er sich an bestimmte InterpretationSregeln halten. Diese wurde« also bei zweifelhaften Füllen und Lehrsätzen von den Tannaim angewendet. Es kam hierbei selbstverständlich meist auf den großen und intensiven Scharfsinn des Gelehrten an, seine Ansicht zu begründen, und für sie die Majorität der Schule zu gewinnen, (cft. Maimon. Einl. in d. Miischna,'Tw. החלק השלישי) Kein Gelehrter aber war verpflichtet, sich in der Anwendung der Interpretatio» Fessel» anzulegen. Nun hatte mancher oft nicht nur die Halacha, die er zur Geltung bringen wollte, von seinem Lehrer empfangen, soildern auch die dazu gehörige Jnterpretatlon, wodurch sie von seinem Lehrer begründet wurde. In diesem Falle war es anzunehmen, daß die Halacha eine uralte und deshalb der Festsetzung würdiger, als die erst nun durch eine combinirte Interpretation ermittelte. In der alte« Zeit, ja noch unter Hillel und Schamai, war, wie bei chren Vorgängern, den ״Paaren", sowohl Halacha, als ihre Interpretation, Sache der Tradition geblieben, nur wenige Lehrsätze waren zwischen diesen zwei Lehrern Streitobjekte gewesen,; -oiele ihrer Schüler aber hatten theils die Halacha, theils ihre Interpretation, oder auch beides nicht im Gedächtniß behalten; daraus erfolgten ihre Conflicte. Wie es heißt: משרבו תלמידי שמאי והלל שלא שמשו כל צךכן רבו מחלוקות בישראל ונעשית תוו־ה כשתי תורות• (Sota 47 b) Ferner wird berichtet: 121 כל אשכולות ־שעמדו להם »Alle die Uuiversalgwße», die seit MoseS bis zum Tode Jose b. Jotser'S״ (c. 6V v. g. Z.) aufstanden, haben die Thora wie MoseS gelehrt, d. h. eS war keinerlei Divergenz in ihren Lehren, denn Hit Tradition stand noch in ihrer vollsten Blüthe; von dieser Zeit an aber war die Lehrweift keine feste mehr." (Temura 15 b, man vgl. auch hierzu Synhedrin 88 b, die Stelle 'מתחלה לא היו מרכין מחלוקת וב) Man mußte also, um den Bestand des Gesetzes zu wahren, und die Ausübuugsweise der rituellen Vorschriften nicht der Willkür des Volkes, welches bald nach diesem, bald nach jenem in der Praxis sich hielt, zu überlassen, den Schriftsatz: ״nach der Mehrheit sich zu neigen", auch hierbei anwenden, und so wurde für immer — mit Ausnahme der ״achtzehn Lehren" (M. Sabbath I, 4) wobei Beth Schamai die Mehrheit erlangte — die Endbestimmung nach Beth Hillel, welche die Majorität bildeten, festgesetzt. Und wenn sich auch späterhin eine Mehrheit für die Lehre Beth Schamai's bildete, wurde sie dennoch nicht angenommen, so daß die Lehren Beth Hillel's volle Traditionskraft erlangten; man betrachtete ihre Aussprüche für feste Halachoth, gegen welche man wohl sich auszusprechen das Recht hatte, jedoch nicht einen ihnen entgsgenstehenden Beschluß fassen durste. — Wenn sich nun ein Gelehrter aus der Schule Hillel's vor jeden Angriff schützen wollte, brauchte er nur nachzuweisen, daß seine Halacha als eine Lehre Beth Hillel's constMrt sei. Im Falle aber, daß eine Tradition von glaubhasten Männern bezeugt wurde, traten selbst Hillel und Schamai von ihrer Meinung zurück, mochte das Zeugniß auch nur von unberufenen Laien abgelegt worden sein. Sonst aber galt der Grundsatz:כית שמא'במקום בית הלל אינה משנה »Der Ausspruch B. S.'s Beth Hillel gegenüber ist so viel wie gar nicht vorgetragen zu betrachten." (S. Edijoth I, 3—6 u. Tosefta-dazu; ferner Tossefoth Erubin 17 b, Tw. אמר, so auch Jebamoth 122 a, דאי משכחת סתמא דאין משיאץ בית שמאי היא). Erhob sich aber eine Mehrheit von Stimmen im Collegium, die es bestritt, daß irgend eine vorgetragene Lehre von Beth Hillel ausgegangen, vielmehr daß sie B. Schamai'schen Ursprunges sei, da konnte der Vortragende Himmel und Erde zu Zeugen anrufen, eS nützte ihm nichts, die Majoritük verwarf sie, weil man den alten Uebelstand, להרבות מחלוקת בישדאל wieder eintreten z» sehen befürchtete. (Fortsetzung folgt.) Uebev den mafforethifchen Scheidestrichj (P’sik) und Acheidepunkt (Dagesch). Bon Bezirksrabbiner Dr. Hochstädter zu Bad Ems. Bekanntlich hat in unserm Jahrhundert der sel. Wolf! Heidenheim in seinem Werke משפטי המעמים das Wichtigste über ״die hebräischen Accente" und sonstigen diakritischen Lesezeichen, welche in den gewöhnlichen 21 Büchern der heiligen Schrift Vorkommen, aus den alten masiorethischen und grammatikalischen Werken gesammelt und übersichtlich dargestellt,׳ und ebenso gründlich hat nach ihm mein ehemaliger Zögling Celigmann Baer die hebräischen Accente 2c. in den besonders I poetischen Büchern (תהלות משלים איוב) in seinem Werke תורת א'מיתי behandelt. Dennoch ist — meines Erachtens — die Unterscheidungskraft des Fsik bis jetzt nicht hinlänglich erörtert worden, indem man annahm, daß nur dasjenige P’sik, | welches in den 21 Büchern der h. Schrift hinter dem Munach-, vor dem R’biah-Sccent und in dm 3 poetischen Büchem entweder hinter dem Asla- oder Mabpach-älccent vorkomme, I auch die verschiedmen Satztheile innerhalb einer zusammen-! hängenden Accentmgruppe von einander trmne, was maul li'xarweb nannte; indeß jedes anderweite P’sik nur ״zur! euphonischen Verdeutlichung der Aussprache, aber nicht zur! Trennung der Satztheile nach ihrem Inhalte" vorhanden fei. I (הפסיק הונח לתקנת הדיבור והלשון.אבל לא לתקנת הענין) Dem widersprechen jedoch dergleichm P’sik zwischen Wörtern,! welche ihrer Bedeutung nach unmöglich zusammen gehöre»,! wie z. B. ןןא?$רילא Er sprach: ״Nein!" (1. Mos. 18,151 u. 1. Könige 11, 22.) Noch sonderbarer ist es, wmn!christliche Grammatiker der!