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Das jüdische Literaturblatt · 1877-05-24 · N° 21. (24.5.1877) · p. Seite 83

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
6 (1877)
Issue
N° 21. (24.5.1877)
Date
1877-05-24
Page
Seite 83 (sequence 3)
Language
German
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net der Juden und Protestanten. In den ״Studien zur Jubetfeier der Wiener Universität" von G. Wolf, weiden einige Proben in dieser Beziehung, ©. 82 u. s. w., mitgctheilt. Van Swieten war aber auch ein heftiger Gegner der Jesuiten, die stch der besonderen Gunst der Kaiserin erfreuten und die auch zu jener Zeit die Bücher-Censur übten In! einer Note vom 24. December 1789 setzte er der Kaiserin auseinander, welche Uebergriffe die Jesuiten sich erlauben. Da gedenkt er auch der Juden, respective der jüdischen Bücher. Wir lasten hier den betrsefsenden Pastus in deutscher Uebersetzung folgen (das Original ist französisch) und bemerken nur, daß der Buchdrucker in Brünn Neumann heißt. ״Ein Buchdrucker in Brünn druckte Bücher mit hebräischeu Buchstaben zum Gebrauche für die Inden. .Dieses mißfiel den Patres, da sie wollten, daß diese Büchern bei ihnen in Prag gedruckt werden. Man machte nun dem armen Buchdrucker ein Verbrechen daraus, und der arme Mann wurde so sehr verfolgt, daß er und seine Familie nahe daran waren, zu! Grunde gerichtet zu werden. Der Pater Bleiweis lief überall herum, bat, setzte Himmel und Erde in Beweguug und fürchtete nicht, im Vorzimmer einer Hofstelle hier zu sagen, daß dieser Mann (der Buchhändler) ruinirt werden wird,!selbst, wenn es der Gesellschaft 20,000 Gulden kosten sollte. Der Pater Haselbauer behaupte'e, cf habe viel Gift in diesenlBüchern gefunden. Als man hierauf von ihm verlangte, daß er die Stellen bezeichne, wurden sie von unscrer Censur geprüft, und man fand das gerade Gegentheil. Das ganze lief daraus hinaus, daß die Juden nicht in gleicher Weise, 1yie die Christen über die Person unseres Heilandes denken^ und gewiß war nicht zu besorgen,! daß Christen hebräische Bücher lesen werden. Pater Haselvauer, um die Juden, die anderwärts ihre Bücher drucken lasten, zu bestrafen, verlangte lebhaft die Erlaubniß, mit einigen Gerichtsbeamten zu jeder beliebigen Zeit zu den Juden zu gehen und ihre Bücher zu» eonfisciren. Das Dircctorium hat sich veranlaßt gesehen Händler Ersatz zu leisten." Wien, April 1877. die Patres zu verhalten, dem genannten Buchfür die ungerechte Consiscirung der Bücher W. Ueber das דובר הידזודים auf den makkabäifcden LVünzen. Jüngst ist wiederholt die Bedeutung des Gesetzes חבר היהודים auf den makkabäischen Münzen in diesen Blättern besprochen worhen. Dieselbe ist immer noch nicht sicher gestellt. Versuchen wir eine andere Erklärung. Die Bezeichnung כהן הגדול׳ וחבר היהודים scheint uns eng mit der politischen Zerristenheit und religiösen Spaltung der hellenistisch-makkabäischen Periode zusammen zu hängen. ״ חברGenostenschaft" ist eine Bezeichnung sür das abgeschlostene Kastenwesen bei heidnischen Völkern, zunächst der Priester- und Adelskaste, und ist so auch auf die sich abschließende Priester- und Adelspartei der Sadducaer übertragen worden. Diesen ist das חבר היהודים der Pharisäer nachgebildet worden. Daß diese Genostenschaft eins andere, als die priesterliche war, geht auch daraus hervor, daß כהן von כהן חבר unterschieden wird. Bekannt ist ja, daß die makkabäischen Könige und Hohenpriester aus politischen Gründen sich oft den Pharisäern anschließen mußten und gezwungen waren, mit ihr, der Pharisäer- und der Volkspdrtei, zu gehen. Jene Bezeichnung auf den makkabäischen Münzen erklärt sich daher von selbst und bedeutet: Hoherpriester (Sadducäer von Geburt) und Genoste (Mitglied) der Juden (Pharisäer- und Volkspartei). Diese Bezeichnung hatte also keine finanzielle Bedeutung, rücksichtlich des Werths und der Gangbarkeit der Münzen, sondern eine politische rücksichtlich der Stellung und Ausnahme des Fürsten. Die Münzen vertraten in diesem Falle gleichzeitig die Stelle unserer Zeitungen zur öffentlichen Kundgebung und Manifestation der politischen und religiösen Gesinnung! des Fürste» Höchstens könnte dadurch die Gangbarkeit und Annahme der 1 Münzen unterstützt, und so! der finanzielle Werth derselbe« erhalten und gehoben worden sein. Alzey. vr. Rothschild. Literarische Notizen von vr. L. Lewysohn, Rabbiner in Stockholm 38) Obwohl im Mittelalter die Juden in Polen größtentheils aus deutschen Exulanten bestanden, so haben sie doch zuweilen in ritueller Beziehung andere Normen als im Mutterlande befolgt; ich erwähne beispielshalber nur folgende Stellen. חיי אדם zu Peßach Kellal 127 s. 1 drückt sich aus: . י נזהנו כל תפוצות הגולה האשכנזים וכן במדינות פולין שגם הם נחשבים מבני אשכנזים, dahingegen משאת בנימין (angef. im Magen Abr. zu Or. CH. 8.547,5)בני אשכנז היינויאשכנז ממש אבל בפולין : die Polen rechneten sich zwar zu den בני ׳אשכנזים benannten sich aber doch nicht so. 39) Ich besitze einen אליה רבה mit zahlreichen schrifi- ׳ lichen Glasten. Zu den Worten desselben (§. 556, 2) הרבה פוסקים כתבו בבא לביתו יברך על האור ובמ׳־נ ורואה צפורניו כנגד האור, und wo der Gloffator die Abbreviatur ובמ״נ unterstrichen hat, bemerkt derselbe: י אם זה ט״ס וצ״ל במ״ב קשהו־הא א״מ על בשמים׳ |ואם לאו לא ידעתי פירושו. : Ich glaube die Abbreviatur bedeutet ואחר ברכה מדליקיןינר;! im Gegensätze zu den gewöhnlichen Ausgangsabenden des Sabbaths, wo man zu Hachse schon früher Licht anzünden darf, s. Z. 299, 8. 10, weil! man da המבדיל!vorher -beten kann, während bei ת״ב dieses Gebet erst nach >Ausgang des Festtages gesprochen wird. : 40) Da! wir zu dieser:Zahl in unseren Notizen gelangt., sind, möchten wir uns folgende Anmerkungen erlauben Mackoch c. 3, Mischnä 14 hat einen! Zusatz, der, wie Heller bemerkt, £ weder im Jefuschalmi noch im Maimuni vorkömmt, den näm- - lich, daß der Richter bei her Application der 40 resp. 39 .־ Schläge des Deliquenten die Verse Deut.- 28,59, 29,8 und Ps. 78,38 lesen soll. Zweifellos wählte man diese Verse, weil sie neben dem sonstigen Inhalt auch jedesmal 13 Wörter " haben, entsprechend dem driften Theile der Schlägeanzahl. — Die Zahl 13 veranlaßt an die Talmudstelle Synh. 22a zu - denken, da heißt es ntLL! קינחה בת שבע כשלש עשרה.' " Raschi, der בת שבע für e in Wort hält, sagt, der Vers enthalte 13 Wörter, allein er enthält deren 14. Im Hazofe des Hamagid 6. Jahrg. Nr. .27 erklärte ich. daß החדרה in einzelne Buchstaben zerlegt und plene geschrieben 13 Puchstaden enthält. — Hirschfeld erklärt das. Nr. 39, daß החדרה in ה״ח und דרה zerlegt werde, worin jener דרוש angedeutet wird. — Wir möchten j'tzt noch eine andere Deutung geden; in der Talmudstelle knstpst sich der דרוש an die Worte ותבא בת שבע ונו im Jalkut s. dagegen an והמלך זקן מאהdiese Abweichung mag nicht absichtslos sein, da sowohl daS Wort ותבא wie das Wort לקן in der Klein zahl (,13 (במיר . zählt; nach der Lesart im Talmud mag der-דרוש an das Wort ותבא, nach der im Jalkut an זר,ן sich anlehnen Ge- "V legentlich sei bemerkt, daß! im Talmud nur רב, im Jall. אמר רב יהודה אמר רב steht, also eine ursprüngliche und ' - eine mittelbare Relation, was die Annahme einer Berschiedenheit der hermeneutischen! Erklärung begünstigt. — Wa» ' nun die Zahl 40 betrigt, so! ist die Mischna in Adoth bekannt, ׳ die den Satz aufstellt בן ארבעים לבינה (der bekantlich im ' frommen Schwaben mit rüh:endet Pietät verwirklicht werden ... soll), hierzu Heller: ׳כקטן שנולד דפי allein seine Erklär rung widerspricht den Tosephpt in Sota 32, b. s. v. ועד כמה, auf die er!nicht einmal hinweist.

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