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Das jüdische Literaturblatt · 1877-05-17 · N° 20. (17.5.1877) · p. Seite 79

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
6 (1877)
Issue
N° 20. (17.5.1877)
Date
1877-05-17
Page
Seite 79 (sequence 3)
Language
German
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ffr—V 7" / ־■,.־׳ ״ ״7*—rrן«*ן — 79 — זד־ -רץכ«ףי T W,״־׳ sogenannten זוגות (Paare), (welche im!.Abschnitt vonAboth genannt sind), und noch wenige Dmaim, die alle von Moses tradirten Lehren im Gedächtnis behielten. Zu diesen Wemgen gehörten Hillel und Schamai, R. Jochanan b. Sakkai und sein Schüler — unser R. ©liefet b. Hyrkanos. Wir sehen z. B., daß erst durch Majoritätsbeschluß in Jabneh festgestellt werden mußte: die Länder Ammon und Moab müssen im siebenten Jahr den Armen-Zehnte» verabfolgen; und doch betheuerte R. El., als man ihm in der Abgeschiedenheit diesen Beschluß ertheilte, daß ihm diese Satzung als 'הלב' למשה «ם längst bekannt sei.') Hätten die Jabne'schen Mitglieder des Synhedrion diese sinait. Tradition gekönnt, würden sie nicht erst einen Beschluß durch A b st i M m u n g gefaßt haben, der als הל׳ למש׳ 02׳ Allen für unantastbar gelten mußte. — Soviel bezüglich der einen Grundlinie der Traditionslehre. (Fortsetzung folgt.) Literaturbericht. Reccnfionen. ZU«Lerma»bel, Dr. M. S., Tosefta nach den Erfurter und Wiener Handschriften mit Parallelstellen und Varianten. Lieferung I. (Bei Julius Benzian in Berlin.) — (Schluß.) Um dem Leser einigermaßen ein Bild von den Corruptelen zu geben, will ich einige Beispiele vorführen:»)Buchst adenwechsel: להורז für 33,24 להורות (N. David Pordo emendirt, trifft aber nicht das Richtige, R. E. W. und nach ihm R. Jona b. Amitai treffen näher aber auch nicht genau); הרש für חטים;39,14 הרש für 58,27 סטים (R. D. P. trifft) חבית für הזית (N. D. P. ebenso) 19,30 תאנה für 74,13 האגה vgl. 68,6 dasselbe Wort, (R. D. P.!emendirt יתאנה R. E. W. trifft näher); בגירולין für 44,24) כגחלים) durch Trennung des ה in רו, wie רוגיות aus הטיות, 29,17; aus הספר wird הספק und העפר (ipie auch R. Simson aus Sens las) 64, 18. — b) Trennung eines Wortes in zwei: שיה׳,-, לו für לא בל ,24.6 שיהלה für לאכול• — «)Buchstabenversetzung: מעשר für משער 21,10 (so auch R. D. P. u. a.). מכנסין für מנכש ין, eine Wortversetzung scheint mir auch 38,16 zu sein, es sst nämlich das in der Erf. Hsch. an richtiger Stelle stehende Wort ארכעים weiter herauf 38,13 versetzt worden. — Controverse und Beispiel ist einleuchtender nach der LA. der Erf. Hsch.; die Mischna Therum. 8,5 spricht jedoch für die LA. der Wiener Hsch und Ausgabe; — d) durch Abbreviatur wird aus אמר לו — א׳ לו ein Wort אלו. e) Durch Zusammenschreiben zweier Wörter in eins und Buchstabenwechsel wird in der Erf. Hsch. aus כפר טגגא das 30,13 בפרסגנא. Daß erste LA. richtig ist, geht aus Tos. Kelim 1,4 hervor, wo derselbe Ort vorkommt, כפר טגנא W. Hsch. (Ausgabe מוגנא). — f) Buchstäbe «Wechsel und Zusatz. In beiden Hsch. heißt es 76.7 מעשה היה בכפר פגי והורה ר׳ נחמיה י, jda wurde aus והורה in der Ausgabe ׳הורה, und da das keinen Sinn gab, ועשה hinzugefügt*) Wer wird hier eine Eorruptel in der Ausgabe ahnen, zumal da keine sonstige Parallelstelle eine Variante zeigt. Man wird vielmehr den Schluß ziehen, es hat zwei Orte dieses Namens gegeben, den einen in Judäa, den anderen in Galliläa. -Wenn aber R. E. W dennoch יהורה streicht, so scheint er eine Hsch. vor sich gehabt zu haben (vgl. Vorrede), g) Auslassung 9,20 hat man durch das Auslaffen des Wortes והמפה dem Worte וחטפיח eine ihm nicht zukommende Bedeutung gegeben. Es soll heißen das ״Tuch", aber welche ungrammatische Form, die Sabionetter Ausgabe hat והמטפיח wohl eine Emendation. Dem Sinne nach heißt es ״er trocknet sich ab", eine allerdings komische ') Tosestha Jadajim 2, und Lhagiga 3 d. *) ES mühte genauer in der Note so heißen«והורה) ׳הורה ־ -ועשה Ausdrucksweiso.Jvenn wir es von ״ טפחtropfen", ״anfeucht«»" ableiten und^rAären wollten das Tuch anfeuchten." Ist nicht ursprünglich והטפיה ein Schreibfehler für .והמפר gewesen, so daß der Fehler und die Verbesserung in den Text kam, was sehr leicht erklärlich ist, wenn der Schreiber die Punkte über das fchlerhafte Wort zu machen vergessen. Vgl. Rabbi« nowitz zu Joma 3(►, daß die Leydener Talm.-Hsch. gleichfalls liest ומפה für והטפיה. — Für אכטלוס der Wiener Hsch. und Ausgabe hat die Erf. Hsch. 67 ׳אבטולמוםL1, woraus chervorgeht, daß dieser Name wiederzugeben tst mit ״Ptolemäas" vgl. Zunz ״Namen der Juden", der es in ״Autolaus" übe:- trägt (ges. Schr. ll,8). Eine Familie בית נבלטי wird angeführt 23,31 Erf. Hsch., die Wiener Hsch. hat ׳נבטלא Ausgäbe נבלטי (Wilnacr Ausg. גבל נשיא) Jeruschalmi אנטבלאי (R. E. W. stimmt mit Erf. Hsch.); es scheint die LA. der Erf. Hsch. darum richtiger zu sein,! weil der Name der Familie wohl mit der Stadt Nablus-Sichem zusammenhängt. — Als Zugabe habe ich eine Uebersicht des Inhaltes*) zu geben be« gönnen, auch enthält die 1. Lieferung ein Facfimile der Erf. Hsch. Ich habe außerdem mehre Register zu ורעים schon drucken lassen, die der zweiten!Lieferung beigegeben werde» sollen, 1) Register dar in, זרעים vorkommenden Bibelverse, die .im Texte durch den Druck hervorgehoben sind, 2) Register aller Stellen der vorkommenden Personennamen, 3) Register der in Kaphtor Wapherach vorkommenden Stellen aus 8e« raim, 4) Register der in der Erf. Hsch. vorkommenden Vokale. Die Hauptschwierigkeite» des Unternehmens sind G. s. D. überwunden, aber iwch sind sie nicht ganz beseitigt, da^ die Kosten der. Herstellung viel größer sind, als ich anfangs' be» rechnete. Zu meiner Freude kann ich es jagen, daß die 1. Lieferung von allen Seiten mit Freude begrüßt wird. Paul de Lagarde, ein großer Freund! der jüd. Literatur, der das Werk sehr gefördert hat, nennt in seinem eben erschiene»«» Buche ״Symmicta"**) die neu» Tosefta-Ausgabe ״eine wahr- Haft zeitgemäße Unternehmung". Möge das Jntereffe an derselben nicht erkalten! Zuckermandel. Kaufmann, vr. David. Jehuda Halewi. Versuch einer Charakteristik. Breslau. Schletterffche Buchhandlung. (E. Franck). 1877. 1 Es ist ein eigenthümliches Geschick, das vielen Denker« uns Dichtern zu Theil wird, daß sie viel mehr bewundert als gelesen weiden. Alle Welt staunt Spinoza's Scharfsinn an, aber nur sehr Wenige kennen sein System. Grillparzer gilt allenthalben als! ein großer Dichter, aber seine Werke werden nicht gelesen. So ergeht es auch unserem Castilier. Wer. der Heine'S Gedichte kennt, schwärmte nicht für ״Jehuda ben Halewy"? Aber seine Dichtungen haben kaum ״Zwei in einer Stadt und Einer in der Familie" zu Gesichte bekommen. .Doch wollen wir hierfür das Publicum allein nicht verantwortlich machen. Die Literatur hat ihm die Bekamstschüft mit unserem Dichter noch nicht bequem genug gemacht: es fehlte bisher noch an einer Monographie, die das Lebensbild des Dichters in kurzen, markigen Zügen zur Darstellung brächte. Diesem Bedürfnisse hat nun David Kaufmann in trefflicher Weise abgeholfen, indem er seinen Abschiedsvortrag, den er am Tage seiner Entlassung aus dem jüd. theolhg Seminar in Breslau gehalten, der Oessentlichkeit übergeben. Man wird es dem Vers, gerne glauben, wenn er sagt: ״Wenn ich heute . . . Jehuda Halewi zum Gegenstände meiner Abschiedsworte erwählt habe, so bin ich damit nicht einem bl»- ßen Belieben, sondern dem Drange meines Herzens gefolgt; es ist die!Vollsührung ׳eines Lieblingsplanes, dem ich gerne und mit Erquickung nachzuhängen pflegte", denn der Verfasser hat in Wahrheit den vollen, edlen Tou des Herzens ange- *) 6. XII ist zu berichtigen, daß das Bsropfcn verschiedenartig« Baun,« als biblisch gilt, vgl. R. E. SB. in שטת אליה V» Orlah *. L **) ©. 332. (In vor. Nr. ist der XiW des Buche« wi^obe» zu berkchtiM: '

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