Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 6 (1877)
- Issue
- N° 13. u. 14. (29.3.1877)
- Date
- 1877-03-29
- Page
- Seite 52 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/5367336-6488232-8754596--0718-4854217- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
da» imjüdische Symbol des doppelten Füllhorns verbietet, welches auf der Kehrseite Vieser Münzen angebracht wurde. Die hohenpriefterllchen Münzen sind, wenn ich so sagen darf, nur in staatsrechtlicher Beziehung den königlichen Munzen der späteren Mattadäerzeil entgegengesetzt. Johann Hyrkan, Juda Lrtftobul I., Alexander Jannai und einige ihrer Nachfolger prägen Münzen mit dem hohenpric sterlichen Titel und der »den bezeichnelen Phrase חבר היהודים. Die beiden ersten Herrscher haben nach den besseren Geschichtsquellen nie den Königstitel geführt. Dies erklärt zur Genüge, daß sich keine Münzen von ihnen mit dem Könlgstüel finden Alexan- .. der Jamuä prägt in der ersten Zeit seiner Regierung nur Münzen «st hohenpriesterlicher Aufschrift nach dem Muster seiner Borgäager; später, als er sich seinem Volke so sehr entfremde», daß er fteinde Soldtruppen zu seinem Schutze halten mußte, ließ er nur königliche Münzen schlagen. Seine Frau Alexandra konnte als Frau natürlich keine hohenpriesterliche Prägung ausüben; sie überließ dies, wie die Münzen beweisen, ihrem Sohne Hyrkan II, von dem, ra er nur ganze kurze Zest den Künigsliiei führte, in der That nur Münzen hohenpriefterlichen Gepräges nüt der Aufschrift: י:תן כהן גדל וכר existtrr».* *) Die Königin ließ, wie es scheint, ihr Münzrecht fast ganz ruhen, da dis jetzt nur ein e>nzigeS, sicheres Exemplar köuigjlicher Prägung mit ihrem ׳Rainen bezeichnet gefunden wurde. Aristobul dem ll., der einige Zeit König und Hoherpriefter war sGrätz Geschichte III. 3. Ausl. S. 170 Änm 2) habe ich in letzier Zeit (Zestschrift für ׳Rumiismaiik herausge geben von l)r. Alftev von Saltet. < and Hl. S 207.) einige Münzen zugewiesen, die auf der einen Seile eine königliche Aufichrisl —man lieft bestimmt BAEIAEöS1 — auf den anderen den Rauten יהודק mit dem bei der älteren hohenpriesterlichen Prägung üblichen Zusatz tragest Pon Alexander II. kennen wir nur Münzen um königlicher Prägung Sie sind so roh geschlagen, daß nur die griechische Aufschrift derselben VALIALLL^AL-A^äkor mit Sicherheit zu lesen ist, die angeblichen hebräischen Aufschriften der Kehrseite sind so schwer zu erkennen, daß ganz verschiedene und sich widersprechende Entzifferungen davon gemacht wurden Rur das Eine sche ul gewiß, daß ein Bezug aus das hohepriesterliche Am! öoer aus חכר היהודים nicht dann zu entdecken ist. Bon seine!» Bruder Anligoaus find dagegen schon seit allen Zeilen Münzen mit gemischter Titulatur d. h. mit den Aufschrislen auf der einen Seile SALIAWL As riroN’or aus der andern: מתתיה כהן גדל וחכר היהודים bekannt. Welche Schlüsse aus diesen Thalsachen gezogen werden dürfen, muß für jetzt dahingestellt bleiben. Ich könnie mich höch,»ens^M der Annahme verliehen, daß die hoyenprieilerliche Prägung von den makkabäischen Fürsten meiitens so lange «rpewendet wurde, irls sie mit der Bolkspartei im Einklang standen, die rein königliche dagegen, sobald sie sich nur als König« gerstten. 1.4 Noch eine Grklärnng zu Exod. II, 7. —^ t Das ^öiteraturblatt" hat im vongm Jahre mehrere Erklärustgen, oder vielmehr Entschuldigungen über das Verfahren der Israeliten gebracht, daß diese beim Auszuge aus Egypten, wie die Schrift besagt, goldene und silberne Geräthe entlehnten und Egypten ausleerten. Bekanntlich hat berests der Talwud (Synhü». 91 a) diese Frage veistilirt, indem er die Egypter vor Alexander klagbar gegen die Israeliten auftreten und von diesen die Rückerstattung des entlehnten Goldes und Hilders fordern läßt. Für die Geklagten tritt Gebiha ben Pestsa mü der Gegenforderung auf: ״Gebt »ns den Lohn der fecktzig mal 10,000, die euch 430 Jahre güsient?) *)! Sein Sätet nannte sich auf Münzen immer: יהונתן• *) 1 Michaelis (moj. Recht) berechnet diesen Lohn auf 2874 Millionen ttkoten. Rach Mayer, die Rechte der ISraeliten, Athener tc. l, p. 68 Obwohl Ankläger wie Vertheidiger ihre Behauptungen daselbst durch die Schrift erhärten, möge zur Behauptung des Vertheidigers noch ein Beweis, ebenfalls aus der Schrift, gestattet sein. Die angeführte Stelle: ״Gegen Israel wird kein Hund die Zunge recken", ist im Zusammenhänge mit ihrer nächsten Umgebung nicht ganz klar und erleidet auch eine sehr vers biedenartige Auslegung?) Jene bekannte Erklärung, daß die Hunde, so sie den Geruch einer Leiche verspüren, unruhig werden, ist durch die Erfahrung nicht erwiesen?) Der Umstand, daß sowohl Targum wie Jonathan mit einer gewissen Absichtlichkeit den Zusatz ״ למנכהzu bette»״*) haben, während doch nach dem einfachen Sinne unter יחרץ ״Bellen und Beißen", wie es Jbn Esra zur Stelle hat, verstanden wird, hat mich zur folgenden Erklärung des Verses und zugleich zur Entschuldigung der gerügten Handlungsweise der Israeliten veranlaßt. Die Eigenheit des Hundes, jeden rollenden Wagen oder schnell gehenden Menschen anzubellen, ist bekannt. Meiner Meinung nach scheint diese Eigenheit eine Folge seiner instinftmäßigen Treue zu sein. Der Umstand nämlich, daß er ׳den int Schritte gehenden Menschen oder langsam fahrenden Wae gen unbehelligt läßt und nur dann zu kläffen anfängt, wo er Eile oder Beschleunigung wahruimmt, scheint die Meinung zu rechtfertigen, daß er in jedem Eilenden, schnell Gehenden, eineu Flüchtigen vermuthet, einen, der eine Unehrlichkeit begangen haben könnte, und darum Grund zur Eile habe. Der Hund, als treuer Wächter des Hauses, sieht sich veranlaßt, den Flüchtigen, so weit er vermag, durch Bellen aufzuhaften, und eben dadurch auch seinen Verdacht seinem Herrn oder der Nachbarschaft kund zu thun. — Zieht man nun in Betracht, daß Israel, wie die Schrift erzählt, ״aus Egypten getrieben wurde" ׳בי גרשו ממצרים oder, wie es viel milder im 5. Buch Mose 16, 3 heißt בחפזון ׳יצאת מארץ מצרים daß es ״in Eile" aus Egypten gezogen, so hätten doch die Hunde gewiß Gelegenheit gehabt, ihre Wächterpflicht zu erfüllen, ihren Treusinn durch Bellen zu bekunden. Wenn die Schrift den Hunden schon eine Rolle, wenn auch eine passive, zuweist, warum nicht auch hier, bei dem Auszuge aus Egypten, wo sie doch in ihrem eigentlichen Elemente gewesen wären? Gestützt auf den Satz אין מוקדם ומאוהר בתורה dürfte man auch hier kein Verbrechen begehen, wenn man die angeführte Stelle, Vers 7, nach Vers 2 desselben Capitels setzt. Das Ganze gäbe dann einen guten Sinn, und die Schrift hätte durch einen seinen Zug Israels Ehre geschützt. Vers 2 heißt es: ״Rede zu dem Volke, daß es entlehne — der Mann von dem Freunde, die Frau von der Freundin — goldene und silberne Geräthe. Glaubst Du, Mose, oder glaubt das Volk, hiermit eine Unredlichkeit zu begehen — ein Gedanke, den man immerhin hinzudenken kann — es wird kein Hund die Zunge recken." Die Schrift sagt hiermit, daß selbst der Anm., würde diese Summe viel höher sein. — Nebenbei sei bemerkt, dah auch W. Herzberg, ״Eine Ostemacht" serschienen >m Litecaiu.ver.in 1676) die Meinung des Talmud stillschw igend accevtirt. Zu bedauern ist nur, daß in dieser für einen größeren Lesekreis berechneten Erzählung dieser Punkt nicht ausführlicher behandelt ist. Waycens sie Frage mit einer Deutlichkeit aufgeworfen wirs, die — fast nicht zu wünschen ist, wird die Antwort nur so nebenbei gegeben und in 1';, Zeilen abgethan. Dem Hrn. H., der die Feder so ooctresstich zu führen versteht, wäre es nicht schwer geworden, auch diesen Punkt, ohne dem Ganzen Abbruch zu thun, ms gehörige Licht zu stellen. ft Das Wort חרץ w diesem sinne kommt in der h. Schrift nur noch einmal vor: Jos. 15, 2t לא חרץ לבגי ישראל לאיש «ת ׳לשנו hier kann man ebenfalls בלב hinzudenken, oder man müßte, was weniger gerechtfertigt wäre, das ל etidiren und lesen.לא חרץ י איש *j Interessant ist die Erklärung des sonst so nüchternen Samuel den Meier, die wohl dem Inhalte gemäß ist, aber sich veranlaßt sieht, in dem Hunde, 4 la Faust, den Satan, Teufel zu finden, בלב >st ihm ״ המלאך המזיק ומשחית»« zerstörende uns vernichtende Geist". •1 Onkelos לאינוק כלבא בלי שני למנכה!Jonathan ebenso: ל5נבח)