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Das jüdische Literaturblatt · 1877-03-22 · N° 12. (22.3.1877) · p. Seite 47

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
6 (1877)
Issue
N° 12. (22.3.1877)
Date
1877-03-22
Page
Seite 47 (sequence 3)
Language
German
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len selbst, die egyptischen Juden nicht ihre Pflichten gegen den jerusalemische» Teinpel aufs Gewissenhafteste zu erfüllen (s. Grätz ibid. p. 35). Es war also unter diesen Umständen, der der Verschiedenartigteil der Münze» und ihres Werlhes in den verschiedenen Ländern und damit die Tempeltasse durch mindorwerthige Münzen nicht geschädigt werde, geboten, eine behtimMe vollwerthige Münze zu schaffen und als das ״heilige Schekel" zu legalistren. Nach dieser Münze sollte allenfalls der Werth der andern bemeffen und wo möglich sollte diese allein an der Tempelkasse angenonimen werden Zu diesem Zwecke wurden schon in alter Zeit am 15. Adar in in der Provinz und am 25. im Tempel Geldwechsler aufgestellt (Schekalim I, 3 vergl. damit noch mehrere Stellen, im N. T ). Es war daher nur ein Akt politischer oder bester ökonomischer Klugheit, daß diese Münzen nicht als Landesmünzen oder Königsmünzen sondern wie bei Sinivn dem Hasmonäer als Münze des ״heiligen Jerusalem"(ירושלים הקדושה) und bei Johann Hyrkan und seinen Nachfolgern als die ״der Gejammtheit der Juden" «,הבר היהודים) bezeichnet wurden. Dadurch allein wird uns auch erklärlich, das; die hasmonäischen Könige auf ihren reinhebrätschen SchekelmünzeN sich nicht מלך sondern stets כהן גדול nennen, weil nur die letztere Würde der Münze den Charakter eines heiligen Schekels geben und dieselbe zu einer Münze der Gejammtheit der Juden machen konnte. Charakteristisch hiersür sind die Münzen des Königs Alexander Jannäus. Von demselben existiren dreierlei Münzen (s. diese bei «Schürer p 120) 1) Münzen mit blos hebräischem Gepräge, 2) hebräisch und griechisch und 3) blos griechisch. Aus den ersteren steht הבהן הגדל והבר היהודים, aus denen der zweiten Art steht anstatt der obigen Worte המלך- Ebenso wird er auf dem griechischen Gepräge blos ״König" genannt. Offenbar konnten blos die mit hebräischem Gepräge die Geltung als heilige Schekel beanspruchen, weshalb sie auch als Münze des ״Hohenpriesters und der Gesammtheit der Inden" bezeichnet wurden, während die anderen Münzeu mit reine«! und gemischt griechischem Gepräge, deren Entftehung ich übrigens in die Zeit seiner Entfernung ven Jerusalem und seiüer Kämpfe mit den Pharisäern versetzen möchte, eine solche Geltung nicht hab>n konnten und sollten und deshalb auch nur als Münzen des ״Königs" bezeichnet ivurden. Nur die Rücksicht auf deu Gebrauch dieser Münze» für die Gejammtheit der Juden konnte auch die Wahl der bei den auswärtigen-Israeliten bekannteren althebräischen Schrift bestimmen gegen die in Palästina seil Esra übliche Quadratschrist. Bei dieser Gelegenheit will ich die Erklärung einer Stelle der Pestktba geben, die von Kalir und anderen Poetanen und auch in den Homilien zu Sabbath Schekalim so vielfach gebraucht und gemißbraucht wurde. Die Stelle in der Pesiktha zu Peraschath Schekalim lautet אמר ר־ מאיר כמין מטבע של אש הוציא ה־ק׳ב׳ה־ וכר והראה למשה ואמר לו כזה יתנו Was Hai die Predigt und die Mystik nicht Alles aus diesem Satze gemacht! Aber Rabbi Meir hat dabei weder an eine Münze aus Feuer noch an die späterem ״fenerigen" Anslegütigendersriben!zeucht Ihm schien der «Sinn seiner Worte sehr einfach. Die erste Münze, welche von Simon Makkabäus geprägt wurde, und welche wahrscheinlich die älteste geprägte jüdische Mhnze überhaupt ist, trägt keinen Namen sondern die Buchstaben /ש״א, auf sich, was eine Abbreviatur für 'שגת א ist (f. Grätz-lbid^p 66). Es war der erste Gebrauch, welchen Simon von dem erworbenen Münzrechte machte, und damst sollte auch eine neue Aera beginnen. Diese jüdische Münze alter und wahrscheinlich ältester Prägung galt noch in späterer Zeit als der beste Werthmesier des heiligen Schekel. Rabbi Meirs «Satz halte also keinen phantastischen sondern einen realen Sinn. Er meinte: mit den Worten זה יתגו habe schon Gott dem Mose einen bestimmten Schekel für die Steuer angewiesen, und zwar sei dies ein Schekel nach Art (כמין) desjenigen gewesen, welcher mit ש״א bezeichnetist und vielleicht nach einer im Hebräischen üblichen TrauSposition der Consonanten unter dem Nachen מטבע של אש AlhunA« bekannt war. Uebrigens wird 1 inder Rate bei Grätz,,אש" fü« die erste Münze des Simon angegeben. Ich besitze die Schrift von Merzbacher nicht, auf welche sich Grätz dabei beruft, um controiireit i«. können, ob hier kein Druckfehler sich- «Ngeschlichest haj. In diesem Falle wäre der Satz des R. Meir noch deutlicher, obgleich die Erklärung auch sonst keine Schwie-, rigkeit hat'.! Literaturbericht. Rstenfionen. 1 Floeckner, Carolu^, De carminum in libro.^• Nu* merorum (cap. XXI) relijquiis interpretaüonibus antiqujs et cum verbis masorethfcis et inter se cottatis. Beuthe% O./S 1872^ p. 20. 4*. i Wer volles Verständstiß für die exegetischen Schwierigkeilen der poetischen Partien des Pentateuchs hat, wird miß unser Votum unterstützen, daß ein gewisser Mnlh und große Hingiebung dazu gehöre, derartige Piecen gründlich zu׳ untersuchen Es ist ein glücklicher Griff, der Hn. F. veranlaßt, mit besonderer Vorliebe Poetische Stücke des Pentateuchs sich zum Vorwtrfe seiner eingehenden Monographien zu nehmen. Daß ihn hie Archaismen!des gerade wegen seiner 'abrupten, fragmentarischen Kürze Ungemein schwierigen Brunnens iedes nicht zurückgeschreckt haben, dafür gebührt chm aufrichtiger Dank. Denn wir lernen in dem Vers, einen gewissenhaft«^ gründlichen, besonnenen und maßvollen Exegeten und Kritik? kennen. Wenn gleichwohl sein sehr beachtenswerther Persisch nicht über alle kritischen und exegetischen Bedenken erhaben ist, so möchten wir hierfür zwei nach!mserem Dafürhalten fehlerhaft« Grundanschanüngen des Verf. verantwortlich machet Wir meinen I) die llebsrschätzung der—alten Versionen und 2) die Unterschätzung op. eigentlich völlige Uebergehüng dev. mittelalle! lichen. maßgebenden jüd. Exegeten. Die Unzuoerlässigkeit )er LXX, Vujgatajjber gar der Arabs Erpettii, was Fui 'ung des Textes betrifft, ist ja den Fachgenoffen bekannt ge1!ug. Abweichungen vom masorethischen Texte sind gememigl ch nicht als Varianten, sondern vielmehr als cruces Interpret um anzusehen, j Sie fließen in der Regel aus der Uuwissen! «eit oder Verlegenheit der Verteilten. Selbst di« befferen rramäischen Versionen, besonders die müstergiltige, textkritift, trefflich zu verwerthende Uebersetzung des Ontelos, ist bekau ttlich an poetischen Stellen, weil mit agadischen Reflexionen stark geschwängert! nur als Paraphrase anzusehe«. Die gbbi«hrentzLRücksichtuahme auf die maßgebenden jüd Exegelen hüte derPerf. zur Stütze seiner eigenen Ansichten oft verweudtn können Hier nur ein Beispiel znr Erläuterung! Mit einem großen Getehrtenapparaie sucht Verf. והב als noinen proprium zu begründen, was er etwas gezwungen und willkürlich mit מתגה identisicirt. Ein Blick aus Chisküsti hätte ihm gezeigt, daß ohne deshalb jedoch diese Annahme durchaus nicht neu ist, tie beiden Ortsnamen identificiren zu. muffen. Mit Recht urc.irt der -Verf. die graminnt. Schwierigleiten ii: וןירם und ונשים, worauf wiederum vor ihm schon die alte! Exegeten auf nerksam! miachen. Analog seiner Conjectur e:klärt schon Noschi dir Form als nomen^^?) und ׳ ,ונשיםrklärt u. A. schon Jbu Esra z. St. als 1. Person! aor. Hiph. a rack. שמם. Ob Josua wirklichwie Verf.! will (p, 15), das ממר מלהטות geschrieben, ob die Lieder, bis bahn mündlich sortgepflanzt worden, ob sie von Samuel,! für den Verf. eine besondere Vorliebe zu haben scheint, dem! Kanon eingereiht wuiben, hierüber wollen wir aus gsttenj Gründe!! nicht mit dein Autor rechten Diese Fragen üpb alle-io subjectiver Natur, daß hier Jeder Alles mit lezchter Mühe >ew«ife« kann und gui nimium probat, nibil probcht! Wir scheiden von der Arbeit txs H. F. nicht ohne de», berechn

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