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Das jüdische Literaturblatt · 1877-03-22 · N° 12. (22.3.1877) · p. Seite 48

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
6 (1877)
Issue
N° 12. (22.3.1877)
Date
1877-03-22
Page
Seite 48 (sequence 4)
Language
German
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ttgten Wunsch, daß Freunde der Bibelforschung ihr volle und gebühracke Beachtung schenken mögen. Sohra» Ö./&. Dr. Immanuel Deutsch. ' N> L Eine Osternacht. II. Ein Schul- Programm *) (Aus den Schriften des Jsr. Literaturvereins. II. Jahrgang. 1876.) Zu beziehen durch die Expedition der iSr. Wochenschrift in Magdeburg Wie ein Moschuskörnchen ein ganzes Haus mit seinem Gerüche erfüll?, so gewinnt eine Sammlung, wenn sie nur etwas von 32j Herzberg mitbringt. Klein ist die Gabe, aber tüchtig wie immer. Ob es wohl einen dichterischen Borwurf *- liefert, einem jungen jüdischen, von der Aufklärung ergriffenen Herrchen die Vernünftigkeit und BSechtigung des jüdischen Osterfestes zu beweisen? Was zwischen Himmel und Erde wäre am End« nicht geeignet, von eimm Dichter bearbeitet zu werden? Aber einen besonders herausfordernden Stoff wird man in diesem gerade nicht erkennen können. Und nun sehe »an zu, was!ein echter Dichter daraus gemacht hat! Man suche und entdecke daran des Schrullenhaften, so viel man im- »er mag, aber die Weisheit wird eine nachträgliche sein, währr»ü> des Lesens, nein des Genuffes hat der Erzähler uns ganz, «nd ״rechts uPd links mit Wonnen und mit Schmerzen" sehen wir von warntem, echtem Leben uns umgeben, gleichsam eingesponnen. Gelbst die verblüffend« Anwendung des Haschisch- 1 traumeS wird-man nicht ernstlich angreifen können, wenn man der wunderbarrn Wirkungen sich erinnert, die Kleist und Grillparzer mit de« Traumwachen in ihren Dichtungen erzeugt haben. Die?rische Ursprünglichkeit, die den Ausdruck und GÄanken selbst im Gespräche des Umgangs bei seinen Gestalten stempelt hat H. auch in der Wahl seiner Mittel eii, gene Wege gehkn lassen. Selten Hirt wohl noch solch ein unscheinbarer Stößf so glänzende und eigenartige Behandlung gefanden, als ess in dieser kleinen, aber ebenso tiefgefühlten als lebensvollen Erzählung geschehen ist, die als ein bescheidenes, aber saftige- Blatt dem Kranze sich einfügt, der von manchen Blüthen noch geschmückt werden möge. Wie eine Vorbereitung auf die tiefernste, gedankenschwere Abhandlung, die unter dem schlichtesten Dtjel den gediegensten Inhalt birgt und demselben *) Wir rntstehmen die Recenfion des obigen Büchteins einer sehr eingehenden, gedtegenen und geistvollen Besprechung der sämmUichen Leisten'des isst Literaturvereins Ji. Jahrg. im Stag. s. t>. Lit. d. Auslandes Nr. Saus der bekannten Feder unseres sehr geschätzten Mit- «rbeiters, de« Herrn Dr. David Kaufmann Wir werden den ganzen treffliche« Artikel, in unserem Bl. zum Abdruck bringen, weil er mit sehr klarem Blick sich auch über das Wesen und den Nutzen eines jüd. Literaturvereins aussprrcht, worüber selbst unter Freunden der jüd. Literatur die Ansichten »och gar nicht geklärt sind. Red. Bändchen einverlcibt ist, mahnt mitten in der Erzählung eine hingeworsene Aeußerung an die Betrachtung, die das ״Schul- Programm" entwickelt. ״Und es war wirklich so übel nicht, daß ihre Kinderaugen (der Juden) zuerst in das herrliche Buch (A. T.) geblickt halten, aus dem die Zeichen des Friedens und der Gerechtigkeit ihnen aus allen Blättern entgegenwinkten — nein, es war vielleicht so übel nicht, daß die Keime reiner Sittlichkeit tief ins jugendliche Herz gesenkt wurden, ehe der Knabe griechische Schönheit und römischen Stolz bewundern und vergebens nachahmen lernte." Die flüchtige Bemerkun g bildet den Grundgedanken der ganzen Abhandlung Die Quellen der Versittlichung aufzuweisen, die im altjüdischen Schriftthum springe», das Bild einer Erziehung zu zeichnen, die auf seiner Grundlage sich auferbaut, das ist der eigentliche Gegenstand der Besprechung Hieran knüpfen sich aber geistvolle Ausblicke, tiessinuige Bemerkungen über unsere Kultur und ihre Ursprünge in solcher Fülle, daß man nicht zu viel behauptet, wenn inan das schmächtige Schriflchen als den Keim all der Gedanken hinstellt, die in den ״jüdischen Familienpapieren", dieser nunmehr durch die holländische und englische Uebersetzung anch im Auslande gefeierten größten Leistung des Verfassers, zur Ausführung gekommen sind. Noch ist die Gegenwart nicht in allen Stücken reif und vorurtheilssrei genug, um die hier oft in bedauerlicher Kürze hingestellren Behauptungen nach Gebühr würdigen zu können. Aber jür jede Wahrheit kommt die Zeit, man wird einst auf dies Schriftchen zurückgreifen. Replik. Herr Nabb. Dr. Bloch hat sich gegen einige untergeordnete Punkte meiner Entgegnung*) betreffs 1. Sam. 16—18 ge-׳ wendet und dabei ohne Grund den Ernst meiner Forschung in Zweifel gestellt, obgleich er mich nicht zu wicderlegen vermag. Die ״Einschiebsel" der Kritiker sind bei Hrn. Dr. Bl. ״Differenzen"; da ich mich gegen die Kritiker wendete, um der auf sie gegründeten Hypothese d. Hrn. Dr. Bl. den Boden zu entziehen, blieb ich bei dem ersten Namen. C. 17 V. 39 hat ״der junge Herr Dr. Berlin" wohl gelesen und dort gefunden, vaß die schwere Rüstung den! David lästig war Darum könnte er doch wohl ein Schwert schon geführt haben. (Vielleicht hat er gar schon das Waffenhandwerk getrieben, war nur noch nicht gewohnt genug, um in Rüstung zu kämpfen ) Wenn ich C. 16—18 dem Samuel zuipreche, so ist dies nicht mit andren Stellen der Fall. Dr. Berlin. *) Am Schluß derselben ist statt Dr Wette zu lesen De Wette. Literarische Anzeigen. Im Berlage von M. Poppelauer's BuchhanÄ. in Berlin O, 61, Neue Friedrich-Straße ist erschienen: n*7J)n$itPpsael1-IIagada mit vollständigen! Texte, Einleitung fortlaufender deutscher Uebersetzung und crilische» Lnoierkungeu von Dr. Jtovib f - Hassel. 3. vermehrte und verbesserte Auflage, gr. 8. in Umschlag gebunden 75 Pf. auf Veliu-Papier. Prachtbaud. Goldschnitt 2 Mk. LKerner empfiehlt dieselbe: ku und wollene טליתות Gebetmautel in größter Auswahl, echte Lerantwdrtlicher Redakteur: Dr M. Ra Silbertreffeu, תפילין und מלווות m Glas u. Messingkopseln. sowie ׳חומשים מחזורים ׳סידורים •תחנות >» alle» Ausgaben. — Auswärtige Aufträge werden prompt effectuirt. M. Poppelaucr'S Bnchhandl., B e r l i n 0., 61, N. Friede. jeder Art kann aus volwFillllCH ler Ueberzeugung die An- Wendung des tausendfach bewährten, in De. Airy’s Naturheilmethode beschriebenen Heil- Verfahrens empfohlen werden. Dieses jetzt in 68. 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