Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 6 (1877)
- Issue
- N° 11. (15.3.1877)
- Date
- 1877-03-15
- Page
- Seite 43 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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dert, da Ihnen die Gesetze eben so wohl, als mir bekannt, daß diese bereits zuin Dritten mahl begangene offenbahren Frevel, uns Verbietet, dessen Brodt zu genießen, mithin erfordern die Gesetze und meines Ainbts, noch mahl zu Derbie.ru, sich deffen Brodt zu entäußern in denie solcher Casus unserer Nation in der gantzen Welt einen Lerboth auferteget. Wann aber in Zu Kunst solches zu Erlauben wäre, müsie nch erwehnter Herr Becker wenigstens resoloircn, Zwei Perjohncn unserer ׳Nation, in währender Zeit des Backens zur Aufsicht anzunehmen, in Ermangelung dessen bleibet es bcy dem Verboih, nur allein das Backen von ihrem Haus Brodt, auch daß zum Sabpalh gebrauchlich, weil solches von unserer Nation selbst handtirt wird, bleibet unoerwehret, Altona den 4. Lepiemb. 1764. Jonaß Natte Erjbschitz Ober Rabiner in Altuna und Hamburg " Doch der Bäcker recurrirte, und die Angelegenheit kam nach Wien zum deutschen Kaiser. Der Rechtsanwalt der Juden reichte nämlich eine Darstellung ein, in welcher er mittelst eines großen gelehrten Apparates dey Nachweis zu sühreil sucht, daß die Juden zu ihrem Vorgehen berechtigt seien. Es in ein weitiäufizes Aclenstück, da ei, jedoch für die Anschauungen jener Zeit nicht ohne Belang ist, so glauben wir dasselbe veröfsentlicheu zu sollen. Die Eingabe ohne Datum lamm: (Fortsetzung folgt.) Literarische Notizen von Dr. £. Lewy so hn, Rabbiner in Stockholm. 28) Mau hat nach dem deutsch-jranzöstschen Kriege begönnen, die Zucht der Posuaubeu syslemaiisch zu betreiben. Lolche Tauben werden schon in den! bekannten Briej des אלדד הדני (der im 9. Jahrh. gelebt haben soll) erwähnt; in der früheren Recension desselben bei , ellinek Bet. Ham 3. Thl. beftudlich, heißt es S. 10: כשהם רוצים לדבר או לעסק גדול יש להם טין יונים ידועים ביניהם וכותבים אגרותיהם וקושרין בכנפיהם או ברגלי היונה והולכין ועוברין על נהר סבטיון ובאות הדנות למלכיהם ושריהם. — Uedrig.ns hat ja schon die Urgroßmutter dieses Vogels dein Patriarchen Noah ihre guten Dienste geleistet. 39) Hr. R Kirchheim hat sicher einen großen Anspruch auf die Dankbarkeit derer, welchen er den von ihm herausgegebenen anonymen Commenlar zur Chronik zugesendet. Die Lectüre desselben ist anregend und um so mehr lnteregriit, als ja gerade dieser Theil der Bibel im Verhältnisse zu den anderen Thetleu nur weuige Erklärer gesunden. Ich erlaube mir, einige Anmerkungen herzusetzen, die mir beim Leien des Buches einfielen. S. 13 heißt es: מכאן אמרו חכמים (פםהים ק״יט בתך ובו, allein in dieser Talmudstelle wird der Bibelvers gar nicht erwähnt, es muß daher ולבך אמרי für מבאן heißen, wie einige Zeilen nachher ולבך אמרו רבותינו, da auch das Citat aus Syuhedriii keinen DerS zu Grunde legt. Während hier mit רבותינו die Talmudinen bezeichnet weiden, muß mit diesem Worte S. 84 der Commentar Raschi'S und To>ephot gemeint sein, da Chulin 109 die Eiklärung von בישול gleich ->(,2 nicht im Talmud, sondern in Na'chi gegeben wird. — S. 26. Jo,ua war beim Auszug aus Egypten 40 Jahre alt; nach Leder Olam (angef. im Jalkut Ende zu Josua) lebte I. in Kenaan 28 Jahre, er müßte demnach bei jenem Auszuge 42 I. alt gewesen sein. — S. 29 erwähnt der Com. der ׳אנשי מורח weder hier noch in Aden Esra zu Exod. 1, 9 wird Näheres über die א"מ g»gegeben.— Verschiede» ist die Orthographie des Namens Karäer S. 18 אנשי קירואין, das.א׳ קיראן u. S. 27: א׳ קירוון. — S. 33 מתג האמה, das מ ist paragogisch, תג transponirt sür נת und אמה wird erklärt: וו ׳הגדולה שהוא אם המלבות וראש העיירות diese speciclle Bedeutung hat das Wort nicht im Midrasch (Jalkut zu Richter 8- 49), da heißt es bloß עיירות קטנות נעשו אמהות, da können Hauptstädte nicht gemeiift sch». Ueberhaupt ist jchjsrx nur einmal 2 Sa,n. 8,! 1 vorkommende Ausdruck, einer der? jenigen, welche die jonderdqrstei» Erklärungen erfahren. Nach, Ralbag u. A. soll ein yrt Weteg haomma geheißeu häb^. .der aber nirgends erwähnt wird; /!ach Vulgata*) p. A. ״hex Zaum des Aquäducts", also אמה nach talm. SprachgÄrgstch; Danzius liest האמה, was Simon im Hex. für non mial^, der Vers, des הואיל משה sür פירוש רחוק erklärt; Herzfeld: ״Zaum des Armes", Andere endlich: ״Zaum der Hauptstadt". Allein es muß immer als gezwungen erscheinen. 1ךאן!ה für האם (Mntierstädi) zu lesen. Vielleicht hieß «s ursprünglich ״ חאי^הdie Furcht", etwa in dem Sinne: David nahm die Zügel der Schreckensherrschaft aus den Händen.deräPhilistrr, da hier mehr das ויכניעם als die Eroberung der Hauptstadt Gath pointirt wird. Es könnte sogar ursprünglich defectnwTTHMN gestanden haben, wie אמים, wo das י des Stammes fortgelassen wurde. (Wird fortgesetzt.) Literaturbelicht. ,1 f Rekeußvoeo.. 'I י Ariedkaender, D1\, HU. Rabbiner in Kanitz. Kore Had d o ro t h. Beiträge zur Geschichte der Judeh in Mährerp Brünn 1876. 75 S. 8°. Diese Blätter, eine Jubelschrift, dein Wieüer Cultusvorstände gewidmet bei Gelegenheit der Feier arss Anlaß der 50jährigen Bestehens des Wiener Tempels, werden wohl nicht verfehlen, die Aufmerksamkeit der sich für die!Geschichte der Juden in Mähren Jnteresfirenden auf stch zu leinen. Sie treten bescheiden vor das Forum der OeffentÜPeit ^als ״Beitrüge zur Geschichte der Juden in Mahren", und es läßt stch nicht läugnen, daß der Verf. künftigen Bearbeitern dieses Ipeciellen Vorwurfs schätzbares, gut zu verioerthsndes Mäkenal an die Hand gegeben Hai. An der Hand der Geschichte giedt der Verf. in seinem Büchlein in chronologischer Reihenfolge oft] orieniireuden Aufschluß über die wichtigsten. Phasen mHer Geschichte seiner Glaubens- und Stammesgenonen, besonders seit der Creirung des LandesrabdinaleK Mähren UtztZk Kaiser Maxuuilian wurde dem Verf. zusRge '(vgl- S 44-^ Mordechai Moje Eles als erster zum mähr. Landesrabbiner erna »nt. ,So dankenswerth auch die Leistung des H. A. »ft. itzine Shrift würde au wissenschaftliche»! Werthe bedeutend gewouner haben, wenn er neben der mit chronologncher Gewissen- Hastigkeit aufgeführten Reihenfolge der mähr. Landesrabdiktenui s auch öfter einen Blick in die Schicksale der mähr. Geni!inden gegönnt hätte; unv es wäre dies leimt möglich gewsen, wenn der Verf, aus die minutiöse Moergabe der einze neu Paragraphen der unstreitig sehr hochherzigen EskeleS- Stiftung (S. 28 f.) wie des nicht minder bedeutsamen schon vom Kaiser Joseph II. im I. 1787 gegründeten Institute» des niähr.-jüd Landepmassafonü verzichtet hätte. Eine genauere Verbreitung über das schmachvolle, an pharaonische Zustände erinnernde ״Familiantenwejen" Hälse diese Schrift um eine hochbedeutende, cultur historische Piece! bereichert. Als ein bors d’oeuvre müssen wir dagegen die SchlußbetrachttMgen des Verf. kennzeichnen. So sehr sie auch in der ״Neuzeit" ursprünglich am] Platze gewesen fei» miMN, so geschickt der Verf. anch unter Berufung auf den ״Wllnaer Gaon", der manchen Pijut leschten Herzens preisgegeben, den fawa- »»fchen Unfug zelotischer Chassidim und verwilderter Juden in Ungarn geißelt, so wenig gehört alles diesehierher. Wer geschichtliche Beiträge von wissenschaftlichem Werth« liefern will, der muß g מקדש בק1למו sein, muß über den Partei-» *). Di« Lutz übersetzt cs Mit: frenum tribati, hat als« OQJJ fQ gelesen. — Die Stelle 1t Sam. 8, 1 scheint corrumpirt unb ist »ach Lhron. l, »8. I zu ergänzen: das האמה erste rer StP« gehtzrt wähl in den B. s בהבל האמה. man «gt Socharja Lj L.