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Das jüdische Literaturblatt · 1877-02-22 · N° 8. (22.2.1877) · p. Seite 31

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
6 (1877)
Issue
N° 8. (22.2.1877)
Date
1877-02-22
Page
Seite 31 (sequence 3)
Language
German
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' i ^לי־׳־־ד״-ךךזיי" — 31?מזייי T I 1.'^ ץש״י.n^^Hffpppp I ־* lung dasselbe Berhältniß wie zwischen Gnosis und Praxis besteht. Im Abschn. III. werden die'Begriffe Tugend und Recht auseinander gehalten, durch deren Vermengung man dem T. den juridischen Charakter, das Rechtsbewußtsein abgesprochen, indem man seine nur in geschäftlicher Beziehung geltenden Rechlsbcstimmungen unter religiöse oder sittliche Gesichlspunkte stellte. Allein war auch die Rschtstheorie streng, in deren Handhabung herrschte Milde vor. weil andrerseits Liebespflichten nicht dem Mitleid und Wohlwollen überlasset, sondern gesetzlich angeordnet *waren. Abschn. IV. behandelt den höchsten Zweck der talm. Ethik. Er ist Heiligung des göttlichen Namens, die Wirkung, diesen in den Augen aller. Menschen zur Anerkennung zu bringen, oder, was dasselbe ist. die Verbreitung der Sittlichkeit ans Erden. Die Scheu vor der öffentlichen Entweihung des Gottesnamens muß unsere sittliche Kraft zur Ueberwindung der Begierden erhöhen. Tie Erlangung dieses Zieles ist insofern auch Nichtisraeliten niöglich. — Die ganze Dakstellung zeichnet sich durch Klarheit und Durchsichtigkeit besonders aus. V. ließ sich keine wesentliche Lehre der allen und modernen Ethik entgehen. S 8 wird der von Hartmann gegen jede aus Religion basirende Sittlichkeit neuerdings erhobene Einwand, daß sie heleronom sei. schlagend widerlegt. Was die jüd Religionsphilosophen betrifft, verweist uns der P. auf die Schrift Rosin's. Leopold Löw's Ansichten werden an vielen stellen kritisch beleuchtet. Vmacht keinen Anspruch auf das Verdienst, ein Moralsystem des Talmud's aufgestellt zu haben, da eine solche Aufstellung dem Geiste des Judenthums und der Anschauung seiner Weisen widersprechen (?) möchte. Auch konnten nicht alle ini Talmud enthaltenen ethischen Grandvrincipien und Motive wegen des beschränkten Raumes besprachen werden. Hoffentlich aber ist diese treffliche Charakterzeichnung der talmudischen Ethik nur eine Vorbereitung für eine vollständige Bearbeitung derselben. F. G. Kamvurger, Dr. I., Landrabbiner in Strelitz (Mecklenburg). Nealencyclopädie für Bibel und Talmud, II. Ab-!Heilung, Heft 3. (Im Selbstverläge des Verfassers.) 1877. Als Herr Dr. Hamburger einen vorläufigen Versuchs zu dem rubricirten Werke unter den Schriften d:s vormaligen israelitischen Literatnrvereins erscheinen ließ, zweifelten auch wir — gleich den Leitern dieses Jnuituis — ob ein solches Riesenwerk von der Hand blos ״eines Autors" ausgearbeilet und vollendet werden könne? Waren doch die ersten Ausgaben der profanen Encyclopädien und Cönversationslexica nur durch die Mitarbeit vieler namhaften Gelehrten!u Stande gekommen! Herr Dr. Hamburger hat uns inzwischen eines Besseren belehrt. Tenn seitdem hat derselbe die Realencyclopädie 1. über den Inhalt der Bibel — resp. der israelitischen h. Schriften — vollendet; intseß er über die Apokryphen im II. Theile seines Werkes berichtet, worin diese nachbibl. neben den talmud. Schriften behandelt werden. Wenn nun auch dem gelehrten Verfaffer für jenen ersten Theil einige Vorarbeiten aus neuerer Zeit 1— wie z. B. das biblische Realie.icon von Dr. Wiener :c. — Vorgelegen haben, so sind dieselben für den Zweck, den Herr Dr Hamburger verfolgt, nicht hoch atizujchlagen. Denn die: rubr. Encyclopädie zeigt zugleich die Entwickelung, welche die biblischen Lehren und Gesetze im Jndenthuin erzeugten, sow s die Auffassung, welche die bibli,chen Erzählungen bei den Juden erhielten; weshalb schon im ersten Theile dieser Encyclopadie sachgemäß^ die talmudischen Traditionen-und die rabbinischcn Erklärungen' berücksichtigt wurden und somit dieses Werk auch für Ji i ch tisraeliten ein weit getreueres Bild über jüdische Religions- und c ltuelle Geschichtsoerhältniffe als alle andere Encyclopädien und Cönversationslexica darbietel. Schon in diesem ersten Theile ist die immense Belesenheit des Verfaffers in den mannigfach zerstreuten jüdischen und außerjüdischen Schriften ans alter und neuer Zeit zu bewundern, wie dies die vielen Citate unterhalb des Textes auf jedem Plätte «ach-- weifen; noch staunenssoerther aber erscheint uns deffen Ber׳ trautheit mit sämmtlichen talmudischen und mrdraschischerr Schriften, wovon die bis jetzt erschienenen drei Hefte*)deS II. Theils dieser Encyclopähie ein rühmliches Zeugniß geben. niußte hierbei der Verfasser ohne Vorlage eines ähnlich» Werkes arbeiten und verstand er es, gegenüber den Parteien auf resigiösem Gebiete im Judenthum sich über dieselben zu stellen uich sich ein!selbstständiges Urtheil zu wa^ ren; was ihm — wirs können es mit -gutem Gewiffen betheuern — bis jetzt vollkommen, gelungen ist! x Man lese beispielsweise nur die Biographien der 4 größten Koryphäen unter den alten Schriftgelehrten תנאים)־), als: a) Hillels I.; b) deffen jüngsten Schülers Rälr ban Jochanan den Sackai, c) deffen jüngsten Schülers Rabbi Akiba, ck) des Nachkommens jenes Hillel in der siebenten Generation Rabbi Jehud.a, des Sammlers der Misthna, und 6) deffen jüngste« Schülers Rab Zochanan, der den Grund zum palästinensischen Talmud legti — wahrlich, wer noch ein jüdisches Herz sich bewahrt bat, wird dann mit Stolz auf jene Schriftgelehrlen zurückblicken! Man lest ferner den Artikel Chri sie nt hum, worin der Verfaffer gründlich nachweist, daß dasselbe bei seiner Entstehung eine Conbination -- nie vermeiden absichtlich den Ausdruck Conglomerat — der Lehrbegriffe aller damaligen jüdische« Religionsparteicn bildete, und daß es alle gute und wahre Lehren der Multerreligion des Judenthums entliehe« hatte, indeß die nichtjüdijchen Dogmen ein Auswuchs der Hellenistischen Ideen seien u. a. m. Ter Recensent sieht sich däruin veranlaßt, folgende Mahnung an die Reichen in Israel zu richten: . ״Euere Vorfahren hatten sich Hausbibliothekest! angeschafft, wenn sie auch deren Inhalt aus Mangel a« Gelehrsamkeit größtentheils Vicht verstanden. Es waren dies talmudische und rabbinitche Schriften, welche sie sogar armen jüdischen Studenten (בהורים,) zu deren Fortbildung unentgeltlich geliehen haben. Nun mulhen wir Euch, die Ihr meistens jene Schriften gar nicht lesen könnt, keinesmegs ein Gleiches zu; -tfleiu, da Ihr in Eueren Hausbibciotheken die Klassiker 1u1D Conversationslexica stehen habt, so dürfte dort auch die rübriärte Encyclopädie, welche! in deutscher Sprache abgefaßt und darum Allest verstündlich ist. wahrlich nicht mangeln! Konnnt Ihr ja durch dieselbe ,owohl den Aber- und Ungläubigen aus Euerer eigenen Mitte, als auch den Spöttern und Verleumdern des Indent hu ms, mit denen Ihr einen Umgang zu pflegen habet, Rede stehen und gründlich antworten!יי Dr. Hoch stadter, Bezirksrabbiner in Bad Ems.! , Aether, die fragliche Stadt im hadrianisch-jüdischen- Kriege. Ein 1700jähriges Mißverständniß. Beitrag zur Geschichte und Geographie des alten.Palästina mit historische« Beilagen in hebräischer Sprache von Dr. F. Lebrecht. Berlin 1877. ׳Adolph Cohn. VIII. ünd 55 S. O! unglücklichste-Stadt der jüdischen Geschichte, die nach mehr denn 1700 Jahren nach ihrer ersten Zerstöruug ebenso ״gründlich, wenn auch nicht so blutig" aufs Neue zerstört! wird, zerstört von einem fricdsamen Gelehrten, von einem^ altersschwachen Greise! So möchte man auscusen angesichts, der Neuesten Zerstörung, die Beiher betroffen. Geheimnißvoll! wie der Held des Bar-Kochbakrieges war bisher auch sei»! Schauplatz. Fürchtegotl Lebrecht war es Vorbehalten, kurz odfcj seinem Tode noch das Räthsel der altjüvischen Geographie und! Geschichte aus der Welt zu schaffen. Wenn irgendwo deit! Scharfsinn und die Vermulhung ihre Berechtigung und Fähig- *) Der Ladenpreis eines jeden Heftes Ist 3 deutsche Reich-moA — l'/1 Gulden österreichisch, AährWPU 3*y, Francs »der S*»«k_ U« Lehrer, welche sich direct an den Btrfasser wenden,! tritt emeHrekt» ermiißigung ein. ״ JJ . .

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