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Das jüdische Literaturblatt · 1877-02-08 · N° 6. (8.2.1877) · p. Seite 23

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
6 (1877)
Issue
N° 6. (8.2.1877)
Date
1877-02-08
Page
Seite 23 (sequence 3)
Language
German
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läge mit Sota nicht schloß. Terselbe Grund des Fehlens der Schlußform ist auch in Kodoschim, זבחים סטו mit veründertem Äiainen »ach hinten gestellt wurde, und der Gleichmäßigkeil wegen entbehrt auch Taharoth der Schlußbezeichnung. Gleiche Wtllkühr herrscht in der Bezeichnung der Perekabtheilung. In der ersten Ordnung steht am Schluß eines jeden Perek הדק עלך פרק mit Hinzufügung der Nummer des vorhergehenden Perek, was beim Suchen oft verwirrt. In der zweiten Ordnung hat sich der Herausgeber anders besonnen1 und jetzt wie in der Wiener Hich. die Bezeichnung vor jeden- Perek, was allerdings besser ist. In der 3. Ordnung werden^ beide Bezeichnungen verschmolzen סליק פירקא am Schluß, und .« פרק א zu Anfang. In den folgenden Ordnungen begnügt er sich wieder mit der bloßen Ueberschrift. Diese Unordnung in der Bezeichnung und Versetzung der Traktate l wird aber gekrönt durch die Verschiebung der Ordnungen.! Jur zweiten Band des Alfasi nämlich finden wir hinter binsobull d,e Ordnungen Kodoschim und Tabaroth und im 3. Nesikin. Der Grund war wohl der, daß Alfasi es paffender fand, die Speisegesetze, welche Beschränkungen des Naturlriebes enthalten, den Ehegesetzen anzuschließen'), als dein 1 Rechtsgebiete, aber darum durfte die alte Ordnung von To-! sefta nicht so verdreht werden. Wie oft wird Mancher mit mir vergebens im 3. Bande des Alfasi Pahuroth gesucht haben, bis er endlich den Versuch machte, nachzuschen, ob diese Ordnung nicht im zweiten Bande steht. Fällt da. Einem nicht ein der Satz Koheleth 7, 29! Gehen wir nun zur Perekabtheilung selbst über, so finden wir wieder Mehr Uebereinslimmung der Wiener Hsch. mit der Ausgabe. Während in den 4 Sedarim der Erfurter Hsch. 11 Verschiedenheiten in dieser Beziehung sich finden (vgl. Erf. Hsch. a. a. O.) haben wir in der Wiener Hschin allen 6 Ordnungen nur 7 derartige Varianten. In שבת fehlt zwischen dem ersten und zweiten Perek die Abtheilung, so daß die Zahl derselben 17 ftait 18 ist. — In Pessachim sind 9 und 10 zu einem verschmolzen, so daß im Ganzen nur 9 Perakim gezählt werden. — Schebuoth enthält in der Wiener Handjch. 7 statt 6 Perakim durch Theilung des 6. in zwei. Mit אמר לשופר beginnt ein neuer Perek in Miniatur. ülakkoth enthält inhaltlich und der Theilung nach nur 4 Perakim, aber ohne Bemerkung heißt die Ueberschrift des zweiten Perek פרק ג und so weiter bis.פרק הי. Wüßten wir nicht aus der Ersurter Handschrift von dem Vorhandensein von 5 Perakim, so würden wir die Ueberschrift in der Wien-r Hsch. als sehlerhast halten, aber dir Ueberschrift ist richtig, nur hat der Abschreiber den zweiten Perek ausgelaffen und im Glauben, er hätte ihn schon geschrieben, '1 פרק angefangen. In der Ausgabe hat man den vermeintlichen Jrrlhum der Vorlage verbefjerl'). — Wie ich oben vermuthet, gehöret! vielleicht die zwei leeren Blätter vor Synhedrin hierher. — Chullin hat eine gleiche Perekanzahl in Hsch. und Ausgabe, aber die Eintheilung ist verschieden. Während der dritte der Ausgabe in der Hsch. in 3. und 4. zerlegt wird — mit אלן טרפות בעוף beginnt der 4. — ist hier der 5. und 6. der Ausgäbe vereinigt, so daß sie dann wieder zusammenftimmen. Mehrfach besprochen ist die wichtige Abweichung in Negaim und Para lvgl. מפתח von Goldenthal u. m. Erf. Hsch. S 107), so daß Para statt 11 der Ausgabe deren 12 hat, in der Hsch. — Llikrvaoth hat in der Hsch. 7 Perakim durch Vereinigung des 6. und 7. (So zählt auch Estori Parclii vgl. Literaturbl. a. a. O.) Endlich ist durch den Ausfall der Titelüberschrift עו קצין in der Ausgabe, dis Perekabtheilung insofern eine andere, als daß statt 3, 4, 5 □־־ טבול יוU, 3 עו קצין gezählt ist. (Schluß folgt.) ') Auch bei Maimuiii finden wir diese logische Theilung. י) Ddraus erklärt sich auch der wunderliche Zusatz in Estori P&rcbi zum «Lilat aus '׳מכות ב «eil er gleichfalls einen Widerspruch in seiner Borlage harte zwischen Bezeichnung und Otdnung des Perek. (Bgl. vor. Jahrg. Nr. 14 Anm.) Literaturbericht. Rcceusioueu. Hfßilo»'s Hypothetsia und die Verwünschungen de« Bus-' zyges in Athen. Unter diesem Titel hat Z. Bernays in den MonatSberichten der Kgl. Akademie der Wissenschaften zu Berlin (Octosder 1876 p. 589—609) eine Abhandlung veröffentlicht, hist theilwcise auch die jüdische Wiffenschaft nahe berührt. Ich W laude mir deshalb, die Leier d. Bl. auf die mit Bernays'schet Eleganz und Feinheit geschriebene Abhandlung hinzuleÄyu ״Hypolhetika" ist der Titel einer verloren gegangenen Philof Nischen Schrift, aus welcher Eusebius Bruchstücke miUheikL Das von Aelteren und Neueren hEwald) mißverstandene De telwort ״Hypotheiika" wird von B. von üsori&M&ai ist der Bedeutung ״Rath an die Hand geben" (wir haben im Deutsehen das genau entsprechende ״unter den Fuß geben". Ref,) abgeleitet, wonach dasselbe Rathschläge über sittliche Lebens» führung bedeutet. ״Wenn Philo in sein« Schrift auch ein« Zurückweisung der Angriffe auf das.Judeuthum aufnah«, so liegt darin keine allzu kühne Grenzerweiterung der in dem Titel angekündigteu Schrifiengaltung. Den Schwerpunkt feister Arbeit wird jedoch Philon, wie schon die erhaltenen Brychstücke erkennen lassen, in die eigentlichen ״«5ל&0־״ »erlegt haben d. h. in die Besprechung solcher jüdischer Gebote, deren Befolgung er auch einem nichtjüdischen Leserkreis, an den sich die Schrift unverkennbar wendet, ״anrathen" konnte". B« der Auswahl der Vorschriften hat sich PH. seinen eigenen Worten nach nicht auf das geschriebene Gesetz beschränkt, so»- dern auch ״die ungeschriebenen Gesetze und Bolksgebräuche" berücksichtigt. So ist gleich das erste von PH. angefÄfttst! Verbot « Tt; :«Niv jj&aip•׳-,!«j xoisiv oü0־v dem ״ungeschritbeneu" Gesetz entnommen: es ist nämlich die wörtliche Uebertragung des bekannten Hillel'jchen דעלך סני לחברך לא תעבד• Treffend bemerkt B., daß der Ausdruck;x&aip״, weicher im Griechischen ebenso ungelenk ist, wie etwa das deutsche: ״was man zu leiden haßt" auf das angeführt« aramäisch« Original (פגי zurückführt. Philon kann sich tal ftylistische» Verstoß nur gestattet haben, ״weil er es, »ist billig, scheute, von einem fest im Volksbewußtsein haftende» Satz die ursprüngliche orientalische Sprachfärbung aus Rücksichten aus griechische Eleganz abzustreisen". B. behandelt des dieser Gelegenheit auch die dein Hillel'jchen Spruche verwandt«( griechischen und lateinischen Gnomen in einer ebenso umsäffenden wie gründlichen Untersuchung, wodurch nmrmehr die Priorität des Hillel'jchen Spruches uuwiderleglich ßchergestellt ist, (Herrn Direktor Lazarus scheint die B.'sche Abhandlung unbekannt geblieben zu sein,, s. dessen: ״Zur Charakteristik der talm. Ethik" im diesjährigen Jahresberichte S. 10, Anm. 9.) Ein anderes von Philon angeführtes Verbot, nämlich ״für sich aufzuheben, was man nicht hingelegt hat" ist dem Wortlaute nach, wie B. zeigt, griechischen Ursprungs; PH. bedient sich der Forniel als des knappsten Ausdrucks für die ausführlichen! Bestimmungen 5. B. Bk- 22, 1—3. Den Schluß des ge-' spmmten Abschnittes bildet das feine Siltengebot ״nicht die! Geheimnisse früherer Freunde nach ringetretener Feindschaft zu verrathen" (ur; ״./!'■ן« 'az6pprtxa ev faiytty). Bglaubt, daß dieses Verbot an Levit. 19, 16 anknüpfe. Ref. ist hierin anderer Ansicht. Das Verbot knüpft vielmehr an Spr. Sal. 11, 13 an. Es ist nicht unmöglich, daß Philon an dieser Stecke gelesen הולך רכיל מגלה טוד :אמן (d. h. der Verleumder verräth das Geheimniß des früheren Freundes, denn von dem gegenwärtigen ist es nicht zu erwarten), oder daß eine ältere Auslegung den Vers, jo gedeutet habe. Auch die LXX übersetzt diesen Vers iiicht nach dem Wortlaut, soudern gemsiß der lalniüdischen Deutung (Synhedr 31). — MHgen diese wenigeil Notizen genügen, auf den reichen Inhalt und die Wichtigkeit der B.'schen Abhandlung aufwej$4H1 zu machen, es wird sie Keiner ohne. wahrhafte Befriedigung MS der Hand legen.

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