Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 6 (1877)
- Issue
- N° 6. (8.2.1877)
- Date
- 1877-02-08
- Page
- Seite 24 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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24!/ §tetIf«, Dr., A. K. Die Geschichten der heiligen Schriften mit vielen Nutzanwendungen für die israelitische Jugend jeden Alters in Schule und Haus. Nebst einer Karte und einer geographischen Uebersicht des heiligen Landes, wie auch einer Zeittafel. Dritte, sehr verbesserte und vermehrte Auslage. Leipzig. Verlag F. E. C. Leukart. Ein kür die Hand solcher Lehrer, welche die in dieser Schrift vertretene Methode, in der Schule aus der bibl. Geschichte die Religions- und Sittenlehre zu entwickeln, zu der ihnngm gemacht haben, recht brauchbares Buch, das den Beweis seiner Brauchbarkeit schon dadurch an der Stirn trägt, daß eS bereit»' in dritter Auflage vor das Publikum tritt. Die Geschichten find in kindlichem Tone vzahlt und lasten überall an den verschiedensten Stellen die bibl. Ausdrucksweise zur Geltung kommen. Die Beschreibung des heiligen Landes nebst Karle ist eine rechterwünschle Zugabe, da dieser Gegenstand auffallender Weise gerade in den jüd. Schulen sehr veruachlässigt wird. Gegen manche Nutzanwendung lasten sich Bedenken erheben. Wenn es z. B. zur ersten Erzählung heißt: »Der, Mensch ist zuletzt erschaffen worden; er soll daraus Demüth und Bescheidenheit lernen", so würden wir es für angemessen halten, aus diesem Umstande gerade auch auf die Höhest und Würde des Menschen hinzuweisen, der gewissermaßen den Schlußstein und die Spitze der sichtbaren Schöpfung bildet, mit dem diese erst ihre Vollendung erhielt und' zu besten ׳Ausnahme erst Alles vorbereitet wurde. Wenn ferner zur zweiten Erzählung gesagt wird: ״Die listige Schlänge hat die erste Lüge gesprochen, denn sie sagte, ihr werdet Gott gleichen. Lüge nicht, damit Du ihr nicht gleichest", so sieht dieses mit 1. B. M. 3, 22 im Widerspruche; denn da heißt es: ״Gott sprach, der Mensch ist geworden wie Einer von uns, Gutes und Böses z» erkennen." Uebrigens sind der Anläste zu solche» AuSstell'lngen nur sehr wenige. Für die Hand der Kinder ist das Buch zwar nicht so ganz geeignet, weil es denselben in den Nutzanwendungen schon das vorausgstbt, was der Lehrer erst katechetisch entwickeln soll: den Lehrern aber, welche die genannte Methode befolgen, wird es nützlich sein. Was diese Methode selbst betrifft, so läßt sich nicht verschweigen, daß sich gegen dieselbe Gewichtiges einwenden läßt. Die Darlegung dieses Einwandes dient zugleich zur Beurl Heilung des nachbezeichneten Werkes: Lenin, Dr., M., Rabbiner in Nürnberg. Lehrbuch der bibl. Geschichte und Literatur. Man kann die bibl. Geschichte, unserem Erachten nach, in der Schule nicht in der Weise behandeln, aus ihr alle möglichen Religions- und Sittenlehren zu entwickeln und ׳Nutzanwendungen auf das Leben zu niachen, ohne sie dadurch in die niedere Sphäre der weiland ״Kinderfrcund-Erzählungen" herabzudrücken. Man soll und braucht dieses auch um so we- Niger, als ja die Lehren der Religion und. der Moral in dem Verlaufe der biblischen Erzählungen in historisch - concreter Weise als Offenbarung zur Erscheinung kommen Die bibl. Geschichten haben blos sich selbst zum Zwecke auch in der Schule. Was sind sie anders, als die Geschichte von dem Walten Gottes in der Natur und im Menschenleben sind von der Leitung und Erziehung des israel. Volkes, und in weiterer Perspective der ganzen Menschheit zur Religion und durch die Religion. Als solche soll man sie möglichst ungestört grundlegend auf das kindliche Gemüth wirken lasten. Sie senkt sich um so befruchtender in des Kindes Geist und Gemüth, je ungesuchter und ursprünglicher sie ihm diese Offenbarung vermittelt. Damit ist nicht gesagt, daß der Lehrer dem Erkenntnißvermögen des Kindes nicht dabei zu Hilfe kontmen müßte; aber diese Hilfeleistung darf sich auch nur innerhalb dieser Grenzen bewegen. Von diesem Standpunkte aus scheint das Lehrbuch des Herrn Dr. Levin, das erst mit einem zweiten Bande, welcher die jüdische Geschichte und Literatur bis auf die jüngste Zeit enthalten soll, seinen Abschluß erhielt, bearbeitet. Idee und Ausführung sind, so weit ans dem vor uns liegenden ersten, die ganze bibl. Geschichte enthaltenden Bande ersichtlich ist, in voller Uebereinstimmung und Letztere sehr gelangen zu nennen. Daß aber das Buch gleich mit der Geschichte Abraham's beginnt und die Vorgeschichte bis zu vemjelben dem zweiten Bande Vorbehalten ist. dürste in der Lehrerwelt weniger Beifall sinden. Literarische Anzeigen. loa Vertage von Julius Benzian in Berlin, 72 Neue Friedrichstraase ist erschienen: מסכת בבא מציעא < TALMUD BABTLONICUM. 1 Tractat Baba Mezia. \l Hebräischer Text mit deutscher Uebfersetzung und Erklärung von Rabbiner Dr A. Sammter. Lieferung I and II. Üaa-W6rk wird ca. 70 Bogen gross Folio umfassen und in 10—12 Lieferungen wygebsn. Der Sobscriptionspreis für das Ganze beträgt auf Druckpapier 30 Mark, auf r־ Veanpapier 45 Mark. Nach Beendigung tritt!ein höherer Ladenpreis ein r Soeben ist erschienene Böllerrecht «ad Humanität in der onenlalifiheu Frage ״. tu Israeliten in btt Türkei, Ikumänien and Serbien. Ein Beitrag zur Kulturgeschichte des 19. Jahr- Hunderts von S. Meyer, Redakteur der ״Jüdischen Preffe" in Berlin. Zu beziehen durch alle Buchhandlun- Ki, in Berlin durch die «rtzedition ״Jüdischen Presse", Gr. Hamb. Sir. 4 und durch Julius Benzian's Buchhaudlg., Neue Friedrstr. 72. tvrsts 60 Vka. Talmud-Studirende können das ihnen unentbehrliche Dessauer’sche ״Leschon ftabbanan“ oder ״gedrängtes aramäischchaldäisch-rabbinisch-deutsches Wörterbuch (Erlangen, ,1849)“ um 5 Mark aus dem Palm & Enke’schen Verlag durch jede Buchhandlung, beziehen, wie auch um 60 Pfge. die unter dem Titel ״vollständige Paradigmen der Zeit- und Nennwörter etc. der chaldäischea Sprache'1 zu diesem Wörterbuche 1838 erschienene Beilage. Soeben ist erschienen u. vom Verfaster in S t r e l i tz (Mecklenburg) zu beziehen: Hamburger, Real-Encyclopaedie für Bibel und Talmud. Abtheilung II• Heft III. (Haslara — R Jose.) Preis 3 Mark. Die vorzüglichsten Artikel in demselben sind : Halacha, Hasurouäer, Heilig« ««mein»«, Heiligung und Entweihung des gSttl. Nameus, Heilquelle«, Hellenisten, He» «ochsage, HerodeS, Herodäer, Helene, Htllel I-, Hyrkan 1. «. 11., Jattm-Alkimos, Jamni «. Jamdres, Jason, Jehuda b. Baba, Jehuda b. Jlqi, Jehuda A., der Kürst, Jesdigerd I. u. II., Inschrifteu, Jochana» d. Lakai._ Vom ״Milchen literatittblall" Jahrgang 187« sind noch einige complete Exemplare voraäthig. Gegen Einsendung von 3 Mark erfolgt die Zusendung franco durch die Exped. der ״Jsr. Wvcheuschr." «rtefiasteu der ««dqtiiour Hr. Hr. in If. Zusendung erwünscht, aber das Hebräische in Quadratschrist. — Die ״liier. Notizen" von Lewysohn u. die Studien über Hieronymus Louiinentarien werden demnächst fortgesetzt. berauwwrtlicher Nedakleur: Dr. K. Nahmer. Druck von L. Scharnkc in Barby. Verlag von Robert Friese in Leipzig.