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Das jüdische Literaturblatt · 1877-02-01 · N° 5. (1.2.1877) · p. Seite 18

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
6 (1877)
Issue
N° 5. (1.2.1877)
Date
1877-02-01
Page
Seite 18 (sequence 2)
Language
German
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;י־׳ — 18 — L i . erwähnt, so finden wir auch bei רש״בא, daß er die Frage, od Neun Erwachjen« und ein Kind die gesetzliche Zahl ausmachte». ßer»tneno beaittwÄtttte, «tz« auch nur elttsttitt ans die MeiNWg der Oecidentalen hinMdeuteir. «an könnte schließlich etnwenom, daß der Beweis, der «lts Mütze für die Zehnzahl «ngefvhtt wird, a«s einer Fiction beruhe, nicht anders als jene, aus welche die Zahlen sechs oder steben sich gründen. Allerdings dient in dem einen Falle ats Beleg Rum. XIV, 27. wo das Wort עדה angeblich auf zehn von den 12 Kundschaftern, die Palästina befichtigl hatte«, augeweudet wird, mrd in dem andern Richter V, 2 (Lied der Tedoräh), während,in Witklichkeil hier mit einer Zahlenkombiuatton gespielt wird, dort das Wort עדה auf die ganze Ration fich bezieht, nicht aber aus zehn Individuen allem. Indessen mag dieser Einwand noch so stark und di^ 'Schwäche der Seletze sogar schon von R. Risfim bemerkt sein ich kamt defleuungeachtel mich nlcht<-mit Zahle» unter zehn kiNoerstenden erklären, aus Gründen, die ich hier zum Schlüsse «mszähleu will. v Die Sitte der Zehnzahl mziß Aine. sehr alte sein, und er« Beispiel hierfür liefert uns schon das Buch Ruth (IV, 2) dieselbe wurde ununterbrochen und allgemein seine lange Reihe WB« Jahrhunderten hindurch in der Praxis des össeutl. GottesdiensleS ,estgehalten, und deshalb dürfen wir uits von dem allgemein Uedttche» auch nicht entfernen, damit die Einheit in der religiösen Praxis gewahrt bleibe. Theologisch Gesprochen^ ist es auch nicht gestattet, in der Pra.is fich >n jene Lehrmeinung zu Hallen, die nicht in die Reihe der Halachoch Aufnahme gefunden hat. ׳ Die Zehnzahl ist sodann in W rhrhett, wenn man darüber »achdenkt, eine solche, daß sie mit einem gewitzen Ansiand das, was man eure Versammlung nennt, zu repräsenliren verknag, wäf bei der dürfligen Zahl von 7 oder gar 6 Perfönen nicht der Fall ist. Dies muß wohl nach unserem Dafkrhalten auch der wahre Grund der besagten Ejnrichtuitg gewesen sein. Wenn man überdies, für dieselbe noch eine Stütze in dem Text des Pentateuch zu finden sich bemühte, so geschah dies nur, um ihr eine gewisse bibl. Autorität zu ver-- teihen, um dm Geest derer zu beruhigen, die jede religiöse . oder moralische Angelegenheit materiell von einem Bibelverse vertreten und gestützt sehen wollten. Wohl ist es währ, datz logisch dir,es Princip auch aus die von den Occidentalen geäußerte Ansicht angewendet werden sollte, aber es ist dies ein sn neuer und sonderbarer Beleg, daß er wohl eine Erfindung des Augenblicks seist mutz. Der Bibelvers, sage ich also, ward »icht angeführt, um eine alte Gepflogenheit zu stützen, wie in dem ersteren Falle, sondern um einer neuen Idee eine Unterläge zu׳ gebm, und der Ausdruck ונותנין טעם לדבריהם scheint Solches zu ^bestätigen. Schließlich wie hätte man z. B. am Sabbath zu verfahren, bei der Borlesung des Wochenabschnittes aus den! Pmkateuch, für welche wmigstens acht Personen nach der Borsichrift erforderlich find, falls nur sieben oder sechs anwesend nchren?* *) *) Dir halten dies« für den öffentlichen Gottesdienstin kleineren Oemeinven.zu einer Lebensfrage sich gestaltende Angelegenheit durch dieses Suiachten «och »icht für erschöpft, umsoweniger al» die Ansichten der PoSkim über die Neun zahl (Orach Chajim 55, 4 Anmerk.) nicht genügend erörtert find. (Sied.) ־י /., ■ כריתות (8 ם, währM» in der זבחיב — und zwar Ml veränder- Ordnung der Traktate, Theiluu« de» Ab« schnitte und 'einzelner Äbfatze ist der Wiener Tolefta - Handschrift. 7 Bon RabbiiXt Or. Z uckirm a nd kt. G»,tschustg.) 111. Näschim. Auch hier Uebercinstimmrmg der Wiener mit Vkk Erfurter Handschrift und der Mijchnaausgabe: 1) 3 כתובות (2 יבמותs סוטה (5 נזירות (4 נדרים 6) קידושין (7 גיטין. - In den dem Alfasi beigegebenm Ausgaben wird gleichfalls nach jedem Atfasi-Traclat ber detreffende von Tosefta beigegeben «. z.: 1) Jabamoth, 2) fcetuboth, 3) Gittin, 4) Kidduscbin und dann die übrigen, die in Alfasi keine Aufnahnie fanden, der Ordnung nach an- ^schloffen: 5) Nedarim 6} Nesiroth, 7) 80ia* tzs ist aber leicht zu ersehen, datz di« Borläge vost Tofefla mit unseren Handschriften übereinstimmie.') IV. Nesikin oder J«schu0th.’) Hier herrscht, vollständige Uebereinstiminung der beiden Handschriften, Tosefta und Mischna-Ausgaden. nur in letzter» mit bem Unterschiede, baß zwischen die zwei letzten Traktate אבות eingeschoben ist. 1) סנהדרין (4 ב־ בתרא (3 ב' מציעא (2 בבא קמא 5) הורדת <9 ע״ן (8 עדיות -7 שביעית'<6. מדות (vergl י Frankel a. a O. 280, 261). V Lodosobiui Tie Ordnung und Namen der Traktate in der Wiener 'Handschrift sind folgende: 1) (5 לרורות (4 מנחותי(3 שחיטת חולין (2 זבהים מעילה (7 תמורה (6 ערכין Äüsgabe חלין an erster und רם tem Slamen קרבנות — an letzter Stelle stcht. Aus der Erfurter Handsch^ welche von dieser Ordnung die ersten 3 Perakuu von זבחים enthält, können wir eiitnchiuen. datz die Uuurrüvstg und Namenänderung des ersten Trakta s in der Ausgabe sehlerhäft ist.. Bewogen wurde der Heransq. zu' dieser Aenderung wieder surch den Beischluß an Alfasi, der von dieser -Ordnung den Traktat'. Chullin ausgenommen hat, weil praktisch gellend. Er ist also dem Herausgeber wichtig genug, um ihn an erster Stelle zu setzen, dem zurückgeschobenen 1. Traktate har er den Titel קרבנות gegeben, und so die Schlutzstellung gerechlgeferligt. In der Mischnaausgabe ist die Ordnung eine andere, und ist außerdem die Ordnung um drei Traktate reicher, nämlich Tamid, Middoth u. Kinnim, deren Stellung in der Mischna und Gemara-Ausgabe gleichfalls verschieden ist.') VI. Takarolb Hier stimmt, wenn wir die iioiorischen Fehler, beiderseits abziehen, die Wiener Handschrift mit der Ausgabe,^ u. z. sind ') Den Eintheilungsgrund dieser Ordnung s. Frankel a. a. O. 2. 259. Daß קידושין auffallender Weise zuletzt sicht, hat seinen Grund im formalen Princip, was immer neben dem realen maßgebend war. Die Begründung Masinuni's ist daher ineiner Ansicht nach dlc richtige. *) Es ist wohl möglich, daß נזיקין ursprünglich nur der Gesammtnauie für die 3 ״ 1:2 ת°r, wie כלים gleichfalls 3 בבות enthält, und man nothwendig, wenn man ein« derselben nannte, den Gattungsnamen hinzufügen mußte, während ישועות der Name für die ganze ״Ordnung" war. Wie sollte auch ע״ן unter נזיקין subsummirt werden! Es ist vielleicht nicht fehlerhaft, daß die Wiener Hsch. nach בבא בחרא die Bemerkung hat ׳סליק 0דר נןיקן allerdings fehlt der Name der Ordnung am Schluß des ganzen כדת! in der Erf. hingegen'heißt es am Schluß סליק םדד ישועות aber wiederum nicht נזיקין am Schluß dir בכות. Ich habe,nachträglich zu meiner Freude gesehen, daß I. H Weiß (a. a. O- 207) aus Beweisstellen des Talmud ^lB. K. 30. 47) erhärtet, daß unter נזיקין die drei בבות verstanden wurden. ' » *) Bemerkenswerth ist, daß der Verfasser der Lalicbotb Olam di« Traktat« dieser Ordnmch in der Reihenfolge der Wiener Handschrift auf- Mst (vgl. Frankel a. a. O. 2S2 Anm 2).

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