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Das jüdische Literaturblatt · 1877-01-25 · N° 4. (25.1.1877) · p. Seite 14

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
6 (1877)
Issue
N° 4. (25.1.1877)
Date
1877-01-25
Page
Seite 14 (sequence 2)
Language
German
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I 14 Ruhestätte gegeben, haben nicht recht gehandelt und bedürfen dafür der Verzeihung." ES wäre von hoher Bedeutung, diese reinen und lauteren Ansichten üher die Bestattung der Selbstniörder zu verbreiten und den falschen und irrigen entgegenzutreten.* *) vr L- Roth, - , Rabbiner in Könitz, W./Preußen. Ordnung der Traktate, Theilung der Abschnitte und einzelner Absätze -in der Wiener Toiefta - Handschrift. - Rabbiner Dr. Zuckermand el. Für den Werth und das Alter einer Handschrift ist die genannte Ein- und Verthellung ein wichtiges Kriteriuin, weshalb wir diesen! Gegenstände eine genaue Besprechung widmen wollen. I. Seraim. * In dieser Ordnung stimmt Reihenfolge und Titelüberschrift der Traktate mit der Ausgabe überein. Es folgen auf .einander: 1) תרומות (4 דמאי׳דמיי (3 פאה (2 ברכות J 5) ערלה (9 מעשר שני(8 מעשרות (7 כלאיים (6 שבתית 10) בכודים (11 .חלה. — In der Erfurter Hsch. steht תרומות und ערלה vor רמאי') und lautet die Titelüberschrist *) lleber feie(« Gegenstand ist auch das sehr erleichternde Gutach-i ten im בשמים ראען Rr. 341 (über Einen, der aus Lebensüberdruß) anS tiefem Kummer und Mzugroheu Rahrnngssorgen sich Las Leben nahm) zu vergleiche«. (Red.) *) ®ttt Erklärer der Misch»» haben sich Müh« gegeben, die Aus- «iaanderfolgr der Traktate zu begründen. Bgl. Frankel Horegetik Seit« 25T ff: Richtig bemerkt I. H. Weiß in dem jüngst erschienenen 2. Bande seine« Werkes 208 ■© דור דור ולורשין,. daß, da die Ordnung der Traktate in Mischn», Tosesta, Babti und Jeruschalmi von einander ab- «eichen, all« ErklLrungsvcrsuche vergeblich find, so lange man nicht weiß, «elches die authentisch richtige Ordnung sei. Er kann es, sich aber doch nicht versagen, wenigstens in der Anmerkung, wenn auch nur vermuthungSrveise die Mischnaordnung zu begründen, und zwar hätte der Re» dakteur der Misch«, »orausgestellt, die Verbore 1) כלאים (2 פאה 3) שביעית nach der Ordnung im Pentateuch, und hätte diesen die! Gebote folgen lassen und zwar in umgekehrter Reihenfolge ihrer Stellung im Pentateuch l) תרומות (Numeri 18,19) 2) מעשרות <b«f. 21) 4) חלה (das 15. ,19) 7) ערלה (Levit 19,23) 5) בכורים (Exodus 23, 19). Man sieht hieraus, wie schwierig es ist, einen Eintherlungsgrund in der Ordnung der Mischn» herauszufinden. Die an-! . deren Erklärungen sprechen nicht mehr an. Aber seine Vermuthung (das.).! daß die ältere Ordnung das formale Princip — nämlich die Stellung! der betrefsendrn Gesetze im Pentateuch — zur Grundlage hatte, ist mei-i «er Ansicht nach ganz richtig. Rur mußte dieses Princip, wie es an-! fang« nothgedrunge» durch das reale durchbrochen werden mußte, diesem! immer mehr weichen. Es kommt aber daraus an, das richtige, formale! ' Princip zu finden, weil diese Gesetze -öfter im Pentateuch sich finden. So שביעית Exodus 23, 11 und Levit. 25, 1—8: בבורים Exodus! 23,19 und Deuteton. 26, 1—16; פאה Levit. 19, 9 לקט ושכחה, Deuteron. 24. 19; כלאים Levit. 19, 19, Deuteron. 22, 9-11; 'מעשת 21 ,18 ראש ק ff. und Deuteron. 14, 22. Aus dem Umstand« aber, daß auinahmlos dt Men Codices (Tosesta — beide Handschriften und Druck — Rischem, Semara, Babli und Jeruschalmi) Peah an erster und בכורים an letzter Stelle stehen, scheint es mir unzweifelhaft, daß' dies« Traktat« an ihrer ursprünglichen Stelle stehen geblieben sind. Dies «erst Mer darauf hin, daß man vom eigentlichen Gesetzbuch«, dem Leoi-! tisich, dem כפראbi« Ordnung, begonnen hat und Peah,' weil im Leoi- ' tiku« ,uerst stehend, in erster Reihe und בבורים bereit Bestimmungen יי» Dmrteron. an letzter Stelle sich befinden, zuletzt gestellt hat,' welches letztere auch Maimuni behauptet. Bon dem formalen Princip wurde aber schon in sofern ei» Uebergang zum realen gemacht, als שבחה und ®לק, deren Bestimmungen im Deuteron, stehen, mit פאה veremigt wurden. Vergleichen wir nun die Stellung der Mittelglieder in den - verschiedenen Ordnungen der Codices, so weist die von Tosesta — und von dieser di« Erfurter Handschrift — auf ein höheres Alter hinaus, als di« der Mischna. Denn dort wird da« formale Princip-strenger frstgehalten, al« hier. Das Gesez von ערלה steht im Levitikus vot dem mm ״״ בלאים!:שביעית Deuteron —,denn von den verschiede-! »ea Orten von כלאים d«S Deuteron wird gehandelt — vor מעשר ראשון. das. (vglMarmuni Raafferoth 2, l) und dieses vor מעשה! nicht מעשרות sondern במעשר ראשון) (ogl. m. Erfurter Handschrift S- 12). II. Moed. Hier stimmt die Ordnung der Traktate in der Wiener Handschrift mit der Erfurter überein und mit beiden die in der Btischnaausgabe, nämlich: I) 3 עירובץ (2 שבתt פסחים 4) ראש השנה (8 יום טוב (7 סוכה (6 יומא (5 שקלים 9) חגיגה (12 מועד קטן (11 מגלה (10 תעניות. — In der Tosefta-Ausgabe folgt auf 3) יום טוב (5 תענית (4 פכהים 6) מועד קטן(10 מגלה (9 סוכה (8 יומא (7 ראש השנה 11) שקלים (12 חגיגה. Möglich, daß die Ordnung der Alfasi-Ausgabe I—10 von Alfasi herrührt, der, das praktische Bedürfniß im Auge habend, diesem gemäß ordnete. Fasttage giebt es mehrere im Jahre, drum setzte er תענית vor, ebenso die allgemeinen Bestimmungen über alle Festtage, denen er die einzelnen der. Reihe Nachfolgen läßt.') Es blieb dann dem Herausgeber, der die Tosefta-Traklate der Alsasi-Ausgabe anschloß, keine andere Wahl, als die übrig bleibenden שקלים Ilnd חגיגה an den Schluß zu stellen. Es ist aber klar, daß er hiemit die ursprüngliche Tosesta-Ordnung verschob. (Fortsetzung folgt.) Lileralurbericht. Recenfionen. AriM, Jacoö, Rabbiner, מבוא המשנה, Einleitung in die Mischna, enthaltend das Leben und die Lehrmethode der Gesetzeslehren von Esra bis zum Abschlüsse der Mischna. Frankfurt a. M. 1876. Selbstverlag des Verfassers. (Schluß v. Nr. 14 vor. I.) Was bereits im Anfang allgemein über die Wissenschaftliche Bedeutung dieses trefflichen Werkes gesagt wurde, be- שני- Bei תרומות wurde das formale Princip durchbrochen, weil im Pentateuch setbst beim Gesetze oon תלה auf תרומה al® auf etwas Bekanntes hingewiesen wird (vgl. Weiß a. a. O ). Man stellte diesen Traktat gleich hinter יפאה dein sich naturgemäß ׳דמאי >velcher Traktat eigentlich von תרומת מעשר handelt,ן anschliehen mußte, wurde aber wahrscheinlich seines rabdinijchen Ursprunges wegen vor dem folgenden ערלה -urüchgestellt. Noch richtiger scheint mir folgender Grund, der unzweiselhast die spätere Berseyung dieses Traktats in Tosesta beweist. Dort nämlich werben die Bestimmungen über die Vermischung verbotener Speisen mit erlaubten nicht, wie »n der Mischna in ערלה abgehandclt, sondern in Tcrumoth, weil hier eine solche Vermischung am leichtesten vorkam Viele Bestimmungen über ערלה waren, nun schon in תרומות besprochen, es blieben nur noch wenige übrig, die bald nach» getragen wurden. In der Mischna hat ein realer Eintheilungsgrund den jormalen wenn auch nicht ganz verdrängt, so doch zurüiktreten laffen. Man sehe einen solchen Grund bei Maimuni und Frankel a, a. O. Zu Gunsten der Theilung der Mischna ist dann von späteren Abschreidern die Ordnung von Tosesta der Mischna näher gerückt worden. Jedenfalls scheint uns die Erfurter Handschrist die älteste Ordnung unter den vorhandenen ausbewahrt zu haben. -) Frankel a. a. O. gibt an, daß in der ersten Ausgabe der Mischna diese Traktate מעשר ראשון heißt und daß dieser Name auch der richtige sei. Leider ist er nicht dazu gekommen, die versprochene Be» gründung mitzutheilen. Meines Erachtens ist dieser Titel darum richtig, weil in diesem Traktate die Bedingungen angegeben sind, durch welche die Frucht' den Charakter, von טבל erhält, so daß deren Genuß die Straf« מיתה nach sich zieht. Diese Stpase findet aber Statt vor Ab- Hebung des מעשר ראשון nicht aber vor der von מעשר שני und מעשר עני- Die Umwandlung in מעשרות riihrt wohl daher, daß auch תרומה unter מעשרות allgeinein subsummirt wird. Aber von תרומה ist nur nebensächlich mitgehandelt, es handelt sich hauptsächlich um מעשר ראשון- Auch Maimuni schickt den Bestimmungen, die er aus diesem Traktate auszieht, die Verse der Schrift, die von מעשר ראשץ handeln voraus. Daß im כפתור ופרח non Estori Parchi auch מעשר ראשון wird, habe ich schon,angegeben (vgl. Literaturbl. 1876 Nr. 16). ') Bgl. jedoch Frankel a. a. O. S. 258 »nm. 3. ...»

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