Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 6 (1877)
- Issue
- N° 1. (1.1.1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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iffM» ייויו* ~ 3 יי^ייי״יוך Zunz G V. S. 33). — Ebensowenig gleichgiltig ist es. daß Piaton selbst nie jenen Ausspruch gethan haben kann. Denn schon im 3. vorchristl. Jahrhundert hat Hermippus dieselbe Anecdote von Thales erzählt und noch anvere haben sie auf Sokrates bezogen (s Tiog. Laert. I. 38): wir haben also hier eine jener Wanderanekvoten vor uns, die, wie unzählige andre von den erfindungsreichen Griechen ersonnen, Allen und Keinem angehören, und nicht die geringste historische Gewähr haben. — Auf solchem tausendfach i durchlöcherten Boden baut Schopenhauer seine Angriffe gegen t»as Judenthum. Und solche Argumente werden gläubig nachgebetet! Und gegen solche Angriffe haben wir uns zu verthewigen! F. Literaturbericht. Receufionen. Wiener, I. Judenthum und Christenthum. Ein Beitrag zur Klärung einer religiös-socialen Streitfrage. Zürich 1877. 29 S. 8. Ob die Flagge die Ladung deckt? Diese völkerrechtliche Frage hätte klar entschieden sein müffen, um den Weg zur Besprechung des angezeigten Schriftchens deutlich zu bezeichnen. Die Flagge ist die unsere Aber ein großer Theil der Ladung erscheint uns Kriegscontrebande. Ohne Pild: Mit der Tenden; können wir uns einverstanden erklären — vielen Einzelheiten dagegen, sowie hin und wieder dem moäus proeeckencki, müffen wir unsere Billigung versagen. ״Das neue Testament ist. was seine Ethik und Moral betrifft, nichts als eine Copie des alten"! — (S. 7). Dieses Resultat des ersten Theiles der Brochüre ist uns nur die erste Abschlagszahlung auf eine allzulang außenstehende Schuld. Denn daß das neue Testament nichts Originelles enthält, sondern in all' seinen Lehren nur biblische oder rabbinische Lehrmeinungen — und zwar die allgemein bekannten, die ״als Münze" kursirenden — der heidnischen Welt als Fundament reinerer Sittlichkeit gebracht, das ist die jüdische Astsicht, der der endliche Sieg nicht entgehen! wird. Geistvoll und richtig, nur etwas zu ästgstlich — ich möchte sagen: zu bescheiden — wird dem Vorwürfe: es fehle dem alten Testamente der Geist der Liebe, damit begegnet, daß es ein Gesetzbuch und nicht, wie das neue,!allein ein Moralcodex sei. Ungern vermiffen wir den Hinweis, wie all die schönen und erhabenen Worte, deren Chorführer das: So dir Jemand einen Streich giebl auf deinen rechten Backen, dem biete den andern auch dar" ist, eben imffier Worte bleiben, während die echt jüdischen Mo-ralvorschriften zu Fleisch und Blut werden, da sie sich in den Grenzen halten, welche dem Menschen angepaßt sind- Bon S. 14 an scheiden sich die Wegh des Verfassers von: den unseren. Wir werden nie einer Pertheidigung dGj Tiklmud zustimmen, die ihre-Hauptwaffen in dyn. elenden Zustande des ChristenthumS^während des Mittelalters findet, und noch weniger den Schutz der! jetztlsbenden Juden in dem Satze suchen: S 16:״DirMoral des Talmuds ist für die Juden absolut von keiner Bedeutung, schon weil er sie (soll wohl heißen: sie chn nicht kennen!) gar nicht kennt"! Nein, darin haben die Hephep-Schreier Recht: Ist die Moral des Talmud verdächtig, dann ist es auch die Moralität > der Juden. Denn Bibel und Talmud bildeten so lange den geistigen Nährstoff der Juden, daß eine noch Geschlechter hindurch andauernde Hungerkur die Spuren nicht tilgen wird! Da sind Deutsch, K r o n e r und viele Andere dem Talmud gerechter geworden — vielleicht weil sie ihn genauer kannten, afs Herr W-, denn zum ״schwarzen Manne" wird der Talmud nur denen, die ihn nicht kennen. Auch der letzte Theil (S: 18 Ende) — Vergleich der Juden mit den Christen — giebt!in Erklärung und Al Familien! henden, die Koshmin. t m Charakhemttnide» wie nanch Begründ mg angeblicher Schattenseiten de» jüdis ters nur wenig Befriedigendes und zeigt eineUn! Judenthr mes (״der Geistliche am Bette des Ster' dies unl:r streng j gläubigen Juden Sitte ist"), vorsichtigen Schritt des Herrn W. sattsam erklärt Gut gemeint scher ist die Schrift, und so w ihrer populären Haltung genügen, manches Borurfhell zju schüttern Dafür!sind wir Herrn W. jedenfalls verpflicht st. rd zu vr. Lew in. eitda Aaam. Jugenderzählungen aus de! leben. Wien 1876. (Selbstverlag der R Berfasterin.) dachtjen fix bei er-!Sänke So oft der 25. December durch's Land zi cht, zahlreiche jüdische Familien, namentltch in Deuts hlandj ein Schauspill dar, das jedes jüdische Herz ttef verletze! und mser Volk auc > bei allen billig denkenden Nichtjuden herab setzen muß. Hit man es jemals erlebt, daß unsere christichen Freunde, selbst wenn sie noch so tolerant und libe :al dock», einen CHmukaleuchler anzünden, oder sich zum Sä »er sitze»? Der religiöse Jndifferentismus ist noch nicht das t-chliumste. Gefährlicker noch ist die charakterlose Nachahmung lsUcht, die das Eigene mit dem Fremden vertauscht, gefährlih darum, »veil sie Ne religiösen Vorstellungen der heranwachi ende« Ingend vollständig verwirrt. Vergebens eisern Rabnner und Prediger von der Kanzel herab gegen solche Gedantenlofi zkeit. Wenn abi r auf solchem Wege dem Uebel nicht gesteuert werdpn kann, dann muffen die Religionslehrer bestrebt sein die Kinder s! lbst dahin zu bringen, daß sie freiwillig! de« Me- Weihnachlsfreuden" entsagen und sich von dem erborgten Lichte abwenden. Dies durchzusetzen erscheint :war schwer, und . doch hat mancher Lehrer nach dieser Richtung erfr^liche Erfolge erzielt und mittelbar durch die Kittder die Elter« bekehrt. Doch ist es vor Allem nöthig, Lehrer Hifsmittel zu Gebote stehen, die geeignet kindliche Gemüth für das religiöse Leben anzureqe« erwärmen, und so das nachzuholen, was die Eltern veralsäumen. Im Gefühle dieses Bedürfniffes hat man! vor zwei Jahren sein Chanukabuch herausgegteben; sem reibt sich jetzt ein Merkchen an, das auf Anregung Jellinek's uni von ihm bestens empfohlen, Frau Fanni Ne rda unter denz Titel erscheinen ließ: ״JugenderzähluHgen au» der dje dem jüdijchen Familienleben". Die berühmte Verfasserin ״Slulnden der Andacht" hat es . auch hier - verstai »den, Spräche d,s Herzens, und zwar׳'die Sprache des kindliche« Herzeins arzuschlagen. In vier anmuthigen, fesselnden Geschichschen werden dem Kinde Bilder aus dem jüdichen Familiehkebeii entrollt und di^ Bedeutung der Hauptfel te in erzählender Gewandung dargelegt. Dieses Buch, das zug eich erwärmt usid belehrt, wird nicht verfehlen, den H>üm der Kleinen für das Religiöse zu wecken und ihnen Liehe um Judenthume einzuflößen. Die Rabbiner und Lehrer der üd. be» für deffen Verbreitung unter den Kindern Särge tragen. Dir verehrten Verfasserin aber möge - es V«rgö nnt sein, auch fernerhin im Dienste und zum Wähle unserer Jro gend schrifl 'tellerisch thätig zu sein. vr. Kisch, llebersetzen jetzung und jystem). - 1876. H. ^kutsch. Pt. Kkraader. Praktisches Uebungsbnch z rm aus der hebräischen Sprache mit Jnterlintarübprgrammattsch anleitender Worttheilung, (Ppp, Erstes Heft. Ausgewäblte Gebetstücke. un> Wenn in seinem ruhenden und andere von Hrn E Auflebjsel er' auch des alten Elias Hutterus berühmter Pibelwert die Stamm-, Bildungs-, wie d fehlenden Buchstaben durch Hohl-, Mittel dem Leser sofort kenntlich zu «a Kisch vorgeschlagene Methode nur als cheinen läßt, so darf die Anwendung Versuch, c uch . >ie sjettdtick »e btofrt dm den, cuf I