Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 1 (1872)
- Issue
- N° 15. (14.8.1872)
- Date
- 1872-08-14
- Page
- Seite 59 (sequence 3)
- Language
- German
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יי-•.- י *׳.•■• ׳». ■יי. •Ü.-Ä,י * ז י■«(!'■ « 1 W» ,v^!«! —— 59 tmb wich mit seinem Gefolge aus. Während der Mahlzeit wandte sich Herr M. an seinen ersten Geiger und fragte ibn, ״sage mir, du hast während des Auszuges deinen Gegner sehr in ne Enge gejagt, aber was hättest du gethan, wenn er dennoch nicht aus- .gewichen wäre"? ״Der Vermessene, crwiederte jener mit Würde, denn er auch dann noch nicht vor mir aus dem Wege gegangen wäre, .... wohlan .... so wäre ich^. . ihm ausgdwichen." Doch kehren wir zur Hochzeit selber zurück. Die Braut ist mehr oder weniger nach europäischer Tracht gekleidet, ofber vom Haupte bis zu ihren Füßen hängt ein' langer Ueberiburf aus seinen Goldfäden, welcher fast gänzlich ihre Gestalt bedeckt. Diese ,Sitte ist gewiß den Türken entnommen. Alsdann finden die gewohnlichen Feierlichkeiten statt; darauf werden Consitüren und Zuckerwaaren gereicht, endlich verlassen die Männer das! Zimmer, und die Frauen tanzen mit der Braut einen dein Menuet ähnlichen Tanz. Abends wird die erste Mahlzeit gehalten, an welcher sich ausschließlich die nächsten Verwandten und die Frauen!der Eingeladenen betheiligen. Die Hochzeitsmahlzeitcn dauern, ohne Unterschied bei Reich und Arm, sieben Tage. Jeden Abend erscheint eine gewisse Anzahl von den zur Hochzeit Eingeladcnen, ohne daß dazu eine besondere Jnviration erforderlich wäre. Erst uach Ablauf dieser Feste richten sich die jungen Eheleute in ihrer necken'Wohnung ein, gewöhnlich in dem Hause des Katers des Bräutigams, wo sie sich mehrere Jahre aufhalten. In!Scilonichi und in anderen türkischen Städten wohnen verschiedene! Familien zusammen; die Eltern mit ihren verheiratheten Söhnen, und öfters auch vcrheirathete Töchter und eine Anzahl von! Kindern, so daß es oft große Mühe bereiter, wenn man ein Mitglied der Familie sprechen will, zu erfahren, an wen man sich! eigentlich wenden muß. Die Verheiratheten bleiben gewöhnlich solange, bis sie im Stande sind für sich selbst ein Haus zu bqucn. Es herrscht nämlich unter den Israeliten im Allgemeinen eine große Sucht, Häuser zu bauen. Reich und Arm wohnt gern in seinem eigenen Hause, und wenn es bei den Armen nur ein! hölzernes Gebäude ist. Das erste ersparte Geld wird dazu angelegt; aber was das Auffallendste hei der Sache ist. ein Jeder baut, wo er zufällig ein Stück Grund erwirbt, so daß inan oft nejben einem Palais, umringt von geschmackvoll eingerichteten Gärten, die armseligsten Wohnungen, einen Stall mit einem Misthaufen in der Front, antxifft. Die wohlhabenden Israeliten haben meistens sehr schöne! Häuser, wenn nicht Paläste. Diese Baulust hat! sich auch unter der nichtisraclitischen Bevölkerung verbreitet. Das schönste Palais, eine Zierde der Stadt, hat sich der englische Kaufmann Mr. A. bauen laffen; dasselbe ist umgeben von Gärtest mit seltenen Gewächsen und geschmückt mit marmornen Statuen. Dieser reiche Geizhals fand viel Vergnügen daran, die Fortschritte des im Bau begriffenen Palais zu betrachten. Eine Ligeunepin, welche unzusrieden war mit dem geringen Almosen, das sie »on diesem bejahrten Geizigen empfing, rief ihm zu, ״Recht hast hu, dein Haus oft zu besichtigen, denn wenn es fertig ist, wirst du sterben". Dieser Reiche nahm sich dieses so zu Herzen, daß or beschloß, sein Palais zu beziehen, ohne es je vollenden zu lasst», so daß er schon seit mchreien Jahren daran wciterbaucn und!neue Ausschmückungen anbringen läßt. Er hat sogar aus Italien Künstler kommen laffen, um die Plafonds kunstvoll zu malen.! Während er nun den einen Flügel des Palastes vollendet, l^ßt er den andern »iederrcißcn, um diese» wiederum im neuen Stille aufzubauen, sodaß er fortwährend bestrebt ist, die Prophezrihung der Zigeunerin zu vereiteln. Während des amerikanischen Bürgerkrieges stieg die Baumwolle hoch in Preisen, die Israeliten'vost Sälonichi ließen damals von den Türken weite Felder mit Baujnwolle bepflanzen; dieses brachte ihnen einen so großen Gewicht, daß sic in den Stand gesetzt wurden, ganze Straßen bauen! zu laffen. (Schluß folgt.)! als ein feststehender Satz: die Bezeichnung für im Hebräischen (Koph, קרוש) fließe dipecr aus de« gilt bisher sanskritischen Kapi und sei ein durch dieOphirfahrten vermütclteS Lehnwort aus dem Sanskrit; allein altägyptisch kap, kaph, kafi weist darauf hin, daß das Wort unter die dem semitischen und arisch»» Sprachenkrcise gemeinsamen gehört, und man darf sogar meine», daß es Semiten, Afrikanern und Ariern von den ältesten Zeiten her eigenthümlich war, da der Affe der heißen Zone angeh Art. Wir meinen darum, daß längst vor allen Ophirfahrten die Hebräer das Wort koph besaßen und daß, wenn sie es einst irgendwo doch entlehnt haben sollten, diese Entlehnung mit mindestens dem gleichen Rechte von Aegypten her darf abgeleitet werden, wie aus Indien. — Sodann entbehrt es ebenso jeden Grundes, wenn" das hebr. ״Schen-habim“ (Elfenbein) unmittelbar an das sanskrit. ibha (Elephant) angekuüpft wird. Der in den oberen Nilländern einheimische Elephant war sicherlich der ältesten, zur Euktur aufsteigenden menschlichen Gesellschaft des Nilthals ein ebenso bekanntes Thier wie den nördlichen Ländern der Wolf und Bär; und so leiten wir denn auch nicht mit Laffen und A. den ״Elephantrn" aus dem Sanskrit her, sondern bezeichnen es als ein weitverbreitetes Wort uralten Besitzes in den Sprachen vom weißen Ml, bis zum Ganges. (So kann auch die bekannte Erklärung von elephantus, aus sanskrit. ibha ujtb dem arab. Artikel nicht aufrecht erhalten werden.)! ־ Auch die Ableitung des dritten Ophir- Handels- Artikels, des almuggim, das man als ״Sandelholz" deutet und für daS sanskrit valgu ausgicbt, muß als höchst unsicher gelten. So bleibt nur ein einziges Produkt, ״der Pfau" (Tucki), übrig, bei dem weder an aftikanische Heimathnoch an eine aftikanische Sprache gedacht werden darf und für welches ein asiattscher Ursprung nicht abzuweisen sein wird. Kann aber daffclbe die Verlegung von Ophir nach Indien rechtfertigen? Liegt nicht vie) mehr die Annahme weit näher: Ophir sei wietausend andere ein Gebiet oder Ort gegewesen, an dem auch andere Producte gekauft und eingetauscht wurden, als blos solche, welche der nächsten Umgegend entstammten? In der Pariser geographischen Gesellschaft hat man sich in den Sitzungen vom 16. Februar und 1 März d. I. sehr eingehend mit der Ophirftage beschäftigt, und sprach.sich der durch seine afrikanischen Keiintnisse ausgezeichnete Reisende Duoeyrier für eine , wahrscheinliche Jdrntificirung Ophirs mit Sofüla aus. Hr. . Joseph Halsvy, der kürzlich von seiner hochbedeutsamen Reise in Südarabien zurückgekehrt ist, suchte in einem längeren Vortrag« am 1. März. Ophir in jenem Gebiete. Leider liegt dieser wie cs scheint sehr anziehende Vortrag noch nicht gedruckt vor, daher wir auf die zu Gunsten seiner Ansicht entwickelten Gründe nichr eingehen können. Der gelehrte H. Vivien de Saint. Martin in Paris, bemerkte in der zweiten Sitzung gegen Hrn. Halsvy, er scheine nicht scharf genug unterschieden zu haben zwischen den! Ophir derjGenefis und btm׳ der Bücher der Könige, das ersten lag unbezweifelt in Arabien, und die von Haltzvy angestelltcn localen Untersuchungen sowie die von ihm mirgebrachten epigraphischcn Teile sprechen sattsam dafür; anders verhalte cs sich jedoch mit dem Ophir der Könige, deffr» Fcstellung nicht dieselbe Sicherheit gestatte. Zur (Pphir-itnge Zu den Hauptgründen, welche Gcsenius und nach ihm Laffen und -Ritter, für die Behauptung, daß Ophir in!Indien zu suchen, oorbrachten, gehören die etymologischen, die Röster im ״Ausland" (Nr. 27) zu entkräften sucht. Er sagt daselbst: Es üranktikitskoff-liebertragung durch Fliegen. y Es sind ׳zahlreiche Todesfälle von Menschen bekannt, welche man nach Wesen und Verlauf -nicht׳ anders erklären zu können glaubtt, als durch die Annahme, es sei ein Scuch^ngift durch den Stich eines Jnsects von einem Thiercadaver auf den Menschen übcrttagen worden. Viele Aerzte wollen jedoch die Möglichkeit einer solchen Ansteckupg nicht zugeben. Zur Feststellung, in wieweit Jnsectcn befähigt sind den Milzbrand zii übettragen, hat der Thierarzt Raimbart eine Reihe von Versuchen angestellt, au» welchen heroorgcht, daß sowohl gewöhnliche Stubenfliegen al» Schmeißfliegen das Milzbrandblut begierig aufsaugcn, und konnten mittels des Mikrostops die diesem. Seuchenblute eigenthümlichen Organismen in den Eingeweide» der Fliegen nachgewiesen werden. Mit dem Inhalte der letzteren geimpfte Meerschweinchen, Kaninchen u. a. starben auch unabänderlich in einer Frist von 60 Stunden unter allen Zeichen der Milzbrandoergiftung.. Es scheint