Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 1 (1872)
- Issue
- N° 15. (14.8.1872)
- Date
- 1872-08-14
- Page
- Seite 58 (sequence 2)
- Language
- German
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L F 1; •ד i;׳׳; יה . ין 58 T if '■'V Mitthälong Raschi's (Gittin 67s.), Akibha habr unter Andrem auch ״Siphra und Siphre" gesammelt, ist demnach einfach auf er km Anachronismus in der Ausdrucksweise zurückzuführene der, rachdem diese Namen einmal gang und gäbe sind leicht, «jrIWlch ist. Richtiger hätte er allerdings gesagt: Akibha Hai di: Boraitha's von ״Torath Kohanim, Sepher wajedabber und (steh hadbharim" gesammelt, wie es Ioma 74a. heißt. Nach dem bereits Erörterten ist nun auch der Ausdruck: ,ITkiacha Wie Rabh" aufzufasien, der freilich nur die Ein- -schiebs l O^enu, Attah socher und Attah nigletha in sich be- Ö-da alle übrigen Theile der Mußapht'phillah schon zu 's Seiten in allgemeinem Gebrauch waren. Die Mischnah <Mosck haschanah 32s.) schließt das Eigenthumsrecht Rabh"s Nicht l«s, da dorten nur von der äußeren »Anordnung, nicht aber wn einem“ Inhalt der ושפרות זכרניות מלכיות die Rede st, die vielntehr um diese Zeit noch aus bloßen Citaten Bestand >en zu haben scheinen. Wollte man aber dennoch die jjlutor'chaft auf Akibha zurückführen, so könnte man sie mit «heude»selben Rechte auch auf Zochanan den Nuri beziehen, hier ebenfalls diese Formeln im Munde führt.!«brigens erkennen die Talmude einstimmig Rabh als Iren Desaster dieser Gebetstücke an, was auch in der Hypothese Vicht imbeachtet geblieben; und Samuel bar Jizchak, der Jünger Rabhs, bezeckgt ausdrücklich, daß dieselben erst zu seiner Zeit entstanden.find (Rosch hashanah22s.) Die secunhären Quellen bezeichnen sie daher auch einfach als: ״T'kiatha VRabl" wie diese überhaupt mit richtigem Tact ״Be Rabh" stets «th Rabh identificiren. tzs bleiben, nun noch einige Stellen übrig, wo ״Be Rabh" mit Rabh allerdings nicht in Verbindung steht. Diese Lvvme 1 jedoch ckllch der Hypothese nicht zu statten, da sie «benso wenig ausschließlich auf Akibha Bergen werden können. Wenn darum der Derfaster eine einzige vo& den vielen Stellen, welche die ^Jndentität von ״Be Rabh" und Rabh zur Evidenz chnovsl u, damit zurückweist, daß er sagt, die Schule Akibha's werde ebmfalls ״Be Rabh" genannt, so hat er in letzterer Beziehung' die Wahrheit uur zur Hälfte gesprochen, da an ejbend« :selben Stelle auch noch andere Lehrhäuser ״Ve Rabh" San v werden. Hier (K'thubhoth 62d.) finden wir auch, Z'hudah bar Chaja (ein Vetter Rabhz's) zu Sepphoris ״B« l?abh" besucht habe, und ebenso hat auch Zehudah ha- Nasi einen Sobn 12 Jahre vor seiner Vermahlung in ״Be Rabh' fixen lasten.. Za es wird daselbst sogar erzählt, daß Akibh l von seiner Gattin nach ״Be Rabh" geschickt. worden sei. hätte somit -Seitens des Verfassers auch nickt des wettlö usigen Bewestes bedurft, daß das ״Be Rabh" welches Sim in den Zochai und Ehanina bar Ehachinai besucht, das Lehrhaus Akibha's gewesen sei. I 'f ~- Betrachten;wir nun diese Stellen -etwas näher, so ersehen wir l ofort, daß hier überall nur von einer Schule schlechtweg die Nche ist, ohne die leiseste Bezugnahme auf denjenigen, der dieser Schule Vorsicht. Es hat hier eben nur den Sinn, , wie 1 Dir heute sagen ״auf Schulen gehen." WenN nun auf diese Weise auch das Lehrhaus Akibha's ״Be Rabh", genannt wird ' so ist dies eben etwas ganz Zufälliges, das gar nicht! beweist.- Diese Bezeichnung: ״Be Rabh" für Lehrhaus schlechtweg ist aier auch im Texte des babylonischen Talinuds eine ganz corre tte.^ Seit Rabh, der diesen Namen pur excellence führte, war der Ordiuationstitel aller babylonischen Lehrer ״Rabh", und folgerichtig hieß in Babylonien das Lehrhaus schlechtweg ״Be Rabh", wie in Palästina ״Be Rabb ", wo die Lehrer eben ״Rabbi" hießen (Kerein chemed VN, 457.) Schon aus diesem Grunde allein hättt man nicht zu der Annahme kommen sollen, ״Be Rabh" ursprünglich auf Akibha zurückzuführen. Diese Bezeichnung hätte in diesem Falle auch im Munde des babylonischen Redacteurs sicherlich ״Be Rabbi" gelautet, der ja auch sonst, wenn von enter palästinensischen Autorität die Rede ist, von einem ״Be Rabbi" spricht (Joma 38b, 59b), und der jerusalemitische Talmud hätte am wenigsten von einem ״Be Rabh" sprechen dürfen. Das Resultat des Erörterten wäre nun, daß wir keine einzige Stelle haben, die auf eine Gemeinschaft zwischen ״Be Rabh" und Akibha als Autorität schließen läßt, und daß vielmehr diese Bezeichnung, im Sinne einer namentlichen Vertretung und nicht eines ״Lehrhauses" schlechtweg, ausschließlich auf Rabh bezogen werden muß. — i Sollte es mir nun gelnngen fein, einer alten und bewährten Auffassung wieder zu ihrem guten Rechte verholfen und ein Mißverständniß beseitigt zu haben, so wäre der Zweck dieser Zeilen erreicht. vr. M. I. Mühlfclder. Journal-Revue. l Die Zsraeliten mm Aaloinchi. (Fortsetzung.) 6. Hochzeitsfeste. Der Sonnabend vor der Hochzeit ist zur Entgegennahme von Gratulationen der Verwandten und Freunde bestimmt, und zu gleicher Zeit wird die ganze ״Ausstattung" und di: goldenen und silbernen Schmucksachen auf einen langten Tisch zur Schau gelegt, und Jedermann hat das Recht die Anzahl und die Qualität her Kleidungsstücke u. s. w. zu untersuchen. Dir Ausstattung wird von dem Gelbe des Brautschatzes abgerechnet, und an dem nächstkommenden Sonntag von einem Fachmann, gewöhulich von einem Chacham, abgeschätzt. Nicht selten werden bei solchen Abschätzungen witzige. Bemerkungen gemacht. Endlich ist der glückliche Tag angebrochen. Mit Begleitung von Musik und umgeben von einer großen Anzqhl von Freunden und Blutsverwandten, geht der Bräutigam in das!elterliche Haus seiner Braut um sie abzuholen. Es wird eine Art!von Aufzug gebildet. Fünf oder sechs , jüdische Musikanten eröffnen den Zug und bemühen sich ihren Stteich- Saiten- und Blasinstrumenten disharmanische Töne zu entlocken; dann folgen Braut und Bräutigam, al^ Anverwandten paarweise und endlich die Eingeladenen, Alle im festlichen Anzüge. Alle sind umringt riost einer großen Menge Neugieriger. Alsdann begiebt sich der Zug nach dem Hause des Vaters des Bräutigams, wo die Ccremöiüen gewöhnlich stattfinden. Nun geschieht cs oft, daß zu gewissen Zeiten des Jahres viele Hochzeiten an demselben Tage staiifinden, und daß zwei solcher Hochzeitsaufzüge sich ‘um die Ecke einer engen Straß: begegncn. Die Musikanten wollen dann nicht vor einander ausweichen und so sroßen denn beide Processionen auf einander. Die Musik spielt weiter und das eine Musikcorps will das andere durch starke und laute Töne überstimmen, was öfters länger als eine Stunde dauert.- Die Hochzeitsgäste unierhaljen sich indessen mit dem Tanze, endlich aber entsteht solch eine Verwirrung und Störung, daß die türkische Polizei einschreiten muß und das heiße - Blut der Verehrer Apollo's und Tcrpsychore's duich einen Tag Gcfängnißstrafe abkühlt. Noch unlängst entstand beim Hochzeitsfeste des Herrn M. solch ein Zusammenstoß von zwei' Festzügen. Die zwei Musikantentruppen kämpften bereits lange Zeit um sich gegenseitig,zu überstimmen, aber umsonst. Endlich die Geduld verlierend, griff der ״erste" Geiger des Herrn M. seinen Gegner beim.Arme und donnerte ihm zu, ״jetzt tzusi letzten Mal,, wirst du weichen mit deiner Katzemnustk, oder du!wirst scheu, was ich thun werde"! Der Künstler ^cs ersten Duhelsackes fürchtete sich