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Das jüdische Literaturblatt · 1872-08-14 · N° 15. (14.8.1872) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
1 (1872)
Issue
N° 15. (14.8.1872)
Date
1872-08-14
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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jv JJ1!ע I15 ״. 1872 zur Israelitischen Wochenschrift Rr. M. Erscheiul zweimal monallich als Gratisbeilage zur israeliiischen Lr-ochcnfch-.if:. Nedigir: von Rabbiner vr. M. Nahmer in Magdeburg. Zu beziehen für 1 Thlr. jährl. durch die ExpeditivI. Einzelnummern ä 2 Sgr. Inhalt Wissenschaftliche Aufsätze: Be Rabh.. von IN. M. I. Mühlfelder. — Iournal-R nichi- Fortfetzung. — Zur Ophirsrage. — Krankheithstosf-Uebertragung durch §licgcft. — Ter jüdische Kalender historisch und astronomijch unterjuchr. ^— eoue: Die Jlracliten v-on Salo- Lßteraturberichtr I>r. A. Schwarz, Wissenschaftliche Aussätze. Lc Uabh. ׳ * Wenn es der Kritik gestatte! ist, alte 'Anschauungen zu prüfen und danach ihren Werth zu bestimmen, swird es ihr andrerseits zur uiiumgänglichen Pflicht, da für kinc kritisch bewährte Auflassung einzutreten, wo solche von einem Miß- Verständnisse in ihrem guten alten Rechte bedroht wird. Diese Pflicht drängt sich uns in der Joel'schen Hypothese (Progr. der Breslauer Nelsgionsschule, 1870) auf, der zufolge ״Be Rabh" im Talmud nicht die Schule Rabb's d. i. Abba Arikha's, sondern die Akibha's bedeute, und daher Alles, was unter diesem Titel bisher Rabh zugeschrieben worden, nunmehr als Akibsta angchörig betrachtet melden müsse. Der Verfasser muß in der That für diese Entdeckung im Voraus schon sehr stark eingenommen gewesen sein, daß er Alles, was sich irgendwie zu ihren (Künsten!aufbringen läßt — und es ist dies nur sehr Unbedeutendes so nachdrücklichst betonen konnte, während er von den vielen Quellen, die mit Leichtem das gerade Gegentheil erweisen konnten, nur eine einzige lennt und auch diese nicht zu ihrem opllen Rechte kommen läßt, sondern einfach mit ^inem ganz nebensächlichen Moment abthut. Im Verlauf der ganzen Darstellung wird auch nicht einmal recht klar, was den Verfasser eigentlich zu I seiner Hypothcse bewogen; denn die Stelle Chullin 66a, rmch welcher Siphra und Siphre, die unter dem Titel: ״BeMabh" im Talmud angeführt werden, auf Akibha, resp. auf dessen Schüler Zehudah und Simon, als deren ursprüngliche Bearbeiter und Sammler, zurückzuführen sind, bietet im Grunde doch nicht die geringste Veranlassung, da Rabh ja nur die Schlußredaction zuerkannt werden soll, die frühere Bearbeitungen nicht ausschließt. . Ja es dürfte gerade diese Stelle die geeignetste sein, die Unhaltbarkeit der Hypothese klar zu legen. Erstens ist zu bedenken, warum nur Siphra und Siphre und nicht auch die übrigen von Akibah gesammelten Materien, wie Toßiphta u. a., unter der stereotypen Bezeichnung: ״Be' Rabh" auftreten, sondern diese letzteren vielmehr mit andern Formeln im Talmud cingelcitet werden? — Zweitens ist auch erwiesen, daß jene Boraitha, die zuweilen ״Tanna d'be R. Ismael" genannt wird, in ״seh'ar Siphre d’be Rabh“ mit inbegriffen ist, wie dies schon der verschiedene Charakter der einzelnen Theile derselben,, abgesehen davon, daß deren frühere Redaction bald Simon, dem Schüler Akibhab's, bald Jshmael, dem Gegner dieses, zuerkannt wäre noch der Ausdruck: Frankel, Hodog. i. M. S. 309). aus .der Schule Is hm ael's wird, außer Zweifel setzt. (S Wie könnte aber ein Wer! als von Akibha ansgeherd benannt werden? — Ferner ״Siphra" oder ״Siphre" d'be obe ’ m Rabh" in Beziehung auf Akibha höchst bedenklich, da gerade aus dieser Zeit das strenge Verbot des Niederschreibens der. mündlichen Lehre darirr (Git in 60b.); und doch müßte eine jj, schriftliche Sammlung schon inter Akibha angelegt sein, wie ... solche die Bezeichnung: ״Buch, Bücher" zweifellos involvirt. H)iese Bedenken allein müßten schon genügen, Akibhavon etzier Beziehung zu ״Be Rabh" auszuschließen; und ׳Miü-HH könnten schon aus diesen nega wen Gründen Rabh die SchlllHs'H redaktion dieser W^rke zuerke aiiei,, die. zu seiner Zeit sii^rp lich stattgefunden hat, da I hudah ha Naßi und Chaja, der Oheim Rabh's, noch dann vertreten, sind (Zunz, g08^&v|| Vortr. S. 48), ganz ab'grs hen von der interessanten thcilung des Talmud, die die i wrwiegende Beschästignng mit dem ״Siphra" k.ar genug bezeugt (B'rachoth 11b.) Es existircn aber noch viele Quellen, welche die Identiät von ״Be Rabh" und Rabh direct Herstellen, und zwar überall da, wo es sich um eine nimentliche Vertretung, um das: ראומר י״ברבשם אמרו handelt, mit Ausnahme einiger Stellen, worauf -wir später noch zuruckkommen. Der Talmud selbst erk ärt ausdrücklich, daß unter der Formel: אמרי בי רב ein Schüler Rabh's, sei dies nun Hamnuna oder Hona, zi: verstehen sei (Synhedrin 17b-, Jebhamobh 83b.) Und so )eißt es öfters: ״Be Rabh lehrt im Namen Rabh's;"' folger chtig wird dann auch Rabh für ״Be Rabh" verantwortlich gemacht (Babha mezia 102b.). wie von ),Be Rabh" aus R ibh geschloffen, wozu dann Raschi erklärend bemerkt,, daß ״Be Rabh" die Schule Rabh's sei. sBabha batlsra 105b.) ’ ' H' Wenn nun von Rasch behauptet wird, ״derselbe Hab ־£ mit seinem sicheren Blicke licht die leiseste Ahnung davsn^ daß man bei dem Ausdruck ״Siphre d'be lstabh" und ״Tanna ‘ d'be Rabh" auch nur versucht sein könntch an den späteren Rabh zu denken, so ist dies eben ein Irrthum. Wer auch abgesehen von dieser direct, n Erklärung, Raschi's, liegt in^ dessen Bemerkung zur Contrsvcrse des Tanna d'be Rabh mit k Tanna d'be R. Jshmael die Beziehung zu Rabh klar genug ' f ausgesprochen sChullin 66a.) j Mir der Nebeneinanderstellung; dieser beiden Tannaim ist auch die Chronologie nicht im geringsten beeinträchtigt, namentlich wenn man bedenkt, daß diese . bloß die Boraitha's repräsentiren, deren eine darum ״B« Richh") 'י י genannt wird, weil sie in der Schule Rabh's eine vorwiegende׳ Pflege genossen und so Gen eingut Aller geworden ist. Die '■h.

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