Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 1 (1872)
- Issue
- N° 14 (31.7.1872)
- Date
- 1872-07-31
- Page
- Seite 54 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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54 «famd nicht mehr gestattet, mit denselben Waffen gegen die föbbe des Heilands" einzuschreitcn, wie in den goldenen da die Inquisitoren den Oberkirchenuud Glaubens- «^katholischen Kirche bildeten. Es wäre naturwüchsiger und 1» Anfang gleichlautender gewesen, hätten die Herren , schließ tn dürfen wie jene Päpste: ״Die Juden, welche Christen &cfi« Geschlechter zu ihrem verdammenswerthen Gottesdienste gefüh t hdben, oder noch verführen sollten, wollen Sie mit der g> hörenden Strafe (d. h. Ketzerproceß rmd Verbrennung) züchtii en!^ ' vr. A. Lcwin. ff. in auf geleitet. Hoch eiimal ״das Lied Losua's". ^)urch die Besprechung der schwierigen Stelle Josua X-, 12 Nr. 8 und 11 der ״literarischen Beilage" wurde ich hoffentlich ganz befriedigende Erklärung derselben «ine Targ. k<hrt Z> im soll noch bn Roth 8 geg^i sind, BeweG das im s Erkläisu Er (s- ״der als wesenst Die stlich. findlick könne Sonn Erzähl^ Glau! gleichfä! gereim e rum dieses spruch dieser wie Wundt wir « derart, ststaber währe! lange! das konnte allerdi 1! Mond lichen. Sieg Di fer t! sin> SD ן :Venn auch die Ausstellungen des Herrn Rabbiner vr. in Nr. 11 und die Bemerkungen der Redaction in Nr. h die Levy'sche Erklärung als zutreffend zu bezeichnen! wobei ich noch hinzufüge, daß der daselbst aufgeführte aus dem Targum mir nicht stichhaltig erscheint, da , zu V. 9 doch צלות hat, also auch שבח im B- 12 jnne von ״Beten" genommen werden muß), so hat die ng des Herrn vr. Roch das Dunkel nicht ausgehellt. zur gewöhnlichen Uebrrjetzung des V. 12 zurück nz z. St.) nur soll das Wunder inchen Augen Josua's, Glauben, die Nacht sei hereingebrochen, betete", — chrs gegolten, in Wirklichkeit aber nicht vorhanden geein. Den Mond habe er im Thale Äjalon geglaubt! Urbersttzung der Worte ביום חפים (V. 13) ״als wenn* einen ganzen Tag vor sich hätte" 'ist ganz unverständ-; Was aber mit der Erklämng gewonnen, ist mir. uner- . Josua hätte demnach den Glauben gehabt, sein Gedet bewirken, daß die Ordnung der Natur, das ganze ersystem, plötzlich umgewandelt werden könne und der r, der dieses Wunder hervorhob, mutzte doch diesen theilen. und Chabakuk, wie Herr vr. Roth annimmt, Ls. Daß aber die Bibel den Glauben an solche un- Wunder angenommen und verbreite^ haben solle, dah mdelt es sich eben. Gersonides setzt bas Befremdende Wunders klar auseinander, wobei er auf den Wideraufmerksam macht, der bei der gewöhnlichen Erklärung Stelle mit dem Satze: ״Und es stand kein Prophet auf, ose" (Deuteronom 34. 10) entstehen würde, da dieses r die von Moses ausgeführken überragen würde. Sagen kurz: die im Peniateuch erzählten Wunder sind .stets daß deren Unmöglichkeit nicht in die Augen fällt, daß er im Verhältniß stehen zu dem zu erreichenden Zwecke; Wunder, geben sich als außerordentliche Erscheinungen, ie widersprechen nicht dem unmittelbaren Bewußtsein, 51b es ungereimt wäre, anzunehmen, wegen eines zu er- Sieges werde Gott Nacht in Tag wandeln, da steht ittel nicht im Verhältniß zum Zwecke. Also Josua einen solchen Glauben nicht haben. — Gersonides geht lgs zu weit» wenn er das Wunder von Sonne und ganz eliminirt und das Hervorheben des außerordent- Wunders durch den Erzähler einfach auf den herrtiche» drziehen will. Die Verse 13 und 14 sprechen entschieden egin, und ebenso auch׳ Chabakuk 3. 11, der auf” dieses Wunder hinzuweisen scheint. Auch muß mau nach Gersonides n den die Worte וידום ד,שמש im V. 13 übcijetzcn ״die Sonne war untergegangen," was nicht annehmbar ist. Alle Schwierigkeiten sind aber gehoben durch folgende Annahme: ״־־' ׳ Als die Israeliten die Feinde in Gibeön geschlagen hatten und im Verfolgen derselben begriffen waren, verdüsterte sich der Himmel und es fielen Hagelsteine. Diese hätten ja den Verfolgern,! den Israeliten, ebenso gefährlich werden können wie den Verfolgten. Da betete Josua: Vor den Augen der Kinder Israel (im Gegensatz zu ״den Feinden'*) verharre Sonne in Gibeon und Mond im Thale Ajalon". Obwohl der Himmel über den Feinden fidf verdunkelte, solle hell und klar bleiben bei den Israeliten, und zwar vom Anfang der Verfolgung in Gibeon, bis zum Ende der Verfolgung in Ajalon, wo schon der Mond aufgehen mutzte. Ganz entsprechend dem Erod. 14, 20 berichteten Wunder ״hier (bei den Aegyptern) war Finstertkiß^ und Gewölle und dort (bei den Israeliten) erleuchtete es die Nacht". Und so war es. ״Die Sonne ver harrte (rc. in Gibeon) und der Mond stand (nicht ״blieb stehen") in Ajalon, bis das Volk rächte seine Feinde". Es blieb hell bei Israel, während die Feinde vom Hagelregen yer» nichtet wurden. So lätzt das Verständnitz des V. 13 nichts zu wünschen übrig ״und es stmid die Sonne an der Hälfte des Himmels", ,die eine Seite oes Himmels war klar, die andere uinwölkt, ״und sie eilte nicht unterzugehen, wie an einem vollen Lage" d, h. ganz Hellen, da kein Wölkchen am Himmel sichtbar ist. Dann braucht- V. l4 nicht von einem späteren Erzähler herzurühren, der das ״Sonnenmirakel" geglaubt hat. Auch Chabakuk 3. l l erhält hierdurch eine richtige Erklärung. ״Sonne und Mond standen in ibrer Wohnung, während jene (die Feinde) durch das Licht deiner Pfeile dahin schwanden (welche Bedeutung auch הלך har) durch den Blitzesglanz deiner Lanzen".! M. Friedland. vr. Zuckermandel. Rabbiner. . Nachbenierkung ver Redaclion. Obige Erklärung unseres geschätzten Mitarbeiters scheint in der Thal alle Schmierigkeiten dieses Liedes zu heben, und der Wahrheit, am nachften zu kommen. Das בחצי ד,שמים ist hierdurch trefflich erklärt, für ״ ביום חמיםganz.(Heller! iag" wärq noch eine Analogie zu bringen, etwa Numeri 19, 2 ״ganz roth — fleckenlos" Eine kleine Schwierigkeit würde noch V.! 14 bieten, und es war »icht^wie dieser Tag, d. h. ein solches Wunder weder vorher noch nachher", da ja das Cxod. 14, j20 berich- Ute Wunder dem hier erzählten vollständig analog zoar; »um müßte denn das כיום חחוא ganz Präeise nehmen,!״wie die-' ser Tag",, während am rolhen Meere das ähnliche Wunder bei ״Rächt" geschah (ויאו־ את הלילה). Daß demi Berichterstatter jenes Wunder (am rothen Meere) vorschivehte, darauf weisen seine Schlußworte כי ד׳ נלחם לישראל hin, die verbo tenus den Schlußworten Exod. 14, 25 cntsprechcn. Journal-Revue. Die Zsi-aclitkn von Lalvnichi. sForljetzu״,,.)! * 4. Handel und Industrie. Die Erziehung der jüdischen Franc» ist, wie die W übrigen Confesstoncu im Orient, sehr vernachlässigt. Cs |giebt keine israelitische Frauen, die irgend einen Handejl oder Jädnstrie bctreiben. Ihre Hauptbeschäftigungen bestehen' in der Führung der Wirlhschaft und der Erfüllung der mütterlichen Pflichten, dann 1