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Das jüdische Literaturblatt · 1872-07-17 · N° 13. (17.7.1872) · p. Seite 50

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
1 (1872)
Issue
N° 13. (17.7.1872)
Date
1872-07-17
Page
Seite 50 (sequence 2)
Language
German
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f- 50 fein und auf die hieraus fließende Treue eines jeden )uden;1' legen. 30 ward das einzelne Individuum aber and aber zur Basis des Judenthums. ( Ufsp dinglich ist stets das Individuum' die Basis der Kesqäimth eit, und die Sicherung desselben ein Hauptiakror i« Aust«ndekommen des Gemeinwesens: in einem gewissen Stadium 'der Entwickelung wird aber dies Moment durch lindere »er ׳rangt, und daß es imJudenthume nicht verdrängt wurde, darin liec t seine Bedeutung für die Geschichte der Menschheit. Wäl rend ׳ das Band der Gemeinschaft in der antiken Welt in d:r positiven Macht des Gemeinwesens, oder doch eines Einzelnen zu suchen ist, so zwar, daß wir dort, >0 sich dieses Band lockert, wie in Griechenland, einer wahrhaftigen Zerbröckelunc begegnen, umschließt das Judenchum eine Kette, in der j der Einzelne 'ein Glied ist, die Faktoren Und die Basis de Gemeinschast bilden dis Einzelnen^.als solche, und der streng auts den Einzelnen herv orgehende Gesammt- Wille is Israels Kraft. - I Vor, diesem grundlegenden Gedanken aus betrachtet der geistvolle Vers, hierauf die Entwickelung der!Parteien (Pharisäer, D adducäer und Efsäer) und untersucht dann die Hauptsächlichen Institutionen des JudenthUms, (Priesterlhum, Königthr n>, Spnedrium. Sklavengeseye, Stellung des Weibes, u. s.-w->, sowie die Sittenlehre desselben, und weist nach, wie sehr auch! diese der Entwickelung des'J^dividualismsls, rnd. somit dem Wrsen der wahren F-reiheit dienten. n מ nn das Geltendwerden der individuellen.Freiheit durch die! Enti uckelung des Individualismus bedingt ist, wird die Gekchicht: der Freiheit stets aus daS wunderbare Volk der Zw»en ן urückzugreifen haben. ״Das alte Jndenthum, damit schließt Asboth sein oh der Originalität und Tiefe der Nu׳-* fassung sowohl als wegen der klaren Darstellung und Gruppitsung (er Hauptmomente rühmlich hervorzuhebendes Werk*), hgt die durch die antike Welt erdrückten Ideen des Jndividuplismw und der Freiheit fortwährend organisch und hoch entwicke t, und dadurch die Basis zur positiven freiheitlichen Etstwick lang gelegt." halten>sei, hatte mich nämlich schon vor Wochen veranlaßt dieselbe mir zusenden zu lassen, — leider nur um beim, ersten Blick zu sehen, daß hier keine vollständige Abhandlung vorliegt, sondern nur die mit falscher Aufschrift versehenen, nach Umfang und Inhalt unbedenteuoen Fetzen einer solchen. Die Handschrift mit-großen Buchstaben auf st Seiten eines unsagbar kleinen Formales geschrieben, (was im Katalog nicht angegeben ist) ,enthält soweit sie hier in Betracht kommt, Nichts als die Vorbemerkung des Abschreibers Ghirondi, die Vorrede des Verfassers, Nachbemprkungen desselben zu den zwei Untersuchungen, die dem Abschreiber Vorlagen, ein kurzes Excerpt &us der zweiten Abhandlung und endlich eine kurze Nachschrift des Abschreibers. Die vollständige Schrift aber enthielt keine ״Abhandlung ׳''על מהות הנפש wie der Katalog angiebt, sondern zwei Untersuchungen (שאלות׳ דרושים) über Einheit und Objecte des materielle^ Verstandes. Sie sollten die Fragen beantworten: , י אם השכל ההיולאני ה;א אחד במספר בכל אז אם ירבה מספרו כמםפי־ האנשים עד שלכל אחד מאתנו שבל א מיוחדת .2 אם השכל ההיולאני אשר קדם מענינו ישכיל העצם הנפךד או הנפרדים מהחומר¬ Da die etW Abhandlung, am 1. Schebat begonnen/ am 20. Schebat 5242 (1482) beendet worden sein soll, stimmt sie nach Datirüng und Inhalt mit der Pariser Hdschr. Nr. 328 überein, welche »ach Munk's mvluo^es p. 510 eine שאלה עמוקה על אהי־ות השכל ההיולאני enthält. Denselben Titel nennt auch Josef Dalomo del We■ digo (bei Geiger Melo lfhosn. p. IT). Ob dieser Titel hier und in der׳ Pariser Hdschr. auch die zweite Abhandlung umfaßt, muß dahingestellt bleiben. ' Der hier dargelegte Sachverbalt der mich bestimmte, die Schrift sofort dem Besitzer zurückzusenden, sei hier mikgetheilt, damit kein Zweiter verleitet werde, diese vermeintliche Perle des Ghirondischen Katalogs zu erstehen. Die aus zwiefachem Grunde tadelnswertbe Ungenanigkcit des Verzeichnisses ist sicherlich keinem Gelehrten wie Steinschneider zur Last zu legen sondern wahrscheinlich durch ״Angaben des Besitzers" verschuldet. Breslau 5. Juli. -I. F. Eine u»getr»ckte Äbhasdlnng Elia del Medrgo's. I » letzten Hefte seiner Zeitschrift berichtet Geiger über t on Steinschneider in JBerltn verfaßten ״Katalog hchräis, her Handschriften, größten Theiltz aus dem Nachlaß des Xabb. M. -S. Ghirondi, welche von Herrn Sam. Schön blum in Len berg zum Kaufe angeboren werden. Zum Theil nach Angaben des Besitzei s verzeichnet von Mor. Steinschneider in Berliis". Aus der Wüst^, kabbalistischer Scharteken hebt fch^ wie Geiger mit Recht geltend macht, nur Weni- Les he wot, was auf inneren Werth Anspruch erheben kann. Doch ist es wohl ein zu hartes Urtheil, wenn er Alles für fast ginzlich werthlos erklärt bis auf fünf kleine Stücke. Diese sind einige bisher unbekannte Gedichte vvn Asaria de Rossi, das Einleitungsgedicht von Jacob b. Eleasar zu seiner Uebev etzung der bekannten Fabelsammlung Kalika Wedimna, ein?!rief von Immanuel, wahrscheinlich dem berühmten Pichter, eine kurze Lebensbeschreibung Leon derModcna's und ä» erstem Orte eine philosophische Schrift Elia del Medigo's. Gerai: diese Schrift aber muß zu dem großen Haufen des W«Ü losen geworfen werden. Die Angabe des Katalogs, daß hier e ne bisher ungedruckte pychologische Schrift E lia's err Eine abweichende L'esart in ttaschi's-pentat.-Lommentar. Mitgctheil! von M. Roeft. In den meisten Ausgaben liest man in Rasch! zu Gen. 24,65 ותתכס dieBemerkuitzg:.לשון והתפעל כמו ותקבר ותשבר So auch Berliner, ohne weitere Bemerkung. — Mein Freund, Herr M. A.?Lagenaar (Verfasser des תולדות יע״בץ) zeigt mir nun in seinem Exemplar der Pentateuch-Ausgabe mit der arab. Uebersetzung des Saadjah Fajjumi und der persischen des Jacob Tavns (Kollsrantinopel 154.6) folgende, wie auch ich glaube, richtigere Lesart: רותתפעל כמו ויתגל ותלחץ אל חתתר לי Nachher fand ich, daß Heidenheim in seinem Fragment gebliebenen מפורש z. St., nachdem er die gewöhnliche Lesart gerechtfertigt, ohne Quellenangabe, als von ihm gefunden, die L. A. ותלחץ אל הקייר ותלכד aniührl. Wie bereits gesagt, halte ich die Constantinopler Lesart für die richtige. (Richtiger in grammatischer Lezrehuiig ohne Zweifel, aber auch echt? nicht bloß borrecrur? Woher sollte denn, wenn die so offenbar der Grammatik entsprechende vorlag, die falsche, auch nicht durch bloßen Schreibsehlcr oder?!ersehen zu erklärende, gekommen sein? T.) Journal-Revue. fB*f, Wir behalten unä vor, auf einzelne Partien diese« Hochinteressai,- Ta noch später zurückzukommen. Med. 1 Die Israeliten van Zatoüichi.*) 1. Das alte Salonichi. Salonichi, ftüher die Hauptstadt des mächtigen macedonischen Reiches hat jetzt' seinen ganzen alten Glanz verloren. Nichts ist •) AuS ״her Niemo 'Israelitisch Weekdlad" Nr. 44. Uebersetzt auä dem Holländischen von jj,... , t 11 H I /

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