Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Literaturblatt · 1872-04-17 · N° 8. (17.4.1872) · p. Seite 31

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
1 (1872)
Issue
N° 8. (17.4.1872)
Date
1872-04-17
Page
Seite 31 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/5367336-6488222-8751393--0149-4853767
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

31 ׳- > Satz: ״ מיטב השיר־ כוזבוdas B^ste am Gedichte ist die Erdichtung!"; Jnowraclaw. Michael Levy. Zu der vorstehenden, originellen und jedenfalls beachtensiverthen Auffassung, die nicht wenig zum Verständnis der schwierigen Bibelstclle beiträgt, haben wir folgende Bemerkungen pro et contra hinzuzufügen. Daß Vers 12 nicht ein dem Siege vor^ergegangenes Gebet, sondern ein nach demselben angestimmtes Lied sei, ist auch aus dem Targum ersichtlich, das “וילבו mit ושבח, übersetzt. Recht passend weist Kimchi auf die schlagende Parallelstelle Samuel II. 22,.1, hin: Und David redete zum Herrn die Worte dieses Liedes am Tage, da us. w. Auch für die Grundansicht des Verf.'s, baj) das Lied hauptsächlich das günstige Zusammentreffen des Hagelsteinregens mit der Flucht der Feinde als das eigentliche Mirakel besinge, findet sich im Talmud, (Aboda sara 25 a.) ein Beleg. Die Worte ״Und es war kein Tag wie dieser weder vorher noch nachher" (Vers 14) will eine Ansicht (das.) auch auf das Außerordentliche der Hagelsteine beziehen. Gegen die Auffassung des Hrn. Verf.'s sprechen jedoch einige sprachliche Formen. 1. Die Imperativform חוב im Vers 12, woselbst-ein verkam tinitum erwartete wird. 2. Das ולא אץ לבוא ובו mit ״nicht durchdringend wie vollen Tages" wiederzugeben, ist denn doch etwas ״zu frei"; übersetzt, und entspricht der gewöhnlichen Wortbedeutung nicht. 3. Daß לשמוע " בקול איש soviel wie ״willfahren" bedeuten kann, ist zwar unzweifelhaft, setzt aber immer einen vorher ansgesprochenen Wunsch voraus. Uebrigens braucht V. 14 nicht noch zum Liede zu gehören, sie klingen wie Wfortx eines Erzählers aus einer Zeit, in. der das ״Sonnenmirakel" schon j zum Durchbruch gekommen war.! Nicht unerwähnt bleibe bei dieser Veranlassung, daß vor c.' 2 Jahren Hr. Dr. Barzilai im Corriere Ikraelitico eine Abhandlung über dasselbe Thema veröffentlicht hat, worin er! annahm, daß חוב, von der Sonne gebraucht, ״finster werden" , bedeute, und daß an jenem Tage eine Sonnetifinsterniß ein- \ getreten sei. Levy nimmt keine astronomische!Finsterniß an,! sondern eine Verhüllung des Sonnenlichtes, bestsirkt durch das > eingctretene Hagelwetter. Nach beiden Auffc ssuiigen bleibt j noch manches -.־ dunkel. Die Redaktion. ׳ j _' . — ~_ | Journal - Revue.? Le Carnaval Israeli te. Das )ranz. Blatt!,'Illustration bringt eine vop Elie frebault Unterzeichnete Skizze: .,16 carnaval Israelite" h. h.. wie leicht zu errathen, das Purimfest. Einige Curiositäte» daraus wollen wir unfern Lesern nicht vorenthalten; ob dtzr Verfasser ein Israeli ist, wissen wir nicht. Racine beginnt er/ sagt in der Vorredf Hu seiner berühmten Tragödie Esther: on dit meine, quei le Juifs celebrent encore cette f'ete. Das sei eine unbegreifliche Unwissenhcit, die Juden feiern das Fest nicht nur! noch, sondern werden es bis zum Ende der Jahrhunderte begehen. Nach der Legende .der comeäie lravyaise sei die Rachel gern am Purimabend in der Rolle der Racine'schen <Mher aufgetreten. Dann folgt die Schilderung der Einzelheiten des,Festes. Zuerst ist ״Vuniss-Lstber." ' Abends sicht mast die Gläubigen (kromm) zum Tempel gehen, jeder hat ein Etui in der Hand, in dem die Mekila steckt. Jede Haushaltung hat den Tisch besetzt mit Lougelboxk und Kiedlich (Kirchlich?), dem nationalen Gebäck, welches man jedem Besucher anbietet, nicht zu vergessen geräuchertes Fleisch (?iekelüascb). Am andern Tage sind die jüdischen Damen, bestens herausgeputzt, auf der traditionellen Promenade der klacs Royale zu sehen, während die jungen Herrn die Cafäs der Rue Rivoli und der UmgegSch des Rötel äe Ville besetzt halten. Jedes israelitische Fest Mt als Basis die Wohlthätigkeit, vereinigt mikFamiliengeselligkeit) der Armen, wird nicht vergessen. Man rsiacht in den Häusern la tournee! äe cbarite q'von appells 8cblacbmounaas. In den großen s Familien giebt es soiröss äansantes, der große jährliche bal pare masque findet im Yauihall statt. In der Mitte dieses unaufhörlich wechselnden Paris^hat das israelitische Volk seine Physiognomie bewahrt, alle Neubauten werden es. nicht vertreiben, die ״Alten" werden immer im und am 3. und 4. Arrondissement, ihrem Hauptquartier seit den Tagen Phi- , lipp August's, zu finden sein." Nachtrag. In den jüdisch-französischen Blättern lesen ivir Klagen darüber, daß die kleinen wohlfeilen Blätter neuerdings insgesammt Schilderungen des Purim und gelegentlich anderer israelitffchcn Feste und Gebräuche bringen, welche durch Entstellung, Mißverständniß und Uebelwollen um so mehr schaden, als sie in die unteren Volksschichten dringen*) •) Herr 2<50n Sovhar von der Rev. Jjr. hat übrigens Unrecht, sich über die ״Ohren Hainans" zu ärgern. Abgejchnitten sind sie allerdings nicht worden, aber gegessen werden sie — ob in Paris, weiß ich nicht,! jedoch anderswo. Aus der Luft in's also nicht gegriffen und sehr Harmlos ift'S obendrein. T. Die Opffirfrage interessirt den Bibelforscher in hohem Maaße, darum.folgen wir ihr durch alle Stadien, die sic in Folge der neuesten Forschungen ן durchmacht, und berichten unseren Lesern über den Fortgang ' derselben nach der A. A. Z. Im ״Atheäum" giebt Charles Bcke einige schähenswerthe Notizen, in denen er der von Mauch angeregten, von Petermann unterstützten Hypothese, daß die Trümmer von Ziinbabye tyrischisraeltischen Ursprungs seien und die Stätte von Ophir bezeichi neten, unabhängig von Kiepert/, deffen Ansicht er theilt, entgegentritt. Hr. Beke ist der Meinung daß Ophir, wie Sheba und Havilah, in Arabien zu suchen' sind, da es in der Bibel, die unsere einzige Quelle ist, in Verbindung mit diesen beiden Ländern austritt, deren arabische Lage sicher constatirt ist. Er giebt dann folgendes Raisonncment: ״Aus Buch der Könige I, Cap. IX. V. 26—r28 erfahren wir daß König Salomon, nachdem er . an den Küsten des Aain Suph (des Rothen Meeres), ׳ in dem Lande Evom — d.' h. am Golf von Maba — festen Fuß gefaßt hatte, einen Scehandel mit Ophir eröffnet habe auf Antrieb -־ des Königs Hiram von Tyrus und in Verbindung mit ihm. Der . praktische Erfolg dieser gemeinsamen Seeunternchmung war dem , . - der Portugiesen im 15. und in den folgenden Jahrhunderten zu vergleichen. Wie dieses Volk der Neuzeit um das Cap der guten Hoffnung herum den Seeweg nach Indien fand, und so den Handel des fernen Ostens von dem Landwege durch die Levante frei machte, so cröffnetcn die Tyroisraeliten den Seehandrl durch die Mab el Mardebstraß«. mit den Läpderq^ in- Ost- und Süd- - 1 arabien, mit denen nian bisher auf dem Landwege verkehrt hatte. - Sobald indeß die Flotte Ophir erreicht hatte, unternahm die Königin des angrenzenden Landes Sheba auf die Kunde von dem Ruhme Salomons (I. Könige X, 1) in eigener Person zu Land eine Reise an seinen Hof mit 120 Talenten Goldes, die fast ein Drittel des Gesammtiigports an Gold ausmachrcn (420 Talente)' den die vereinigte Flotte heinibrachte, ״und mit sehr viel Specc- [ ' reien und Edclgestcincn. CS^kam nicht mehr so viel Specerci | als die Königin vom Reich Arabien dem König Saloino gab"

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.